Presseverbote auf Grund des Republikschutzgesetzes, Bd. 1a
Vollständigen Titel anzeigen
I. HA Rep. 77, Tit. 4043 Nr. 30
Nr. 20 Bd. 1a
I. HA Rep. 77 Ministerium des Innern
Ministerium des Innern >> 03 Abteilung II Polizeiabteilung (1787 - 1943) >> 03.31 Sektion 31 Politische Polizei (1921 - 1936) >> 03.31.03 Demokratische Mitwirkung und Mittel zur Sicherung der Republik (1924 - 1934) >> 03.31.03.03 Republik- und Landesschutz (1926 - 1932)
1927 - 1931
Enthält:
- "Westdeutscher Beobachter" (Köln); Zeitschrift: Kampfblatt der NSDAP 27. März 1927 - 26. Juni 1927. Verbotsgründe: Verboten aufgrund der §§ 8 Ziffer 1, 21 und 24 des Republikschutzgesetzes wegen des in Nr. 12 vom 20. März 1927 erschienenen Artikels "Demokratische Freiheit", in dem es heißt:
"Wir hassen die Zuhälter des Novemberstaates, aber bedauern die Beamtenschaft, die dazu verurteilt ist, diesen auf Meineid und Hochverrat aufgebauten Staat gegen die Interessen des Gesamtvolkes vertreten zu müssen."
Exemplar vom 8. Juli 1928.
- "Ostpreußisches Tageblatt" (Insterburg); Zeitung: deutschnational 19. Sept. 1927 - 29. Sept. 1927. Verbotsgründe: Verboten aufgrund des § 8 Ziffer 1 und des § 21 des Republikschutzgesetzes wegen des in Nr. 211 vom 9. Sept. 1927 erschienenen Artikels "Der Höhepunkt der Unverschämtheiten. Ministerpräsident Braun zum Flaggenstreit."
Der Artikel aus Nr. 211 liegt in Abschrift bei.
- "Deutsche Treue" (Berlin); Zeitschrift: Nationalverband deutscher Offiziere Nov. 1927 - Jan. 1928. Verbotsgründe: Verboten aufgrund der §§ 8 Ziffer 1 und 21 des Republikschutzgesetzes wegen des in Nr. 43 vom 29. Oktober 1927 erschienenen Artikels "Treulose", in dem es heißt: "Eine durch Verbrechen, Rechtsbruch, Empörung und Verrat, durch Revolution und Usurpation entstandene Staatsordnung und die von einer solchen dekretierte und oktroyierte Weimarer Verfassung entbehrt jeder wirklichen Rechtsgrundlage und kann deshalb auch keine neue Staatsordnung schaffen."
3 Exemplare der verbotenen Zeitschrift und 1 Exemplar vom 1. Dezember 1927.
- "Ostpreußisches Tageblatt" (Insterburg); Zeitung: deutschnational 25. Juli 1928 - 21. Aug. 1928. Verbotsgründe: Verboten aufgrund des § 8 Ziffer 2 des Republikschutzgesetzes wegen des in der Sonderbeilage "der Arbeitnehmer" zu Nr. 170 vom 21. Juli 1928 erschienenen Artikels:
"Republikanische Lieder gesucht!"
Nr. 170 und die Sonderbeilage.
- "Osteroder Zeitung" (Osterode (Ostpreußen)); Zeitung: deutschnational 9. Okt. 1928 - 29. Okt. 1929. Verbotsgründe: Verboten aufgrund des § 8 Ziffer 2 des Republikschutzgesetzes wegen des in Nr. 230 vom 29. September 1928 erschienenen Artikels:
"Heine-Denkmal in Düsseldorf" und der darin abgedruckten Verse:
"Fürcht' dich nicht vor mir, mein Affe,
Bin dir hold: denn auf dem haarlos
Ledern abgeschabten Hintern
Trägst die Farben, die ich liebe.
Teure Farben! Schwarz - rot - goldgelb!
Diese Affensteißcouleuren,
Sie erinnern mich mit Wehmut
An das Banner Barbarossas!"
1 Exemplar der Nr. 230.
- "Guhrauer Anzeiger" (Guhrau (Schlesien)); Zeitung: deutschnational 21. Okt. 1928 - 17. Nov. 1928. Verbotsgründe: Verboten aufgrund des § 21 des Republikschutzgesetzes wegen des Leitartikels vom 12. Oktober 1928:
"Stahlhelm, Volksbegehren und Außenpolitik," in dem es es heißt: "Liefert doch jeder Tag neue Beispiele, wie unter dem Schutze der Immunität Landesverrat und andere gemeine Verbrechen von den "Erwählten des Volkes" frisch und munter begangen werden dürfen, unbekümmert um Gesetz und Richter, deren Arm ja nur "Fememörder" erreicht, die sich fürs Vaterland einsetzten. Ist es doch geradezu zum Sprichwort geworden: "Um Minister werden zu können, muß man im Zuchthaus gesessen haben, mindestens dafür reif sein!"
