Urfehde Nr. 211
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A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. 7286
A 2 e (Urfehden u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26) >> Bd. 19 Urfehden
(15)49 August 12
Regest: Franz Kromer, Bürger zu Reutlingen, bekennt, dass er dem Sebastian Finck und anderen Bürgern hier schuldig ist. Sie haben ihr ausstehendes Geld von ihm gefordert und einziehen wollen. Darauf ist er ihnen nicht mit geziemder Antwort begegnet und hat besonders wegen des Sebastian Finck gesagt, wenn dieser ihn ins Gefängnis bringe, so wolle er dem Finch den Hundshaber ausdreschen (= ihn verprügeln). Ausserdem hat er sich vor Jahren vernehmen lassen, wann ihn ein Bürger wegen Schulden von Reutlingen vertreiben wolle, so wolle er das demselben keineswegs nachgeben (= sich das von ihm nicht gefallen lassen), sondern nach Möglichkeit rächen. Damit hat er sich nicht bloss gegen seine Gläubiger undankbar bewiesen, sondern auch mit diesen Drohworten eine schwere Straf verdient. Er ist ins Gefängnis gelegt worden. Bürgermeister und Rat von Reutlingen wollten ihm die Strafe widerfahren lassen und schlugen ihm das Recht (= Gerichtsverfahren) vor. Auf seine Bitte um Gnade haben sie ihm die Strenge des Rechts erlassen und ihn des Gefängnisses entledigt. Er hat einen Eid geschworen, wegen dieser Sache und des Gefängnisses gegen die Herren zu Reutlingen, die gemeine Stadt und all die Ihren ewiglich Urfehde zu halten und sich nie zu rächen. Wenn er diesen Eid und Urfehde überträte und sich in dergleichen Handlungen und Reden vergriffe, dann will er heissen und sein ein treuloser, meineidiger und zum Tod verurteilter Mann, den die Herren von Reutlingen richten oder richten lassen mögen, mit was Pen (= Strafe) des Tods sie wollen.
Beschreibstoff: Pg.
Archivale
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Siegler: Hans Khonnggot, Bürger zu Reutlingen
Siegel (Erhaltung): Siegel vorhanden
Genetisches Stadium: Or.
Siegel (Erhaltung): Siegel vorhanden
Genetisches Stadium: Or.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
20.03.2025, 11:14 AM CET