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B Rep. 413 Städtische Nervenklinik für Kinder / Städtisches Kindersanatorium Wiesengrund (Bestand)
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Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> B Bestände (West-) Berliner Behörden bis 1990 >> B 2 Senat von Berlin >> B 2.2 Nachgeordnete Einrichtungen >> B Rep. 400 bis B Rep. 416 Städtische Krankenhäuser
Vorwort: B Rep. 413 Städtische Nervenklinik für Kinder / Städtisches Kindersanatorium Wiesengrund
I. Behördengeschichte
1881 wurde auf dem Gelände der Irrenanstalt Dalldorf eine "Idiotenanstalt für schwachsinnige Kinder" erbaut, welche sich im Laufe der Jahre zu einem Erziehungsheim entwickelte. Die nicht bildungsfähigen Kinder wurden an andere Anstalten weitergegeben. 1934 wurde eine Erweiterung des Erziehungsheimes vorgenommen, um die neurologische Abteilung der Kinderheilanstalt Buch angliedern zu können. Seit 1938 wird die Anstalt ärztlich selbständig geleitet und wurde 1941 auch verwaltungsmäßig von den Heilstätten gelöst.
Seit dem 1. Januar 1949 trägt die Anstalt den Namen "Städtisches Kindersanatorium Wiesengrund". Um in den Städtischen Wittenauer Heilstätten mehr Raum für die Unterbringung von Geisteskranken zu schaffen, beschloss das Abgeordnetenhaus Berlin in seiner Sitzung vom 29. April 1952, das das Kindersanatorium Wiesengrund in das bereitgestellte Gebäude des früheren Kinderheimes Waldblick in Berlin-Hermsdorf zu verlegen sei. Die Kosten für den Umbau und die Instandsetzung des neuen Gebäudes betrugen rund 422.000 DM. Die Anstalt verfügte dabei in der psychiatrischen Abteilung über 97 Normalbetten. Als besondere Einrichtung war die Heimsonderschule hervorzuheben, die für schwer erziehbare Kinder 165 Internatsplätze bereit hielt.
Seit 1960 trug die Anstalt den Namen "Städtische Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Wiesengrund" und befand sich in der Frohnauer Straße 74-80. Nach 1973 sollte sie zu einem Jugendpsychiatrischen Zentrum mit 106 Betten umgestaltet werden.
Mit der neuen Krankenhausplanung 1975 in Berlin wurden die Krankenhäuser in den Verwaltungsbezirken neu strukturiert und Versorgungsbereichen zugeordnet. Im Verwaltungsbezirk Reinickendorf bildete man 1976 das Krankenhaus Reinickendorf mit den drei örtlichen Bereichen Teichstraße 65, Bernauer Straße 96 und Frohnauer Straße 74-80. Der Örtliche Bereich Frohnauer Straße 74-80 verfügte über 260 Planbetten und umfasste die Neurologie, Psychiatrie und Heilpädagogische Therapie. Als besondere Einrichtungen befanden sich an diesem Standort die Kinderpsychiatrische Beratungsstelle des Bezirksamtes Reinickendorf und die Heimsonderschule.
Das Krankenhaus Reinickendorf erhielt 1976 den Namen Humboldt-Krankenhaus zurück. Im Humboldt-Krankenhaus, Örtlicher Bereich Frohnauer Straße wurden am 1. Juli 1985 in einem grundsanierten Altbau 210 Betten für Kinder- und Jugendpsychiatrie betrieben. Die Schwerpunkte Psychiatrie, Neurologie und klinische Heilpädagogik des Kindes- und Jugendalters wurden in der Klinik behandelt. Sobald im Krankenhaus Neukölln eine Station für Kinder- und Jugendpsychiatrie eingerichtet sein würde, sollte sich die derzeitige Zahl der Betten auf 180 (spätestens 1988/1989) verringern.
