Johann Ludwig Cüntzer, Dekan der Kollegiatskirche St. Johann in Mainz, Vikar, Speicher- und Kistenmeister des Domstiftes daselbst, verkauft Christoph Baltasar Hepp, Zollschreiber und Kammerrat zu Höchst sowie dessen Frau Maria Adelheit und ihren Erben den kleinsten Teil seines Hauses in der Bleiche zu Mainz und bestätigt, dass es schuldenfrei ist (s. Bemerkung 1). Der Kaufpreis beträgt 2700 Gulden, ein Gulden gerechnet zu 60 Kreuzern, und ist folgendermaßen zu entrichten: 1000 Gulden durch einen gerichtlichen Kapitalbrief auf das Gut Maximilian Adam Ludwigs (s. Bemerkung 2) in Gau-Bischofsheim ("Gaw Bischheim") und 1700 Gulden als Barzahlung an den Verkäufer. Der Verkäufer bestätigt, dass die Urkunde nach Bezahlung an den Käufer übergeht und weder der Verkäufer selbst noch seine Erben Ansprüche auf das Haus geltend machen können. Ankündigung der eigenhändigen Unterschrift und des Siegels des Dekans.
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Johann Ludwig Cüntzer, Dekan der Kollegiatskirche St. Johann in Mainz, Vikar, Speicher- und Kistenmeister des Domstiftes daselbst, verkauft Christoph Baltasar Hepp, Zollschreiber und Kammerrat zu Höchst sowie dessen Frau Maria Adelheit und ihren Erben den kleinsten Teil seines Hauses in der Bleiche zu Mainz und bestätigt, dass es schuldenfrei ist (s. Bemerkung 1). Der Kaufpreis beträgt 2700 Gulden, ein Gulden gerechnet zu 60 Kreuzern, und ist folgendermaßen zu entrichten: 1000 Gulden durch einen gerichtlichen Kapitalbrief auf das Gut Maximilian Adam Ludwigs (s. Bemerkung 2) in Gau-Bischofsheim ("Gaw Bischheim") und 1700 Gulden als Barzahlung an den Verkäufer. Der Verkäufer bestätigt, dass die Urkunde nach Bezahlung an den Käufer übergeht und weder der Verkäufer selbst noch seine Erben Ansprüche auf das Haus geltend machen können. Ankündigung der eigenhändigen Unterschrift und des Siegels des Dekans.
U / 1684 Februar 12
Urkundenbestand
Urkundenbestand >> Urkunden (ohne Fotos)
12.02.1684
Ausfertigung. Perg. Aufgedrucktes achteckiges Lacksiegel (Siegelring) des Dekans und eigenhändige Unterschrift. Rückvermerk: (gleiche Hand wie Schreiber der Urkunde) "Original brief meines auff der Blaych in Mayntz von herren Cüntzern erkaufften Eckhauses mit einem Mutter Gottes bildt auff dem Marck gegen herren Dhom Dechands Metternich von der Grachts hauß übergelegen".
Urkunden
1) Es handelt sich dabei um das Haus Nr. 27, das Eckhaus am Neubrunnenplatz, das später in Besitz der Universität kam. Vgl. K.A. Schaab: Geschichte der Stadt Mainz. Mainz 1841. I, 559. Die Mainzer Stadtaufnahmen des 16. bis 18. Jh. Hg. v. Heinrich Schrohe. Mainz 1930. II, 167.
2) Maximilian Adam Ludwig, Lektor des kaiserlichen Kammergerichts, verheiratet mit Maria Elisabeth, geb. New, am 5. Febr. 1681. Daher die Bezeichnung "Newsches Gut" in der Urkunde für das Gut in Gau-Bischofsheim.
2) Maximilian Adam Ludwig, Lektor des kaiserlichen Kammergerichts, verheiratet mit Maria Elisabeth, geb. New, am 5. Febr. 1681. Daher die Bezeichnung "Newsches Gut" in der Urkunde für das Gut in Gau-Bischofsheim.
Cüntzer, Johann Ludwig
Heppen, Christoph Baltasar
Heppen, Maria Adelheit
N. N., Maria Elisabeth
N. N., Maximilian Adam Ludwig
Gau-Bischofsheim
Mainz
Mainz
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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