Erzbischof Dieter [II.] zu Mainz (Mentze), erwählt und bestätigt, bekundet, dass er Hans von Erlenbach (Erlebach) die im folgenden genannten Lehen verliehen hat, wie dieser sie schon bisher vom Erzstift Mainz hatte: [1.] Als Mannlehen den halben Zehnt im Dorf Hemmersbühel von Korn, Hafer und Weizen sowie den halben Kleinzehnt daselbst, wie diesen früher der verstorbene Jörg von Sulzbach (Sultzpach) hatte. [2.] Als Burglehen 4 Mark Gült auf Martini [= 11. November] von der Bede im Dorf Erbach, wofür er und seine Lehnserben Burgmannen zu Scharfenstein (Scharppenstein) sein sollen, wie früher der verstorbene Siegfried von Glimmental (Glymental) genannt Barfuß. Folgende Mann- und Burglehen wurden Hans von Erlenbach in Gemeinschaft mit Johann von Hengsberg (Hengsperg) verliehen: [3.] Als Mannlehen: "Henchin Lieben sone" von Trechtingshausen (Trechtingshusen) gibt den halben Ertrag eines Weingartens, gelegen zum "Bottentail uff dem berge", zwischen Rubmann auf der einen und Peter Pißel auf der anderen Seite; Muße Budelteil gibt ein Drittel des Ertrags aus einem Weingarten, gelegen zu "Bottentail an dem berge" über dem Weingarten der Nonnen von Bärbach (Berpach), oberhalb grenzt Eberhard von Waldeck an; ein Weingarten an dem "Bottentail, der an die bache grenzt", unterhalb und oberhalb Eberhard von Waldeck, "die bach uß hin", gibt ein Drittel des Ertrags sowie 1 Mark Gült; von einem Weingarten, gelegen unter dem Weingarten, der den halben Ertrag zu geben hat, gibt Morling von Trechtingshausen 12 Turnosen (thorneß); 5 Schilling Pfennig und der Heller von einem Weingarten, gelegen daselbst neben Morling von Trechtingshausen, in Richtung Lorch (Lorich); eine Wiese zum Surenborn, die an das Dorf grenzt und "gein Heinrich vom Ryde" liegt; eine Wiese unterhalb Waldeck im Dieffembach, an die oben Wilhelm von Waldeck grenzt und unten Schrame. [4.] Als Burglehen diejenigen Lehen, die dem Erzstift durch den Tod des verstorbenen Konrad Pragis heimgefallen sind: 3 Mark Gült vom Rheinzoll zu Bingen (Binge) und ein "flecklyn" unterhalb der Burg Klopp (unden an Clopp), wie dies der verstorbene Siegfried von Glimmental (Glimentail) genannt Barfuß in Gemeinschaft mit Johann von Hengsberg hatte. [5.] Als Burglehen für Hans von Erlenbach 10 Pfund Gült von der Bede zu Orb (Orba) auf Martini, wofür Hans Burgmann zu Ronneburg (Ronenburg) sein soll, und 9 Pfund Gült zu Olm (Olmen), wofür er Burgmann zu Nieder-Olm (Nydderolmen) sein soll, wie dies früher der verstorbene Johann Mertz von Kriftel (Cruftel) hatte. Die 10 Pfund Gült kann das Erzstift mit 100 Pfund ablösen. Ist dies geschehen, soll Hans dem Erzstift 10 Pfund Gült aus seinen Eigengütern auf der Ronneburg oder an anderen Orten auftragen und zu Burglehen empfangen. Außerdem hat der Aussteller Hans in Gemeinschaft mit Johann von Hengsberg folgende Burglehen verliehen: [6.] Von jedem Fuder Binger Wein, das die Schröter (schroder) in die Stadt Bingen bringen (schroden), einen "hollentschen", den die Schröter zu geben haben; dazu 4 Gulden Gült auf einem Haus bei der alten Schmiede (smytten) und dem erzbischöflichen Saal (unserm sale) zu Bingen; 6 Mark Gült von der Bede zu Gau-Algesheim (Algeßheim) auf Martini; ½ Fuder Binger Wein zu Gau-Algesheim von der dortigen Kellerei; einen Garten vor der Burg zu Bingen; ein kleines Gärtlein am hinteren Ausgang der Burg, in dem ein Birnbaum steht; einen "burgsess" in der Burg Klopp (Cloppe). Diese Burglehen hatte früher der verstorbene Heinrich Prag. Außerdem hat der Aussteller Hans von Erlenbach folgende Gülten und Güter als Mann- und Burglehen verliehen: [7.] Als Mannlehen das Gericht zu Esselborn (Eschelborn) mit Wasser, Weiden, Wiesen, Gülten, Höfen und allem anderen Zubehör; 84 Malter Fruchtgült daselbst, die ehedem der verstorbene Vater des Ritters Werner Wynter von dem Ritter Friedrich Kornichen gekauft hat; die Ortsherrschaft (die herlichkeit zu gepieten und zu verbitten), insbesondere das Recht, jederzeit ein "wegegericht" einzuberufen (zubesetzen und zubehegen), einschließlich der Strafgerichtsbarkeit (frevel zu setzen und zu nemmen) in Dorf und Gericht Esselborn; 1 Pfund Mainzer Pfennige zu Gau-Algesheim. [8.] Als Burglehen 10 Pfund Heller Gült vom Zoll zu Ehrenfels (Erenfels) auf Martini, wofür Hans Burgmann zu Gau-Algesheim sein soll. Diese vorgenannten Mann- und Burglehen hatte früher der verstorbene Werner Wynter. Die zuletzt genannten 10 Pfund Gült kann das Erzstift Mainz mit 100 Pfund Heller ablösen. Ist dies geschehen, soll Hans aus seinen Eigengütern, die dem Erzstift günstig gelegen sind, eine andere Gült in Höhe von 10 Pfund auftragen und zu Burglehen empfangen. [9.] Außerdem hat der Aussteller Hans von Erlenbach als Mannlehen den "burgsess" zu Weckbach samt allem Zubehör verliehen, wie dieser es dem verstorbenen Erzbischof Dietrich I., statt des Dorfs Obergladbach (Oberngladebach), das er mit Konsens Dietrichs I. verkauft hat, aufgetragen (widderlegt) und zu Mannlehen empfangen hat. Weiterhin hat der Aussteller Hans von Erlenbach und Walter von Reifenberg (Ryffemberg) als Schwiegersöhne (dochtermennern) der Katharina von Schwalbach (Swalbach), Witwe des verstorbenen Johann Mertz von Kriftel, und deren Erben folgende Burg- und Mannlehen verliehen: [10.] Als Burglehen 60 Gulden Gült vom Zoll zu Oberlahnstein (Lainstein) auf Martini, wofür sie Burgmannen zu Lahneck (Laneck) sein sollen; einen Hof zu Oberlahnstein, der früher Adelheid (Alheit) von Alsfeld gehörte, wie dies eine vom Domkapitel mitgesiegelte Urkunde des verstorbenen Erzbischof Johanns [II.] von Mainz für den verstorbenen Johann Mertz ausweist; einen Berg vor dem erzbischöflichen Schloss Lahneck als Besserung des vorgenannten Burglehens zu Lahneck, mit der Auflage, dort einen Weingarten anzulegen. [11.] Als Mannlehen den Hof und das Haus zu Hamershausen (Hamerßhusen) bei Münzenberg (Myntzemberg), die dem Erzstift ein Offenhaus sein sollen; auf diesem Haus und Hof ist Katharina von Schwalbach, Witwe des verstorbenen Johann Mertz, bewittumt. Der Aussteller behält sich und dem Erzstift die Ablösung des Burglehens zu Oberlahnstein und Lahneck vor. In gleicher Weise haben Hans und Walter diese Mann- und Burglehen bereits vom Vorgänger des Ausstellers empfangen und getragen.

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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