Supplicationis Auseinandersetzung um Befriedigung von Ansprüchen
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(1) 3023
Wismar S 147 (W S 5 n. 147)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 19. 1. Kläger S
(1701-1704) 26.06.1704-05.01.1706
Kläger: (2) Catharina Sybilla Marsmann, Witwe des Assessors Christian Adam Schleusing
Beklagter: Gläubiger ihres verstorbenen Ehemannes
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: N N v. Schleusing (A), Dr. Adam von Bremen (P)
Fallbeschreibung: Kl.in trägt vor, daß sie nicht dafür verantwortlich ist, die Schulden ihres Mannes zu bezahlen. Sie verwaltet nach seinem Tod nur seine Güter, um ihre eigenen Ansprüche daraus zu befriedigen, sieht sich aber nicht in der Lage, die der anderen Kreditoren zu übernehmen und bittet um Fristverlängerung zum Beweis ihrer Angaben, die sie am 28.06. erhält. Am 19.12.1704 erbittet sie ein Schreiben an den Hamburger Rat wegen des Lic. Postel, den sie in Hamburg mit der Auktion der Bibliothek ihres Mannes beauftragt hatte, von dem sie aber noch keine Rechnung über die Auktion erhalten hat. Das Tribunal weist Kl.in am 27.01.1705 an, sich selbst mit dem Lic. Postel auseinanderzusetzen. Am 28.02. legt Kl.in eine Aufstellung über die Güter ihres Mannes, ihr elterliches Erbe und ihr Heiratsgut vor und bittet, ihre Ansprüche an das Erbe ihres Mannes vorrangig zu behandeln und die anderen Gläubiger entsprechend abzuweisen. Das Tribunal teilt dies den Bekl. am 24.03. mit und fordert sie zur Stellungnahme auf. Am 13.05. bittet Kl.in um ein Subsidial an den Rat von Bautzen, ihre Mutter die Höhe ihres Heiratsgutes beeiden zu lassen und bittet zusätzlich darum, ihre Aussagen über das Erbe ihres Mannes beeiden zu dürfen. Das Tribunal erläßt das gewünschte Schreiben an den Rat von Bautzen am 19.05. Am 16.12. legt Kl.in die Aussage ihres Vaters vor, daß Assessor Schleusing mittellos in die Ehe gegangen sei und beansprucht daraufhin das verbleibende Erbe ihres Mannes. Das Tribunal schließt daraufhin am 19.12.1705 die Beweisaufnahme, weiteres erhellt nicht.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1704-1706
Prozessbeilagen: (7) Aufstellung über das Erbe des Assessors Christian Adam Schleusing; Aufstellung über Heiratsgüter der Kl.in; Aufstellung der Mutter der Kl.in, Magdalena Sibylla Marsmann, geb. Haberkorn, über Geschenke und vorgenommene Zahlungen an Assessor Schleusing und Kl.in vom 22.06.1704; Abrechnung über Auktion der Bibliothek Assessor Schleusings in Hamburg 16.-18.06.1704 (1.467 Mk.); Schreiben des Prof. math. Mentzer aus Hamburg an Kl.in vom 03.04.1705; Bestätigung des Dr. iur. Georg Marsmann vom 14.07.1701
Beklagter: Gläubiger ihres verstorbenen Ehemannes
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: N N v. Schleusing (A), Dr. Adam von Bremen (P)
Fallbeschreibung: Kl.in trägt vor, daß sie nicht dafür verantwortlich ist, die Schulden ihres Mannes zu bezahlen. Sie verwaltet nach seinem Tod nur seine Güter, um ihre eigenen Ansprüche daraus zu befriedigen, sieht sich aber nicht in der Lage, die der anderen Kreditoren zu übernehmen und bittet um Fristverlängerung zum Beweis ihrer Angaben, die sie am 28.06. erhält. Am 19.12.1704 erbittet sie ein Schreiben an den Hamburger Rat wegen des Lic. Postel, den sie in Hamburg mit der Auktion der Bibliothek ihres Mannes beauftragt hatte, von dem sie aber noch keine Rechnung über die Auktion erhalten hat. Das Tribunal weist Kl.in am 27.01.1705 an, sich selbst mit dem Lic. Postel auseinanderzusetzen. Am 28.02. legt Kl.in eine Aufstellung über die Güter ihres Mannes, ihr elterliches Erbe und ihr Heiratsgut vor und bittet, ihre Ansprüche an das Erbe ihres Mannes vorrangig zu behandeln und die anderen Gläubiger entsprechend abzuweisen. Das Tribunal teilt dies den Bekl. am 24.03. mit und fordert sie zur Stellungnahme auf. Am 13.05. bittet Kl.in um ein Subsidial an den Rat von Bautzen, ihre Mutter die Höhe ihres Heiratsgutes beeiden zu lassen und bittet zusätzlich darum, ihre Aussagen über das Erbe ihres Mannes beeiden zu dürfen. Das Tribunal erläßt das gewünschte Schreiben an den Rat von Bautzen am 19.05. Am 16.12. legt Kl.in die Aussage ihres Vaters vor, daß Assessor Schleusing mittellos in die Ehe gegangen sei und beansprucht daraufhin das verbleibende Erbe ihres Mannes. Das Tribunal schließt daraufhin am 19.12.1705 die Beweisaufnahme, weiteres erhellt nicht.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1704-1706
Prozessbeilagen: (7) Aufstellung über das Erbe des Assessors Christian Adam Schleusing; Aufstellung über Heiratsgüter der Kl.in; Aufstellung der Mutter der Kl.in, Magdalena Sibylla Marsmann, geb. Haberkorn, über Geschenke und vorgenommene Zahlungen an Assessor Schleusing und Kl.in vom 22.06.1704; Abrechnung über Auktion der Bibliothek Assessor Schleusings in Hamburg 16.-18.06.1704 (1.467 Mk.); Schreiben des Prof. math. Mentzer aus Hamburg an Kl.in vom 03.04.1705; Bestätigung des Dr. iur. Georg Marsmann vom 14.07.1701
Akten
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
29.10.2025, 11:29 AM CET