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G 519 - Evangelisches Pfarramt Spraitbach (Bestand)
Landeskirchliches Archiv Stuttgart (Archivtektonik) >> G - Pfarrarchive >> Orte mit Sp
1831-1986
Einleitung: ===== Ortskirchengeschichte =====
Der Ort Spraitbach wird erstmals am 3. Januar 1296 in einer Urkunde genannt. Damals schenkten Konrad genannt 'Loegglin', Bürger in Gmünd, und seine Frau Adelheid gemeinsam aus freiem Willen und bei guter Gesundheit dem 'honorandus dominus' Propst Heinrich und dem Konvent von Adelberg drei Häuser und andere Güter in Gmünd und eine Sölde in 'Spraippach'.
Die Kirche St. Michael ist im Jahr 1302 erstmals belegt. 1360 verkauften die Rechberger die Widemhöfe und den Kirchensatz in Spraitbach an das Kloster Gotteszell, bei dem dieser bis zur Säkularisierung des Klosters 1803 verblieb. 1420 und 1430 erscheint Spraitbach als Filiale von Zimmerbach, 1425 dagegen als eigene Pfarrei. Die 1489/90 neuerrichtete Michaelskirche ist während des Bauernkrieges 1525 abgebrannt und in den Folgejahren wieder aufgebaut worden. Mit dem Wiederaufbau erfolgte ein Patrozinienwechsel von St. Michael zu St. Blasius (1588 Einweihung), unter dessen Patronat die Kirche bis zum Übergang an die evangelische Kirchengemeinde 1867 stehen wird.
Größter Grundherr am Ort war die katholisch verbliebene Reichsstadt Gmünd, die 1537 in Spraitbach eine Vogtei mit späterem Gerichtssitz errichtete. Spraitbach war in der frühen Neuzeit gmündischer Amtsort und gelangte zusammen mit Gmünd 1802/03 an Württemberg. Der Ort gehörte zum württembergischen Oberamt Gmünd, 1807/1808 aber zum Oberamt Welzheim, ab 1934 zum Landkreis Schwäbisch Gmünd. Die Kreisreform 1973 brachte die Zugehörigkeit zum neuen Ostalbkreis. 1973 wurde Hinterlintal eingemeindet.
Die Geschichte der protestantischen Christen in Spraitbach bis zur Gründung der evangelischen Kirchengemeinde Spraitbach im 19. Jahrhundert ist bestimmt worden von ihrer Lage in der ländlichen Diaspora. Die wenigen württembergischen Untertanen auf den lorchischen und adelbergischen Gütern in Spraitbach waren in der frühen Neuzeit nach Täferrot eingepfarrt gewesen. Die Zuwanderung von Protestanten nach 1800 machte dann den Aufbau einer eigenen evangelischen Kirchengemeinde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts notwendig. Aus dem bisherigen Parochialverband Täferrot (Dekanat Welzheim) wurden die Protestanten in Spraitbach, Hertighofen, Ried, Mooswiese und Tanau und aus dem bisherigen Parchialverband Frickenhofen (Dekanat Gaildorf) die Protestanten in Hinterlintal, Eigenhof, Hafental, Hegenreute, Reichenbacher Sägmühle und Vorderlintal zur evangelischen Filialkirchengemeinde Spraitbach am 26. November 1867 vereinigt. Nach dem Bau der neuen katholischen Pfarrkirche war damals auch die alte Pfarrkirche an die evangelische Filialkirchengemeinde Spraitbach verkauft worden. Die Kirche wurde am 22. Dezember 1867 wieder mit dem Namen ihres ursprünglichen Patrons als evangelische Michaelskirche eingeweiht. Durch die Renovierung und den Umbau erhielt sie 1902 mit dem neuen Turm ihr heutiges äußeres Aussehen. Die Filialkirchengemeinde wurde zunächst von Ruppertshofen aus pastorisiert. Im Laufe der folgenden Jahre kamen die Amandusmühle (1882), Beutenhof und Beutenmühle (1884) und Zimmerbach (1902) dazu. Am 9. Januar 1904 wurde laut Konsistorialerlass anstelle der ständigen Pfarrverweserei eine ständige Pfarrei in Spraitbach errichtet.
