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Kreisarchiv Viersen (Archivtektonik) >> N Nachlässe und Privatsammlungen
Vorwort Erwerb der Sammlung Dass die im folgenden Findbuch verzeichnete Sammlung Nettesheim/Henrichs Bestand des Kreisarchivs Viersen geworden ist, hängt mit dem von dem Hülser Heimatforscher Richard Verhuven spätestens im Jahre 1952 initiierten Kontakt zum Landkreis Kempen-Krefeld (bis 1974 Vorgänger des Kreises Viersen) zusammen1 . Sie ist ein Teil des Nachlasses von Verhuven (1887 - 1956), den der Landkreis am 29. März 1956 übernommen hat2 . Bestand und Überlieferung Die Sammlung besteht hauptsächlich aus drei Teilen:a)Zeitgenössische bzw. versetzt zeitgenössische (kopierte) Urkunden und Akten;b)Abschriften, Aufzeichnungen und Notizen von Friedrich Nettesheim;c)Desgl. von Leopold Henrichs. Dazu kommen einige Stücke der Korrespondenz von Nettesheim bzw. Henrichs.Friedrich Nettesheim wurde am 11. Oktober 1818 in Nieukerk als Sohn eines Kaufmanns und beigeordneten Bürgermeisters geboren. Er erhielt bei einem Hauslehrer Unterricht in den Fächern Latein, Französisch, Mathematik und Geschichte. Nach einer 1835 begonnenen Lehre in einer Textilfirma in Geldern gründete er dort mit seinem Bruder ein eigenes Textilgeschäft und betätigte sich darin als Reisender. Dieses erlernte Gewerbe brachte ihn nach Nord- und Süddeutschland, an die Grenzen von Österreich und Rußland, vor allem aber in die Niederlande, nach Belgien und nach Frankreich, wo er Archive und Bibliotheken nach Belegen zur Geschichte Gelderns überprüfte. Dabei entstanden Verbindungen und Freundschaften zu gleichgesinnten, gelehrten und zum Teil sehr bedeutenden Männern, z.B. mit Professor Dr. Johannes Janssen (Frankfurt), einem Fachmann für die Geschichte des Niederrheins und der Niederlande im 16. Jahrhundert. 1851 gründete er zusammen mit dem Wachtendonker Pfarrer Dr. Joseph Hubert Mooren, dem Geometer Michael Buyx und dem Wankumer Gutsbesitzer C. von Ruys den Historischen Verein für Geldern und Umgegend. Für seine Forschungen zur Geschichte von Stadt und Land Geldern war damit eine wirksame und hilfreiche Institution geschaffen: Der Verein erleichterte ihm den Zugang zu den Quellenwerken und sicherte die Druckkosten für die Publikationen, für die er forschte. Drei größere Werke sind besonders zu erwähnen:1. Geschichte der Stadt und des Amtes Geldern, Bd. 1: Äußere Geschichte von der ältesten bis auf die neueste Zeit, Krefeld 1863 (Nachdruck Kevelaer 1963),2. Chronik der Stadt Roermond von 1562 - 1638, ndl. in: Publications de la Societe Historique et Archeologique dans le Duche de Limbourg, Bd. 7 Roermond 1870, S. 429-516,3. Geschichte der Schulen im alten Herzogtum Geldern und in den benachbarten Landesteilen, Düsseldorf 1881.Drei weitere Arbeiten sind in der Bibliographie des Kreises Viersen angezeigt3 . Gleichzeitig sichtete und ordnete er noch zahlreiche Archivbestände, so die von Schloß Haag und der Stadt Geldern; dabei fertigte er - wie auch in diesem Bestand enthalten - sehr oft mit schönster Schrift Abschriften von Urkunden an, soweit er sich nicht auf Regesten beschränkte. Auch seine Siegelsammlung, die sich im Kreisarchiv Kleve befindet, hat jedenfalls einen Hinweis verdient. Als Nettesheim am 22. Dezember 1881 starb, ohne daß der geplante 2. Band der Geschichte der Stadt