Der Ulmer Bürger Jodok Ulmer stiftet für sich, seinen Bruder Konrad Ulmer, seine Eltern Hermann Ulmer und Adelheid Stüchs, seinen Bruder Markward Ulmer, seinen Vetter Berthold Ulmer und seine Ehefrauen Ursula Rupp und Anna Boller ein ewiges Licht in der Kirche des Franziskanerklosters ("zu/o/ den Barfu/o/ssen") in Ulm [abgegangen, Bereich westlicher Münsterplatz, Lagerbuch Nr. 150] im Chor vor dem Sakrament sowie ein weiteres Licht dort in dem Gang zwischen der Chorpforte und der Kirchhoftüre, das aber nur dann brennen soll, wenn die Pforte geöffnet ist. Außerdem stiftet er noch einen Jahrtag, den die Franziskaner jedes Jahr um den 3. Mai ("vff des hailigen Cruczes tage, als es funden ward") mit Vigil, Seelmesse und brennenden Kerzen feierlich begehen sollen. Für das ewige Licht im Chor hat er den Franziskanern seinen Zehnten auf dem sogenannten Schmidslehen in Remshart ("Rymmszhart") [Gde. Rettenbach/Lkr. Günzburg] mit seinen Zugehörungen übergeben. Für das andere Licht hat er ihnen einen jährlichen Zins von 15 Schilling Heller und 1 Weihnachtshuhn vom Haus des Kalteisen in Ulm, einen jährlichen Zins von 1 Pfund 6 Schilling und 8 Hellern sowie 3 Weihnachtshühnern vom Garten des Schusters Jodok Scheppenler in Schwaighofen [Stadt Neu-Ulm] sowie jährlich 2 Schilling Heller vom Haus und Hofstatt der Anna Giger in Ulm in der Ulmergasse geschenkt. Ein jährlicher Zins von 1 Gulden, der ihm bisher von Haus und Hofstatt des Thomas Rych in Ulm im Sitzlersgässlein [heute Walfischgasse] gefallen ist, soll für den Jahrtag verwendet werden. Bei Säumnis fallen die Erträge aus dem Zehnten sowie die Zinsen in dem betreffenden Jahr an die Bedürftigen im Heiliggeistspital zu Ulm [abgegangen, Bereich Neue Straße, Lagerbuch Nr. 261/2, 254].