Der Würzburger Bischof Rudolf [von Scherenberg] entscheidet auf Bitte der beteiligten Parteien einen Streit zwischen Abt Georg [Salzkestner], dem Konvent des Klosters St. Stephan in Würzburg und seinen Beständnern auf dem Stefaner- oder Fronhof in Poppenlauer (Boppenlawer) und den zu diesem gehörenden Afterlehen auf der einen Seite sowie Eberhard von Maßbach und Andreas von Herbstadt (Herbilstat) auf der anderen Seite wegen der Frondienste sowie Herberge und Atzung, welche die Letzteren von den Beständnern fordern. Der Bischof bestimmt den Umfang der von dem Hof und den Afterlehen zu leistenden Frondienste und legt fest, dass diese auch gegen eine jährliche Zahlung abgelöst werden können. Herberge und Atzung sollen Eberhard von Maßbach und Andreas von Herbstadt auf dem Hof und seinen Afterlehen künftig nicht mehr fordern. Dafür erhalten sie von den Beständnern eine festgelegte jährliche Summe. Außerdem steht ihnen von den Beständnern noch ein jährliches Schirmgeld in festgelegter Höhe zu, wofür sie deren Schutz übernehmen sollen. Diese Gerechtsame stehen den beiden auf Lebenszeit zu. Stirbt einer, dann kann das Kloster seinen Anteil an den Gerechtsamen von seinen Erben käuflich erwerben. Beide Parteien stimmen diesen Bestimmungen ausdrücklich zu. Der geben ist am montag nach vnnser lieben Frawen tag Concepcionis genant 1479. Aussteller: Bischof von Würzburg. Empfänger: Kloster St. Stephan
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Der Würzburger Bischof Rudolf [von Scherenberg] entscheidet auf Bitte der beteiligten Parteien einen Streit zwischen Abt Georg [Salzkestner], dem Konvent des Klosters St. Stephan in Würzburg und seinen Beständnern auf dem Stefaner- oder Fronhof in Poppenlauer (Boppenlawer) und den zu diesem gehörenden Afterlehen auf der einen Seite sowie Eberhard von Maßbach und Andreas von Herbstadt (Herbilstat) auf der anderen Seite wegen der Frondienste sowie Herberge und Atzung, welche die Letzteren von den Beständnern fordern. Der Bischof bestimmt den Umfang der von dem Hof und den Afterlehen zu leistenden Frondienste und legt fest, dass diese auch gegen eine jährliche Zahlung abgelöst werden können. Herberge und Atzung sollen Eberhard von Maßbach und Andreas von Herbstadt auf dem Hof und seinen Afterlehen künftig nicht mehr fordern. Dafür erhalten sie von den Beständnern eine festgelegte jährliche Summe. Außerdem steht ihnen von den Beständnern noch ein jährliches Schirmgeld in festgelegter Höhe zu, wofür sie deren Schutz übernehmen sollen. Diese Gerechtsame stehen den beiden auf Lebenszeit zu. Stirbt einer, dann kann das Kloster seinen Anteil an den Gerechtsamen von seinen Erben käuflich erwerben. Beide Parteien stimmen diesen Bestimmungen ausdrücklich zu. Der geben ist am montag nach vnnser lieben Frawen tag Concepcionis genant 1479. Aussteller: Bischof von Würzburg. Empfänger: Kloster St. Stephan
Kloster St. Stephan Würzburg Urkunden 539
StA Würzburg: Würzburger Urkunden 75 / 278
Registratursignatur/AZ: 335 (18. Jh.); S (18. Jh.); anno 1479 / 6 (18. Jh.); W D 7 § 11 N 2 (18 Jh.)
Kloster St. Stephan Würzburg Urkunden
Kloster St. Stephan Würzburg Urkunden >> Einzelregestierung von Urkunden
1479 Dezember 13
Pergament
Urkunden
ger
Besiegelung/Beglaubigung: siehe Feld: Äußere Beschreibung
Überlieferung: Original
Literatur: Regest: Urkundenbuch St. Stephan, Bd. 2, Nr. 859 S. 647 - 650 Repertorium: Rep. 1, Bd. 6, S. 476
Vermerke: Rückvermerke: Inhaltsagaben (15. u. 16. Jh.); anno Domini etcetera lxxxiii am freytage nach dem sontage Misericordia Domini [1483 April 18] vmb ein hore nachmittage vff dem bischofflichen sale in der cantzley haben die geystlichen hern, mit namen herre Cunradt, prior, vnd herre Niclas, kelner des closters zu sant Steffan zu Wurtzburgk, an stat des erwirdigen vnd geystlichen hern apte vnd conuents des nechstgemelten closters dem erbern vnde vesten Christoffel Marschalke, an der zeytt ratte vnsers gnedigen hern von Wurtzburg, ausgericht vnd bezalt hundertsibentzig vnd vier gulden in golde mynner zwenczig pfenning. Domit sie disen spru/e/chbrieffe mit siner innhalt, den der obgenant vnser gnediger herre von Wurtzburg zwischen apte vnd conuent obgemelte an einem, Eberhartten von Masbach vnd Endres von Herbilstat seligen anderteyls hieuor gethan hat, erlediget vnd erloset haben. Darauff der genante Cristoffel Marschalke den genanten hern diesen spruchbriue williglichen vbergeben. Dem allem nach haben dieselben herren vor Peter vom Lande vnd mir, Michel Sawern, bede notarien, protestirt vnd gebethen, ob es nott sein wurde, ein oder mere offenn vrkunde vnd instrument doruber zu machen in geinwertikeyt der ersamen vnd weysen Hannsen Winters, Endres Leysners, beyde burgermeystere, Jeronimus Golers, Hansen Pfeyffelmans vnd andere als erbeten vnd zugeforderten gezugen (15. Jh.).