und des Amtes Geldern fertig geworden war, gab es kaum Zuversicht auf Vollendung von anderer Hand4.Leopold Henrichs wurde am 11. Februar 1839 zu Bislich in der Bauernschaft Vissel als Sohn des Gutsbesitzers Johann Henrichs geboren. Er besuchte das Gymnasium in Wesel, studierte in Münster katholische Theologie und wurde dort am 19. Januar 1867 zum Priester geweiht. Nach kurzfristigem Amt in Herten wurde er 1868 zum Kaplan in Wachtendonk bestellt. Dort ermunterte ihn der gen. Pfarrer Mooren5 , sich mit dem Heimat- und Geschichtsstudium zu befassen; das war gut möglich, weil Henrichs sich mit zwei weiteren Kaplänen den Kirchendienst teilen konnte. Als Henrichs 1885 eine Kaplanstelle in Nieukerk antrat, hatte er sich als Geschichtsforscher bereits einen Namen gemacht und obendrein eine renommierte Zeitschrift ins Leben gerufen, zunächst betitelt als „Der Niederrhein, Wochenblatt für niederrheinische Geschichte“ (1878), danach als „Niederrheinischer Geschichtsfreund“ (1879 - 1884); in beiden war Henrichs als Redakteur verantwortlich tätig - und hatte immer auch um ihre Existenz zu ringen, bis eine Krankheit ihn zwang, aufzugeben; damit war das Schicksal des „Geschichtsfreundes“ besiegelt, für den er eine Vielzahl an Beiträgen geliefert hatte, darunter an die 20 zur Geschichte von Wachtendonk6 . Am 5. Juni 1891 wurde Henrichs Pfarrer in der als Staatspatronat gehaltenen Kirchengemeinde von Dornick, die nur 300 Mitglieder hatte und ihm ermöglichte, „sich mit Ruhe und Muße seinengeschichtlichen Arbeiten zu widmen"7. Am 18. Juni 1893 ernannte ihn der Historische Verein für Geldern und Umgegend zum Ehrenmitglied8 . Im Januar 1917 ist Pfarrer Henrichs die Ehrendoktorwürde der kath.-theologischen Fakultät der Universität Münster verliehen worden9.Als er am 15. Februar 1920 nach längerer Krankheit10 in Domick starb11, hinterließ er außer seinen gedruckten Schriften (Bücher, Aufsätze, Abhandlungen, Berichte, Vorträge) umfangreiches Schriftgut in Form von Notizen, Abschriften, Belegen und Korrespondenzen, und zusätzlich eine Bibliothek12.Nur wenige Tage später bemühte sich zuerst der Stadtrentmeister a.D. und Bibliothekar des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend, Johann (Jean) Real, für den Nachlaß von Leopold Henrichs in seinem Sinne geordnete Verhältnisse zu schaffen. Er wandte sich ab dem 18. Februar 1920 im lfd. Jahr mehrfach mit Bitten, Anfragen und Mitteilungen an Richard Verhuven.Am 27. April bat er, eine Kiste mit in Domick ausgesuchten Sachen an ihn abzuschicken; am 30. Mai teilte er mit, die Bibliothek von Henrichs sei mit 2.000 Mark bewertet, und für Wachtendonk sei eine größere Partie Schriftgut zusammen gestellt. Am 16. Juni berichtete er, Pfarrer Hugo Fugmann in Vrasselt (bei Emmerich) habe ihn angewiesen, die Bibliothek zum Verkauf bereit zu stellen: Und dies ohne Rücksicht auf Verwandte des Erblassers.Folgerichtig gelangte so der Buchbestand in das Eigentum der Adelgundis- Pfarre in Emmerich13.Bezüglich der übrigen Papiere und Archivalien aus dem Besitz von Leopold Henrichs teilte Real am 29. Juli Verhuven mit, er wolle „weiteres nach Straelen bringen“ und die erwähnte Kiste wieder auspacken und dabei die einzelnen Bogen nach Orten sortieren; zugleich bat er darum, „den Stoß Urkunden usw. über Wachtendonk mal mitzunehmen“14. Am 30. November 192115 