Interview mit Elisabeth Schwab
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 30/008 A140055/101
Nr. 1
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 30/008 Audiovisuelle Medien des Gedenkstättenverbundes Gäu-Neckar-Alb e.V.
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24. Juli 1988
Interview von Andrea Hoffmann, Mitarbeiterin der Geschichtswerkstatt Tübingen e.V., von Ulrike Baumgärtner, Vorsitzende der Geschichtswerkstatt Tübingen e.V., und von Martin Ulmer, Geschäftsführer der Geschichtswerkstatt Tübingen e.V., mit Elisabeth Schwab (geboren 12.02.1915 in Tübingen - gestorben 15.12.1989, geborene Stern), Tochter des Tübinger Kaufmanns Julius Stern (geboren 30.09.1882 - gestorben 22.10.1918) und Flora Julie Stern (geboren 01.12.1890 - gestorben 29.02.1964) in Niedereschach über:
Verhaftung Theodor Dannecker durch die Amerikaner. Gift-Selbstmord von Dannecker. Sein Bruder Karl "schrecklicher Mann". 1931 Umzug nach Tailfingen. Arztpraxis ihres Vaters, der aus Libau/Lettland stammt. Studium in Tübingen. Leben der Juden in Tübingen. Erste Anzeichen von Anfeindungen gegenüber Juden durch die Studentenverbindungen/Burschenschaften. Auszeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg für ihren Vater. 1935 erhielt ihr Vater noch eine Medaille aus dem Ersten Weltkrieg. Einzige jüdische Familie in Tailfingen. Da Arbeiterstadt und sozialdemokratisch: Wenig Anfeindungen. Ihr "arischer" Freund, Mitglied der SA, warnt sie vor der Haftung ihres Vaters. 1934 Fahrt ihres Vaters nach Palästina. Wieder zurück Flucht nach Zürich. Hilfe in Zürich durch einen Freund Berthold (Baruch) Heymann (Politiker, SPD, geboren 25.07.1870 Posen - gestorben 06.09.1939 Zürich). Anfeindungen ihrer Mutter durch die Gestapo. Gedanken an Auswanderung. Umzug nach Frankfurt. Verhör durch die Gestapo. 1936 Emigration in die Schweiz und anschließend nach Palästina. Zwei Brüder ihres Vaters aus Horb am Neckar: Einer totgeschlagen in KZ-Haft, anderer Ermordung im Vernichtungslager. Kontakt mit der jüdischen Verwandtschaft in Horb. Bezug zur Tübinger Viehhändlerfamilie Löwenstein und ihr Schwiegervater. Jüdischer Viehhändler in Villingen. Unterschätzung der Gefahren durch die Nationalsozialisten. Situation ihrer Verwandtschaft im Gefangenenlager Gurs. Heirat in Palästina. Unruhen zwischen Arabern, Briten und Juden „geschossen wurde immer“. Wacheschieben in Palästina.
Jüdisches Leben in Tübingen: Kontakt zu jüdischen Familien in Tübingen. Besuch der Synagoge an jüdischen Feiertagen. Die jüdischen Familien blieben nach Berufen unter sich. Viele assimilierte jüdischen Familien in Tübingen: Kein Interesse an kulturellen Veranstaltungen. Austausch innerhalb der jüdischen Gemeinde über die Gefahren durch die Nazis. Guter Kontakt zu Elfriede Löwenstein (geboren 25.06.1911 in Tübingen, verh. Cohen). Freundschaften mit Nichtjuden in Tailfingen. Nationalistische Umzüge der Studentenverbindungen in den 1920er Jahren. Antisemitische Bemerkungen durch Lehrer im Unterricht. Verhältnis zu Mitschülern. Arbeit bei einem Tuchhandel in Stuttgart. Leben vom Ersparten. Mitnahme eines Dackels nach Palästina.
Verhältnis der deutschen Juden zu den Ostjuden. Gegensatz zwischen orthodoxen und säkularen Juden in Israel, Verhältnis zur jüdischen Religion.