Medium: A = Analoges Archivalie
Äußere Beschreibung: Überlieferungsart: Ausf.; dt. Beschreibstoff: Perg. Siegel: S 1: Bischof; an Pergamentstreifen anhängend, unbesch. S 2: Kloster St. Stephan, Abt; an Pergamentstreifen anhängend, leicht besch. S 3: Kloster St. Stephan, Konvent; an Pergamentstreifen anhängend, stark besch. S 4: Eberhard von Maßbach; an Pergamentstreifen anhängend, gut erhalten S 5: Andreas von Herbstadt; an Pergamentstreifen anhängend, gut erhalten
Überlieferung: Original
Literatur: Regest: Urkundenbuch St. Stephan, Bd. 2, Nr. 859 S. 647 - 650 Repertorium: Rep. 1, Bd. 6, S. 476
Vermerke: Rückvermerke: Inhaltsagaben (15. u. 16. Jh.); anno Domini etcetera lxxxiii am freytage nach dem sontage Misericordia Domini [1483 April 18] vmb ein hore nachmittage vff dem bischofflichen sale in der cantzley haben die geystlichen hern, mit namen herre Cunradt, prior, vnd herre Niclas, kelner des closters zu sant Steffan zu Wurtzburgk, an stat des erwirdigen vnd geystlichen hern apte vnd conuents des nechstgemelten closters dem erbern vnde vesten Christoffel Marschalke, an der zeytt ratte vnsers gnedigen hern von Wurtzburg, ausgericht vnd bezalt hundertsibentzig vnd vier gulden in golde mynner zwenczig pfenning. Domit sie disen spru/e/chbrieffe mit siner innhalt, den der obgenant vnser gnediger herre von Wurtzburg zwischen apte vnd conuent obgemelte an einem, Eberhartten von Masbach vnd Endres von Herbilstat seligen anderteyls hieuor gethan hat, erlediget vnd erloset haben. Darauff der genante Cristoffel Marschalke den genanten hern diesen spruchbriue williglichen vbergeben. Dem allem nach haben dieselben herren vor Peter vom Lande vnd mir, Michel Sawern, bede notarien, protestirt vnd gebethen, ob es nott sein wurde, ein oder mere offenn vrkunde vnd instrument doruber zu machen in geinwertikeyt der ersamen vnd weysen Hannsen Winters, Endres Leysners, beyde burgermeystere, Jeronimus Golers, Hansen Pfeyffelmans vnd andere als erbeten vnd zugeforderten gezugen (15. Jh.).
Medium: A = Analoges Archivalie
Äußere Beschreibung: Überlieferungsart: Ausf.; dt. Beschreibstoff: Perg. Siegel: S 1: Bischof; an Pergamentstreifen anhängend, unbesch. S 2: Kloster St. Stephan, Abt; an Pergamentstreifen anhängend, leicht besch. S 3: Kloster St. Stephan, Konvent; an Pergamentstreifen anhängend, stark besch. S 4: Eberhard von Maßbach; an Pergamentstreifen anhängend, gut erhalten S 5: Andreas von Herbstadt; an Pergamentstreifen anhängend, gut erhalten
Scherenberg, Rudolf von, Würzburg, Bischof
Salzkestner, Georg, Würzburg, Kloster St. Stephan, Abt
Marckart, Johannes, Poppenlauer
Spieß, Georg, Poppenlauer
Spieß, Konrad, Poppenlauer
Hufnagel, Klaus, Poppenlauer
Hufnagel, Georg, Poppenlauer
Hufnagel, Margarete, Poppenlauer
Maßbach, Eberhard von
Herbstadt, Andreas von
Würzburg, Bischof
Würzburg, Kloster, St. Stephan, Abt
Würzburg, Kloster, St. Stephan, Konvent
Würzburg, Gericht, geistliches
Würzburg, Währung
Poppenlauer (Gde. Maßbach/Lkr. Bad Kissingen), Beständner
Poppenlauer (Gde. Maßbach/Lkr. Bad Kissingen), Hof, Stefaner- oder Fronhof
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
20.08.2025, 9:55 AM CEST
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CC0 1.0 Universal