Mit dem neuen Krankenhausplan 1993 wurde für das Humboldt-Krankenhaus, Örtlicher Bereich: Frohnauer Straße die Behandlung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie festgehalten und 94 Betten
ordnungsbehördlich genehmigt. Es wurde geplant, die 180 Soll-Altbetten auf 42 Soll-Neubetten zu verringern. Davon standen teilstationär 24 Betten zur Verfügung. Nach der Vereinigung der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik mit dem Humboldt-Krankenhaus zum Krankenhaus Reinickendorf 1997 gingen zum 1. Januar 2001 alle landeseigenen Kliniken, außer dem Krankenhaus des Maßregelvollzuges, im Krankenhauskonzern Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH auf. Das Krankenhaus Reinickendorf erhielt hier 2002 seinen alten Namen zurück und fungiert heute als Humboldt-Krankenhaus.
2010 wurde der Standort Frohnauer Straße 74-80 im Rahmen der erneuten Umstrukturierungen bei Vivantes aufgelöst. Die weitere Betreuung der Kinder- und Jugendpsychiatrie sollte im Vivantes-Krankenhaus im Friedrichshain fortgeführt werden.
Zitat Vivantes 2024: "In der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik - Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen des Kindes- und Jugendalters Berlin mit den Standorten am Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Vivantes Klinikum Neukölln und in der Vivantes Tagesklinik an der Wuhlheide können wir Kindern und Jugendlichen sowohl in akuten Krisensituationen als auch bei chronischen Störungsbildern helfen. Wir bieten differenzierte und individuell zugeschnittene Diagnostik- und Therapieangebote ambulant, teilstationär oder stationär an. https://www.vivantes.de/klinikum-im-friedrichshain/fachbereiche/kliniken/kinder-und-jugendpsychiatrie-psychotherapie-und-psychosomatik"
II. Bestandsbeschreibung
Der Bestand umfasst 2390 Akten (15,90 lfm) mit der Laufzeit 1934 - 2004. Er beinhaltet Krankenakten, Personalbögen und Schulakten, Aufnahmebücher, Psychologische Untersuchungsberichte und Therapiebogen. Zwei Akten der Klinikleitung runden den Bestand ab.
Nach 1945 mussten die Wittenauer Heilstätten als einzige öffentliche Heil- und Pflegeanstalt alle anstaltsbedürftigen Kranken aus Groß-Berlin aufnehmen und versorgen. Besonders problematisch und geradezu kontraproduktiv im Hinblick auf die Behandlungs- und Erziehungsziele gestaltet sich in dieser Zeit die Situation der Kinder- und Jugendlichen in Wittenau. Die innerhalb der Heilstätten eingerichtete Abteilung für Kinder von zwei bis 14 Jahren entsprach mit 40 Betten nicht annähernd den bestehenden Bedürfnissen. Es lagen immer Voranmeldungen vor, deren Aufnahme sich jedoch verzögerte, weil auf der Station vorwiegend Bewahrungsfälle vorlagen. Auch in der für Jugendliche über 14 Jahre eingerichteten Abteilung konnten nicht alle altersmäßig gehörigen Patienten aufgenommen werden. Die in der Mehrzahl männlichen Jugendlichen gelangten zu einem großen Teil aus anderen Einrichtungen - vor allem auch aus Heimen für schwer erziehbare Kinder - nach Wittenau. Aus Platzmangel mussten sie auch auf den Männerstationen untergebracht werden, wo sie zum einen durch ihr Verhalten die anderen Kranken störten und beunruhigten und zum anderen durch Erwachsene stark gefährdet waren.
Das vorliegende Aktenmaterial dokumentiert den Patientenalltag, Beschreibung des sozialen Hintergrundes der Patienten, medizinische Diagnostik. Der ehemalige Leiter Dr. Gerhardt Nissen der Kinderklinik Wiesengrund (1973-1968) schildert in seinem Buch "Psychisch gestörte Kinder und Jugendliche gestern und heute" den Alltag in der Klinik.
