Evangelisches Hilfswerk für Internierte und Kriegsgefangene e.V. (Bestand)
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BArch MSG 194
call number: MSG 194
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Bundesrepublik Deutschland mit westalliierten Besatzungszonen (1945 ff) >> Organisationen und Verbände >> Militärische Traditions- und Interessenverbände >> Wehrmacht und Waffen-SS
1939-1990
Geschichte des Bestandsbildners: Das Evangelische Hilfswerk für Internierte und Kriegsgefangene e.V. wurde am 4. Oktober 1939 von Bischof Theodor Heckel gegründet, der in den Jahren 1928 bis 1945 auch Leiter des für die Ökumene zuständigen Kirchlichen Außenamtes der Deutschen Evangelischen Kirche (DEK) war.
Während des Zweiten Weltkrieges bemühte sich das EHIK um die Versorgung und seelsorgerische Betreuung der etwa 53.000 im Ausland internierten Deutschen sowie der deutschen Kriegsgefangenen. Ein Schwerpunkt der Arbeit war der vierteljährliche Versand des sogenannten "Bildblattes", das als Bindeglied der Internierten und Gefangenen mit ihrer Heimat fungieren sollte. Zudem unterstützte das EHIK den Aufbau von Bildungseinrichtungen in den Internierungs- und Kriegsgefangenenlagern. Zur Information und Weiterbildung der internierten Lagerpfarrer und Missionare versandte das EHIK theologische Lehrbriefe. Das Hilfswerk übernahm auch die seelsorgerische Beteruung ausländischer Gefangener in Deutschland, indem Predigttexte in englischer und französischer Sprache erstellt sowie Bibeln, Gebetbücher und theologische Veröffentlichungen verteilt wurden.
Bereits Ende Mai 1945 nahm das EHIK seine Arbeit mit der Unterstützung der amerikanischen Besatzungsmacht wieder auf. Die im Zusammenhang mit 11 Millionen deutschen Kriegsgefangenen und millionenfachen Vermissten entstandenen gesellschaftspolitischen Herausforderungen bestimmten das Wirken des EHIK in der Nachkriegszeit. In Zusammenarbeit mit anderen nationalen und internationalen kirchlichen Organisationen beider Konfessionen und staatlichen Stellen der Gewahrsamsmächte stand der Suchdienst nach dem Verbleib deutscher Kriegsgefangener im Vordergrund. Das EHIK unterstützte dabei insbesondere die Bemühungen, eine Verbindung zwischen den Kriegsgefangenen und ihren Angehörigen herzustellen. Darüber hinaus gründete das Hilfswerk eine "Ärztehilfe" speziell für Heimkehrerärzte. Neben dem Versand von Bild- und Spruchkarten mit seelsorgerischen Texten wurden auch Lebensmittelpakete in die Kriegsgefangenenlager verschickt.
Durch seelsorgerische Arbeit und Unterstützung bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzbeschaffung versuchte das Hilfswerk engagierte sich das Hilfswerk auch bei der Integration der heimkehrenden Kriegsgefangenen. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang die vom EHIK veranstalteten Kriegsgefangenengebetswochen- und Gottesdiensten sowie seine Gesuche an die Gewahrsamsmächte. Nach der Rückkehr der letzten deutschen Kriegsgefangenen zu Jahrensbeginn 1956 verlagerte sich die Tätigkeit des Hilfswerks auf karitative Aufgaben.
Die Finanzierung des EHIK erfolgte durch Spenden der Landeskirchen, Pfarrämter und Gemeindemitglieder. Mit Beschluss einer außerordentlichen Mitgliederversammlung löste sich das EHIK im Jahre 1997 auf.
Bestandsbeschreibung: Der Bestand umfasst die Grundsatzakten und Korrespondenzakten sowie Berichte, Erinnerungen und Dokumentationen. Briefe von Kriegsgefangenen, Kriegsverurteilten und Internierten sowie der Schriftwechsel mit deren Angehörigen stellen den Hauptteil des Bestandes dar.
Zitierweise: BArch MSG 194/...
Während des Zweiten Weltkrieges bemühte sich das EHIK um die Versorgung und seelsorgerische Betreuung der etwa 53.000 im Ausland internierten Deutschen sowie der deutschen Kriegsgefangenen. Ein Schwerpunkt der Arbeit war der vierteljährliche Versand des sogenannten "Bildblattes", das als Bindeglied der Internierten und Gefangenen mit ihrer Heimat fungieren sollte. Zudem unterstützte das EHIK den Aufbau von Bildungseinrichtungen in den Internierungs- und Kriegsgefangenenlagern. Zur Information und Weiterbildung der internierten Lagerpfarrer und Missionare versandte das EHIK theologische Lehrbriefe. Das Hilfswerk übernahm auch die seelsorgerische Beteruung ausländischer Gefangener in Deutschland, indem Predigttexte in englischer und französischer Sprache erstellt sowie Bibeln, Gebetbücher und theologische Veröffentlichungen verteilt wurden.
