Urgicht des Michel Hipp
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A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. 7486
A 2 e (Urfehden u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26) >> Bd. 21 Urgichten
(15)64 Juli 26, und folgende Tage
Regest: 1) Als er und andere wegen etlicher Reden vor den Rat gestellt und mit Worten gestraft wurden, seien sie den nächsten (= auf nächstem Weg oder sofort) ab dem Rathaus in Michels Haus gezogen, haben sich vollgezecht, darauf sei er mit argem, bösem Vorsatz hinaus in das Feld geritten, habe sich vorgenommen den Hirten der Neuen Stadt zu schlagen, wie er sich auch dessen unterstand (= es unternahm) und sich unter der Eich nicht entschitt (wohl: davon nicht abliess). Wenn nicht Leut dazu gekommen wären auf Geschrei des Hirtenknaben, hätte er ohne Zweifel sein mörderisch, schändlich und unbiedermännisch Vornehmen vollbracht.
2) Er hab 1 Fell von Mirome (Hieronymus?) Hepper gekauft und ihm eines gestohlen.
3) Er hab Erhardt Keeser auch ein gegerbtes Fell genommen.
4) Vor 8 Jahren, als er Geißhirt war, hab er nach und nach 3 Schaf und 1 Lamm gemetzget, heimgetragen und gefressen.
5) 4 Pfund Wolle dem Simon Zeyb entwendet und ein Wifling (= grobes Gewebe) daraus gemacht.
6) Dem Simon Zeyb 6 Pfund Wolle gestohlen und verkauft.
7) Dem Urban Zaininger in den Keller eingebrochen, 4 Mass Wein und 4 Laib Brot genommen.
8) Er und Jacob Göttlin der Scheler (= Schinder) haben ein Pulver gemacht auf die Wasen, als er noch Hirt gewesen, und gestreut und das Vieh damit getötet. In diesem Jahr hab er auch auf den Scheinrain (Schönrain) gesät. Der genannte Schinder hab ihm von einer Kuh zu Zeiten 2 Batzen, zu Zeiten 1 Mass Wein gegeben und habe ihn, Hipp, das Pulver auch zu machen gelehrt.
9) Dem Hans Schuhmacher von Ginningen (Gönningen) 1 Laib Brot aus dem Keller genommen.
10) Er und der Scheler haben einen Hirsch und Wild aus den Wäldern heimgetragen und das Fleisch gebraucht und die Hiet (= Häute) verkauft.
11) 1 Schaf gestochen und in des Schinders Haus gegessen.
12) Obst bei Nacht oft gestohlen und in (aus) vielen Gütern heimgetragen.
13) An manchen Orten Kraut abgehauen und genommen.
14) Bei Nacht Wein in Keltern genommen, in des Schelers Haus getragen und verzecht.
15) In der Hirter(in) Garten bei Nacht Trauben abgeschnitten.
16) Als die Reiter hier waren, da sei er, Michel Hipp, und des Lists Knecht von Pfullingen im Garten des Schultheissen zu Bronnweiler über Nacht gelegen. Da hab er, Hipp, 6 Hämmel von des Lists Haufen genommen und unter den Haufen seines Meisters Jorg Gailler geschlagen, hab sie nachmals gegenüber dem Gailler ver ... (?) wollen. Aber der Gailler hab sich geweigert, und er hab die Hämmel wieder hinauf gen Pfullingen treiben müssen.
17) Er und der Schinder haben 2 Reinsen (= Reusen) im oberen und unteren Brunnen aufgeschnitten, aus der einen 10, aus der andern 12 Karpfen gestohlen.
18) Ungefähr ...(?) dem Michel Decker selig Wein (?), seien Hipp und der Schinder ... (?) Wein geholt, und als der Schinder 3 Mass gefasst, hab Hipp sich in dem Keller verschlagen (= versteckt) und als Decker und sein Gesinn (= Gesinde) schlafen gegangen, hab er einen Kupferhafen voll Weins und einen Schmalzhafen gestohlen und sei dahinten aus dem Keller gegangen.
