Reichsfilmkammer (Bestand)
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BArch R 56-VI
call number: R 56-VI
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) >> Kultus, Wissenschaft, Propaganda
1933-1945
Geschichte des Bestandsbildners: Vor Inkrafttreten des Reichskulturkammergesetzes vom 22. September 1933 wurde bereits am 14. Juli das Gesetz über die Errichtung einer vorläufigen Filmkammer erlassen. [1]
Ihr standen als Präsidenten Dr. Fritz Scheuermann (1933-1935), Prof. Dr. Oswald Lehnich (1935-1939) und Prof. Carl Froelich (ab 1939) vor.
Als Vizepräsidenten fungierten Arnold Raeter, Hans Weidemann und Karl Melzer. Die Reichsfilmkammer hatte die Aufgabe, das deutsche Filmgewerbe im Rahmen der Gesamtwirtschaft zu fördern, die Belange der einzelnen Gruppen dieses Gewerbes untereinander sowie gegenüber des Reichs, der Länder und der Gemeinden zu vertreten und einen gerechten Ausgleich zwischen den im Arbeitsleben auf diesem Gebiet Stehenden herbeizuführen.
Die enge Verbindung zwischen Staat und Partei, die in der Stellung des Gaufilmstellenleiters als Abteilungsleiter des Gaupropagandaamtes und Referenten der Landesstelle des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda zum Ausdruck kommt, erfuhr durch die Ernennung des Gaufilmstellenleiters zum Gaubeauftragten der Reichsfilmkammer eine weitere Vertiefung. [2]
Die Reichsfilmkammer gliederte sich in 10 Abteilungen:
I. Allgemeine Verwaltung (Referate Recht, Haushalt und Finanzen, Personalien)
II. Politik und Kultur (Nachrichtenstelle Inlandspresse; Nachrichtenstelle Auslandspresse, Reichsfilmarchiv)
III. Künstlerische Betreuung des Filmschaffens (Referate Dramaturgie, Besetzungsfragen)
IV. Filmwirtschaft (Sonderreferate Devisenangelegenheiten, Fragen des Urheber-, Arbeits- und Steuerrechts)
V. Fachschaft Film (Produktionsleiter, Regisseure, Filmbildner, Aufnahmeleiter, Kamera, Tonmeister, Schnittmeister, Darsteller, Komparsen, Maskenbildner, Requisiteure, Garderobiers)
VI. Fachgruppe Filmproduktion (Filmherstellung, Filmaußenhandel, Filmateliers)
VII. Fachgruppe Inländischer Filmvertrieb
VIII. Fachgruppe Filmtheater
IX. Fachgruppe Film-und Kinotechnik (Filmbearbeitung, Filmpatente, Filmtechnische Forschung)
X. Fachgruppe Kultur-, Werbefilm und Lichtspielstellen. [3]
Zu kooperativen Mitgliedern der Filmkammer zählten der Paritätische Filmnachweis, die Film-Kontingentstelle, die Devisenabteilung, die Filmkreditbank GmbH und Das Reichsfilmarchiv. [4]
Mit dem Zusammenbruch des "Dritten Reichs" verloren die Reichskulturkammer und mit ihr auch die Reichsfilmkammer ihre Existenzberechtigung.
Anmerkungen
(1) RGBl. I, S. 483.
(2) Vgl. Die Organisation der Reichskulturkammer. (Geschäftsplan), ca. 1936.
(3) Vgl. Hans Hinkel (Hrsg.): Handbuch der Reichskulturkammer. Berlin 1937, S. 278 ff.
(4) Vgl. Die Organisation der Reichskulturkammer. (Geschäftsplan), ca. 1936.
Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte
Von der Reichsfilmkammer haben den Krieg nur wenige Akten überdauert. Die hier aufgeführten Bände sind zu einem guten Teil Handakten des Vizepräsidenten Hans Weidemann.
Der vorliegende Bestand R 56 VI, den das Berlin Document Center 1959 an das Bundesarchiv nach Koblenz abgab, wurde bereits im Publikationsfindbuch "Reichskulturkammer und ihre Einzelkammern" (Findbücher zu den Beständen des Bundesarchivs, Nr. 31) veröffentlicht.