informierte er Verhuven über die Anzeige des Staatsarchivs in Düsseldorf an ihn, die Urkunden zu Kleve und zu Geldern aus Dornick sollten nach einer Zusage von Pfarrer Henrichs aus dem Jahre 1918 dort [im Staatsarchiv] hinterlegt werden. Er habe dem Staatsarchiv geantwortet, seine Frau, die Tochter des Geschichtsforschers Friedrich Nettesheim, habe den Nachlaß ihres Vaters bereits 1882 dem Kaplan Henrichs zur Benutzung übergeben. Henrichs habe ihm und dem Kunstmaler H. Brey16 in Geldern verschiedentlich gesagt, daß die Sachen über das Gelderland auch wieder nach Geldern zurückkämen.Das habe den Testamentsvollstrecker veranlaßt, entsprechend zu handeln. Frau Real, geb. Nettesheim bemerke zusätzlich, an Henrichs sei 1882 bedeutend mehr ausgehändigt als jetzt zurückgegeben.Die hauptsächlich in Dornick verwahrten Aufzeichnungen enthielten viel über Geldern und Straelen, über andere Orte wenig. Zum 2. Band der Geschichte Wachtendonks habe er dem Staatsarchiv berichtet, die größtenteils von Pfarrer Henrichs dazu zusammengetragenen Unterlagen seien aus seiner [Verhuvens] Obhut an den Sonsbecker Lehrer Jansen zur Bearbeitung übergeben worden; dazu werde es aber wohl nicht kommen. Dem Wachtendonker Bürgermeister habe er diesbezüglich geraten, sich an ihn [Verhuven] zu wenden17. Die Straelener Sachen seien von zwei angehenden Studienräten aus Straelen übernommen worden.Weitere, Aldekerk, Nieukerk, Kevelaer und Walbeck angehende Stücke habe er - mit Anmerkungen versehen - auf die genannten Orte verteilt. In Kevelaer habe “Dr. Marx etwas mit Aufzeichnungen von mir für seine Dissertation erhalten“. Was über Emmerich und Umgegend in Dornick gewesen sei, sei nach Emmerich zurückgeschickt worden18 .Diese Angaben bestätigte Verhuven in einem Brief vom 18. Februar 1927 an einen Max v. Dücker, der sich als Familienforscher an ihn gewandt hatte, folgendermaßen: „Von den handschriftl. Akten unseres verstorbenen Onkels habe ich nur die auf Wachtendonk bezüglich Archivalien bekommen. Auf den Hauptteil macht Herr Real in Geldern ... Anspruch mit der Begründung, daß diese Akten aus dem Nachlaß seines ... Schwiegervaters herstammten. Dem Herrn Real ist s. Zt. das gesammte Material zugestellt worden und hat derselbe mir die für mich über Wachtendonk in Betracht kommenden Teile ausgesucht. Es kann also ... sein, daß sich bei den Archivalien des Herrn Real noch Teile befinden, die für Sie von Wert sind19.“Am 31. März 1932 antwortete Verhuven auf eine weitere Anfrage von Dücker u.a.: „Der handschriftliche und urkundliche Nachlass unseres Onkels Dr. Henrichs, der aus eigenen Sammlungen, dem Nachlass Nettesheim und Teilstücken aus dem Nachlasse Mooren bestand, ist zwischen Herrn Real in Geldern ... und mir geteilt worden. Wir haben damals die ganzen Akten von Dornick nach Geldern geschickt ... Ich habe ... die Wachtendonker Sachen, sowie Teilmaterial über die Vogtei Gelderland bekommen. Es kann ... sein, dass verschiedene Wachtendonker Sachen noch in Geldern geblieben sind. Inzwischen ist Herr Real vor zwei Jahren gestorben. Seine Frau hat den gesamten urkundlichen und handschriftlichen Nachlass veräussert. Die Urkunden, Archivalien usw. hat damals das Staatsarchiv in Düsseldorf aufgekauft, während ich die aus Handschriften bestehenden, hauptsächlich von Nettesheim herrührenden, Sammlungen erworben