Antisemitismus nach 1933 in Tübingen: Lokalverbote, „das deprimierte war die Verachtung, die einem gezeigt wurde“ alltägliche Erniedrigungen.
Verhaftung Theodor Dannecker durch die Amerikaner. Gift-Selbstmord von Dannecker. Sein Bruder Karl "schrecklicher Mann". 1931 Umzug nach Tailfingen. Arztpraxis ihres Vaters, der aus Libau/Lettland stammt. Studium in Tübingen. Leben der Juden in Tübingen. Erste Anzeichen von Anfeindungen gegenüber Juden durch die Studentenverbindungen/Burschenschaften. Auszeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg für ihren Vater. 1935 erhielt ihr Vater noch eine Medaille aus dem Ersten Weltkrieg. Einzige jüdische Familie in Tailfingen. Da Arbeiterstadt und sozialdemokratisch: Wenig Anfeindungen. Ihr "arischer" Freund, Mitglied der SA, warnt sie vor der Haftung ihres Vaters. 1934 Fahrt ihres Vaters nach Palästina. Wieder zurück Flucht nach Zürich. Hilfe in Zürich durch einen Freund Berthold (Baruch) Heymann (Politiker, SPD, geboren 25.07.1870 Posen - gestorben 06.09.1939 Zürich). Anfeindungen ihrer Mutter durch die Gestapo. Gedanken an Auswanderung. Umzug nach Frankfurt. Verhör durch die Gestapo. 1936 Emigration in die Schweiz und anschließend nach Palästina. Zwei Brüder ihres Vaters aus Horb am Neckar: Einer totgeschlagen in KZ-Haft, anderer Ermordung im Vernichtungslager. Kontakt mit der jüdischen Verwandtschaft in Horb. Bezug zur Tübinger Viehhändlerfamilie Löwenstein und ihr Schwiegervater. Jüdischer Viehhändler in Villingen. Unterschätzung der Gefahren durch die Nationalsozialisten. Situation ihrer Verwandtschaft im Gefangenenlager Gurs. Heirat in Palästina. Unruhen zwischen Arabern, Briten und Juden „geschossen wurde immer“. Wacheschieben in Palästina.
Jüdisches Leben in Tübingen: Kontakt zu jüdischen Familien in Tübingen. Besuch der Synagoge an jüdischen Feiertagen. Die jüdischen Familien blieben nach Berufen unter sich. Viele assimilierte jüdischen Familien in Tübingen: Kein Interesse an kulturellen Veranstaltungen. Austausch innerhalb der jüdischen Gemeinde über die Gefahren durch die Nazis. Guter Kontakt zu Elfriede Löwenstein (geboren 25.06.1911 in Tübingen, verh. Cohen). Freundschaften mit Nichtjuden in Tailfingen. Nationalistische Umzüge der Studentenverbindungen in den 1920er Jahren. Antisemitische Bemerkungen durch Lehrer im Unterricht. Verhältnis zu Mitschülern. Arbeit bei einem Tuchhandel in Stuttgart. Leben vom Ersparten. Mitnahme eines Dackels nach Palästina.
Verhältnis der deutschen Juden zu den Ostjuden. Gegensatz zwischen orthodoxen und säkularen Juden in Israel, Verhältnis zur jüdischen Religion.
Antisemitismus nach 1933 in Tübingen: Lokalverbote, „das deprimierte war die Verachtung, die einem gezeigt wurde“ alltägliche Erniedrigungen.
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Audio-Visuelle Medien
Herkunft: Geschichtswerkstatt Tübingen e.V.
Zur Nutzung der audiovisuellen Unterlagen bitte in Verbindungsetzen mit: Geschichtswerkstatt Tübingen e.V. , info@geschichtswerkstatt-tuebingen.de, Dr. Martin Ulmer, 07071-763555 oder Tel. 0174-3046043
Baumgärtner, Ulrike; Historikerin
Schwab, Elisabeth; 1915-1989
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
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