Archivische Bearbeitung
Die schon im Bundesarchiv in Koblenz erstellten und veröffentlichen Verzeichnungsangaben der Akten der Reichsfilmkammer wurden bei ihrer Online-Stellung im wesentlichen übernommen; Aktentitel erfuhren nur in Einzelfällen leichte Änderungen. Es kamen keine neuen Akteneinheiten hinzu.
Zitierweise
BArch R 56 VI / ...
Erschließungszustand: Publikationsfindbuch zur Reichskulturkammer (1987), Online-Findbuch (2008).
Zitierweise: BArch R 56-VI/...
Ihr standen als Präsidenten Dr. Fritz Scheuermann (1933-1935), Prof. Dr. Oswald Lehnich (1935-1939) und Prof. Carl Froelich (ab 1939) vor.
Als Vizepräsidenten fungierten Arnold Raeter, Hans Weidemann und Karl Melzer. Die Reichsfilmkammer hatte die Aufgabe, das deutsche Filmgewerbe im Rahmen der Gesamtwirtschaft zu fördern, die Belange der einzelnen Gruppen dieses Gewerbes untereinander sowie gegenüber des Reichs, der Länder und der Gemeinden zu vertreten und einen gerechten Ausgleich zwischen den im Arbeitsleben auf diesem Gebiet Stehenden herbeizuführen.
Die enge Verbindung zwischen Staat und Partei, die in der Stellung des Gaufilmstellenleiters als Abteilungsleiter des Gaupropagandaamtes und Referenten der Landesstelle des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda zum Ausdruck kommt, erfuhr durch die Ernennung des Gaufilmstellenleiters zum Gaubeauftragten der Reichsfilmkammer eine weitere Vertiefung. [2]
Die Reichsfilmkammer gliederte sich in 10 Abteilungen:
I. Allgemeine Verwaltung (Referate Recht, Haushalt und Finanzen, Personalien)
II. Politik und Kultur (Nachrichtenstelle Inlandspresse; Nachrichtenstelle Auslandspresse, Reichsfilmarchiv)
III. Künstlerische Betreuung des Filmschaffens (Referate Dramaturgie, Besetzungsfragen)
IV. Filmwirtschaft (Sonderreferate Devisenangelegenheiten, Fragen des Urheber-, Arbeits- und Steuerrechts)
V. Fachschaft Film (Produktionsleiter, Regisseure, Filmbildner, Aufnahmeleiter, Kamera, Tonmeister, Schnittmeister, Darsteller, Komparsen, Maskenbildner, Requisiteure, Garderobiers)
VI. Fachgruppe Filmproduktion (Filmherstellung, Filmaußenhandel, Filmateliers)
VII. Fachgruppe Inländischer Filmvertrieb
VIII. Fachgruppe Filmtheater
IX. Fachgruppe Film-und Kinotechnik (Filmbearbeitung, Filmpatente, Filmtechnische Forschung)
X. Fachgruppe Kultur-, Werbefilm und Lichtspielstellen. [3]
Zu kooperativen Mitgliedern der Filmkammer zählten der Paritätische Filmnachweis, die Film-Kontingentstelle, die Devisenabteilung, die Filmkreditbank GmbH und Das Reichsfilmarchiv. [4]
Mit dem Zusammenbruch des "Dritten Reichs" verloren die Reichskulturkammer und mit ihr auch die Reichsfilmkammer ihre Existenzberechtigung.
Anmerkungen
(1) RGBl. I, S. 483.
(2) Vgl. Die Organisation der Reichskulturkammer. (Geschäftsplan), ca. 1936.
(3) Vgl. Hans Hinkel (Hrsg.): Handbuch der Reichskulturkammer. Berlin 1937, S. 278 ff.
(4) Vgl. Die Organisation der Reichskulturkammer. (Geschäftsplan), ca. 1936.
Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte
Von der Reichsfilmkammer haben den Krieg nur wenige Akten überdauert. Die hier aufgeführten Bände sind zu einem guten Teil Handakten des Vizepräsidenten Hans Weidemann.
