Familienarchiv von Gemmingen-Steinegg (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 69 von Gemmingen-Steinegg
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Nichtstaatliches Archivgut >> Familien- und Herrschaftsarchive >> Adel >> von Gemmingen-Steinegg
(1346-) 1470-1840 (-1925)
Überlieferungsgeschichte
Die Verbindung des Kraichgauer niederadeligen Geschlechts von Gemmingen mit der Burg Steinegg geht auf Dieter V. und dessen gleichnamigen Sohn aus der Linie der Hagenschieß-Gemmingen zurück. Der 1404 von König Ruprecht von der Pfalz zum Schlichter in einer Auseinandersetzung zwischen Baden und Württemberg bestellte Dieter V. ist 1407 erstmals als Teilhaber an der Burg Steinegg bezeugt. Seinem Sohn gelang es, mit dem Erbe seiner Mutter, Anna von Selbach, die Güter Tiefenbronn, Steinegg, Heimsheim und Mühlhausen zu erwerben. Die Verwurzelung dieses Familienzweiges in Steinegg wurde durch Heirat und Erbgang gefördert. Dieter VI. machte in badischen Hofdiensten Karriere, wird 1464 erstmals als badischer Hofmeister genannt und führte in schwierigen Zeiten badische Gesandtschaften an.
Bei diesem Bestand handelt es sich lediglich um ein vor allem auf Familienangelegenheiten bezogenes Restarchiv, das am derzeitigen Sitz dieses Familienzweiges verblieben war. Es wurde 2002 von Albrecht Frh. von Gemmingen, Unterbessenbach, im Generallandesarchiv hinterlegt. Der größte Teil des eigentlichen Herrschaftsarchivs der Freiherren von Gemmingen-Steinegg ging 1839 mit dem Verkauf der Grundherrschaft Steinegg an den badischen Staat über. Zahlreiche Archivalien gelangten im Laufe des 19. Jh. über die Domänenverwaltung an das Generallandesarchiv. Dort sind sie bis heute in den Selekten der Urkunden Baden-Durlach (GLA 38) und des Lehen- und Adelsarchivs (GLA 44), in den Protokoll-, Lager- und Kopialbuchbeständen (GLA 61, 66, 67), im großen Ortspertinenzenbestand 229 sowie in den Domänenakten (GLA 410) verborgen. Eine virtuelle Rekonstruktion des Gesamtarchivs wäre wünschenswert.
Inhalt und Bewertung
Urkunden: Lehen- und Allodialgüter, Erbschaften v.a. in: Steinegg, Tiefenbronn, Wiernsheim.- Lager- und Kopialbuch
Akten: Familiengeschichte, Personaldokumente, Erbschaften, Schulden.- Verwaltung der Stammgüter Steinegg und Mühlhausen.- Epitaphien in der Kirche von Tiefenbronn
Vorbemerkung: Mit dem Verkauf der Grundherrschaft Steinegg an den badischen Staat 1839/1840 ging auch das Herrschaftsarchiv der Freiherren von Gemmingen-Steinegg an den neuen Eigentümer über. Damit begann eine "Wanderzeit" der Archivalien: Die Domänendirektion gab schon 1840 eine Reihe von Lehensurkunden an das Generallandesarchiv, Akten an das Forstamt Pforzheim ab, umgekehrt lieferte die Forstkasse Pforzheim 1842 gemmingensche Akten über den Hagenschieß an die Domänendirektion. Die Direktion, die auch später Archivalien an das Generallandesarchiv ausfolgte, forderte zeitweise auch Archivalien von dort zurück, um sie an Eduard von Gemmingen weiterzuleiten. Die Rekonstruktion der Ablieferungen im Ganzen wird heute dadurch erschwert, dass die Archivalien nach der damaligen Gewohnheit des Generallandesarchivs auf den großen Ortspertinenzbestand GLA 229 (also unter die Orte Lehningen, Mühlhausen, Steinegg, Tiefenbronn und wohl auch andere wie Hamberg, Hohenwart, Neuhausen, Schellbronn) und auf die Selekte der Urkunden Baden-Durlach (GLA 38) und des Lehen- und Adelsarchivs (GLA 44), der