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Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) >> Militär >> Reichswehr und Wehrmacht 1919 bis 1945/1946 >> Reichsheer und Heer >> Kommandobehörden, Verbände und Einheiten >> Divisionen >> Infanterie-Divisionen
1940-1944
Geschichte des Bestandsbildners: Die organisationsgeschichtlichen Angaben und Unterstellungsübersichten sind aus dem Werk von Georg Tessin, "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939 - 1945", Bd. IX, S. 205-206, Frankfurt/Main und Osnabrück, 1966 ff. übernommen.
337. Infanterie-Division
(WK VII, E 91 Kempten)
* 16.11.1940 als bodenständige Infanterie Division (14. Welle) im Allgäu (Kempten), WK VII, aus drei Btlen. der 57. Inf. Div. (2. Welle, WK VII), zwei Btlen. der 167. Inf. Div. (7. Welle, WK VII) und dem I./Grenz-Inf. Rgt. 127:
Inf. Rgt. 688 I.-III. aus Stab und III./Inf. Rgt. 217 und III./Inf. Rgt. 199 (als III.) der 57. ID (2. Welle)
Inf. Rgt. 689 I.-III. aus Stab/Inf. Rgt. 339, dem III./IR 315 (als I.) und dem III./IR 331 (als III. Btl.) der 167. Inf. Div. (7. Welle)
Inf. Rgt. 690 I.-III. aus dem III./Inf. Rgt. 179 (57. ID) als I. und dem I./Grenz-Inf. Rgt. 127 als III. Btl.
Art. Rgt. 337 I.-III. aus dem Stab/Art. Rgt. 238 (167. Inf. Div.) und dem Stab III./Art. Rgt. 157 (57. ID) und drei Bttrn.
Div. Einheiten 337.
Das Inf. Rgt. 689 ging mit der 246. Inf. Div. nach dem Osten und wurde am 31.12.1941 durch das von dieser Division zurückgelassene Inf. Rgt. 313 (3. Welle, WK XII, aus Heidelberg) ersetzt. Die drei Inf. Rgter. erhielten am 26.7.1942 ihre 14. Kpn. (das Art. Rgt. schon am 1.7. die fehlenden 3 Bttrn.) und später, bei Umgliederung aus einer bodenständigen in eine Angriffs-Division, auch die 13. Kpn., das Art. Rgt. die IV. (schwere) Abt. Am 2.11.1943 wurden die Reste der 113. Inf. Div. eingegliedert und die Division unter Auflösung von Gren. Rgt. 690 (als Füs. Btl. 337. I./313 und I./689) sowie Auflösung von III./313 und III./688 in eine Div. neuer Art 44 formiert:
Gren. Rgt. 313 I., II.
Gren. Rgt. 688 I., II.
Div. Gruppe 113 mit Rgts. Gru. 260, 261
Div. Füs. Btl. 337
Art. Rgt. 337 mit I./87 (früher 113. ID), II.-IV./337.
Nach Vernichtung bei der HGr. Mitte (Mogilew) bildete die Division am 7.8.1944 den Stab/Div. Gruppe 57 (aus Stab 313) und die Div. Gruppe 337 (aus Div. Gruppe 113, Rgts. Gruppe 260 und II./Gren. Rgt. 688) bei der Korps-Abt. "G" in Ostpreußen, zu der auch I. und IV./Art. Rgt. 337 (später III. und IV./AR 299), das Füs. Btl. 337 (als 299) und das Pi. Btl. 337 (als 299) übertraten, während die Nachrichten-Abt. 337 zur Nachr. Abt. 1562 der 562. Volks-Gren. Div. (WK I) wurde. Der Div. Stab wurde dem WK II zugeführt und zur Aufstellung der neuen 337. Volks-Gren. Div. verwandt.
337. Volks-Grenadier-Division
(WK II, E 48 Neubrandenburg)
Die Wiederaufstellung der Division erfolgte am 15.9.1944 in Groß-Born, WK II, aus der dort seit dem 25.8.1944 in Aufstellung befindlichen 570. Volks-Gren. Div. (32. Welle), der Stab und Teile der alten Division zugeführt wurden, für deren Ersatzgestellung aber WK II (statt VII) zuständig blieb:
Gren. Rgt. 313 I., II. aus Gren. Rgt. 1168
Gren. Rgt. 688 I., II. aus Gren. Rgt. 1169
Gren. Rgt. 690 I., II. aus Gren. Rgt. 1170
Pz. Jg. Abt. 337 aus Pz. Jg. Abt. 570
Art. Rgt. 337 I.-IV. aus Art. Rgt. 1570
Div. Einheiten 337 aus Div. Einheiten 1570.
