Wie der deutsche Michel in Wuth gerät. (Karikatur)
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ZGS / D 10, 66
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1848-01-01/1849-12-31
Kreidelithographie, 1848.
Der deutsche Michel hat sein charakteristisches Attribut, die Schlafmütze, vom Kopf gerissen und sich seines von der Zensur verpassten Maulkorbs entledigt. An der Spitze einer um das Reichsbanner gescharten und mit Äxten und Sensen bewaffneten Volksmenge, unter der Friedrich Hecker zu erkennen ist, droht er mit den Worten Franz Moors aus Schillers "Räubern" den Repräsentanten der alten Ordnung, namentlich dem verräterischen Bösewicht Spiegelberg, "fürchterliche Musterung" an. Gekrönte und ungekrönte Häupter stecken im Hintergrund ängstlich die Köpfe zusammen, während Staatskanzler Fürst Metternich bereits schleunigst das Weite sucht. Dass er von der Schlange "zur Hölle" geschickt werden soll, deutet ein rechts kauernder Teufel an, der mit Mephisto aus Goethes Faust verrät: "Hab' ich doch meine Freude d'ran". Dem Geschehen weitgehend entrückt, schweben Ludwig I. von Bayern und Lola Montez in zärtlicher Umarmung in den Wolken. In der Bildmitte erscheint, durch Pickelhaube und Champagnerflasche eindeutig gekennzeichnet, Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, der seinen auf einem Kanonenrohr sitzenden Kultusminister Eichhorn an der Leine hält. Betreten hört sich der preußische König den Zornesausbruch des deutschen Michel an (s.o.)...
Der deutsche Michel hat sein charakteristisches Attribut, die Schlafmütze, vom Kopf gerissen und sich seines von der Zensur verpassten Maulkorbs entledigt. An der Spitze einer um das Reichsbanner gescharten und mit Äxten und Sensen bewaffneten Volksmenge, unter der Friedrich Hecker zu erkennen ist, droht er mit den Worten Franz Moors aus Schillers "Räubern" den Repräsentanten der alten Ordnung, namentlich dem verräterischen Bösewicht Spiegelberg, "fürchterliche Musterung" an. Gekrönte und ungekrönte Häupter stecken im Hintergrund ängstlich die Köpfe zusammen, während Staatskanzler Fürst Metternich bereits schleunigst das Weite sucht. Dass er von der Schlange "zur Hölle" geschickt werden soll, deutet ein rechts kauernder Teufel an, der mit Mephisto aus Goethes Faust verrät: "Hab' ich doch meine Freude d'ran". Dem Geschehen weitgehend entrückt, schweben Ludwig I. von Bayern und Lola Montez in zärtlicher Umarmung in den Wolken. In der Bildmitte erscheint, durch Pickelhaube und Champagnerflasche eindeutig gekennzeichnet, Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, der seinen auf einem Kanonenrohr sitzenden Kultusminister Eichhorn an der Leine hält. Betreten hört sich der preußische König den Zornesausbruch des deutschen Michel an (s.o.)...
44 cm x 30,5 cm
Plakate
Weiterer Titel: M: Fort, Ungeheuer! Lass dich nicht mehr unter meiner Bande sehen! Murrt ihr? - Überlegt ihr? - Wer überlegt, wenn ich befehle? - Fort mit ihm, sag ich - Es sind noch mehr unter euch, die meinem Grimme reif sind. Ick kenne dir Spiegelberg. Aber ich will nächstens unter euch treten und fürchterliche Musterung halten.-
Druck und Verlag handschriftlich ergänzt
Mit Zorn und Eifer. Karikaturen aus der Revolution 1848/49. München u.a. 1998, S. 69-70. Annette Reiter: Die Sammlung A. W. Heil. Stuttgart 1994, S. 275-276.
Gustav Süß
Mit Zorn und Eifer. Karikaturen aus der Revolution 1848/49. München u.a. 1998, S. 69-70. Annette Reiter: Die Sammlung A. W. Heil. Stuttgart 1994, S. 275-276.
Gustav Süß
Eichhorn, Johann Albrecht Friedrich
Friedrich Wilhelm
Hecker, Friedrich
Ludwig
Metternich, Clemens Wenzel Lothar von
Montez, Lola
Spiegelberg, N. N.
Süß, Gustav
Frankfurt
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
23.05.2025, 09:30 MESZ