Nach der Gründung der evangelischen Kirchengemeinde besuchten die evangelischen Kinder von Spraitbach zunächst die 1831 errichtete evangelische Schule in Hinterlintal, das nun auch zur Filialgemeinde Spraitbach gehörte. Am 29. Juni 1877 wurde eine evangelische Konfessionsschule in Spraitbach eingeweiht, nachdem zuvor 1876 ein evangelisches Schul- und Pfarrhaus erbaut worden war. Die Schule wurde von Hinterlintal nach Spraitbach verlegt. Zum Schulverband Spraitbach gehörten auch die evangelischen Kinder in den umliegenden Orten. Der Schulhausbau wie auch zuvor der Erwerb und die Renovierung des Kirchengebäudes waren vom Gustav-Adolf-Verein finanziell unterstützt worden. Mit der Einführung der Deutschen Volksschule am 1. April 1936 in Württemberg endete auch die evangelische Konfessionsschule in Spraitbach. Der evangelischen Kirchengemeinde war die Trägerschaft der Schule entzogen worden.
Die heutige evangelische Kirchengemeinde Spraitbach gehört zur Gesamtkirchengemeinde Schwäbischer Wald im Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd und wird vom Pfarramt Spraitbach-Ruppertshofen aus betreut.
===== Bestandsgeschichte =====
Auf der Grundlage eines Kirchengemeinderatsbeschlusses vom 13. September 2016 wurde das Archiv der Kirchengemeinde Spraitbach zur Verwahrung und Verwaltung dem Landeskirchlichen Archiv in Stuttgart übergeben. Zum Pfarrarchiv zählen die Hauptgattungen Amtsbücher, Akten und Rechnungsunterlagen, die von September 2018 bis Februar 2019 von Alexander Staib nach den Richtlinien des Landeskirchlichen Archives erschlossen worden sind. Die Abschlussredaktion erfolgte durch Bertram Fink. Der Bestand umfasst 377 Bestellnummern, die sich auf 7 laufende Regalmeter erstrecken. Das älteste Archivale ist ein Verzeichnis der Schulinteressenten und schulfähigen Kinder in Hinterlintal von 1831. In der Regel endet die Laufzeit der Archivalien vor 1967. Das Eheregister beinhaltet jedoch Einträge bis zum Jahr 1986.
Der Bestand zeichnet sich durch seine überaus dichte Überlieferung der Spraitbacher Schulquellen (Akten und Rechnungsunterlagen) aus. Von besonderer Bedeutung ist auch die handschriftliche Chronik der evangelischen Gemeinde Spraitbach, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts der damalige Pfarrverweser Friedrich Walcher verfasst hatte. Unter den Quellen zum Spraitbacher Vereinsleben ragt das 1899 angelegte Vereinsalbum des Kirchenchors hervor.
Weitere Quellen zur Ortskirchengeschichte von Spraitbach befinden sich in den Beständen A 29, A 129, Dekanatamt Gmünd sowie in den Personalakten im Landeskirchlichen Archiv.
Die Benutzung der Quellen erfolgt auf der Grundlage der jeweils gültigen Archiv- und Kirchenregisterordnung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Als Rechercheinstrumente stehen in der Druckfassung das Inhaltsverzeichnis (Klassifikation) und Indices zur Verfügung.
Einleitung: Der Ort Spraitbach wird erstmals am 3. Januar 1296 in einer Urkunde genannt. Damals schenkten Konrad genannt 'Loegglin', Bürger in Gmünd, und seine Frau Adelheid gemeinsam aus freiem Willen und bei guter Gesundheit dem 'honorandus dominus' Propst Heinrich und dem Konvent von Adelberg drei Häuser und andere Güter in Gmünd und eine Sölde in 'Spraippach'.