Bei der Dateneingabe erfolgte anhand des Aktendeckels der Krankenakte eine Unterscheidung zwischen Aufnahme, vorläufiger Diagnose und Entlassungsdiagnose (endgültige Diagnose). Die Diagnosen wurden nach dem Würzburger Schlüssel kodiert, welches in 21 Nummernschlüssel untergliedert war. Die organischen Krankheitsbilder nahmen die Nummern eins bis 15 ein. Lediglich die Nummer 16 und 17 waren für psychiatrische Grenzzustände reserviert. Unter organische Krankheitsbilder fielen alle Erkrankungen mit eindeutig lokalisierbarer Ursache, z.B. Folgeerscheinungen von Hirnhauterkrankungen, Vergiftungen und Geschlechtskrankheiten.
In den Akten bildet die Dokumentation der drei Hauptbestandsteile der ärztlichen Untersuchung, neben den pädagogischen Beobachtungsberichten, den größten Textkorpus. Sie wurde ergänzt durch ärztliche Aufzeichnungen über den Verlauf des Klinikaufenthalts in Form einer Krankengeschichte. Der Umfang dieser Aufzeichnungen variiert stark, des Öfteren finden sich in ihnen Hinweise der Jugendleiterin/Erzieher.
Verschiedentlich enthalten die Akten in größerem Umfang Auszüge aus den Akten anderer Institutionen, wie Jugendämtern, Schulen oder Heilerziehungsheimen bzw. Schriftwechsel. Ein vierter Teil des Korpus, der in sehr unterschiedlichem Umfang überliefert ist, sind Ego-Dokumente der Kinder (Briefe, Fotos, Kinderzeichnungen, Aufsätze und Diktate, Niederschriften), die entweder auf Anregung der Pädagoginnen entstanden sind oder als bedeutsam für den Erkennungsgewinn über das betreffende Kind angesehen und in die Akte aufgenommen wurde.
Zeitweise sind die Beobachtungsberichte fortlaufend und im Wechsel von verschiedenen Erzieherinnerinnen bzw. Pflegerinnen verfasst.
Die Röntgenbilder und EEG-Negative liegen noch unbearbeitet in dem Teilbestand B Rep. 413 (Fotos) vor.
Die Akten wurden mit der Software Augias-Archiv 8.3 von Mai 2014 bis Oktober 2018 verzeichnet. Sie wurden fachgerecht umgebettet, in säurefreie Kartons verpackt und beschriftet.
Zahlreiche Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs.
Der Bestand ist wie folgt zu zitieren: Landesarchiv Berlin, Städtische Nervenklinik für Kinder / Städtisches Kindersanatorium Wiesengrund B Rep. 413, Nr. ... .
III. Korrespondierende Bestände
B Rep. 012 - Senatsverwaltung für Gesundheit
B Rep. 058 - Staatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin
B Rep. 220 - Bezirksverwaltung Reinickendorf
B Rep. 220-01 - Bezirksverwaltung Reinickendorf - Abräumakten
F Rep. 290 - Allgemeine Fotosammlung
IV. Literaturauswahl
Beddies, Thomas: Du hast die Pflicht, gesund zu sein. Der Gesundheitsdienst der Hitler-Jugend 1933-1945.. Signatur: 15/119.
Coché, Stefanie: Psychiatrie und Gesellschaft. Psychiatrische Einweisungspraxis im Dritten Reich, in der DDR und der Bundesrepublik 1941-1963. Vandenhoeck & Ruprecht 2017. Signatur: 17/133.
Denkschrift zum 100jährigen Bestehen der Klinik Wiesengrund. Selbstverlag. 1983. Signatur: 97/0147.
Falk, Beatric/Hauer, Friedrich: Brandenburg-Görden. Geschichte eines psychiatrischen Krankenhauses. Be.bra.wissenschaft Verlag. Signatur: 15/154
Fangerau, Heiner: Kinder- und Jugendpsychiatrie im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit. Zur Geschichte ihrer Konsolidierung. Springer-Verlag, 2017. Signatur: 17/100.
Götz, Aly: Die Belasteten. Eine Gesellschaftsgeschichte. Euthanasie 1939-1945. Fischer-TB Signatur: 15/116
Harbauer, Hubert: Lehrbuch der speziellen Kinder- und Jugendpsychiatrie . 4. Neu bearbeitete Auflage. Springer-Verlag 1980. Signatur: 17/135.