habe“20. Dies bestätigte Verhuven auch gegenüber der Archivberatungsstelle der Rheinprovinz (Dr. Kisky) in Düsseldorf mit Schreiben vom 5. April 193421 Zuletzt hat Verhuven am 28. April 1949 dem Staatsarchiv in Düsseldorf über die Aufteilung des Nachlasses von Leopold Henrichs im Zusammenhang mit einer Anfrage zum Verbleib von Archivalien über Emmerich berichtet22. Zusammenfassende Hinweise zum Nachlaß von Leopold Henrichs gibt Gregor Hövelmann in seiner Vorbemerkung zur 2. Auflage von Henrichs' Geschichte der Stadt und des Amtes Wachtendonk23 .Vergleicht man die Sammlung Nettesheim/Henrichs mit der im Kreisarchiv Viersen vorhandenen Sammlung Verhuven, sind Übereinstimmungen in Bezug auf Herkunft und Inhalt augenfällig. In der Sammlung Verhuven befinden sich drei Akten, für die „Provenienz Nettesheim“ angegeben ist, und 30 Akten, die mit „Provenienz Henrichs“ gekennzeichnet sind. Während zwei der erstgenannten Nettesheim selbst angehen, betreffen die von Henrichs herkommenden Akten ausschließlich profan- bzw. kirchengeschichtliche Ereignisse zwischen Rhein und Maas. Dabei sind häufig Überschneidungen festzustellen, d.h., in bestimmten Akten sind - wie im vorliegenden Bestand vielfach auch - zugleich Schriftstücke von Nettesheim und von Henrichs enthalten, abgesehen von Originalen aus früherer Zeit24. Das eben Gesagte kann als Hinweis darauf gelten, daß beide Sammlungen im Grunde einen Ursprung haben; und trotz mancher Eingriffe und nach Belieben ausgeführter Veränderungen (Zuordnungen) in der Folgezeit wird ersichtlich, daß Leopold Henrichs eine große Anzahl von Schriftstücken aus dem Besitz von Joseph Hubert Mooren und anderen Personen, vor allem aber von Friedrich Nettesheim in Verwahr genommen hat25 . Gliederung und Hinweise Die Sammlung Nettes/Henrichs enthält 867 Konvolute und Einzelstücke; manche davon sind im Laufe der Verzeichnung gebildet worden, um eine Einordnung in übersichtliche Zusammenhänge zu ermöglichen.Die Gliederung des Bestandes erfolgte - so gut es anging - nach seinem Inhalt, der wiederum die Intentionen der eigentlichen Urheber Friedrich Nettesheim und Leopold Henrichs erkennen läßt, die - mit geringfügiger zeitlicher Überschneidung - nacheinander hauptsächlich die Geschichte der Region zwischen Rhein und Maas und besonders des Landes Geldern erforschten. Dabei ist noch einmal anzumerken, daß es sich hier nur um einen Teilbestand handelt26.Gleichwohl sind Forschungsschwerpunkte im genannten Rahmen erkennbar geblieben; so vor allem und bevorzugt die Schriftstücke über Geldern (Nettesheim) und Wachtendonk (Henrichs). Auffällig ist auch die dichte Überlieferung des Erbmarschallamtes, die sich aus in mehreren Mappen eingelegten zeitgenössischen Belegen zusammenfügen ließ. Einen besonderen Wert hat die Sammlung durch die verhältnismäßig große Anzahl von Originalen bzw. zeitversetzten beglaubigten Abschriften. Es spricht gewiß für das Ansehen und die Vertrauenswürdigkeit von Nettesheim und Henrichs, daß ihnen die z.T. recht wertvollen Stücke überlassen wurden.Die Sammlung ist nach Sachbezügen und nach Orten gegliedert. Entscheidend für die Zuordnung eines Vorganges, eines Ereignisses oder einer Maßnahme zu einem Ort war der behandelte Gegenstand, nicht der Verhandlungsort (z.B. ein Hof in Tönisberg, über den in Aldekerk ein Vertrag geschlossen