Die Richter des Stifts Aschaffenburg beurkunden: Vor ihnen haben Nikolaus Ernst, gesessen vor der Hege des Dorfes Wenighösbach (Wenegenhostebach), und seine Ehefrau Adelheid an den Dekan Franz [von Amöneburg] und das Kapitel des Stifts Aschaffenburg für deren Präsenz eine Gült von 1 Malter Roggen (korngeldes) Aschaffenburger Maß verkauft. Die Gült ist jedes Jahr zwischen dem 15. August und dem 8. September (zuzschen den zwein vnser Frauwen tagen in der erne) auf Kosten der Verkäufer in Aschaffenburg im Getreidespeicher der Präsenz abzuliefern. Sie haben dafür von den Käufern 16 Pfund Heller Aschaffenburger Währung erhalten. Die Verkäufer haben daher den Präsenzmeister (presencier) des Stifts Hertwig Brune durch den Schultheißen Heinrich Morhart und die Schöffen Heinrich Maser, Konrad (Kunlin) Metzeler, Wirich von Goldbach (Goltpach) und Konrad Loshart in Wenighösbach in den Besitz der Gült setzen lassen. Anwesend waren dabei der Pfarrer von Sailauf (Sylauff) Konrad und andere Leute. Von den Gütern, von denen diese Gült gefällt, werden noch die folgenden Abgaben entrichtet: - 9 Pfennige an die Amtleute der Grafen von Rieneck. - 3 Schilling Heller ohne einen leichten Pfennig, 5 Sester Roggen und 5 Sester Hafer sowie 0,5 Fastnachtshuhn an den Erzbischof von Mainz. - 2,5 Wagen mit Holz an die Erben des verstorbenen Johann Schwab (Swabe). Liste der Güter, von denen die Gült gefällt: - Haus, Hofstatt und Scheune der Verkäufer in Wenighösbach vor der Dorfhege, anstoßend an den Hof des Bruders des Verkäufers Konrad Ernst. - 1 Mannsmahd Wiesen hinter der Scheune bei den Wiesen des Konrad Ernst. - 4 Morgen Acker am Hubrain unterhalb der Äcker des verstorbenen Wigand Zentgraf und des Johannes Zudel, die in den Roten Grund ziehen. - 1,5 Mannsmahd Wiesen genannt die Hubwiesen, anstoßend an die vorgenannten Äcker, an Äcker und Wiesen des Konrad Ernst und an die Eichwiese, die Hermann Guke gehörte. - 7 Morgen Acker zwischen Äckern des Konrad Ernst. Diese wenden mit einem Ende auf Äcker des verstorbenen Wigand Zentgraf, die Zehn Morgen genannt werden. - 3 Morgen Äcker oberhalb von Äckern des Konrad Ernst. Sie wenden auch auf die Zehn Morgen. - 8 Morgen zwischen Äckern des Konrad Ernst. Sie wenden auf der einen Seite an einen Acker des verstorbenen Wigand Zentgraf, der am Haug heißt, und auf der anderen Seite an die vorigen 7 Morgen. - 2 Morgen Acker oben an den 6 Morgen, die Konrad Ernst bewirtschaftet. Sie wenden mit einem Ende auf Äcker des Wigand Doring und mit dem anderen Ende auf die Äcker des Hermann Zodel. - 4 Morgen Acker an der Atzmannserden (Atzemanserden) bei Äckern des Konrad Ernst. Sie wenden auf Äcker des Hermann Gerlinde und auf Äcker der Schönbrot (Schonebrod). - 2 Morgen Acker oberhalb und 2 Morgen Acker unterhalb der 4 Morgen des Konrad Ernst an der Atzmannserden. Sie wenden auf Äcker des Hermann Gerlinde und des verstorbenen Zentgraf. - 3 Morgen Acker am Hetzechinsloche oberhalb der Äcker des Konrad Ernst. Sie liegen oben an Äckern des Wigand Doring und wenden auf der einen Seite auf die von Breunsberg (Bru/o/nsberg) und auf der anderen Seite an Konrad, den Sohn der Gerlinde. - 3 Morgen Acker neben dem Kammerholz oben an dem Budelacker. Sie wenden mit einem Ende auf Konrad Gerlinde und mit dem anderen Ende auf die von Breunsberg. - 4 Morgen Acker gegenüber dem Hof des Zentgraf wo man nach Sattelbach (Sadelbach) geht unterhalb von Äckern des Konrad Ernst. Sie wenden mit einem Ende auf den Zentgraf und mit dem anderen Ende auf Äcker der Schönbrot.