Nachlass Beck, Paul (Bestand)
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H Beck, Paul
>> Handschriften und Nachlässe
1786/1913
Vorwort: Lebensbeschreibung:
Paul Anselm Beck wurde am 18. Juni 1845 im alten Schloß zu Althausen geboren. Er war das zweite Kind des späteren Hofkammerdirektors Peter Paul von Beck und der Therese Beck, geb. Halder. Er besuchte zunächst die Volks- und die Lateinschule in Herrenberg, schließlich, da es dort keinen katholischen Religionslehrer gab, die katholische Erziehungsanstalt Neutrauchburg bei Isny. 1856 mußte die Schule überraschend schließen, da sich Direktor und Besitzer des Instituts überworfen hatten. Paul Beck kam daraufhin 1856 für kurze Zeit in die Klosterschule Mehrerau bei Bregenz, von dort in die dem Vater besser erscheinenden Schule in Ehingen. Vorsätzlich fiel Beck durch die Aufnahmeprüfung, um einen Schulwechsel zu erzwingen. Im Herbst 1859 kam er ins Gymnasium nach Regensburg. Auf Drängen des Vaters wechselte er noch einmal auf das Stuttgarter Obergymnasium. 1863 machte er sein Abitur und begann schließlich an der Landesuniversität Tübingen mit dem Studium der Rechtswissenschaft.
Im Frühjahr 1866 wechselte er an die Universität Göttingen. Noch im selben Jahr erhielt er den Befehl, zu seinem Regiment nach Ulm einzurücken. Nach einer kurzen Ausbildung avancierte er zum Fähnrich und wurde zur Besatzungstruppe nach Sigmaringen abkommandiert. Nach der Niederlage Österreichs gegen Preußen erfolgte seine Entlassung, er kehrte nach Tübingen zurück und legte erst im Dezember 1868 mit einiger Verzögerung die höhere Justizprüfung ab.
Seine Referendarzeit begann Paul Beck beim Oberamtsgericht in Tübingen. 1870 ging er von dort nach Stuttgart, um sich auf das 2. Staatsexamen vorzubereiten. Nach bestandener Prüfung war er als Assessoratsverweser beim Amtsgericht in Geislingen tätig, kurze Zeit später wurde er Hilfsrichter beim Oberamtsgericht in Calw. Im August 1870 erhielt er seine Einberufung zum Militär nach Ulm, von wo aus er nach Aufstellung seines Bataillons nach Stuttgart kam. Im November 1870 erfolgte aufgrund seines Beinleidens seine Entlassung, nach kurzer Zeit beim Oberamtsgericht Ellwangen wurde Beck schließlich an das Stadtgericht Stuttgart versetzt, 1872 nach Welzheim abgeordnet. Bereits ein Jahr später mußte er eine Aushilfsstelle in Weinsberg antreten, im Februar 1874 erfolgte schließlich die gewünschte Versetzung an das Oberamtsgericht in Ulm. Ende 1874 lernte er seine spätere Frau, Rosa Kaeß, kennen (aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor). Im Januar 1878 erfolgte seine Versetzung zur Staatsanwaltschaft Ulm. Eine Delegation der Zentrumspartei ersuchte ihn, sich als Kandidaten für den Reichstag nominieren zu lassen. Mit Rücksicht auf seine Stellung lehnte Beck jedoch ab. Schließlich wurde er der Strafkammer als Hilfsrichter beigegeben.
Seine schlechte Entlohnung nahm ihm zunehmend die Arbeitsfreude, er begann an Schlaflosigkeit und Depressionen zu leiden. Ein Arzt verordnete ihm einen sechsmonatigen Rivieraaufenthalt und riet ihm auch nach seiner Rückkehr von der Wiederaufnahme seiner Tätigkeit ab. Das Ministerium zwang ihn daraufhin, in seine Pensionierung einzuwilligen. Beck zog nur ungern von Ulm nach Ravensburg und begann hier seine Tätigkeit als Landeshistoriker. Er starb am 25. Dezember 1915 in Ravensburg
Ulm, im Oktober 1995
Der Nachlaß des Paul Anselm Franz Beck wurde dem Stadtarchiv von Frau Waltraud Müller von 1992 bis 1994 sukzessive übergeben. Entnommen wurde ihm eine Pflegrechnung der St. Katharinenpflege aus dem Jahr 1605 und eine Kirchenpflegrechnung von Einsingen aus dem Jahr 1611, darüberhinaus eine Ehe- und ein Verlobungsgedicht sowie eine Trauerpredigt. Die Pflegrechnungen wurden dem Bestand A (Pflegrechnung der St. Katharinenpflege: A [7168/1], Einsinger Kirchenpflegrechnung: A [3821/1], die Kasualbeschreibung der Personendokumentation G 2 zugeführt (siehe G 2 Holl, Elias Dietrich, G 2 Mayer, Johann Conrad, G 2 Faulhaber und Hennenhofer).