19) Als die Mess-Anna Wein schenkte, hab sein Gesell, der Schinder, 3 Mass Wein geholt und Hipp sich in dem Keller verschlagen (= versteckt) und auch 3 Mass Wein genommen.
20) Ungefähr 3 Jahr (= vor 3 Jahren?) hab er dem Schinder über des Stadtschreibers Gartentor geholfen, er hab Tuch auf der Bleiche gestohlen und ihm, Hipp, 1/2 fl als seinen Teil gegeben.
21) Ungefähr vor 3 Wochen hab Hipp 12 Ellen Tuch auf dem Gänswasen genommen und zu Kirchen (Kirchheim) unter Teck um 14 Batzen verkauft.
22) Die Punkte alle, die im Bekenntnis des Jacob Göttlin enthalten sind und auf die Person des Michel Hipp lauten, sind ihm ordentlich vorgehalten worden. Er bekennt sie alle und jeden im einzelnen als wahr. Hipp habe dem Göttlin allwegen (= stets) geholfen und seinen gebührenden Teil dabei gehabt.
(15)64. 26. Juli und folgende Tage.
Bekenntnis des Jacob Göttlin, des Schinders.
1) Er hab einen Hirsch und Wild dem Hipp aus den Wäldern helfen führen und tragen, es gefressen und die Hiet (= Häute) verkauft.
2) Dem Hipp helfen ein Schaf stechen und gegessen.
3) Kabaskraut (= Kohlköpfe) in Gärten abgehauen und weggetragen. Er weiss nicht, wem die Gärten gehören.
4) Nachts Trauben zu Sondelfingen abgeschnitten und gestohlen.
5) ... (?) bei den Armbrustschützen des Nachts und darin geeischet (= gefordert?).
6) Oftmals bei Nacht Obst hin und her in Gärten genommen.
7) Er und Michel Hipp haben ein Pulver gemacht und auf den Schönrain gestreut. Welches Vieh davon gegessen, das hab müssen sterben. Er hab allwegen dem Hipp etwas ... (?) zu Lohn gegeben. Sie haben's so für und für ... (?) gebraucht.
8)Ihn, Jacob, hab solches Pulver zu machen gelehrt ein Scheler (= Schinder)-Knecht, als er noch jung war. Der hab bei seinem Eni (= Grossvater) gedient, sei hernach zu Münsingen enthauptet worden.
9)Er hab solches Pulver auch zu Metzingen bei der langen Brücke bei dem Seewasen gestreut. Der Hipp sei dabei gewesen.
10) Er hab ein wütend Schwein zu Sickenhausen ausgegraben, in Stücke gehauen und an einen Baum gebunden, damit die andern Schwein, die davon essen, auch wütend werden. Michel Hipp hab ihm die Weiden gegeben und dazu geholfen, hab's auch auf dem Wasen umhergeschleift.
11) Ungefähr vor 1 Jahr sei der Wasenmeister (= Abdecker, Schinder) von Böblingen bei ihm über Nacht gewesen. Dem hab er 5 fl gestohlen und dem Hipp davon gegeben.
12) Er und Hipp haben 2 Schaf aus dem Pferch gestohlen und in Göttlins Haus gegessen (?) 1/2 Schaf ... (?).
13) Er hab von den toten ... (?) Bein genommen, zu Pulver (= Asche) gebrannt ... (?) darunter getan, das Vieh damit ...(?) getötet ...(?) dem Vieh im Trank gegeben ... (?) sterben müssen.
14) Sie zwei haben ein Selbstgeschoss in des Stadtschreibers Garten aufgehoben und sich unterstanden, in das Häusle einzubrechen.
15) Bei Nacht in der Vorstadt 2 Gäns gefangen und miteinander in Göttlins Haus gegessen.
16) Ungefähr vor 4 Jahren sei er, Göttlin, über Pfullinger Röth dem Wasen zu geritten, habe das oben erwähnte Pulver in einem Brief gehabt und in die Weide gestreut. Das hab Hipp gesehen, hab die Geißen daselbst gehütet.
17) Er und Hipp haben in vergangener Zeit im Haus des Hans jung Helb Wein geholt. Da habe Hipp, während Göttlin den Wein fasste, eine Gans totgeschlagen. Die haben sie miteinander gegessen.