Die Division wurde im Raum Danzig wiederum zerschlagen, der Div. Stab (im Feb. als Gruppe Kinzel bei der 35. ID) war am 11.4.1945 von der HGr. Nord bei der HGr. Weichsel an der Oder eingetroffen und sollte für den Stab 391. Sich. Div. verwandt werden.
Unterstellung:
a) als 337. Inf. Div.:
1940
Dez.: in Aufstellung BdE im WK VII
1941
Jan./Mai: in Aufstellung BdE im WK VII
Juni/Sept.: XXVII; 1. Armee; "D"; Westen; Demark. Linie
Okt./Dez.: XXXXV; 1. Armee; "D"; Westen; Demark. Linie
1942
Jan./Mai: XXXXV; 1. Armee; "D"; Westen; Demark. Linie
Juni/Juli: LXXXIII; Felber; "D"; Westen; Raum Paris
Die "Schematischen Kriegsgliederungen" setzen erst mit dem 8. Juni 1940 ein; aus dem ersten Vierteljahr 1944 fehlen sie.
Bearbeitungshinweis: Die Bestände der Divisionskommandos waren bereits im Jahr 1984 verzeichnet worden (Frau Ganser). Das hieraus im April 1988 fertiggestellte Findbuch wurde 2010 retrodigitalisiert und 2012 sowie 2015 überarbeitet.
Bestandsbeschreibung: Wie die Kriegstagebücher (KTB) aller anderen Verbände und Dienststellen des Heeres waren auch die KTB der Divisionen vom Mobilmachungstag (26. August 1939) an das Heeresarchiv Potsdam abzugeben, wo sie eine Zugangssignatur erhielten (anfangs getrennt nach Kriegsschauplätzen: P für Polen, W für Westen; nach Beendigung des West- und des Norwegenfeldzuges aber nur nach laufender Nummer) und in dieser Reihenfolge eingelagert, dann aber systematisch nach den KTB-führenden Stellen und Abteilungen in Eingangslisten erfasst wurden. Diese Listen (so genannte "Potsdam-Listen") sind erhalten geblieben. Aus ihnen geht hervor, dass noch bis Anfang bzw. Mitte 1944 Kriegstagebücher von Divisionen beim Heeresarchiv eingegangen sind. Jedoch sind die Kriegstagebücher, die später als Mitte oder Ende 1943 in Potsdam eingingen, offenbar nicht mehr in die Zweigstelle Liegnitz ausgelagert und mit allen anderen Beständen, die sich noch in Potsdam befanden, beim Brand des Heeresarchivs im April 1945 vernichtet worden. Weitere Aktenverluste, die nur zum Teil durch Ersatzakten aus Doppelüberlieferungen aufgefüllt werden konnten, waren bereits beim Brand in der Kriegswissenschaftlichen Abteilung des Generalstabs des Heeres im Februar 1942 entstanden. Die nach Liegnitz ausgelagerten Divisionsbestände gelangten mit einem Evakuierungszug Anfang 1945 nach Thüringen, wo sie im April 1945 von amerikanischen Truppen erbeutet und über Frankfurt/Main in die USA gebracht wurden. Dort wurden sie nochmals erfasst und - mit Ausnahme der Quartiermeister-Unterlagen - verfilmt. Ab 1962 erfolgte die Rückgabe an die Bundesrepublik Deutschland. Die Unterlagen kamen zunächst in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, von wo sie nach deren Auflösung Anfang 1968 in die Abteilung Militärarchiv gelangten.
Akten aus der Vorkriegszeit sind bei den Infanterie-Divisionen nur in drei Ausnahmefällen in größerer Zahl überliefert: - 7., 10. und 17. Inf.Div.; diese drei Divisionen waren im Wehrkreis VII (München), bzw. im später (1937) eingerichteten, ebenfalls bayerischen Wehrkreis XIII (Nürnberg) beheimatet. Für beide Wehrkreise muss etwa Anfang 1941 eine Aktensammelaktion befohlen worden sein, ohne dass hierüber Näheres bekannt geworden wäre. Unbekannt ist auch, wo sich die Aktensammelstelle befand, in der amerikanische Truppen 1945 mehrere tausend Akten von Stäben, Truppenteilen und Dienststellen mit bayerischen Standorten aus der Zeit 1919 bis 1941 erbeuteten. Dieses Schriftgut wurde nach der Rückgabe aufgeteilt; Divisionsakten kamen in die Bestandsgruppe RH 26. Von diesen drei Ausnahmen also abgesehen, ist aus den Vorkriegsjahren praktisch nichts vorhanden; Gleiches gilt für das bei den einzelnen Abteilungen der Divisionsstäbe außerhalb der Kriegstagebuch-Unterlagen angefallene Routine-Schriftgut.