Protokolle (GLA 61), Lager- (GLA 66) und Kopialbücher (GLA 67) verteilt wurden. Erst als die Domänenverwaltung Pforzheim in den 1880er Jahren ihrerseits das Generallandesarchiv mit gemmingenschen Archivalien belieferte, blieben diese beisammen, allerdings ununterschieden von regulären Domänenakten (GLA 410). Eine Provenienzanalyse im Jahr 2002 legte diesen letzteren Überlieferungsstrang frei und wies damit auch den Weg zu den früher eingegangenen Archivalien (vgl. allgemein GLA 391/43692 mit dem Gesamtverzeichnis des Archivs von 1840 und Abgabelisten, Bandrepertorium GLA 410 und GLA 450/525 mit weiteren Verzeichnissen). Ein Restbestand des freiherrlichen Archivs, bezogen vor allem auf Familienangelegenheiten im engeren Sinn, verblieb in Mühlhausen und wurde nach Unterbessenbach am Main mitgenommen, als die Familie das dortige Schloß in den 1840er Jahren erwarb. Als 1993 die Übersicht über die "Archive der Kraichgauer Ritterschaft" erschien, war den Bearbeitern allein dieser Archivteil bekannt; das eigentliche Herrschaftsarchiv galt als verschollen (vgl. Konrad Krimm/Kurt Andermann, a.a.O. S. 42). Fast zeitgleich mit der "Wiederentdeckung" des Karlsruher Archivteils vereinbarte der Eigentümer des Archivs in Unterbessenbach die Hinterlegung der Steinegger Archivalien im Generallandesarchiv. Dem Vertrag entsprechend fertigte der Unterzeichnete bei der Übernahme in Schloß Unterbessenbach die vorliegende Liste. Vorhandene Aktentitel wurden nach Möglichkeit übernommen. Die endgültige Ordnung und die Inventarisierung stehen noch aus, ein künftiges Gesamtverzeichnis des privaten und des staatlichen Teils würde dem Archiv von Gemmingen-Steinegg wieder sein "Gesicht" geben. In Unterbessenbach verblieben Archivalien aus der Zeit nach 1840; sie beziehen sich meist auf die Bewirtschaftung des dortigen Schlossguts. Im Generallandesarchiv hinterlegt wurden jedoch auch einige jüngere Notizen, Genealogien und Fotos zur Familiengeschichte vor 1839 und zum Steinegger Besitz. Darunter sind vor allem Nachzeichnungen der Tiefenbronner Grabmale zu nennen, die deren Zustand im 19. Jahrhundert dokumentieren. Die Hinterlegung umfasst 3 lfd.m Schriftgut (darunter 20 Pergamenturkunden) in 19 Archivbehältern und 3 Planmappen. Karlsruhe, im Mai 2002 / März 2003 Konrad Krimm
Konversion: Das vorliegende Online-Findmittel ist ein Ergebnis des Projektes "Konversion von Findmittel-Altdaten" des Generallandesarchivs Karlsruhe, das in den Jahren 2006-2008 von Herrn Guido Fögler durchgeführt wurde. Die Betreuung des Projektes lag bei Alexander Hoffmann und Hartmut Obst. Karlsruhe, im März 2010 Alexander Hoffmann
Die Verbindung des Kraichgauer niederadeligen Geschlechts von Gemmingen mit der Burg Steinegg geht auf Dieter V. und dessen gleichnamigen Sohn aus der Linie der Hagenschieß-Gemmingen zurück. Der 1404 von König Ruprecht von der Pfalz zum Schlichter in einer Auseinandersetzung zwischen Baden und Württemberg bestellte Dieter V. ist 1407 erstmals als Teilhaber an der Burg Steinegg bezeugt. Seinem Sohn gelang es, mit dem Erbe seiner Mutter, Anna von Selbach, die Güter Tiefenbronn, Steinegg, Heimsheim und Mühlhausen zu erwerben. Die Verwurzelung dieses Familienzweiges in Steinegg wurde durch Heirat und Erbgang gefördert. Dieter VI. machte in badischen Hofdiensten Karriere, wird 1464 erstmals als badischer Hofmeister genannt und führte in schwierigen Zeiten badische Gesandtschaften an.