18) Er und Hipp seien oft in des Spitals und der Armen Keltern nachts klumen (= geklommen, geklettert, eingestiegen) und haben Wein in Gelten und Kübeln herausgetragen.
19) Sie haben einen Kübel Wein in der Weingärtner-Kelter gestohlen und in des ... (?) Haus ausgetrunken.
20) Ungefähr vor 3 Jahren seien sie zwei in Warlins (?) des Geißhirten Haus gen Giningen (Gönningen) gegangen, und als er ihnen des Nachts keinen Wein mehr geben wollte, sondern niedergegangen (= zu Bett gegangen) sei, haben sie aus einem Pass, das in der Tenne lag, Wein gelassen und es mit Wasser wieder gefüllt.
21) Ungefähr vor 2 Jahren haben sie mit einem kleinen Hamen (= Fischernetz) im Gänsweiher nachts gefischt und haben etwa 3 Fisch gefangen. Da seien sie verjagt worden. Doch bekennt Hipp, sie haben etwa 20 Stück gefangen.
22) Sie zwei haben 3mal aus dem Marktbrunnen Körblein mit Fischen gestohlen und seien einmal in ein Fischhaus eingebrochen, haben darin Neckarfische gefunden und immer einen miteinander gegessen.
23) Sie zwei haben einmal in Urban Zainingers Keller eingebrochen ...(?), Kupferhafen mit Wein und 2 Laib Brot genommen, dazu Hans Weiglin und ... (?) auch in den Keller eingebrochen und Wein daraus getragen. Immer hab Hipp ... (?) genommen und Göttlin die Strass gehütet, dass niemand komme.
24) Ungefähr vor 1 Jahr hab Göttlin verderbliches Pulver zwischen Wannweil und Wankheimer (?) Mühle gestreut ...(?).
25) 14 Tag hernach hab er Pulver oberhalb der Weilheimer Mühle gesät. Hab der Hipp auch gewusst.
26) Ungefähr vor 2 oder 3 Jahren hab er zu Neuhausen im Metzinger Tal Pulver auf den Wasen gestreut und hab's seinem Gesellen auch angezeigt.
27) Ungefähr vor 4 Jahren im Frühling hab er zwischen Altenburg und Kirchen (Kirchentellinsfurt) in der Giegin (= Geige?) Pulver gestreut. Hab's seinem Gesellen auch gesagt.
28) Auf Betzinger Markung gegen Weil (Wannweil) hab er das Pulver ungefähr vor 3 oder 4 Jahren gesät. Hab der Hipp auch gewusst.
29) Zwischen Oferdingen und Altenburg dem Steg zu, der in den Schönbuch geht, dieses Jahr und vormals oft Pulver gesät. Darum hab Hipp auch gewusst und daran teilgehabt.
30) Sie haben 2 Reusen im Marktbrunnen und oberen Brunnen aufgeschnitten, in denen Karpfen waren, und diese zum Teil in Göttlins zum Teil in Hipps Haus gefressen.
31) ... (?).
32) Sie haben ein Schwein durch den Rommelsbacher Wald geschleift, um die Weiden zu verunreinigen.
33) Auf dem letzten Jahrmarkt hier sei der Wasenfärber von Böblingen in Göttlins Haus gekommen und habe unter anderem ihm ein Pulver gegeben und gesagt, er sehe wohl, dass er nicht reich sei und ein junger Haushalter, eine kleine Besoldung hier habe. Das Pulver werde ihm in der Küche gut dienen, und wenn's einer auf den Wasen streue, sterb das Vieh und Schwein davon. Hab ihm in einem Jahr gut um 700 feiste Schweine geholfen. Diese Rede und Handlung hab Michel Hipp auch gehört und gewusst. Denn was jeder von ihnen, Jacob oder der Hipp, in Abwesenheit des andern gehandelt, das hab einer dem andern angezeigt, und beide haben daran teilgehabt.
Urteil.