wurde).getauscht und dieser wiederum habe bestätigt, Stücke aus den Nachlässen Dr. Leopold Henrichs, Friedrich Nettesheim und Johann Real erhalten zu haben. Die von Nettesheim angefertigten Schriftstücke sind am Schluß des Aktentitels mit N. gekennzeichnet, die von Henrichs mit H.; auf Ergänzungen, Zusätze und Anmerkungen von anderer Hand ist jeweils hingewiesen.Fremdsprachige Vorlagen sind in der Regel als solche gekennzeichnet und im Aktentitel teilweise übersetzt.Ein Verzeichnis der in den Akten genannten Literatur und ein Abkürzungsverzeichnis folgen anschließend.Der Bestand wurde von Johann Jakob Manten 2002 verzeichnet.---------------------------------------------1Kreisarchiv Viersen, Slg. Verhuven 273 Bl. 265, 6. September 1952, Postkarte der Kreisverwaltung des Landkreises Kempen-Krefeld (unterzeichn.: Deilmann), nach der Verhuven dem Kreis (Direktor Böttges) 70 geschichtliche Werke zum Kauf angeboten hat.2Siehe Vorwort zum Findbuch der Sammlung Verhuven Seite 3. Ein systematischer Vergleich mit der Sammlung Nettesheim/Henrichs hat dafür einige Belege erbracht, z.B. die Nrn. 534, 630, 713 und 715 der Sammlung Verhuven; siehe dazu Walther Föhl, Richard Verhuven, Ein Leben für die Heimat, in: Heimatbuch des Grenzkreises Kempen-Krefeld 8 (1957) S. 31 f.3Bibliographie des Kreises Viersen, bearbeitet von Jürgen Grams und Gerhard Rehm, Viersen 1999 S. 86 (Nr. 1115), S. 94 (Nr. 1246) und S. 187 (Nr. 2890). Im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf befindet sich in den Handschriften der Archive des nichtstaatlichen Bereichs ein Nachlass „Nettesheim“, der wohl von Richard Verhuven erworben wurde (s. a. Anm. 20). 4Zu Nettesheim selbst: Theo Bercker, Friedrich Nettesheim - Ein kurzes Lebensbild, in: F. Nettesheim, Geschichte der Stadt und des Amtes Geldern, Kevelaer 1963 (Nachdruck) Seite 349 f.5Über Joseph Hubert Mooren hat Peter Norrenberg einen ausführlichen Nachruf in den AHVN (Heft 48 - 1889 - S. 1 ff.) veröffentlicht. Von Leopold Henrichs ist in Geldern 1887 eine Druckschrift mit dem Titel „Zur Erinnerung an den ... Herrn Joseph Hubert Mooren, Jubilar = Pfarrer ... Mitglied vieler gelehrten Gesellschaften“ erschienen. Moorens Nachlass ist nach einem Bericht von Richard Verhuven an das Staatsarchiv in Düsseldorf vom 26. Dezember 1921 in den Jahren 1905/1906 in Krefeld verkauft worden (Slg. Verhuven 721 Bd. 2).6Dazu: Gregor Hövelmann, Vorbemerkung zur 2. Auflage von Leopold Henrichs, Geschichte der Stadt und des Landes Wachtendonk (= Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend; 74) Seite 6* (zitiert nach der 3. Auflage, Geldern 1977). Die dazu gehörenden Anmerkungen S. 6* - 10*) verdienen besonders beachtet zu werden.7Richard Verhuven, Dr. Leopold Henrichs, Jubilarpriester und Pfarrer in Dornick. Eine Erinnerung. Hüls-Krefeld 1924, S. 10.8Kreisarchiv Viersen, Sammlung Verhuven Nr. 620 (= Ehrenurkunde).9Telephonische Mitteilung der Fakultät (Frau Hasenberg) am 18. Januar 2000.10Siehe dazu Brief von A. Kessels aus Dornick vom 29. Januar 1920 an Richard Verhuven - mit Bemerkungen über Emmi Henrichs, die Nichte des Pfarrers (Slg. Verhuven Nr. 273, Bl. 26 und 27).11Siehe Todesanzeige (= Nr. 758) und Mitteilung von Johann Real an Richard Verhuven vom 18. Februar 1920 (Slg. Verhuven Nr. 720 Bl. 42).12Die Bibliographie des Kreises Viersen bearbeitet