Die Pfarrkirchenbaupfleger in Ulm Heinrich Rembolt, Bartholomäus Gregg und Heinrich Oswalt bestellen im Auftrag von Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm den Steinmetzen Matthäus Böblinger aus Esslingen auf Lebenszeit zum Baumeister des Ulmer Münsters. Er selbst darf die Stelle nicht aufgeben, wohl aber kann ihm der Rat kündigen. Matthäus Böblinger führt die Aufsicht über sämtliche Bau- und Reparaturarbeiten im und am Münster. Ist er dazu aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, hat er auf seine Kosten einen geeigenten Ersatzmann zu beauftragen. Er ist zur Residenz in Ulm verpflichtet und darf ohne Zustimmung von Bürgermeister und Rat keine anderen Arbeiten übernehmen. Alle Pläne und Risse über das Münster, die er von seinen Vorgängern übernommen oder selbst angefertigt hat bzw. künftig noch anfertigen wird, verbleiben bei seinem Weggang in der Münsterbauhütte. Für seine Dienste erhält er jährlich 90 Gulden. Außerdem stellt ihm die Stadt als Wohnung das Haus zur Verfügung, das schon sein Vorgänger Moritz Ensinger bewohnt hat.