Darauf hat der Rat zu Recht erkannt, dass die beidem dem Nachrichter überantwortet, ihnen die Hände auf den Rücken gebunden, sie hinaus zu dem Hochgericht geführt, an den Armen entblösst und jedem 2 Griffe auf beide Arme oberhalb der Ellenbogen mit glühenden Zangen gegeben, dann sie dem Erdreich entfremdet, der Luft befohlen, mit Stricken an das Hochgericht gehängt und so vom Leben zum Tod gebracht werden sollen. Alles nach kaiserlichem und des Reichs Recht.
Geschehen am 5. August (15)64.
2) Er hab 1 Fell von Mirome (Hieronymus?) Hepper gekauft und ihm eines gestohlen.
3) Er hab Erhardt Keeser auch ein gegerbtes Fell genommen.
4) Vor 8 Jahren, als er Geißhirt war, hab er nach und nach 3 Schaf und 1 Lamm gemetzget, heimgetragen und gefressen.
5) 4 Pfund Wolle dem Simon Zeyb entwendet und ein Wifling (= grobes Gewebe) daraus gemacht.
6) Dem Simon Zeyb 6 Pfund Wolle gestohlen und verkauft.
7) Dem Urban Zaininger in den Keller eingebrochen, 4 Mass Wein und 4 Laib Brot genommen.
8) Er und Jacob Göttlin der Scheler (= Schinder) haben ein Pulver gemacht auf die Wasen, als er noch Hirt gewesen, und gestreut und das Vieh damit getötet. In diesem Jahr hab er auch auf den Scheinrain (Schönrain) gesät. Der genannte Schinder hab ihm von einer Kuh zu Zeiten 2 Batzen, zu Zeiten 1 Mass Wein gegeben und habe ihn, Hipp, das Pulver auch zu machen gelehrt.
9) Dem Hans Schuhmacher von Ginningen (Gönningen) 1 Laib Brot aus dem Keller genommen.
10) Er und der Scheler haben einen Hirsch und Wild aus den Wäldern heimgetragen und das Fleisch gebraucht und die Hiet (= Häute) verkauft.
11) 1 Schaf gestochen und in des Schinders Haus gegessen.
12) Obst bei Nacht oft gestohlen und in (aus) vielen Gütern heimgetragen.
13) An manchen Orten Kraut abgehauen und genommen.
14) Bei Nacht Wein in Keltern genommen, in des Schelers Haus getragen und verzecht.
15) In der Hirter(in) Garten bei Nacht Trauben abgeschnitten.
16) Als die Reiter hier waren, da sei er, Michel Hipp, und des Lists Knecht von Pfullingen im Garten des Schultheissen zu Bronnweiler über Nacht gelegen. Da hab er, Hipp, 6 Hämmel von des Lists Haufen genommen und unter den Haufen seines Meisters Jorg Gailler geschlagen, hab sie nachmals gegenüber dem Gailler ver ... (?) wollen. Aber der Gailler hab sich geweigert, und er hab die Hämmel wieder hinauf gen Pfullingen treiben müssen.
17) Er und der Schinder haben 2 Reinsen (= Reusen) im oberen und unteren Brunnen aufgeschnitten, aus der einen 10, aus der andern 12 Karpfen gestohlen.
18) Ungefähr ...(?) dem Michel Decker selig Wein (?), seien Hipp und der Schinder ... (?) Wein geholt, und als der Schinder 3 Mass gefasst, hab Hipp sich in dem Keller verschlagen (= versteckt) und als Decker und sein Gesinn (= Gesinde) schlafen gegangen, hab er einen Kupferhafen voll Weins und einen Schmalzhafen gestohlen und sei dahinten aus dem Keller gegangen.
19) Als die Mess-Anna Wein schenkte, hab sein Gesell, der Schinder, 3 Mass Wein geholt und Hipp sich in dem Keller verschlagen (= versteckt) und auch 3 Mass Wein genommen.
20) Ungefähr 3 Jahr (= vor 3 Jahren?) hab er dem Schinder über des Stadtschreibers Gartentor geholfen, er hab Tuch auf der Bleiche gestohlen und ihm, Hipp, 1/2 fl als seinen Teil gegeben.
21) Ungefähr vor 3 Wochen hab Hipp 12 Ellen Tuch auf dem Gänswasen genommen und zu Kirchen (Kirchheim) unter Teck um 14 Batzen verkauft.