von Jürgen Grams und Gerhard Rehm, Viersen 1999 (= Schriftenreihe des Kreises Viersen; 44) enthält 34 Arbeiten; Richard Verhuven hat 1924 in seiner Erinnerung an Leopold Henrichs 24 „Werke und Schriften“ aufgelistet, die sich um weitere aus den AHVN und aus dem Findbuch zur Sgl. Verhuven (S.12 Nr. 87 und Nr. 88) ergänzen lassen.13Siehe Slg. Verhuven Nr. 720 und Walther Föhl, Richard Verhuven - Ein Leben für die Heimat, in: HBV, 8. Folge (1957) S. 32. Auf die Bibliothek, oder wenigstens einen guten Teil davon, hatte sich Verhuven, als Neffe des Erblassers, berechtigte Hoffnung gemacht: s. Slg. Verhuven Nr. 715 Bl. 4-6. Die Vergabe des Nachlasses Leopold Henrichs aus seiner Sicht hat Verhuven eingehend in einem Brief an das Staatsarchiv in Düsseldorf vom 26. Dezember 1921 dargestellt. Darin ist u.a. von einem neuen Testament die Rede, das bezüglich der Archivalien und Bücher anders bestimmte, und von einer alten wertvollen Chronik aus dem Besitz von J.H. Mooren, die Henrichs dem Staatsarchiv geschenkt habe (Slg. Verhuven Nr. 721 Bl. 2 - 3).14Slg. Verhuven 720 Bl. 46.15Slg. Verhuven 720 Bl. 65.16Brey war mit Henrichs verwandt und hat das Ölgemälde von ihm angefertigt, das als Frontispiz in Verhuvens „Erinnerung an Dr. Leopold Henrichs“ abgebildet ist.17Eine Kopie des Briefes vom 14. November 1921 an den Bürgermeister in Wachtendonk hat mir Herr Josef Jennen aus Wachtendonk überlassen (der Brief enthält u.a. Angaben über den gen. Lehrer Jansen, und zu Richard Verhuven die Bestätigung der Heirat mit der Nichte von Pfarrer Henrichs „diesen Sommer“).Ende 1925 verlangte die Stadt Wachtendonk immer noch Schriftgut aus dem Besitz von Leopold Henrichs als ihr gehörig zurück. Auf ein entsprechendes Ersuchen des Bürgermeisters antwortete Richard Verhuven am 1. Dezember 1925: „Antwortlich Ihrer Mitteilung vom 1. November a.c. bemerke ich ergebenst, daß die von unserem verstorbenen Onkel Pfarrer Dr. L. Henrichs herrührenden Akten über Wachtendonk nicht dem dortigen Gemeindearchiv entliehen wurden, sondern unbestrittenes Eigentum unseres Onkels waren. Dieselben stammen von der damaligen sogen. „Hoff1, der zu dem Hause Wachtendonk gehört hat. Wie Sie aus dem Vorwort seiner Geschichte der Stadt und des Landes Wachtendonk ersehen können, war dieser Söller früher „jung und alt zugänglich“. Wie mir Onkel selbst erzählt hat, bekümmerte sich damals kein Mensch in W. um diese Papiere. Als es ihm gelang, den Rest zu erwerben, war der größte Teil derselben leider schon verschwunden und verbrannt. Solange ich lebe, werde ich die Akten selbst benutzen und aufbewahren. Sofern ich keine besondere Bestimmungen über dieselben treffen werde, sollen sie später an das Staatsarchiv in Düsseldorf übergehen.“ (Slg. Verhuven Nr. 721 Bl. 27, in Wachtendonk eingegangen am 14. Dezember, ausweislich vorliegender Kopie).Am 29. September 1932 bedankte sich Dr. Bernhard Vollmer vom Staatsarchiv in Düsseldorf für ein entsprechendes Angebot Verhuvens, teilte aber gleichzeitig mit, er habe bei dem Bürgermeister von Wachtendonk bezüglich der Rückführung der wichtigen Quellen zum dortigen Stadtarchiv einen Antrag zur Finanzierung gestellt. Schließlich schrieb er: „Ich hoffe, Sie nehmen bei Ihren Entschädigungswünschen auf die heutige Finanzlage der Gemeinden und auf den Umstand, dass die Stücke dem Stadtarchiv entstammen, freundliche Rücksicht.