Staufen, Stadt und Amt (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 223
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Ältere Bestände (vornehmlich aus der Zeit des Alten Reichs) >> Akten >> Städte >> Staufen, Stadt und Amt
[1278]-1864, 1891
Überlieferungsgeschichte
Die vorderösterreichische Herrschaft Staufen, seit 1628 an die Grafen von Schauenburg verpfändet, ging wie die Herrschaft Kirchhofen 1738 als Lehen an den Abt von St. Blasien. Zur Verwaltung der Herrschaft, zu der die Orte Pfaffenweiler, Grunern und Offnadingen gehörten, wurde in Staufen ein Obervogt des Klosters eingesetzt. 1806 wurden Stadt und Herrschaft badisch.
Inhalt und Bewertung
Der Bestand enthält vor allem Akten des Klosters St. Blasien, der vorderösterreichischen Regierung in Freiburg und des Amtes Staufen. Auch betrifft er die Herrschaft Kirchhofen (vgl. Bestände 152 und 378).
Vorwort: Stadt und Herrschaft Staufen waren in der Hand des gleichnamigen zähringischen Ministerialengeschlechtes, das seinen Sitz auf der Burg über der Stadt hatte. Mitte des 13.Jahrhunderts dürfte das Dorf Stadt geworden sein. 1337 wird sie erstmals als Stadt genannt. Die Herrschaft, die zuletzt österreichisches Lehen gewesen war, fiel 1602 nach dem Tod des letzten männlichen Vertreters des Geschlechtes, Georg Leo v. Staufen, an Österreich zurück. Österreich kaufte von den Erben der Frh. v. Staufen auch deren Eigengut in der Herrschaft und verpfändete Stadt, Herrschaft und die inzwischen damit zusammengelegte Herrschaft Kirchhofen 1628 an die Grafen v. Schauenburg. Nach Wiedereinlösung der beiden Herrschaften wurden deren Einkünfte zeitweise verpachtet, bis die beiden Herrschaften und die Stadt 1738 als Lehen gegen Zahlung einer hohen Summe an das Kloster St. Blasien überlassen wurden. Verwaltungssitz der Herrschaften blieb das Amt Staufen. Zur Herrschaft Staufen gehörten die Orte Staufen, Pfaffenweiler, Grunern und Offnadingen. Zur Herrschaft Kirchhofen gehörten Kirchhofen, Ehrenstetten, Oberambringen und Unterambringen. 1806 fielen die beiden Herrschaften an Baden. Das Archiv des Amtes Staufen kam zu Anfang des 19.Jahrhunderts nach Karlsruhe. Hier wurde es entsprechend dem damals im Generallandesarchivangewandten Pertinenzprinzip aufgeteilt und umgeordnet. Der vorliegende Bestand enthalt die Generalakten des Amtes Staufen und die Akten anderer Archive, die die Stadt Staufen und die beiden Herrschaften Staufen und Kirchhofen, die das Amt Staufen ausmachen, betreffen. Über die Zusammensetzung der Provenienzen gibt das Provenienzverzeichnis Auskunft. Insgesamt 280 Akten (30 %) entstammen dem Archiv des Amtes Staufen. 261 Akten (28 %) sind bei österreichischen, insbesondere vorderösterreichischen Provenienzbildnern entstanden. 207 Akten (22 %) entstammen dem Archiv des Klosters St.Blasien, 8 Akten (0.9 %) entstammen den Archiven anderer weltlicher Territorien, 26 Akten (2.8 %) entstammen geistlichen Archiven, insbesondere dem des Klosters St.Trudpert, 44 Akten (4.8 %) sind in großherzoglich badischer Zeit abgeschlossen worden und bei 108 Akten (11.5 %) konnte die Provenienz nicht ermittelt werden. Wahrend der Zeit der St. Blasianischen Herrschaft hat gelegentlich eine Vermischung von Provenienzen stattgefunden -einzelne Akten enthalten sowohl Schriftstücke St. Blasianischer Provenienz als auch solche, die in das Amtsarchiv gehörten. Zur Darstellung der zeitlichen Dichte der Überlieferung wurde eine Periodisierung in Anlehnung an die Besitzgeschichte des Amtes gewählt. Es entsteht folgendes Bild: aus der Zeit vor 1602, als die Freiherren v. Staufen die Herrschaft innehatten, enthalten lediglich 