Die Kirche St. Michael ist im Jahr 1302 erstmals belegt. 1360 verkauften die Rechberger die Widemhöfe und den Kirchensatz in Spraitbach an das Kloster Gotteszell, bei dem dieser bis zur Säkularisierung des Klosters 1803 verblieb. 1420 und 1430 erscheint Spraitbach als Filiale von Zimmerbach, 1425 dagegen als eigene Pfarrei. Die 1489/90 neuerrichtete Michaelskirche ist während des Bauernkrieges 1525 abgebrannt und in den Folgejahren wieder aufgebaut worden. Mit dem Wiederaufbau erfolgte ein Patrozinienwechsel von St. Michael zu St. Blasius (1588 Einweihung), unter dessen Patronat die Kirche bis zum Übergang an die evangelische Kirchengemeinde 1867 stehen wird.
Größter Grundherr am Ort war die katholisch verbliebene Reichsstadt Gmünd, die 1537 in Spraitbach eine Vogtei mit späterem Gerichtssitz errichtete. Spraitbach war in der frühen Neuzeit gmündischer Amtsort und gelangte zusammen mit Gmünd 1802/03 an Württemberg. Der Ort gehörte zum württembergischen Oberamt Gmünd, 1807/1808 aber zum Oberamt Welzheim, ab 1934 zum Landkreis Schwäbisch Gmünd. Die Kreisreform 1973 brachte die Zugehörigkeit zum neuen Ostalbkreis. 1973 wurde Hinterlintal eingemeindet.
Die Geschichte der protestantischen Christen in Spraitbach bis zur Gründung der evangelischen Kirchengemeinde Spraitbach im 19. Jahrhundert ist bestimmt worden von ihrer Lage in der ländlichen Diaspora. Die wenigen württembergischen Untertanen auf den lorchischen und adelbergischen Gütern in Spraitbach waren in der frühen Neuzeit nach Täferrot eingepfarrt gewesen. Die Zuwanderung von Protestanten nach 1800 machte dann den Aufbau einer eigenen evangelischen Kirchengemeinde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts notwendig. Aus dem bisherigen Parochialverband Täferrot (Dekanat Welzheim) wurden die Protestanten in Spraitbach, Hertighofen, Ried, Mooswiese und Tanau und aus dem bisherigen Parchialverband Frickenhofen (Dekanat Gaildorf) die Protestanten in Hinterlintal, Eigenhof, Hafental, Hegenreute, Reichenbacher Sägmühle und Vorderlintal zur evangelischen Filialkirchengemeinde Spraitbach am 26. November 1867 vereinigt. Nach dem Bau der neuen katholischen Pfarrkirche war damals auch die alte Pfarrkirche an die evangelische Filialkirchengemeinde Spraitbach verkauft worden. Die Kirche wurde am 22. Dezember 1867 wieder mit dem Namen ihres ursprünglichen Patrons als evangelische Michaelskirche eingeweiht. Durch die Renovierung und den Umbau erhielt sie 1902 mit dem neuen Turm ihr heutiges äußeres Aussehen. Die Filialkirchengemeinde wurde zunächst von Ruppertshofen aus pastorisiert. Im Laufe der folgenden Jahre kamen die Amandusmühle (1882), Beutenhof und Beutenmühle (1884) und Zimmerbach (1902) dazu. Am 9. Januar 1904 wurde laut Konsistorialerlass anstelle der ständigen Pfarrverweserei eine ständige Pfarrei in Spraitbach errichtet.