“ (Slg. Verhuven Nr. 714 Bl. 4).18Damit bestätigt Real, daß sich noch im Jahre 1920 u.a. Schriftgut, das nach Emmerich gehörte, im Nachlass von Henrichs befand, das dieser wohl schon vor 1904 für seine Publikation über Emmerich und Umgebung in Verwahr genommen hatte.19Slg. Verhuven Nr. 253 Bl. 15 f.20Slg. Verhuven 253 Bl. 18. Dazu fragte von Dücker noch am 16. Januar 1940 bei Verhuven an, ob er die „in Ihrem Besitz verbleibenen Archivalien Ihres Onkels Pf. Henrichs“ kaufen könne (Slg. Verhuven 253 Bl. 20). Ob und ggf. wie Verhuven darauf geantwortet hat, ist nicht ersichtlich.Auf einer Postkarte vom 6. März 1930 hatte Johann Real Verhuven wissen lassen, „daß wenn nicht bis vor Ostern eine Wahl in den betreffenden Sachen getroffen ist, ich alles was noch hier ist, einem Antiquariat anstellen werde; ... bei meinem Streben zu sorgen, daß die Sachen hier in der Gegend bleiben, finde ich leider wenig Unterstützung; 2 Jahre bin ich schon damit am wirtschaften. Kömmt es schließlich dazu, daß sie nach Köln und Aachen und damit in alle Welt gehen, so ist es meine Schuld nicht.“ (Slg. Verhuven 720 Bl. 69; vgl. dazu den Bericht Verhuvens vom 26. Dezember 1921 an das Staatsarchiv in Düsseldorf, in dem er u.a. seine Unzufriedenheit mit der Behandlung des Nachlasses von Leopold Henrichs schildert. Slg. Verhuven 721 Bl. 2 u. 3).21Slg. Verhuven 715 Bl. 10.22Slg. Verhuven Nr. 714 Bl. 14. Verhuven vermutet, daß die Bibliothek und die Archivalien zu Emmerich, die zur dortigen St. Adelgundis-Pfarre gegeben worden seien, wahrscheinlich bei der Bombardierung 1945 verloren gingen.23Leopold Henrichs, Geschichte der Stadt und des Landes Wachtendonk, Kevelaer 19732, S. 8*.24Als Beispiel sei genannt die Akte „Material zur Geschichte Gelderns“. Sie enthält u.a. Aufzeichnungen von Nettesheim und zugleich Notizen und Belege von anderer Hand, z.B. von Henrichs mit chronologischen Angaben für die Jahre 1635 - 1678 und Abschriften von fremden Abhandlungen. Außerdem Originale des 16. und 17. Jahrhunderts (Slg. Verhuven Nr. 534).25Hier sei auf das Vorwort zum Findbuch der Sammlung Verhuven (Seite 1) hingewiesen, in dem es heißt, Verhuven habe mit dem Krefelder [Notar] Dr. Walther Bremen Archivaliengetauscht und dieser wiederum habe bestätigt, Stücke aus den Nachlässen Dr. Leopold Henrichs, Friedrich Nettesheim und Johann Real erhalten zu haben.26Es ist daher zu empfehlen, bei Bedarf die im Kreisarchiv Viersen vorhandenen Sammlungen Dr. Walther Bremen und Verhuven mitzubenutzen. Zu den in Düsseldorf befindlichen Teilen siehe Friedrich Wilhelm Oediger (Bearb.), Archive des nichtstaatlichen Bereichs; Handschriften (= Das Hauptstaatsarchiv Düsseldorf und seine Bestände 5), Siegburg 1972. Abkürzungen AAnnoA D(m)niAnno DominiAHVNAnnalen des Historischen Vereins für den Niederrhein (s. u. Literatur)Bd.BandBgm.BürgermeisterBtm.BistumD’dorfDüsseldorfEbtm.ErzbistumEb.ErzbischofEhzg.ErzherzogErbm.Erbmarschall(amt)Frf.FreifrauFrh.Freiherrfrz.französischgeb.geborene(r)gen.genanntGf.GrafGfn.GräfinH.Henrichs, L.Hist. Ver.Historischer Verein für den Niederrhein ...holl.holländischhs.handschriftlich, handgeschrieben Hzg.Herzoghzgl.herzogliche(r)Hzgn.HerzoginHzt.HerzogtumKf.KurfürstKg.Königkgl.königlich(er)MAMittelalterMr.Magister/MeisterN.Nettesheim, Fr.N., S...Nettesheim, Geschichte der Stadt... Geldern Seiteniederl.niederländischPfr.Pfarrerpreuß.preußischReg.EB.Regesten der Erzbischöfe von Köln (s. Literatur)s.sieheS.Seitesog.sogenannt(er)span.spanischS.R.I.Sacri Romani Imperii / S.R.I. comes = ReichsgrafS.R.S.Socius Regiae Societatis (Mitglied der königlichen Gesellschaft)u.a.1. und andere 2. unter anderemWwe.Witwezeitgen.zeitgenössischXV
