Äbtissin Berta und der gesamte Konvent des Stiftes Essen bekunden:
der Kanoniker (confrater noster) Heinrich von Kettwig (Ketwik) hat dem tief
verschuldeten Abteihof in Breisig (Brisike) 30 Mark kölnisch unter der
Bedingung geliehen, dass er von dem Rottland, das der Schulte von
Eickenscheidt (Ekenscede) und Heinrich Brauer (Braxator) von der Äbtissin
haben, jährlich vor der Andreasvigil [29. November] 10 Malter Korn, 28
Hühner und vom Viehof (curia pecorum) 10 Malter Gerste und 6 große Scheffel
Weizen bekommt. Das Geld ist ihm von Lichtmess an gerechnet in 4 Jahren
zurückzuzahlen, wenn die Äbtissin nicht in der Zwischenzeit auf sein und des
Konvents Anraten dafür Güter (bona) gekauft hat. Die 30 Mark bzw. die Güter
bestimmt Heinrich dem Konvent zur Memorienfeier für sich, die Seinen und
alle Verstorbenen. Sein Rechtsnachfolger soll der Frauenkonvent sein. Die
Pröpstin soll die 6 Maß Weizen alljährlich den präsenten Kanonikern
zuteilen, und zwar 3 am Gründonnerstag und 3 am Fest des heiligen Kilian [8.
Juli]. Zur Memorienfeier in der Allerseelenoktav sollten die Priester
(sacerdoti) 3 Pfennige, die Glöckner 1 und die Diener (ministrorum) 2
erhalten, sofern sie da sind. Bürgen: der Notar Heinr-ich, Heinrich von
Eickenscheidt und sein Bruder Wenemar, Heinrich von Vittinghoff (Vitinchove)
und Wenemar von Grimberg (Gremberg), Ritter. Sie werden nötigenfalls nach
Essen ins Einlager gehen extra familiam abbatisse. - Zeugen: Adam de
Vregchene, Rutger von Beeck (Beke), Stephan von Werden (-e), Everhard von
Witten (-e), Hermann von Altendorf (Aldendorp), seine Söhne Hermann und
Wenemar, Wenemar von Vittinghoff, Arnold Teufel (diabolus) und seine Brüder
Hugo und Heinrich, Ritter, Hermann von Husne, Albert von Brungelinchusen,
Magister Nikolaus und Cesarius, Kanoniker. - Es siegeln die Äbtissin und der
Konvent. Actum a.d. 1250, kl. aprilis.