Kujath, Gerhad: Jugendpsychiatrische Begutachtung. Barth Verlag. 2. Auflage 1949/1953. Signatur: 17/193
Levy, Astrid: Die Euthanasie-Anstalt Brandenburg an der Havel. Morde an Kranken und Behinderten im Nationalsozialismus. Signatur: 12/314.
Loos, Herbert, G.: Herzberge: Die Geschichte des psychiatrischen Krankenhauses Berlin-Herzberge von 1893-1993. Signatur: 14/0910
Nissen, Gerhardt: Psychisch gestörte Kinder und Jugendliche gestern und heute. Persönliche Erinnerungen. Psychosozial Verlag. 2009. Signatur: 16/594.
Oaklander, Violett: Verbogene Schätze heben. Wege in die innere Welt von Kindern und Jugendlichen. Verlag Klett-Cotta 2016. Signatur: 18/222
Reddemann, Luise: Kriegskinder und Kriegsenkel in der Psychotherapie.
Folgen der NS-Zeit und des Zweiten Weltkriegs erkennen und bearbeiten; eine Annäherung. Verlag Klett-Cotta (2015). Signatur: 16/0002
Rose, Wolfgang u.a.: Diagnose "Psychopathie" Die urbane Moderne und das schwierige Kind Berlin 1918-1933., Böhlau Verlag 2016. Signatur: 15/118
Sem-Sandberg, Steve: Die Erwählten Roman. - Klett-Cotta (2015) Signatur: 16/0221
Abzeichentest für Kinder (ATK): ein Test zur Diagnostik raumanalytischer und räumlich-konstruktiver Fähigkeiten und zum Nachweis entsprechender Funktionsstörungen bei 7- bis 12-jährigen Kindern geeignet. Er wurde vom Psychiater Adolf Busemann entwickelt. Quelle: Wikipedia.
Baruk-Test: Test zu Moral, Gewissen und Glauben.- Er wurde vom französischen Psychiater Henri Baruk entwickelt. Quelle: Wikipedia.
Baum-Test: ist ein projektiver Test zur Psychodiagnostik, der 1952 vom Schweizer Psychologen Charles Koch vorgestellt wurde. Er kommt bei Kindern ab 6 Jahren sowie bei Jugendlichen und Erwachsenen in Einzel- und Gruppentestung zum Einsatz und wird in der psychologischen Praxis, der Schulpsychologie, der Berufsberatung und bei Aufnahmeverfahren und in der Psychiatrie verwendet. Der Baum-Test ist eine Methode zur Analyse von Persönlichkeitsanteilen, von kognitiver Beeinträchtigung und von emotionaler Entwicklung. Er wird auch zur Einschätzung von Intelligenz und Entwicklungsstand von Schulkindern und Erwachsenen eingesetzt. Quelle: Wikipedia.
Behn-Rorschachtest (Bero-Test): ein von Hans Behn-Eschenburg (einem Schüler von Rorschach) weiterentwickelter projektiver Persönlichkeitstest für Kinder ab sechs Jahren, Jugendliche und Erwachsene. Es werden Assoziationen zu Tintenklecksfiguren mit 10 Tafeln mit z.T. schwarz-weißen, z.T. farbigen gegenstandslosen Bildern persönlichkeitsbezogen interpretiert. Für die Kinder soll der Behn-Rorschach-Test besser geeignet als der Rorschach-Test sein.
Binet-Bobertag-Test: ein Intelligenztest für Kinder.
Bruininks-Oseretsky-Test: ein Testverfahren mit kindgerechten, alltagsrelevanten motorischen Aufgaben für vier- bis vierzehnjährige Kinder.
Düss-Fabel-Test: ein um 1950/1976 von Louisa (Lorraine) Sechehaye-Düss entwickelter projektiver Test für Kinder. Das Kind soll eine kurze Geschichte (Fabel) zu Ende erzählen. Diese Erzählung soll Aufschluss z.B. über die Mutter-Vater-Bindung geben. Quelle: Wikipedia.
