Johann Berg von Jungingen [Stadt Ulm] bekennt, dass ihm die Pfleger Johann Schad und Sigmund Schleicher sowie der Pfleger Georg Löhlin des Heiliggeistspitals in Ulm [abgegangen, Bereich Neue Straße, Lagerbuch 261/2, 254] einen Hof des Spitals in Lehr auf Lebenszeit verliehen haben. Den Hof hat bisher Georg Schech von Lehr bewirtschaftet, der sein Erbrecht daran kürzlich an das Spital verkauft hat [vgl. A Urk. lfd. Nr. 4446 von 1621 März 15]. Zu dem Hof gehören Haus, Hofstatt, Stadel und Garten im Dorf, 72,75 Jauchert Äcker, dann 11 Jauchert Äcker, die bisher Eigentum des Georg Schech waren und die dieser mit dem Hof an das Spital verkauft hat, 7 Tagwerk Wiesen und 9 Jauchert Wald. Wegen des Zehnten vom Hof des Johann Schrem in Lehr, den bisher Georg Schech eingezogen hat, wurde vereinbart, dass Johann Berg dem Spital jährlich 26 Imi Rauhfrucht, halb Fesen und halb Hafer, liefert und dafür diesen Zehnt für sich nutzen kann. Hinsichtlich des Obst- und Blutzehnten von einigen Häusern und Gärten in Lehr bleibt es bei der mit Georg Schech getroffenen Regelung, dass der Halbteil davon an den Hofpächter und der andere Halbteil an das Spital fällt. Johann Berg verpflichtet sich, den Hof in gutem Kulturzustand zu halten, nichts von seinen Zugehörungen zu verpfänden oder zu verkaufen und dem Spital davon jährlich 16 Imi Roggen, 25 Imi Fesen und 25 Imi Hafer, alles Ulmer Maß, 6 Gulden Holzgeld, 6 Gulden für Heugeld und Weisung, 2 Fastnachtshühner, 4 Hühner und 100 Eier zu liefern. Bei Säumnissen in der Lieferung der Abgaben, unsachgemäßer Bewirtschaftung und nach seinem Tod fällt der Hof an das Spital zurück.