Der vorliegende Bestand R 56 VI, den das Berlin Document Center 1959 an das Bundesarchiv nach Koblenz abgab, wurde bereits im Publikationsfindbuch "Reichskulturkammer und ihre Einzelkammern" (Findbücher zu den Beständen des Bundesarchivs, Nr. 31) veröffentlicht.
Archivische Bearbeitung
Die schon im Bundesarchiv in Koblenz erstellten und veröffentlichen Verzeichnungsangaben der Akten der Reichsfilmkammer wurden bei ihrer Online-Stellung im wesentlichen übernommen; Aktentitel erfuhren nur in Einzelfällen leichte Änderungen. Es kamen keine neuen Akteneinheiten hinzu.
Zitierweise
BArch R 56 VI / ...
Erschließungszustand: Publikationsfindbuch zur Reichskulturkammer (1987), Online-Findbuch (2008).
Zitierweise: BArch R 56-VI/...
Reichsfilmkammer (RFK), 1933-1945
63 Aufbewahrungseinheiten
Archivbestand
deutsch
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: R 109 I Universum Film AG
R 109 II Reichsfilmintendanz (online)
R 109 III Reichsbeauftragter für die deutsche Filmwirtschaft (online)
R 55 Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (online)
NS 18 Reichspropagandaleiter der NSDAP (online)
R 43 Reichskanzlei (online)
R 2 Reichsfinanzministerium (online)
Amtliche Druckschriften: Jahrbuch der Reichsfilmkammer 1937, 1938 (RD 33/17); Schriftenreihe der Reichsfilmkammer Band 1,2,8 (RD 33)
Literatur: Schrieber, Karl-Friedrich, Pfenig, Bruno (Hrsg.): Filmrecht; Sammlung der für die Reichsfilmkammer geltenden Gesetze und Verordnungen, der amtlichen Anordnungen und Bekanntmachungen der Reichskulturkammer und der Reichsfilmkammer, Berlin 1936.
Heyer, Gerhart: Aufbau und Zuständigkeit der Reichsfilmkammer, Hamburg, 1937.
Albrecht, Gerd: Nationalsozialistische Filmpolitik. Eine soziologische Untersuchung über den Spielfilm des Dritten Reiches, Stuttgart 1969.
Aunst, Wolf-Eberhard: Die Stellung der Schauspieler im Dritten Reich, Diss. München 1973.
Maiwald, Klaus Jürgen: Filmzensur im NS-Staat, Dortmund 1983.
Wulf, Joseph: Theater und Film im Dritten Reich, Gütersloh 1964.
R 109 II Reichsfilmintendanz (online)
R 109 III Reichsbeauftragter für die deutsche Filmwirtschaft (online)
R 55 Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (online)
NS 18 Reichspropagandaleiter der NSDAP (online)
R 43 Reichskanzlei (online)
R 2 Reichsfinanzministerium (online)
Amtliche Druckschriften: Jahrbuch der Reichsfilmkammer 1937, 1938 (RD 33/17); Schriftenreihe der Reichsfilmkammer Band 1,2,8 (RD 33)
Literatur: Schrieber, Karl-Friedrich, Pfenig, Bruno (Hrsg.): Filmrecht; Sammlung der für die Reichsfilmkammer geltenden Gesetze und Verordnungen, der amtlichen Anordnungen und Bekanntmachungen der Reichskulturkammer und der Reichsfilmkammer, Berlin 1936.
Heyer, Gerhart: Aufbau und Zuständigkeit der Reichsfilmkammer, Hamburg, 1937.
Albrecht, Gerd: Nationalsozialistische Filmpolitik. Eine soziologische Untersuchung über den Spielfilm des Dritten Reiches, Stuttgart 1969.
Aunst, Wolf-Eberhard: Die Stellung der Schauspieler im Dritten Reich, Diss. München 1973.
Maiwald, Klaus Jürgen: Filmzensur im NS-Staat, Dortmund 1983.
Wulf, Joseph: Theater und Film im Dritten Reich, Gütersloh 1964.
Besondere Benutzungsbedingungen: Bundesarchivgesetz, Verordnung über die Benutzung von Archivgut beim Bundesarchiv
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
24.04.2026, 10:58 AM CEST