Hämogramm: Das Blutbild ist in der Medizin eine standardisierte Zusammenstellung wichtiger Befunde aus einer Blutprobe. Es gibt einen Überblick über die im Blut enthaltenen zellulären Bestandteile. Es enthält Daten sowohl zur Quantität zellulärer Blutbestandteile als auch zu deren Morphologie (äußeren Form). Quelle: Wikipedia.
Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Kinder (HAWIK): ein Intelligenztest für Kinder und Jugendliche in einem Alter von 6 bis 16 Jahren. Sie gehen auf das Intelligenzkonzept von David Wechsler zurück und gehören zu den am häufigsten angewendeten Intelligenztests bei Kindern weltweit. Quelle: Wikipedia.
Lüscher-Farbtest: ein 1947 von Max Lüscher entwickelter projektiver Persönlichkeitstest, der die Präferenzordnung eines Probanden für vorgegebene Testfarben ermittelt und auf der Annahme beruht, dass sich daraus verlässlich und wirksam psychologisch relevante Charaktereigenschaften bestimmen lassen. Quelle: Wikipedia.
Rorschach-Test (Tintenkleckstest, eigentlich: Rorschach-Formdeuteversuch) ist ein psychodiagnostisches Testverfahren, für das der Schweizer Psychiater und Psychoanalytiker Hermann Rorschach (1884-1922) eine eigene Persönlichkeitstheorie entwickelte und das später mit den Theorien der Freud'schen Schule verbunden wurde. Es gehört zu den sogenannten projektiven Tests und wird von Psychoanalytikern und Psychiatern angewendet mit dem Ziel, die gesamte Persönlichkeit des Probanden zu erfassen. Ursprünglich bezog sich der Begriff "Psychodiagnostik" nur auf diese Methode. Quelle: Wikipedia.
Rosenzweig Picture Frustration Test: ein projektiver Test für Kinder und Erwachsene. Der Arzt Saul Rosenzweig untersuchte das Phänomen der menschlichen Aggression sowohl aus klinischer und historischer Sicht als auch experimentell. Als einen wichtigen Einflussfaktor für die Entstehung von Aggression entwickelte er eine Theorie zur Frustration und prägte den Begriff der Frustrationstoleranz als einer individuellen Fähigkeit. Zur psychometrischen Messung entwickelte er diesen Test. Quelle: Wikipedia.
Scenotest: ein projektives psychodiagnostisches Test- und Therapieverfahren. Der Test wurde Anfang 1938 von Gerdhild von Staabs entwickelt und wird vor allem in deutschsprachigen Ländern eingesetzt. Der Scenotest findet als allgemeiner Entwicklungstest, als projektiver Spieltest und als Therapieverfahren Verwendung. Quelle: Wikipedia.
Testprüfung nach Bühler-Hetzer: Entwicklungs- und Intelligenztest für Kleinkinder. Er wurde von der Kleinkinder- und Jugendpsychologin Charlotte Bühler gemeinsam mit ihrer Assistentin Hildegard Hetzer in Wien entwickelt. Quelle: Wikipedia.
Toxoplasmose Farbtest: „Serofarbtest“ zum Nachweis der Toxoplasmose anhand der verhinderten Färbung lebend gezüchteter Toxoplasmen mit alkalischer Methylenblau-Lösung bei Anwesenheit des spezifischen thermostabilen Antikörpers.
Wartegg-Zeichen-Test (WZT): ein athematisches Zeichenverfahren. Er wurde 1939 von dem Leipziger Psychologen Ehrig Wartegg (1897–1983) in seiner Dissertation beschrieben. Es handelt sich dabei um ein projektives, halbstrukturiertes Verfahren. Der Wartegg-Test fand in der aufdeckenden Psychotherapie sowie in Lebensberatung und Personalentwicklung Anwendung. Quelle: Wikipedia.
Wassertrink- und Konzentrationsversuch: eine einfache und aussagekräfitge Nierenfunktionsprüfung nach dem Arzt Franz Volhard. Quelle: Wikipedia.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
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