Nach der Gründung der evangelischen Kirchengemeinde besuchten die evangelischen Kinder von Spraitbach zunächst die 1831 errichtete evangelische Schule in Hinterlintal, das nun auch zur Filialgemeinde Spraitbach gehörte. Am 29. Juni 1877 wurde eine evangelische Konfessionsschule in Spraitbach eingeweiht, nachdem zuvor 1876 ein evangelisches Schul- und Pfarrhaus erbaut worden war. Die Schule wurde von Hinterlintal nach Spraitbach verlegt. Zum Schulverband Spraitbach gehörten auch die evangelischen Kinder in den umliegenden Orten. Der Schulhausbau wie auch zuvor der Erwerb und die Renovierung des Kirchengebäudes waren vom Gustav-Adolf-Verein finanziell unterstützt worden. Mit der Einführung der Deutschen Volksschule am 1. April 1936 in Württemberg endete auch die evangelische Konfessionsschule in Spraitbach. Der evangelischen Kirchengemeinde war die Trägerschaft der Schule entzogen worden.
Die heutige evangelische Kirchengemeinde Spraitbach gehört zur Gesamtkirchengemeinde Schwäbischer Wald im Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd und wird vom Pfarramt Spraitbach-Ruppertshofen aus betreut.
Auf der Grundlage eines Kirchengemeinderatsbeschlusses vom 13. September 2016 wurde das Archiv der Kirchengemeinde Spraitbach zur Verwahrung und Verwaltung dem Landeskirchlichen Archiv in Stuttgart übergeben. Zum Pfarrarchiv zählen die Hauptgattungen Amtsbücher, Akten und Rechnungsunterlagen, die von September 2018 bis Februar 2019 von Alexander Staib nach den Richtlinien des Landeskirchlichen Archives erschlossen worden sind. Die Abschlussredaktion erfolgte durch Bertram Fink. Der Bestand umfasst 377 Bestellnummern, die sich auf 7 laufende Regalmeter erstrecken. Das älteste Archivale ist ein Verzeichnis der Schulinteressenten und schulfähigen Kinder in Hinterlintal von 1831. In der Regel endet die Laufzeit der Archivalien vor 1967. Das Eheregister beinhaltet jedoch Einträge bis zum Jahr 1986.
Der Bestand zeichnet sich durch seine überaus dichte Überlieferung der Spraitbacher Schulquellen (Akten und Rechnungsunterlagen) aus. Von besonderer Bedeutung ist auch die handschriftliche Chronik der evangelischen Gemeinde Spraitbach, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts der damalige Pfarrverweser Friedrich Walcher verfasst hatte. Unter den Quellen zum Spraitbacher Vereinsleben ragt das 1899 angelegte Vereinsalbum des Kirchenchors hervor.
Weitere Quellen zur Ortskirchengeschichte von Spraitbach befinden sich in den Beständen A 29, A 129, Dekanatamt Gmünd sowie in den Personalakten im Landeskirchlichen Archiv.
Die Benutzung der Quellen erfolgt auf der Grundlage der jeweils gültigen Archiv- und Kirchenregisterordnung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Als Rechercheinstrumente stehen in der Druckfassung das Inhaltsverzeichnis (Klassifikation) und Indices zur Verfügung.
Beschreibung des Oberamts Gmünd, hrsg. von dem Königlichen statistisch-topographischen Bureau, Stuttgart 1870, S. 420-425
Walcher-Chronik. Geschichte der Vogtei und Pfarrei Spraitbach, hrsg. und kommentiert von Marlis Schleissner-Beer, Schwäbisch Gmünd 1996.
Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Bd. 4, Stuttgart 1980, S.759-761
Marlis Schleissner-Beer, Festschrift zum 130-jährigen Bestehen der evangelischen Kirchengemeinde Spraitbach und der evangelischen Michaelskirche 4. Advent, 21. Dezember 1997, hrsg. von der evang. Kirchengemeinde Spraitbach, Spraitbach 1997
Homepage der Gemeinde Spraitbach http://www.spraitbach.de/fileadmin/Dateien/Statistiken_und_Ereignisse/Ereignis.pdf [1. August 2019]
Homepage der Kirchengemeinde https://www.spraitbach-evangelisch.de/ [1.August 2019]
Spraitbach
Spraitbach, Ostalbkreis
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
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