2 Exemplare vom 12. Oktober 1928.
- "Westdeutscher Beobachter" (Köln); Zeitschrift: Kampfblatt der NSDAP 27. März 1927 - 26. Juni 1927. Verbotsgründe: Verboten aufgrund der §§ 8 Ziffer 1, 21 und 24 des Republikschutzgesetzes wegen des in Nr. 12 vom 20. März 1927 erschienenen Artikels "Demokratische Freiheit", in dem es heißt:
"Wir hassen die Zuhälter des Novemberstaates, aber bedauern die Beamtenschaft, die dazu verurteilt ist, diesen auf Meineid und Hochverrat aufgebauten Staat gegen die Interessen des Gesamtvolkes vertreten zu müssen."
Exemplar vom 8. Juli 1928.
- "Ostpreußisches Tageblatt" (Insterburg); Zeitung: deutschnational 19. Sept. 1927 - 29. Sept. 1927. Verbotsgründe: Verboten aufgrund des § 8 Ziffer 1 und des § 21 des Republikschutzgesetzes wegen des in Nr. 211 vom 9. Sept. 1927 erschienenen Artikels "Der Höhepunkt der Unverschämtheiten. Ministerpräsident Braun zum Flaggenstreit."
Der Artikel aus Nr. 211 liegt in Abschrift bei.
- "Deutsche Treue" (Berlin); Zeitschrift: Nationalverband deutscher Offiziere Nov. 1927 - Jan. 1928. Verbotsgründe: Verboten aufgrund der §§ 8 Ziffer 1 und 21 des Republikschutzgesetzes wegen des in Nr. 43 vom 29. Oktober 1927 erschienenen Artikels "Treulose", in dem es heißt: "Eine durch Verbrechen, Rechtsbruch, Empörung und Verrat, durch Revolution und Usurpation entstandene Staatsordnung und die von einer solchen dekretierte und oktroyierte Weimarer Verfassung entbehrt jeder wirklichen Rechtsgrundlage und kann deshalb auch keine neue Staatsordnung schaffen."
3 Exemplare der verbotenen Zeitschrift und 1 Exemplar vom 1. Dezember 1927.
- "Ostpreußisches Tageblatt" (Insterburg); Zeitung: deutschnational 25. Juli 1928 - 21. Aug. 1928. Verbotsgründe: Verboten aufgrund des § 8 Ziffer 2 des Republikschutzgesetzes wegen des in der Sonderbeilage "der Arbeitnehmer" zu Nr. 170 vom 21. Juli 1928 erschienenen Artikels:
"Republikanische Lieder gesucht!"
Nr. 170 und die Sonderbeilage.
- "Osteroder Zeitung" (Osterode (Ostpreußen)); Zeitung: deutschnational 9. Okt. 1928 - 29. Okt. 1929. Verbotsgründe: Verboten aufgrund des § 8 Ziffer 2 des Republikschutzgesetzes wegen des in Nr. 230 vom 29. September 1928 erschienenen Artikels:
"Heine-Denkmal in Düsseldorf" und der darin abgedruckten Verse:
"Fürcht' dich nicht vor mir, mein Affe,
Bin dir hold: denn auf dem haarlos
Ledern abgeschabten Hintern
Trägst die Farben, die ich liebe.
Teure Farben! Schwarz - rot - goldgelb!
Diese Affensteißcouleuren,
Sie erinnern mich mit Wehmut
An das Banner Barbarossas!"
1 Exemplar der Nr. 230.
- "Guhrauer Anzeiger" (Guhrau (Schlesien)); Zeitung: deutschnational 21. Okt. 1928 - 17. Nov. 1928. Verbotsgründe: Verboten aufgrund des § 21 des Republikschutzgesetzes wegen des Leitartikels vom 12. Oktober 1928:
"Stahlhelm, Volksbegehren und Außenpolitik," in dem es es heißt: "Liefert doch jeder Tag neue Beispiele, wie unter dem Schutze der Immunität Landesverrat und andere gemeine Verbrechen von den "Erwählten des Volkes" frisch und munter begangen werden dürfen, unbekümmert um Gesetz und Richter, deren Arm ja nur "Fememörder" erreicht, die sich fürs Vaterland einsetzten. Ist es doch geradezu zum Sprichwort geworden: "Um Minister werden zu können, muß man im Zuchthaus gesessen haben, mindestens dafür reif sein!"
2 Exemplare vom 12. Oktober 1928.
Archivale
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
20.08.2025, 13:35 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz
- Tektonik
- STAATSOBERHAUPT UND OBERSTE STAATSBEHÖRDEN, MINISTERIEN UND ANDERE ZENTRALBEHÖRDEN PREUSSENS AB 1808 (Tektonik)
- Inneres (Tektonik)
- Innere und Wohlfahrtsverwaltung (Tektonik)
- Ministerium des Innern (Bestand)
- 03 Abteilung II Polizeiabteilung (1787 - 1943) (Gliederung)
- 03.31 Sektion 31 Politische Polizei (1921 - 1936) (Gliederung)
- 03.31.03 Demokratische Mitwirkung und Mittel zur Sicherung der Republik (1924 - 1934) (Gliederung)
- 03.31.03.03 Republik- und Landesschutz (1926 - 1932) (Gliederung)