22) Die Punkte alle, die im Bekenntnis des Jacob Göttlin enthalten sind und auf die Person des Michel Hipp lauten, sind ihm ordentlich vorgehalten worden. Er bekennt sie alle und jeden im einzelnen als wahr. Hipp habe dem Göttlin allwegen (= stets) geholfen und seinen gebührenden Teil dabei gehabt.
(15)64. 26. Juli und folgende Tage.
Bekenntnis des Jacob Göttlin, des Schinders.
1) Er hab einen Hirsch und Wild dem Hipp aus den Wäldern helfen führen und tragen, es gefressen und die Hiet (= Häute) verkauft.
2) Dem Hipp helfen ein Schaf stechen und gegessen.
3) Kabaskraut (= Kohlköpfe) in Gärten abgehauen und weggetragen. Er weiss nicht, wem die Gärten gehören.
4) Nachts Trauben zu Sondelfingen abgeschnitten und gestohlen.
5) ... (?) bei den Armbrustschützen des Nachts und darin geeischet (= gefordert?).
6) Oftmals bei Nacht Obst hin und her in Gärten genommen.
7) Er und Michel Hipp haben ein Pulver gemacht und auf den Schönrain gestreut. Welches Vieh davon gegessen, das hab müssen sterben. Er hab allwegen dem Hipp etwas ... (?) zu Lohn gegeben. Sie haben's so für und für ... (?) gebraucht.
8)Ihn, Jacob, hab solches Pulver zu machen gelehrt ein Scheler (= Schinder)-Knecht, als er noch jung war. Der hab bei seinem Eni (= Grossvater) gedient, sei hernach zu Münsingen enthauptet worden.
9)Er hab solches Pulver auch zu Metzingen bei der langen Brücke bei dem Seewasen gestreut. Der Hipp sei dabei gewesen.
10) Er hab ein wütend Schwein zu Sickenhausen ausgegraben, in Stücke gehauen und an einen Baum gebunden, damit die andern Schwein, die davon essen, auch wütend werden. Michel Hipp hab ihm die Weiden gegeben und dazu geholfen, hab's auch auf dem Wasen umhergeschleift.
11) Ungefähr vor 1 Jahr sei der Wasenmeister (= Abdecker, Schinder) von Böblingen bei ihm über Nacht gewesen. Dem hab er 5 fl gestohlen und dem Hipp davon gegeben.
12) Er und Hipp haben 2 Schaf aus dem Pferch gestohlen und in Göttlins Haus gegessen (?) 1/2 Schaf ... (?).
13) Er hab von den toten ... (?) Bein genommen, zu Pulver (= Asche) gebrannt ... (?) darunter getan, das Vieh damit ...(?) getötet ...(?) dem Vieh im Trank gegeben ... (?) sterben müssen.
14) Sie zwei haben ein Selbstgeschoss in des Stadtschreibers Garten aufgehoben und sich unterstanden, in das Häusle einzubrechen.
15) Bei Nacht in der Vorstadt 2 Gäns gefangen und miteinander in Göttlins Haus gegessen.
16) Ungefähr vor 4 Jahren sei er, Göttlin, über Pfullinger Röth dem Wasen zu geritten, habe das oben erwähnte Pulver in einem Brief gehabt und in die Weide gestreut. Das hab Hipp gesehen, hab die Geißen daselbst gehütet.
17) Er und Hipp haben in vergangener Zeit im Haus des Hans jung Helb Wein geholt. Da habe Hipp, während Göttlin den Wein fasste, eine Gans totgeschlagen. Die haben sie miteinander gegessen.
18) Er und Hipp seien oft in des Spitals und der Armen Keltern nachts klumen (= geklommen, geklettert, eingestiegen) und haben Wein in Gelten und Kübeln herausgetragen.
19) Sie haben einen Kübel Wein in der Weingärtner-Kelter gestohlen und in des ... (?) Haus ausgetrunken.