Nettesheim, Friedrich
22 Kartons, Urkunden
Bestand
Bianco, Franz Josef v., Die ehemalige Universität und die Gymnasien zu Köln, so wie die an diese Lehranstalten geknüpften Studien-Stiftungen von ihrem Ursprünge bis auf unsere Zeiten, Köln 1850
Bondam, Pieter, Verzameling von onuitgegevene stukken, tot opscheldering der vaderlandsche Historie, Utrecht 1781
Dohms, Peter, Lobberich: Geschichte einer niederrheinischen Gemeinde von den Anfängen bis zur Gegenwart (Schriftenreihe des Kreises Viersen [vormals Kempen-Krefeld] ; 33), Kevelaer 1982
Fahne, Anton v., Die Dynasten, Freiherren und Grafen v. Bocholtz. Bd. 1, 1. Abt., Köln 1863
Fahne, Anton v., Bd. 1/11: Geschichte von 106 rheinisch-westfälischen und niederländischen Geschlechtern, Köln 1859
Ferber, H., Geschichte der Familie Schenk von Nydeggen, Köln und Neuss 1860
Guicciardinus, Ludowicus, Beschryvinghe der gantscher Nederlanden, anderssins ghenoemt Nederduytslandt, overgheset door Cornelium Kilianum, nu vermeerdert door Petrum Montanum, Amsterdam 1612 XI
Keussen, Hermann, Zur Erinnerung an den am 22. Dezember 1881 zu Geldern verstorbenen ... Joseph Friedrich Nettesheim, Geldern [1882]
Knippenberg, J., Historia ecclesiastica ducatus Geldriae, Brüssel 1719
Knippenberg, J, Continuatio historiae ecclesiasticae ducatus Geldriae, Brüssel 1806
Lacomblet, Theodor Josef, Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins, Bde. 1-4, Aalen 1960 (unveränderter Neudruck der Ausgabe 1840 -1858)
Nettesheim, Friedrich, Geschichte der Stadt und des Amtes Geldern, Von den Ursprüngen bis 1863, Kevelaer 1963 (Nachdruck der 1. Auflage Krefeld 1863) - Enthält viele wertvolle Literaturnachweise
Nyhoff, J.A., Gedenkwaardigheden uit de geschiedenis van Gelderland, door onuitgegeven oorkonden opgehelderd en bevestigd, 6 Bde., Arnheim 1830 -1862
Nyhoff, J.A., Bydragen voor vaderlandsche geschiedenis en oudheidkunde, 10 Bde., Arnheim 1837 -1856
Nyhoff, P., Bydragen tot de geschiedenis van het voormalig Hof van Gelderland, Arnheim 1855 Slichtenhorst, Arend van, XIV boeken van de Geldersse geschiedenissen ... Getrocken meerendeels uyt de Latynsse werken van de Heer Io. Isacus Pontanus, Arnheim 1654
Schrahsert, Johann, Beschreibung der Stadt Harderwyk, 1732
Van Hasselt, G., Oorsprong van het Hof van Gelderland, Arnheim 1793
Verhuven, Richard, Dr. Leopold Henrichs, Jubilarpriester und Pfarrer in Domick, ... , Eine Erinnerung, Krefeld-Hüls 1924 (Enthält fast vollständiges Verzeichnis der Veröffentlichungen von L. Henrichs)
Verhuven, Richard, Schloss Haag und seine Besitzer (= Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend Nr. 62), Geldern 1952
Wilmius, Johannes, Chronicon Rerum Kempensium, ins Deutsche übertragen von Felix Rütten, bearbeitet und herausgegeben von Jakob Hermes, Krefeld 1985
Zoepfl, Heinrich, Rechtliches Gutachten die Lehens-Erneuerung des Erbmarschall-Amtes im Herzogtum Geldern betreffend Heidelberg 1876
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.