9 Akten (knapp 1 %) Schriftverkehr. Für die Zeit zwischen 1602 und 1738, als die Herrschaften teils durch Österreich selbst verwaltet wurden, teils aber auch verpfandet oder deren Einkünfte verpachtet waren, sind 352 Akten (33 %) vorhanden, die Schriftverkehr aus dieser Zeit enthalten. Für den Zeitraum ab 1738 bis 1806, als das Kloster St. Blasien das Amt innehatte, enthalten 643 Akten (60 %) Schriftverkehr. Für die badische Zeit schließlich (ab 1806) enthalten 65 Akten (6 %) Schriftverkehr. Der vorliegende Bestand umfasst 934 Faszikel in 8 lfd. m und hat eine Laufzeit von 1278 -1891. Er wurde 1956 von Wilhelm Schweinfurth durch ein Zettelrepertorium erschlossen. Dieses Zettelrepertorium wurde von Unterzeichnetem unter Verwendung des MIDOSA-Programms überarbeitet. Hierbei wurde der Umfang der einzelnen Faszikel angegeben, wobei bei Akten mit Blattzählung oder einem Umfang von bis zu etwa 10 Blatt die Blattzahl angegeben wurde, bei anderen Akten von weniger als einem Zentimeter Umfang die Bezeichnung ''1 Fasz." steht, und bei Akten ab einem Zentimeter Umfang die Zentimeterzahl angegeben ist. Außerdem wurde die Provenienz (des letzten angefallenen Schriftstücks) ermittelt und die Filmsignatur hinzugefügt. Die Aktentitel wurden t eilweise erheblich umgearbeitet, Laufzeiten wurden berichtigt, im Einzelfall wurden die Titel durch weitere Inhaltsvermerke erweitert. Auch die Zuordnung der einzelnen Titel zu den Rubriken wurde häufig verändert. Insbesondere wurden alle Akten, die mit der Besitzgeschichte der Herrschaft vor 1806 zusammenhängen, in der Rubrik "Kammergut" zusammengefasst. Das Findbuch ist durch Indices erschlossen. Außerdem ist ihm ein systematisches Verzeichnis der Provenienzen und eine Konkordanz der Bestellnummern zu den Ordnungsnummern beigegeben. September 1994 Reinhold Rupp
Die vorderösterreichische Herrschaft Staufen, seit 1628 an die Grafen von Schauenburg verpfändet, ging wie die Herrschaft Kirchhofen 1738 als Lehen an den Abt von St. Blasien. Zur Verwaltung der Herrschaft, zu der die Orte Pfaffenweiler, Grunern und Offnadingen gehörten, wurde in Staufen ein Obervogt des Klosters eingesetzt. 1806 wurden Stadt und Herrschaft badisch.
Inhalt und Bewertung
Der Bestand enthält vor allem Akten des Klosters St. Blasien, der vorderösterreichischen Regierung in Freiburg und des Amtes Staufen. Auch betrifft er die Herrschaft Kirchhofen (vgl. Bestände 152 und 378).
Vorwort: Stadt und Herrschaft Staufen waren in der Hand des gleichnamigen zähringischen Ministerialengeschlechtes, das seinen Sitz auf der Burg über der Stadt hatte. Mitte des 13.Jahrhunderts dürfte das Dorf Stadt geworden sein. 1337 wird sie erstmals als Stadt genannt. Die Herrschaft, die zuletzt österreichisches Lehen gewesen war, fiel 1602 nach dem Tod des letzten männlichen Vertreters des Geschlechtes, Georg Leo v. Staufen, an Österreich zurück. Österreich kaufte von den Erben der Frh. v. Staufen auch deren Eigengut in der Herrschaft und verpfändete Stadt, Herrschaft und die inzwischen damit zusammengelegte Herrschaft Kirchhofen 1628 an die Grafen v. Schauenburg. Nach Wiedereinlösung der beiden Herrschaften wurden deren Einkünfte zeitweise verpachtet, bis die beiden Herrschaften und die Stadt 1738 als Lehen gegen Zahlung einer hohen Summe an das Kloster St. Blasien überlassen wurden. Verwaltungssitz der Herrschaften blieb das Amt Staufen. Zur Herrschaft Staufen gehörten die Orte Staufen, Pfaffenweiler, Grunern und Offnadingen. Zur Herrschaft Kirchhofen gehörten Kirchhofen, Ehrenstetten, Oberambringen und Unterambringen. 