20) Ungefähr vor 3 Jahren seien sie zwei in Warlins (?) des Geißhirten Haus gen Giningen (Gönningen) gegangen, und als er ihnen des Nachts keinen Wein mehr geben wollte, sondern niedergegangen (= zu Bett gegangen) sei, haben sie aus einem Pass, das in der Tenne lag, Wein gelassen und es mit Wasser wieder gefüllt.
21) Ungefähr vor 2 Jahren haben sie mit einem kleinen Hamen (= Fischernetz) im Gänsweiher nachts gefischt und haben etwa 3 Fisch gefangen. Da seien sie verjagt worden. Doch bekennt Hipp, sie haben etwa 20 Stück gefangen.
22) Sie zwei haben 3mal aus dem Marktbrunnen Körblein mit Fischen gestohlen und seien einmal in ein Fischhaus eingebrochen, haben darin Neckarfische gefunden und immer einen miteinander gegessen.
23) Sie zwei haben einmal in Urban Zainingers Keller eingebrochen ...(?), Kupferhafen mit Wein und 2 Laib Brot genommen, dazu Hans Weiglin und ... (?) auch in den Keller eingebrochen und Wein daraus getragen. Immer hab Hipp ... (?) genommen und Göttlin die Strass gehütet, dass niemand komme.
24) Ungefähr vor 1 Jahr hab Göttlin verderbliches Pulver zwischen Wannweil und Wankheimer (?) Mühle gestreut ...(?).
25) 14 Tag hernach hab er Pulver oberhalb der Weilheimer Mühle gesät. Hab der Hipp auch gewusst.
26) Ungefähr vor 2 oder 3 Jahren hab er zu Neuhausen im Metzinger Tal Pulver auf den Wasen gestreut und hab's seinem Gesellen auch angezeigt.
27) Ungefähr vor 4 Jahren im Frühling hab er zwischen Altenburg und Kirchen (Kirchentellinsfurt) in der Giegin (= Geige?) Pulver gestreut. Hab's seinem Gesellen auch gesagt.
28) Auf Betzinger Markung gegen Weil (Wannweil) hab er das Pulver ungefähr vor 3 oder 4 Jahren gesät. Hab der Hipp auch gewusst.
29) Zwischen Oferdingen und Altenburg dem Steg zu, der in den Schönbuch geht, dieses Jahr und vormals oft Pulver gesät. Darum hab Hipp auch gewusst und daran teilgehabt.
30) Sie haben 2 Reusen im Marktbrunnen und oberen Brunnen aufgeschnitten, in denen Karpfen waren, und diese zum Teil in Göttlins zum Teil in Hipps Haus gefressen.
31) ... (?).
32) Sie haben ein Schwein durch den Rommelsbacher Wald geschleift, um die Weiden zu verunreinigen.
33) Auf dem letzten Jahrmarkt hier sei der Wasenfärber von Böblingen in Göttlins Haus gekommen und habe unter anderem ihm ein Pulver gegeben und gesagt, er sehe wohl, dass er nicht reich sei und ein junger Haushalter, eine kleine Besoldung hier habe. Das Pulver werde ihm in der Küche gut dienen, und wenn's einer auf den Wasen streue, sterb das Vieh und Schwein davon. Hab ihm in einem Jahr gut um 700 feiste Schweine geholfen. Diese Rede und Handlung hab Michel Hipp auch gehört und gewusst. Denn was jeder von ihnen, Jacob oder der Hipp, in Abwesenheit des andern gehandelt, das hab einer dem andern angezeigt, und beide haben daran teilgehabt.
Urteil.
Darauf hat der Rat zu Recht erkannt, dass die beidem dem Nachrichter überantwortet, ihnen die Hände auf den Rücken gebunden, sie hinaus zu dem Hochgericht geführt, an den Armen entblösst und jedem 2 Griffe auf beide Arme oberhalb der Ellenbogen mit glühenden Zangen gegeben, dann sie dem Erdreich entfremdet, der Luft befohlen, mit Stricken an das Hochgericht gehängt und so vom Leben zum Tod gebracht werden sollen. Alles nach kaiserlichem und des Reichs Recht.
Geschehen am 5. August (15)64.
11 S.
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Genetisches Stadium: Or.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
20.03.2025, 11:14 MEZ