Streit um das Anrecht auf Herbstbenden an der Erft
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GerKer, 342
GerKer Schöffengericht Kerpen
Schöffengericht Kerpen >> 3 Nachbarrechtssachen, Freveltaten
1729 - 1731
Enthält: Der Kläger beschuldigt den Beklagten, drei Viertel Herbstbenden bei Kerpen, zu beiden Seiten neben Wolters Erben, vorhaupts an Peter Boyenbourg und andererseits an das "dorn buschgen" stoßend, abgemäht zu haben, die eigentlich ihm und seiner Tochter Catharine aus dem Erbe seiner Ehefrau, Margarethe Gaw, Tochter des Johann Gaw und der Anna Christina Roggendorff, aus ihrer ersten Ehe mit Johann Manheim zustünden. Der Sohn aus dieser Ehe, Caspar Manheim, dem sie zusammen mit seinem Onkel Christian Gaw übertragen worden waren, hatte nämlich 1722 in einem Vergleich darauf verzichtet. Der Beklagte begründet seinen Anspruch damit, dass die umstrittenen Wiesengrundstücke bereits 1714 Godfried Dapper von Anna Maria Emets, später Ehefrau des Wilhelm Sprenger, zur Nutzung überlassen worden seien. Er habe ihr dafür einen Kredit von 24 Rtlr gewährt, um ererbte Schulden ihres +Onkels Michael Rasquin zu bezahlen. Im Laufe des Verfahrens werden eine Reihe von Zeugen aus den beteiligten Familien angehört und Dokumente aus früheren Zeiten vorgelegt. Es ergibt sich, dass der Vikar in Kerpen, Rasquin, den Geschwistern Johann, Anna und Johanna Christina Roggendorff Geld geliehen hatte, für die sie ihm seinerseits die 3 Viertel Benden überlassen hatten, und dass ein Teil der Benden unter den Erben geteilt worden waren. Am Ende steht die Aussage der Anna Maria Emets, dass die Benden Dapper nur für 4 Jahre übertragen worden waren und dass auch die Erben Roggendorff ihren Kredit von Rasquin inzwischen abbezahlt hätten. Die Entscheidung des Gerichts ist nicht dokumentiert.
Schriftstücke: 1
Archivale
Binsfeldt - Bastian
Boyenbourg, Peter
Busgen, Philipp
Dapper - Godfried
Dapper - Johann
Emets, Anna Maria, Ehefrau des Wilhelm Sprenger
Gaw - Familie
Gohr, Werner, Vikar in Türnich
Graffen, Everhard
Graß, Mattheis
Jaixen - Gerhard, Knecht
Krafft, Wilhelm
Manheim - Caspar
Manheim - Johann
Rasquin, Michael, Vikar in Kerpen
Rixen, Peter
Roggendorff - Anna Christina
Roggendorff - Familie
Sand - Wilhelm Heinrich
Sand - Maria
Tielen, Christian
Villekas, Matteis
Vogt, Heinrich
Wolff - Johann Heinrich
Wolff - Reiner
Wolter - Erben
dorn buschgen
Erft
Kerpen - Herbstbenden
Grundstücksangelegenheit
Herbstbenden
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
09.01.2026, 11:56 MEZ