In den einzelnen Rückgaben waren enthalten:
- Sept. 1962: 1.-6. Division
- März 1963: 7.-18. Division
- Juli 1963: 19.-23. Division
- März 1964: 24.-34. und 73. bis 79. Division
- Juli 1964: 35.-72. und 81. Division
- März 1964: 82.-100. Division
- Sept. 1965: 101.-125. Division
- Mai 1966: 126.-212. und 215.-217. Division
- Juli 1966: 213. Sich. Division
- Dez. 1966: 218.-295. Division
- Mai 1967: 296.-383. Division, 999. le. Afrika-Division, Div. Brandenburg
Das Aktenmaterial aus Potsdam bzw. Liegnitz, das etwa 95 bis 98% der Bestände ausmacht, wird ergänzt durch Beuteschriftgut vom westlichen Kriegsschauplatz, das in den USA zumeist "Pseudo-Potsdam-Nummern" ab 70.000 erhalten hat, sowie durch Einzelakten aus anderen in den USA zum Teil unter Sachbetreffen gebildeten Schriftgutgruppen (z.B. „EAP") und durch Abgaben aus Privathand, darunter auch Nachkriegs-Ausarbeitungen der Operational History (German) Section der Historical Division der US-Army/Studiengruppe Wehrmachtführung und Heer.
Die Gliederung des Aktenmaterials ist stets die gleiche:
- Stammtafeln (mit organisationsgeschichtlichen Angaben auch zu den Divisionseinheiten)
- Abteilung Ia (Führungsabteilung; auch Ausbildungsangelegenheiten)
- Abteilung Ic (Feindaufklärung, Spionage- und Sabotageabwehr, Truppenbetreuung)
- Abteilung IIa/IIb (Adjutantur: Personalwesen)
- Abteilung Ib (Quartiermeister) mit den Unterabteilungen
III (Gericht)
IVa (Intendant)
IVb (Div.Arzt)
IVc (Div.Veterinär)
IVd ev./kath. (Div. Geistliche)
- Kommandant des Div.Stabsquartiers (nur im ersten Kriegsjahr)
- Sonstige Unterlagen
Inhaltliche Charakterisierung: Ia: KTB von Mitte Nov. 1940 bis Ende Dez. 1943 und Ende Juni bis Anfang Sept.
Ib: KTB von Mitte Nov. 1940 bis Ende Dez. 1941 und von Mitte Okt. 1942 bis Ende Dez. 1943
Ic: TB von März 1941 bis Ende Sept. 1943 und von Nov. bis Dez. 1943
IIa: TB von Mitte Okt. 1942 bis Mitte März 1943 und von Mai bis Dez. 1943
Fremde Archive: Deutsche Dienststelle (WASt) Berlin: Erkennungsmarken-Verzeichnisse und namentliche Verlustmeldungen
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: Bestände:
RH 7 (OKH / Heerespersonalamt, darin Verleihungsvorschläge und Verleihungslisten)
RH 15 (OKH/Allgemeines Heeresamt)
PERS 15 (Verfahrensakten von Gerichten der Reichswehr und Wehrmacht)
RW 60 (Gerichte der Reichswehr und Wehrmacht)
ZA 1 (Operational History (German) Section der Historical Division der US-Army / Studiengruppe Wehrmachtführung und Heer)
Akten:
RH 15/329: Gefechtsberichte der 337. Infanterie-Division 20. Juni - 30. Juni 1944
RH 15/381: Kriegstagebuch der 337. Infanterie-Division vom 21. Juni bis 6. Sept. 1944
ZA1/ 1950: Toppe, Alfred und andere: Nachtgefechte
Literatur: Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va. Washington 1958 ff., Bd. 73
Held, Walter: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg. Eine Bibliographie der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. 5 Bde. Osnabrück 1978 ff.
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945. 20 Bde. Osnabrück 1967 ff.
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