Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz verkündet den Spruch seines Hofgerichts in der Streitsache zwischen Ritter Martin von Helmstatt und der Gemeinde Insultheim wegen der Fronddienste dahin, dass es wie zu Zeiten des Gerhard von Neipperg gehalten werden soll, der die Vogtei an Martin von Helmstatt gebracht hat. Streitpunkte betreffen u. a. die Martin und seinem verstorbenen Schwager (sweher) Gerhard von Neipperg geleisteten und seit kurzem verweigerten Frondienste der Einwohner, die Schäden durch liegengelassene und verdorbene Ernte, die Dienstbarkeit als Zubehör der Vogtei des Martin von Helmstatt und des Peter Schnittlauch, die ersterer nach Nachweis von Urkunden etwa 20 Jahren innehatte, sowie die Rechtsqualität der geleisteten Dienste, die laut der Einwohner lediglich freiwillig auf Bitten des Philipp Schnittlauch und zuletzt Martins Ehefrau erfolgt sind. Richter und Räte des Pfalzgrafen in der Angelegenheit sind: Hans von Gemmingen zu Guttenberg, Hofrichter; Jost von Venningen, ehemaliger Deutschordensmeister; Gottfried von Neuhausen, Kustos; Doktor Peter Wacker, Ordinarius des Studiums zu Heidelberg, Doktor Jakob Wachnern [=Werner?], Ludwig von Sickingen, Wendel von Remchingen, Hans von Wallbrunn, Friedrich Hund von Saulheim, Heinrich von Handschuhsheim und Meister Bernhard Fröwis, Sekretär.

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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