Friedrich [Clem], Markgraf von Dresden, schenkt dem Zisterzienserkloster Altzella (Cella sancte Marie) mit Zustimmung seiner Mutter Elisabeth und seiner Ehefrau Jutta, einer Gräfin von Schwarzburg (Swarzburg), die Dörfer Strehlen (Strowelyn){1} und Praschütz (Praschytz){2} sowie einen Weinberg in Sobrigau (Zobelgor){3} unter der Bedingung, dass das Kloster den Zins aus den beiden Dörfern - ungeachtet ihres eventuellen Niedergangs{4} - zunächst an die Markgräfin Elisabeth, nach deren Tod an die Markgräfin Jutta und nach deren Tod wiederum an den Sitfter zahlt. Nach dessen Ableben kann das Kloster über den Zins unbeschränkt verfügen. Er umfaßt aus Strehlen jährlich fünf Malter Weizen, fünf Malter Roggen (siliginis), fünf Malter Gerste (ordei), fünf Malter Hafer (avene) und 20 Maß Honig, volkssprachlich "sturneten" genannt, wobei die letzteren auf Wunsch des Empfängers mit je einer halben Mark Silber Freiberger Währung abgelöst werden können; aus Praschütz jährlich zwölf Pfund Pfennige (talenta denariorum) Dresdner Währung und 12 Schillinge, ferner 21 Hühner und dreieinhalb Schock (quartam dimidiam ... sexagenam) Eier sowie - nach deren Tod - die Abgaben, die zur Zeit noch der Jutta, Witwe des Heinrich von Schönberg (Schonenberg) aus einer halben Hufe zustehen. Aus dem Weinberg in Sobrigau (Zobelgor) ist die Hälfte des Ertrags fällig, falls sich das Kloster zur Bewirtschaftung entschließt. - Siegel des Ausstellers angekündigt. 1 Heute Dresden-Strehlen. 2 Wüst, in Dresden-Neugruna, zwischen Blasewitz und Tolkewitz. 3 Sobrigau w. Pirna. 4 Praschütz ist in der Tat bereits 1310 als wüst belegt; Hahn/Neef, Dresden, S. 175.