B Rep. 070 Justizvollzugsanstalt Tegel (Bestand)
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B Rep. 070
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> B Bestände (West-) Berliner Behörden bis 1990 >> B 5 Justizbehörden >> B 5.2 Justizeinrichtungen
(1946-) 1950 - 1970 (-1971); 1984-1993
Vorwort: B Rep. 070 - Justizvollzugsanstalt Tegel
1. Behördengeschichte
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Gelände des Strafgefängnisses Tegel zunächst von sowjetischen Truppen besetzt. Im Juli 1945 übernahm die französische Militärregierung die Anstalt und stellte neues Personal ein. Mit Hilfe von Gefangenen wurden die durch Kriegseinwirkungen stark beschädigten Gebäude instand gesetzt. Das ehemalige Verwahrhaus I wurde von der französischen Besatzungsmacht bis Anfang der 1990er Jahre verwendet, das Verwahrhaus II stand bereits im September 1945 für den deutschen Strafvollzug zur Verfügung.
1954 wurde dem Strafgefängnis Tegel die Außenstelle Düppel organisatorisch zugeordnet. Im Jahr darauf verlegte man die bis dahin im Zellengefängnis Lehrter Straße 3 untergebrachten Zuchthausgefangenen in das ehemalige Verwahrhaus III der Anstalt. Tegel wurde als Abwicklungsstelle des Zellengefängnisses bestimmt.
In den Jahren 1968 und 1969 kam es zu zahlreichen Unruhen und Ausbruchsversuchen der Gefangenen aufgrund von Überbelegung und schlechter Versorgung innerhalb der Anstalt.
1970 wurde in der Teilanstalt IV die Sozialtherapeutische Anstalt als eine der ersten Modellversuche in der Bundesrepublik im Strafvollzugswesen eröffnet. Mitte der 1980er Jahre entstanden die Teilanstalten V und VI.
Nach 1990 diente das Gefängnis auch zur Abwicklung der ehemaligen Haftanstalten Ost-Berlins.
Seit dem 1. April 1977 (Einführung des Strafvollzugsgesetzes) führte die Strafanstalt die behördliche Bezeichnung "Justizvollzugsanstalt Tegel". Sie unterstand bis 1972 der Dienstaufsicht des Strafvollzugs- bzw. Justizvollzugsamtes Berlin, danach der Senatsverwaltung für Justiz.
Die Justizvollzugsanstalt Tegel war für den geschlossenen Vollzug von Freiheitsstrafen von mehr als einem Jahr an erwachsenen Männern zuständig und hatte ihren Sitz in der Seidelstraße 30.
Prominente Gefangene waren u.a. Gustav Scholz, Fritz Wöhrn und Dieter Kunzelmann.
Die Generalakten der Justizvollzugsanstalt Tegel bis 1980 übernahm das Landesarchiv im Jahr 2002, die Gefangenenakten gelangten in regelmäßigen Abständen seit Anfang der 1980er Jahre in das Landesarchiv.
2. Bestandsbeschreibung
Enthält:
Personalangelegenheiten.- Bau- und Grundstücksangelegenheiten.- Gesundheitsversorgung.- Arbeitsbetriebe.- Gefangenenakten.
Nicht erschlossen: 25.95 [lfm]
Laufzeit:
1946 - 1982
Benutzung:
Abgabelisten
Benutzungsbeschränkung
Zahlreiche Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
3. Korrespondierende Bestände
-> LAB B Rep. 005 Senatsverwaltung für Justiz
-> LAB B Rep. 059 Strafvollzugsamt/Justizvollzugsamt Berlin
4. Literatur
-> 100 Jahre Justizvollzugsanstalt Tegel, hrsg. von der JVA Tegel, Berlin 1998.
1. Behördengeschichte
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Gelände des Strafgefängnisses Tegel zunächst von sowjetischen Truppen besetzt. Im Juli 1945 übernahm die französische Militärregierung die Anstalt und stellte neues Personal ein. Mit Hilfe von Gefangenen wurden die durch Kriegseinwirkungen stark beschädigten Gebäude instand gesetzt. Das ehemalige Verwahrhaus I wurde von der französischen Besatzungsmacht bis Anfang der 1990er Jahre verwendet, das Verwahrhaus II stand bereits im September 1945 für den deutschen Strafvollzug zur Verfügung.
1954 wurde dem Strafgefängnis Tegel die Außenstelle Düppel organisatorisch zugeordnet. Im Jahr darauf verlegte man die bis dahin im Zellengefängnis Lehrter Straße 3 untergebrachten Zuchthausgefangenen in das ehemalige Verwahrhaus III der Anstalt. Tegel wurde als Abwicklungsstelle des Zellengefängnisses bestimmt.
In den Jahren 1968 und 1969 kam es zu zahlreichen Unruhen und Ausbruchsversuchen der Gefangenen aufgrund von Überbelegung und schlechter Versorgung innerhalb der Anstalt.
1970 wurde in der Teilanstalt IV die Sozialtherapeutische Anstalt als eine der ersten Modellversuche in der Bundesrepublik im Strafvollzugswesen eröffnet. Mitte der 1980er Jahre entstanden die Teilanstalten V und VI.
Nach 1990 diente das Gefängnis auch zur Abwicklung der ehemaligen Haftanstalten Ost-Berlins.
Seit dem 1. April 1977 (Einführung des Strafvollzugsgesetzes) führte die Strafanstalt die behördliche Bezeichnung "Justizvollzugsanstalt Tegel". Sie unterstand bis 1972 der Dienstaufsicht des Strafvollzugs- bzw. Justizvollzugsamtes Berlin, danach der Senatsverwaltung für Justiz.
Die Justizvollzugsanstalt Tegel war für den geschlossenen Vollzug von Freiheitsstrafen von mehr als einem Jahr an erwachsenen Männern zuständig und hatte ihren Sitz in der Seidelstraße 30.
Prominente Gefangene waren u.a. Gustav Scholz, Fritz Wöhrn und Dieter Kunzelmann.
Die Generalakten der Justizvollzugsanstalt Tegel bis 1980 übernahm das Landesarchiv im Jahr 2002, die Gefangenenakten gelangten in regelmäßigen Abständen seit Anfang der 1980er Jahre in das Landesarchiv.
2. Bestandsbeschreibung
Enthält:
Personalangelegenheiten.- Bau- und Grundstücksangelegenheiten.- Gesundheitsversorgung.- Arbeitsbetriebe.- Gefangenenakten.
Nicht erschlossen: 25.95 [lfm]
Laufzeit:
1946 - 1982
Benutzung:
Abgabelisten
Benutzungsbeschränkung
Zahlreiche Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
3. Korrespondierende Bestände
-> LAB B Rep. 005 Senatsverwaltung für Justiz
-> LAB B Rep. 059 Strafvollzugsamt/Justizvollzugsamt Berlin
4. Literatur
-> 100 Jahre Justizvollzugsanstalt Tegel, hrsg. von der JVA Tegel, Berlin 1998.
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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22.08.2025, 11:21 AM CEST