Bereits Ende Mai 1945 nahm das EHIK seine Arbeit mit der Unterstützung der amerikanischen Besatzungsmacht wieder auf. Die im Zusammenhang mit 11 Millionen deutschen Kriegsgefangenen und millionenfachen Vermissten entstandenen gesellschaftspolitischen Herausforderungen bestimmten das Wirken des EHIK in der Nachkriegszeit. In Zusammenarbeit mit anderen nationalen und internationalen kirchlichen Organisationen beider Konfessionen und staatlichen Stellen der Gewahrsamsmächte stand der Suchdienst nach dem Verbleib deutscher Kriegsgefangener im Vordergrund. Das EHIK unterstützte dabei insbesondere die Bemühungen, eine Verbindung zwischen den Kriegsgefangenen und ihren Angehörigen herzustellen. Darüber hinaus gründete das Hilfswerk eine "Ärztehilfe" speziell für Heimkehrerärzte. Neben dem Versand von Bild- und Spruchkarten mit seelsorgerischen Texten wurden auch Lebensmittelpakete in die Kriegsgefangenenlager verschickt.
Durch seelsorgerische Arbeit und Unterstützung bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzbeschaffung versuchte das Hilfswerk engagierte sich das Hilfswerk auch bei der Integration der heimkehrenden Kriegsgefangenen. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang die vom EHIK veranstalteten Kriegsgefangenengebetswochen- und Gottesdiensten sowie seine Gesuche an die Gewahrsamsmächte. Nach der Rückkehr der letzten deutschen Kriegsgefangenen zu Jahrensbeginn 1956 verlagerte sich die Tätigkeit des Hilfswerks auf karitative Aufgaben.
Die Finanzierung des EHIK erfolgte durch Spenden der Landeskirchen, Pfarrämter und Gemeindemitglieder. Mit Beschluss einer außerordentlichen Mitgliederversammlung löste sich das EHIK im Jahre 1997 auf.
Bestandsbeschreibung: Der Bestand umfasst die Grundsatzakten und Korrespondenzakten sowie Berichte, Erinnerungen und Dokumentationen. Briefe von Kriegsgefangenen, Kriegsverurteilten und Internierten sowie der Schriftwechsel mit deren Angehörigen stellen den Hauptteil des Bestandes dar.
Zitierweise: BArch MSG 194/...
Evangelisches Hilfswerk für Internierte und Kriegsgefangene e.V. (EHIK), 1939-1997
471 Aufbewahrungseinheiten; 17,5 laufende Meter
Archivbestand
deutsch
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg sind insbesondere die Bestände MSG 200 (Elsa-Brändström-Gedächtnisarchiv), B 433 (Verband der Heimkehrer, Kriegsgefangenen und Vermißtenangehörigen Deutschlands e.V.) sowie B 205 (Wissenschaftliche Kommission für deutsche Kriegsgefangenengeschichte) einschlägig. Weitere Einzelunterlagen mit Bezug auf die Kriegsgefangenschaft befinden sich in Nachlass- und Sammlungsbeständen.
Literatur: Rolf-Ulrich Kunze: Das Evangelische Hilfswerk für Internierte und Kriegsgefangene 1945-1955/56 : Ein Beitrag zur evangelischen Diakonie- und Seelsorgegeschichte und zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion, in: Zeitschrift für bayerische Kirchengeschichte 65 (1996), S. 32-84.
Rolf-Ulrich Kunze: Theodor Heckel, 1894-1967. Eine Biographie, Stuttgart 1997 (Konfession und Gesellschaft; 13).
Literatur: Rolf-Ulrich Kunze: Das Evangelische Hilfswerk für Internierte und Kriegsgefangene 1945-1955/56 : Ein Beitrag zur evangelischen Diakonie- und Seelsorgegeschichte und zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion, in: Zeitschrift für bayerische Kirchengeschichte 65 (1996), S. 32-84.
Rolf-Ulrich Kunze: Theodor Heckel, 1894-1967. Eine Biographie, Stuttgart 1997 (Konfession und Gesellschaft; 13).
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 10:58 MESZ
Hierarchie
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