1806 fielen die beiden Herrschaften an Baden. Das Archiv des Amtes Staufen kam zu Anfang des 19.Jahrhunderts nach Karlsruhe. Hier wurde es entsprechend dem damals im Generallandesarchivangewandten Pertinenzprinzip aufgeteilt und umgeordnet. Der vorliegende Bestand enthalt die Generalakten des Amtes Staufen und die Akten anderer Archive, die die Stadt Staufen und die beiden Herrschaften Staufen und Kirchhofen, die das Amt Staufen ausmachen, betreffen. Über die Zusammensetzung der Provenienzen gibt das Provenienzverzeichnis Auskunft. Insgesamt 280 Akten (30 %) entstammen dem Archiv des Amtes Staufen. 261 Akten (28 %) sind bei österreichischen, insbesondere vorderösterreichischen Provenienzbildnern entstanden. 207 Akten (22 %) entstammen dem Archiv des Klosters St.Blasien, 8 Akten (0.9 %) entstammen den Archiven anderer weltlicher Territorien, 26 Akten (2.8 %) entstammen geistlichen Archiven, insbesondere dem des Klosters St.Trudpert, 44 Akten (4.8 %) sind in großherzoglich badischer Zeit abgeschlossen worden und bei 108 Akten (11.5 %) konnte die Provenienz nicht ermittelt werden. Wahrend der Zeit der St. Blasianischen Herrschaft hat gelegentlich eine Vermischung von Provenienzen stattgefunden -einzelne Akten enthalten sowohl Schriftstücke St. Blasianischer Provenienz als auch solche, die in das Amtsarchiv gehörten. Zur Darstellung der zeitlichen Dichte der Überlieferung wurde eine Periodisierung in Anlehnung an die Besitzgeschichte des Amtes gewählt. Es entsteht folgendes Bild: aus der Zeit vor 1602, als die Freiherren v. Staufen die Herrschaft innehatten, enthalten lediglich 9 Akten (knapp 1 %) Schriftverkehr. Für die Zeit zwischen 1602 und 1738, als die Herrschaften teils durch Österreich selbst verwaltet wurden, teils aber auch verpfandet oder deren Einkünfte verpachtet waren, sind 352 Akten (33 %) vorhanden, die Schriftverkehr aus dieser Zeit enthalten. Für den Zeitraum ab 1738 bis 1806, als das Kloster St. Blasien das Amt innehatte, enthalten 643 Akten (60 %) Schriftverkehr. Für die badische Zeit schließlich (ab 1806) enthalten 65 Akten (6 %) Schriftverkehr. Der vorliegende Bestand umfasst 934 Faszikel in 8 lfd. m und hat eine Laufzeit von 1278 -1891. Er wurde 1956 von Wilhelm Schweinfurth durch ein Zettelrepertorium erschlossen. Dieses Zettelrepertorium wurde von Unterzeichnetem unter Verwendung des MIDOSA-Programms überarbeitet. Hierbei wurde der Umfang der einzelnen Faszikel angegeben, wobei bei Akten mit Blattzählung oder einem Umfang von bis zu etwa 10 Blatt die Blattzahl angegeben wurde, bei anderen Akten von weniger als einem Zentimeter Umfang die Bezeichnung ''1 Fasz." steht, und bei Akten ab einem Zentimeter Umfang die Zentimeterzahl angegeben ist. Außerdem wurde die Provenienz (des letzten angefallenen Schriftstücks) ermittelt und die Filmsignatur hinzugefügt. Die Aktentitel wurden t eilweise erheblich umgearbeitet, Laufzeiten wurden berichtigt, im Einzelfall wurden die Titel durch weitere Inhaltsvermerke erweitert. Auch die Zuordnung der einzelnen Titel zu den Rubriken wurde häufig verändert. Insbesondere wurden alle Akten, die mit der Besitzgeschichte der Herrschaft vor 1806 zusammenhängen, in der Rubrik "Kammergut" zusammengefasst. Das Findbuch ist durch Indices erschlossen. Außerdem ist ihm ein systematisches Verzeichnis der Provenienzen und eine Konkordanz der Bestellnummern zu den Ordnungsnummern beigegeben. September 1994 Reinhold Rupp
903 Akten (Nummernbereich 1-935)
Bestand
Rainer Brüning/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 6, Bestände des Alten Reiches, insbesondere Generalakten (71-228), Stuttgart 2006, S.388
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:03 MESZ