Spruchgericht Bielefeld (Bestand)
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BArch Z 42-IV
call number: Z 42-IV
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Bundesrepublik Deutschland mit westalliierten Besatzungszonen (1945 ff) >> Westalliierte Besatzungszonen (1945-1949) >> Justiz
1946-1949
Geschichte des Bestandsbildners: Die Aburteilung aller Mitglieder derjenigen Organisationen, die vom Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg für verbrecherisch erklärt worden waren (Korps der Politischen Leiter, Gestapo, SD, SS) war in der britischen Zone Aufgabe von besonderen Spruchgerichten. Spruchgerichtsverfahren fanden zusätzlich zu den in allen Zonen üblichen Entnazifizierungsverfahren statt. Durch Allgemeine Verfügung des Präsidenten des Zentral-Justizamtes vom 1. Juni 1947 wurde für jedes der sechs britischen Internierungslager (Neuengamme, Eselsheide, Staumühle, Fallingbostel, Recklinghausen und Sandbostel) ein Spruchgericht errichtet.
Die Spruchgerichte bildeten den ersten Rechtszug bzw. die erste Instanz in der Spruchgerichtsbarkeit. Die Spruchkammern bestanden in mündlichen Verhandlungen aus einem Vorsitzenden mit Befähigung zum Richteramt sowie zwei ehrenamtlichen Schöffen. Die Mitglieder der Spruchgerichte durften weder der NSDAP angehört, noch in einer Gliederung der NSDAP ein Amt bekleidet haben.
Für das Lager Eselsheide wurde das Spruchgericht Bielefeld gebildet. Es bestand zunächst aus zwanzig Spruchkammern. Die Anzahl der Spruchkammern schwankte im Verlauf der Zeit und nahm gegen Ende der Tätigkeit der Spruchgerichte immer mehr ab. Im Jahr 1949 begann ein schrittweiser Abbau der Spruchgerichtsbarkeit. Ab 1. April 1950 existierte - neben dem Obersten Spruchgerichtshof im Hamm - nur noch das Spruchgericht und die Anklagebehörde in Bielefeld. Die Abwicklung wurde durch eine nicht veröffentlichte Verwaltungsvereinbarung der Länder der ehemaligen britischen Zone vom 20. Januar 1957 geregelt.
Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte
Die Akten des Spruchgerichts sind 1973 über die Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Bielefeld ins Bundesarchiv gelangt.
Archivische Bewertung und Bearbeitung
Die Überlieferung besteht aus Verfahrensakten und einigen Generalakten. Die Verfahren sind über einen Personenindex nach Namen recherchierbar.
Inhaltliche Charakterisierung: Verfahrensakten (7236), Generalakten (166). Die Mehrzahl der Verfahren richtete sich gegen Ortsgruppen- und Kreisleiter sowie Angehörige von Gestapo, SD und SS mit entsprechenden Rängen, doch sind z.B. auch mehrere Gauleiter, höhere Ministerialbeamte und Förderer der NSDAP aus dem Bereich der Wirtschaft vertreten. Zu den Generalakten siehe auch Z 42 I.
Erschließungszustand: Vollständig erschlossen; Online-Findbuch für die Generalakten. Zu den Verfahrensakten liegt ein alphabetischer und nummerischer Index vor.
Zitierweise: BArch Z 42-IV/...
Die Spruchgerichte bildeten den ersten Rechtszug bzw. die erste Instanz in der Spruchgerichtsbarkeit. Die Spruchkammern bestanden in mündlichen Verhandlungen aus einem Vorsitzenden mit Befähigung zum Richteramt sowie zwei ehrenamtlichen Schöffen. Die Mitglieder der Spruchgerichte durften weder der NSDAP angehört, noch in einer Gliederung der NSDAP ein Amt bekleidet haben.
Für das Lager Eselsheide wurde das Spruchgericht Bielefeld gebildet. Es bestand zunächst aus zwanzig Spruchkammern. Die Anzahl der Spruchkammern schwankte im Verlauf der Zeit und nahm gegen Ende der Tätigkeit der Spruchgerichte immer mehr ab. Im Jahr 1949 begann ein schrittweiser Abbau der Spruchgerichtsbarkeit. Ab 1. April 1950 existierte - neben dem Obersten Spruchgerichtshof im Hamm - nur noch das Spruchgericht und die Anklagebehörde in Bielefeld. Die Abwicklung wurde durch eine nicht veröffentlichte Verwaltungsvereinbarung der Länder der ehemaligen britischen Zone vom 20. Januar 1957 geregelt.
Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte
Die Akten des Spruchgerichts sind 1973 über die Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Bielefeld ins Bundesarchiv gelangt.
Archivische Bewertung und Bearbeitung
Die Überlieferung besteht aus Verfahrensakten und einigen Generalakten. Die Verfahren sind über einen Personenindex nach Namen recherchierbar.
Inhaltliche Charakterisierung: Verfahrensakten (7236), Generalakten (166). Die Mehrzahl der Verfahren richtete sich gegen Ortsgruppen- und Kreisleiter sowie Angehörige von Gestapo, SD und SS mit entsprechenden Rängen, doch sind z.B. auch mehrere Gauleiter, höhere Ministerialbeamte und Förderer der NSDAP aus dem Bereich der Wirtschaft vertreten. Zu den Generalakten siehe auch Z 42 I.
Erschließungszustand: Vollständig erschlossen; Online-Findbuch für die Generalakten. Zu den Verfahrensakten liegt ein alphabetischer und nummerischer Index vor.
Zitierweise: BArch Z 42-IV/...
Spruchgericht Bielefeld, 1947-1949
7437 Aufbewahrungseinheiten; 107,0 laufende Meter
Archivbestand
deutsch
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
24.04.2026, 10:58 AM CEST