Mandatum poenali sine clausula Auseinandersetzung um Ackerbestellung
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(1) 0744
Wismar E 46 (W E 2 n. 46)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 05. 1. Kläger E
(1749-1753) 01.09.1753-17.10.1753
Kläger: (2) Claus Evers, Hausmann zu Kirchdorf auf Poel
Beklagter: N N Sager, Verwalter auf Oertzenhof auf Poel sowie Johann Valentin Gustav Henning, Arrhendator des Amtes Poel als Nebenbekl., seit 01.10.1753 der Prokurator Domaniorum
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Joachim Christoph Gabriel Hasse (A & P) Nebenbekl.: Dr. Christoph Erich Hertzberg (P)
Fallbeschreibung: Kl. beschwert sich, daß Bekl. den ihm gehörenden Acker bestellt und damit für den Amtmann Hundt in Besitz nimmt, obwohl der Streit um den Acker am Tribunal rechtshängig ist (Nr. 0743) und erbittet ein Strafmandat von 100 Rtlr an ihn, davon abzulassen. Das Tribunal erläßt am selben Tag ein Mandat cum clausula auf 50 Rtlr. Am 18.09. stellt Nebenbekl. klar, daß nur auf einer ehemals wüsten Hufe, die zum Amt geschlagen worden ist, geackert wurde. Am 20.09. wird Kl. zur Erwiderung aufgefordert, die am 28.09. eingeht und in der Kl. Unwissenheit wegen der wüsten Hufe, auf die er Besitzansprüche erhebt, vorgibt und Nebenbekl. auffordert, ihn und andere Bauern über die Besitzverhältnisse aufzuklären. Das Tribunal informiert Nebenbekl. am selben Tag. Am 01.10. leugnet der Prokurator Domaniorum Übergriffe auf den Acker des Kl.s, bittet, das Mandat aufzuheben und Bekl. die Bestellung des Ackers zu erlauben. Am 02.10. lädt das Tribunal Kl. und dessen Vater zur Klärung des Falles auf den 10.10. vor. Am 08.10. berichtet Kl., er habe seinen Verzicht auf die wüste Hufe bekanntgegeben, am 09.10. regt Nebenbekl. an, diese Besitzveränderung entsprechend einzutragen. Am 15.10. berichtet der Prokurator Domaniorum von Vermessung der wüsten Hufe Everts anhand der Landesaufnahme und Zuschlagung derselben zum Amtsbesitz und bittet darum, Kl. zur Übernahme aller Kosten zu verurteilen. Am 16.10.1753 hebt das Tribunal sein Mandat gegen Sager wieder auf.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1753
Prozessbeilagen: (7) von Notar August Wilhelm Rüdemann aufgenommene Aussage des Kl.s, sowie von Erdmann Steinhagen, Joachim Weier und Michel Roahl von Poel abgegebene Aussagen vom 10.09.1753; Auszug aus Berichten des Assessors Gröning vom 08.03., 13. und 27.09.1749 und 26.09.1750 über die Besitzverhältnisse auf Poel; Kommissionsprotokolle vom 06.12.1749 und 19.01.1751; Bericht der Kommissare Gröning, Both und Graevenitz an Tribunalspräsident von Putbus vom 27.02.1751; Anweisung des Tribunalspräsidenten von Putbus an das Amtsgericht von Poel vom 23.03.1749; Schreiben des Amtsgerichts von Poel an Tribunalspräsident von Putbus vom 08.05.1753; Amtsgerichtsprotokoll vom 05.04.1753
Beklagter: N N Sager, Verwalter auf Oertzenhof auf Poel sowie Johann Valentin Gustav Henning, Arrhendator des Amtes Poel als Nebenbekl., seit 01.10.1753 der Prokurator Domaniorum
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Joachim Christoph Gabriel Hasse (A & P) Nebenbekl.: Dr. Christoph Erich Hertzberg (P)
Fallbeschreibung: Kl. beschwert sich, daß Bekl. den ihm gehörenden Acker bestellt und damit für den Amtmann Hundt in Besitz nimmt, obwohl der Streit um den Acker am Tribunal rechtshängig ist (Nr. 0743) und erbittet ein Strafmandat von 100 Rtlr an ihn, davon abzulassen. Das Tribunal erläßt am selben Tag ein Mandat cum clausula auf 50 Rtlr. Am 18.09. stellt Nebenbekl. klar, daß nur auf einer ehemals wüsten Hufe, die zum Amt geschlagen worden ist, geackert wurde. Am 20.09. wird Kl. zur Erwiderung aufgefordert, die am 28.09. eingeht und in der Kl. Unwissenheit wegen der wüsten Hufe, auf die er Besitzansprüche erhebt, vorgibt und Nebenbekl. auffordert, ihn und andere Bauern über die Besitzverhältnisse aufzuklären. Das Tribunal informiert Nebenbekl. am selben Tag. Am 01.10. leugnet der Prokurator Domaniorum Übergriffe auf den Acker des Kl.s, bittet, das Mandat aufzuheben und Bekl. die Bestellung des Ackers zu erlauben. Am 02.10. lädt das Tribunal Kl. und dessen Vater zur Klärung des Falles auf den 10.10. vor. Am 08.10. berichtet Kl., er habe seinen Verzicht auf die wüste Hufe bekanntgegeben, am 09.10. regt Nebenbekl. an, diese Besitzveränderung entsprechend einzutragen. Am 15.10. berichtet der Prokurator Domaniorum von Vermessung der wüsten Hufe Everts anhand der Landesaufnahme und Zuschlagung derselben zum Amtsbesitz und bittet darum, Kl. zur Übernahme aller Kosten zu verurteilen. Am 16.10.1753 hebt das Tribunal sein Mandat gegen Sager wieder auf.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1753
Prozessbeilagen: (7) von Notar August Wilhelm Rüdemann aufgenommene Aussage des Kl.s, sowie von Erdmann Steinhagen, Joachim Weier und Michel Roahl von Poel abgegebene Aussagen vom 10.09.1753; Auszug aus Berichten des Assessors Gröning vom 08.03., 13. und 27.09.1749 und 26.09.1750 über die Besitzverhältnisse auf Poel; Kommissionsprotokolle vom 06.12.1749 und 19.01.1751; Bericht der Kommissare Gröning, Both und Graevenitz an Tribunalspräsident von Putbus vom 27.02.1751; Anweisung des Tribunalspräsidenten von Putbus an das Amtsgericht von Poel vom 23.03.1749; Schreiben des Amtsgerichts von Poel an Tribunalspräsident von Putbus vom 08.05.1753; Amtsgerichtsprotokoll vom 05.04.1753
Akten
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
29.10.2025, 11:28 AM CET