Paul Anselm Beck wurde am 18. Juni 1845 im alten Schloß zu Althausen geboren. Er war das zweite Kind des späteren Hofkammerdirektors Peter Paul von Beck und der Therese Beck, geb. Halder. Er besuchte zunächst die Volks- und die Lateinschule in Herrenberg, schließlich, da es dort keinen katholischen Religionslehrer gab, die katholische Erziehungsanstalt Neutrauchburg bei Isny. 1856 mußte die Schule überraschend schließen, da sich Direktor und Besitzer des Instituts überworfen hatten. Paul Beck kam daraufhin 1856 für kurze Zeit in die Klosterschule Mehrerau bei Bregenz, von dort in die dem Vater besser erscheinenden Schule in Ehingen. Vorsätzlich fiel Beck durch die Aufnahmeprüfung, um einen Schulwechsel zu erzwingen. Im Herbst 1859 kam er ins Gymnasium nach Regensburg. Auf Drängen des Vaters wechselte er noch einmal auf das Stuttgarter Obergymnasium. 1863 machte er sein Abitur und begann schließlich an der Landesuniversität Tübingen mit dem Studium der Rechtswissenschaft.
Im Frühjahr 1866 wechselte er an die Universität Göttingen. Noch im selben Jahr erhielt er den Befehl, zu seinem Regiment nach Ulm einzurücken. Nach einer kurzen Ausbildung avancierte er zum Fähnrich und wurde zur Besatzungstruppe nach Sigmaringen abkommandiert. Nach der Niederlage Österreichs gegen Preußen erfolgte seine Entlassung, er kehrte nach Tübingen zurück und legte erst im Dezember 1868 mit einiger Verzögerung die höhere Justizprüfung ab.
Seine Referendarzeit begann Paul Beck beim Oberamtsgericht in Tübingen. 1870 ging er von dort nach Stuttgart, um sich auf das 2. Staatsexamen vorzubereiten. Nach bestandener Prüfung war er als Assessoratsverweser beim Amtsgericht in Geislingen tätig, kurze Zeit später wurde er Hilfsrichter beim Oberamtsgericht in Calw. Im August 1870 erhielt er seine Einberufung zum Militär nach Ulm, von wo aus er nach Aufstellung seines Bataillons nach Stuttgart kam. Im November 1870 erfolgte aufgrund seines Beinleidens seine Entlassung, nach kurzer Zeit beim Oberamtsgericht Ellwangen wurde Beck schließlich an das Stadtgericht Stuttgart versetzt, 1872 nach Welzheim abgeordnet. Bereits ein Jahr später mußte er eine Aushilfsstelle in Weinsberg antreten, im Februar 1874 erfolgte schließlich die gewünschte Versetzung an das Oberamtsgericht in Ulm. Ende 1874 lernte er seine spätere Frau, Rosa Kaeß, kennen (aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor). Im Januar 1878 erfolgte seine Versetzung zur Staatsanwaltschaft Ulm. Eine Delegation der Zentrumspartei ersuchte ihn, sich als Kandidaten für den Reichstag nominieren zu lassen. Mit Rücksicht auf seine Stellung lehnte Beck jedoch ab. Schließlich wurde er der Strafkammer als Hilfsrichter beigegeben.
Seine schlechte Entlohnung nahm ihm zunehmend die Arbeitsfreude, er begann an Schlaflosigkeit und Depressionen zu leiden. Ein Arzt verordnete ihm einen sechsmonatigen Rivieraaufenthalt und riet ihm auch nach seiner Rückkehr von der Wiederaufnahme seiner Tätigkeit ab. Das Ministerium zwang ihn daraufhin, in seine Pensionierung einzuwilligen. Beck zog nur ungern von Ulm nach Ravensburg und begann hier seine Tätigkeit als Landeshistoriker. Er starb am 25. Dezember 1915 in Ravensburg
Ulm, im Oktober 1995
Der Nachlaß des Paul Anselm Franz Beck wurde dem Stadtarchiv von Frau Waltraud Müller von 1992 bis 1994 sukzessive übergeben. Entnommen wurde ihm eine Pflegrechnung der St. Katharinenpflege aus dem Jahr 1605 und eine Kirchenpflegrechnung von Einsingen aus dem Jahr 1611, darüberhinaus eine Ehe- und ein Verlobungsgedicht sowie eine Trauerpredigt. Die Pflegrechnungen wurden dem Bestand A (Pflegrechnung der St. Katharinenpflege: A [7168/1], Einsinger Kirchenpflegrechnung: A [3821/1], die Kasualbeschreibung der Personendokumentation G 2 zugeführt (siehe G 2 Holl, Elias Dietrich, G 2 Mayer, Johann Conrad, G 2 Faulhaber und Hennenhofer).
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 12:43 MESZ