Bei diesem Bestand handelt es sich lediglich um ein vor allem auf Familienangelegenheiten bezogenes Restarchiv, das am derzeitigen Sitz dieses Familienzweiges verblieben war. Es wurde 2002 von Albrecht Frh. von Gemmingen, Unterbessenbach, im Generallandesarchiv hinterlegt. Der größte Teil des eigentlichen Herrschaftsarchivs der Freiherren von Gemmingen-Steinegg ging 1839 mit dem Verkauf der Grundherrschaft Steinegg an den badischen Staat über. Zahlreiche Archivalien gelangten im Laufe des 19. Jh. über die Domänenverwaltung an das Generallandesarchiv. Dort sind sie bis heute in den Selekten der Urkunden Baden-Durlach (GLA 38) und des Lehen- und Adelsarchivs (GLA 44), in den Protokoll-, Lager- und Kopialbuchbeständen (GLA 61, 66, 67), im großen Ortspertinenzenbestand 229 sowie in den Domänenakten (GLA 410) verborgen. Eine virtuelle Rekonstruktion des Gesamtarchivs wäre wünschenswert.
Inhalt und Bewertung
Urkunden: Lehen- und Allodialgüter, Erbschaften v.a. in: Steinegg, Tiefenbronn, Wiernsheim.- Lager- und Kopialbuch
Akten: Familiengeschichte, Personaldokumente, Erbschaften, Schulden.- Verwaltung der Stammgüter Steinegg und Mühlhausen.- Epitaphien in der Kirche von Tiefenbronn
Vorbemerkung: Mit dem Verkauf der Grundherrschaft Steinegg an den badischen Staat 1839/1840 ging auch das Herrschaftsarchiv der Freiherren von Gemmingen-Steinegg an den neuen Eigentümer über. Damit begann eine "Wanderzeit" der Archivalien: Die Domänendirektion gab schon 1840 eine Reihe von Lehensurkunden an das Generallandesarchiv, Akten an das Forstamt Pforzheim ab, umgekehrt lieferte die Forstkasse Pforzheim 1842 gemmingensche Akten über den Hagenschieß an die Domänendirektion. Die Direktion, die auch später Archivalien an das Generallandesarchiv ausfolgte, forderte zeitweise auch Archivalien von dort zurück, um sie an Eduard von Gemmingen weiterzuleiten. Die Rekonstruktion der Ablieferungen im Ganzen wird heute dadurch erschwert, dass die Archivalien nach der damaligen Gewohnheit des Generallandesarchivs auf den großen Ortspertinenzbestand GLA 229 (also unter die Orte Lehningen, Mühlhausen, Steinegg, Tiefenbronn und wohl auch andere wie Hamberg, Hohenwart, Neuhausen, Schellbronn) und auf die Selekte der Urkunden Baden-Durlach (GLA 38) und des Lehen- und Adelsarchivs (GLA 44), der Protokolle (GLA 61), Lager- (GLA 66) und Kopialbücher (GLA 67) verteilt wurden. Erst als die Domänenverwaltung Pforzheim in den 1880er Jahren ihrerseits das Generallandesarchiv mit gemmingenschen Archivalien belieferte, blieben diese beisammen, allerdings ununterschieden von regulären Domänenakten (GLA 410). Eine Provenienzanalyse im Jahr 2002 legte diesen letzteren Überlieferungsstrang frei und wies damit auch den Weg zu den früher eingegangenen Archivalien (vgl. allgemein GLA 391/43692 mit dem Gesamtverzeichnis des Archivs von 1840 und Abgabelisten, Bandrepertorium GLA 410 und GLA 450/525 mit weiteren Verzeichnissen). Ein Restbestand des freiherrlichen Archivs, bezogen vor allem auf Familienangelegenheiten im engeren Sinn, verblieb in Mühlhausen und wurde nach Unterbessenbach am Main mitgenommen, als die Familie das dortige Schloß in den 1840er Jahren erwarb. Als 1993 die