Regierung: Landespurifikation mit Preußen (Bestand)
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Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein, Ki 25
Landesarchiv Baden-Württemberg, Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein (Archivtektonik) >> Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein >> Archiv Kirchberg >> Zentrale Verwaltungen vor 1806
Vorakten, 1792-1809, Nachakten
Inhalt und Bewertung
Unterlagen über den Tausch von Gütern und Rechten mit dem benachbarten (preußischen) Fürstentum Ansbach zum Zwecke der Grenzbereinigung.
Die verschiedenen Herrschaftsrechte waren noch bis Ende des 18. Jahrhunderts im Bereich der Herrschaft Hohenlohe-Kirchberg stark zersplittert. Nicht alle Einwohner eines Ortes waren zum Beispiel Untertanen der gleichen Herrschaft, sondern es gab hier meistens Untertanen verschiedener Herrschaften. Die Naturalgefälle, die Zehntrechte, die Lehenshoheit usw. waren ebenfalls nicht in einer Hand, sondern verteilten sich auf unterschiedliche Inhaber. Erst als das Fürstentum Ansbach Ende des 18. Jh. an Preußen fiel, versuchte man eine Bereinigung zu erreichen, so dass nach Möglichkeit eine Herrschaft in einem Ort alle Herrschaftsrechte auf sich vereinigte. Diesen Vorgang nannte man "Landespurifikation". Dazu mussten die einzelnen Rechte gleichwertig getauscht werden, so dass eine Konzentration auf eine Herrschaft erfolgte. Erst jetzt entstand eine Landesgrenze in der Region, in der bisher eine Verzahnung von Herrschaftsrechten typisch gewesen war. Die Unterlagen des Bestandes entstammen der Provenienz Regierung Kirchberg und befassen sich allesamt mit diesen komplexen Tauschvorgängen. Für sie lag ein handgeschriebenes Repertorium von um 1850 vor, das die Unterlagen zum größten Teil (jedoch nicht alle) brauchbar beschreibt. Die Signatur ist zweigliedrig und gibt als erstes das Fach, als zweites die Faszikelnummer an. Die Akten verteilten sich auf 4 Fächer, es liegen 44 erfaßte Akten vor. Die Faszikelnummer läuft auch bei Fachwechsel von 1 - 44 durch. Eine Klassifizierung der Akten in verschiedene Rubriken erfolgte wegen der geringen Menge nicht. Die Titelaufnahmen des Repertoriums von um 1850 wurden retrokonvertiert, wobei ihre etwas altertümliche Diktion belassen und nur die Ortsnamen modernisiert, also in die heutige Schreibweise übertragen wurden. Wenigstens für die Ortsnamen ist damit also eine maschinelle Suche im Bestand möglich. Die Retrokonversion besorgte die Angestellte Gabriele Wigand-Grover im Mai/Juni 2005. Neuenstein, im Juni 2005 Dr. Schiffer
2,10 lfd.m
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