Übersicht über die "Archive der Kraichgauer Ritterschaft" erschien, war den Bearbeitern allein dieser Archivteil bekannt; das eigentliche Herrschaftsarchiv galt als verschollen (vgl. Konrad Krimm/Kurt Andermann, a.a.O. S. 42). Fast zeitgleich mit der "Wiederentdeckung" des Karlsruher Archivteils vereinbarte der Eigentümer des Archivs in Unterbessenbach die Hinterlegung der Steinegger Archivalien im Generallandesarchiv. Dem Vertrag entsprechend fertigte der Unterzeichnete bei der Übernahme in Schloß Unterbessenbach die vorliegende Liste. Vorhandene Aktentitel wurden nach Möglichkeit übernommen. Die endgültige Ordnung und die Inventarisierung stehen noch aus, ein künftiges Gesamtverzeichnis des privaten und des staatlichen Teils würde dem Archiv von Gemmingen-Steinegg wieder sein "Gesicht" geben. In Unterbessenbach verblieben Archivalien aus der Zeit nach 1840; sie beziehen sich meist auf die Bewirtschaftung des dortigen Schlossguts. Im Generallandesarchiv hinterlegt wurden jedoch auch einige jüngere Notizen, Genealogien und Fotos zur Familiengeschichte vor 1839 und zum Steinegger Besitz. Darunter sind vor allem Nachzeichnungen der Tiefenbronner Grabmale zu nennen, die deren Zustand im 19. Jahrhundert dokumentieren. Die Hinterlegung umfasst 3 lfd.m Schriftgut (darunter 20 Pergamenturkunden) in 19 Archivbehältern und 3 Planmappen. Karlsruhe, im Mai 2002 / März 2003 Konrad Krimm
Konversion: Das vorliegende Online-Findmittel ist ein Ergebnis des Projektes "Konversion von Findmittel-Altdaten" des Generallandesarchivs Karlsruhe, das in den Jahren 2006-2008 von Herrn Guido Fögler durchgeführt wurde. Die Betreuung des Projektes lag bei Alexander Hoffmann und Hartmut Obst. Karlsruhe, im März 2010 Alexander Hoffmann
94 Nummern (68 Akten; 20 Urkunden, Nr. 3-21, 64, 65, 82; 2 Schachteln Bilder, 92-93; 1 Schachtel Glasplatten, Nr. 91)
Bestand
Weitere Archivalien siehe: Ältere Bestände Urkunden Größere Territorien Baden-Durlach.- Ältere Bestände Urkunden Lehen- und Adelsarchiv.- Ältere Bestände Amtsbücher Protokolle, Beraine, Kopialbücher.- Ältere Bestände Akten Spezialakten der kleineren Ämter und Orte.- Neuere Bestände Finanzministerium Domänen und Liegenschaften 410 (Domänenamt Pforzheim).
Literatur: Konrad Krimm, Gemeinschaftsstiftungen der Markgrafen von Baden und der Grafen von Württemberg im Spätmittelalter, in: Das Land am mittleren Neckar zwischen Baden und Württemberg, hg. von Hansmartin Schwarzmaier und Peter Rückert (=Oberrheinische Studien 24, Ostfildern 2005) S.231-246, hier S. 239f.- Ders., Von Gemmingen Steinegg, in: Archive der Kraichgauer Ritterschaft, bearb. von Konrad Krimm, Kurt Andermann u.a., Karlsruhe 1993, S. 42
Literatur: Konrad Krimm, Gemeinschaftsstiftungen der Markgrafen von Baden und der Grafen von Württemberg im Spätmittelalter, in: Das Land am mittleren Neckar zwischen Baden und Württemberg, hg. von Hansmartin Schwarzmaier und Peter Rückert (=Oberrheinische Studien 24, Ostfildern 2005) S.231-246, hier S. 239f.- Ders., Von Gemmingen Steinegg, in: Archive der Kraichgauer Ritterschaft, bearb. von Konrad Krimm, Kurt Andermann u.a., Karlsruhe 1993, S. 42
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:03 MESZ