Familienarchiv Reichert mit Nachlass Hilde Reichert-Sperling (1888-1955) (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Q 2/28
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Nachlässe, Verbands- und Familienarchive >> Sonstige Nachlässe
1822-1988
Überlieferungsgeschichte
Nachlass Hilde Reichert-Sperling als Geschenk des Sohnes Hellmut Reichert an das Hauptstaatsarchiv im Mai 2003 (Bü 1-19);
Nachlass Familienarchiv (v.a. Felix Reichert) und genealogische Forschungen als Geschenk des Sohnes Hans Ulrich Reichert an das Hauptstaatsarchiv im Januar (Bü 20-47) und Dezember (Bü 48 -49) 2004
Inhalt und Bewertung
Nachlass von Hilde Reichert-Sperling (1855-1955), Lehrerin; Überlieferung von ihrem Mann Dr. Felix Reichert (1878-1955), Oberpostrat und Präsident der Oberpostdirektion 1945-1947; familiengeschichtliche Unterlagen; Feldpostbriefe und sonstige Überlieferung der Söhne Hans Ulrich (*1921) und Hellmut Reichert (*1917)
1. Zur Biographie: Johanna Hilde Sperling wurde am 12. Dezember 1888 in Leipzig geboren. Ihr Vater Otto Sperling, ebenfalls in Leipzig geboren, war dort Buchhändler. Die Mutter Emma Hedwig geb. Sonnenmann stammte aus Halle. Eingeschult wurde Hilde Sperling Ostern 1895 in Leipzig. Bereits im Sommer 1895 zog die Familie Sperling nach Stuttgart. Dort ging sie von der dritten bis zur achten Klasse (ab Ostern 1897) in das Evangelische Töchterinstitut. Ab 1903 besuchte Hilde die Klassenstufen 9 und 10 im Königin-Katharina-Stift Stuttgart. 1905 wurde sie im Höheren Lehrerinnenseminar des Königin-Katharina-Stifts zur Volksschullehrerin ausgebildet. Bis 1916 war Hilde Sperling als Volksschullehre-rin an der Pragschule Stuttgart tätig. Am 29. Juli 1916 heiratete sie Felix Reichert. Danach trat sie aus dem Schuldienst aus. Zwischen 1917 und 1921 kamen drei Kinder - Hellmut, Ulrich und Gudrun - zur Welt. Hilde Reichert-Sperling interessierte sich seit Jugendjahren für die Frauenbewegung und beschäftigte sich mit der Stellung der Frau in der Gesellschaft, trat dem Verband Württembergischer Frauenvereine bei und engagierte sich durch Stellungnahmen in verschiedenen Zeitungen und Vorträgen für die Frauenbewegung. Nach langen Jahren in der Funktion als Schriftführerin im Verband Württembergischer Frauenvereine wurde sie 1931 zur Vorsitzenden gewählt. Der Verband war als Dachverband aller für Berufsinteres-sen und Berufsrechte arbeitender Frauenvereine 1906 von Mathilde Planck gegründet worden. 1928 waren 24 und 1933 34 Vereine Mitglied. Der Verband musste sich 1933 auflösen und Hilde Reichert-Sperling hoffte in ihrem - im Bestand überlieferten - Vortrag anlässlich der Auflösung auf bessere Zeiten. 1933 wurde Felix Reichert wegen seiner politischen Meinung zum Postamt Cannstatt strafversetzt. Während des Dritten Reiches veröffentlichte Hilde Reichert-Sperling keine politischen Artikel mehr, sondern befasste sich mit gesunder Ernährung und Garten. Ihre öffentliche Stimme verstummte bald gänzlich und sie konzentrierte sich ganz auf die Familie. 1945 reaktivierte sie ihre Kräfte und gründete den Stuttgarter Frauendienst. Sie war Mitgründerin des Frauenparlaments Baden-Württemberg im Jahre 1948/49. Seit 1949 war sie auch Vorstandsmitglied des Schwäbischen Frauenvereins und 1. Vorsitzende des Vereins für Kinderküchen e.V. Ferner arbeitete sie in den Ausschüssen des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes mit, dem die beiden vorstehenden Vereine angehörten. Am 11. September 1955 starb Hilde Reichert-Sperling in Stuttgart.
2. Zum Bestand: Im Mai 2003 schenkte Hellmut Reichert dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart den Nachlass seiner Mutter Hilde Reichert-Sperling. Die Unterlagen wurden in die Reihe Q 2 "Sonstige Nachlässe" eingegliedert. Der Bestand enthält Zeitungsartikel, Manuskripte und Vorträge zur Frauenbewegung (auch in ihrer Funktion als Vorsitzende des Verbands Württembergischer Frauenvereine), Feldpostbriefe der Familie sowie Unterlagen zur Familiengeschichte der Familien Reichert und Sperling aus dem Zeitraum 1834 bis 1989. Er umfasst 19 Büschel mit einem Umfang von 0,3 lfd. m. Die Unterlagen wurden zunächst geordnet und klassifiziert, dann unter Verwendung des Verzeichnungsprogramms Midosa 95 von der Archivinspektoranwärterin Janet Loos unter Leitung von Regina Keyler im Juli 2003 verzeichnet und verpackt.
Nachlass Hilde Reichert-Sperling als Geschenk des Sohnes Hellmut Reichert an das Hauptstaatsarchiv im Mai 2003 (Bü 1-19);
Nachlass Familienarchiv (v.a. Felix Reichert) und genealogische Forschungen als Geschenk des Sohnes Hans Ulrich Reichert an das Hauptstaatsarchiv im Januar (Bü 20-47) und Dezember (Bü 48 -49) 2004
Inhalt und Bewertung
Nachlass von Hilde Reichert-Sperling (1855-1955), Lehrerin; Überlieferung von ihrem Mann Dr. Felix Reichert (1878-1955), Oberpostrat und Präsident der Oberpostdirektion 1945-1947; familiengeschichtliche Unterlagen; Feldpostbriefe und sonstige Überlieferung der Söhne Hans Ulrich (*1921) und Hellmut Reichert (*1917)
1. Zur Biographie: Johanna Hilde Sperling wurde am 12. Dezember 1888 in Leipzig geboren. Ihr Vater Otto Sperling, ebenfalls in Leipzig geboren, war dort Buchhändler. Die Mutter Emma Hedwig geb. Sonnenmann stammte aus Halle. Eingeschult wurde Hilde Sperling Ostern 1895 in Leipzig. Bereits im Sommer 1895 zog die Familie Sperling nach Stuttgart. Dort ging sie von der dritten bis zur achten Klasse (ab Ostern 1897) in das Evangelische Töchterinstitut. Ab 1903 besuchte Hilde die Klassenstufen 9 und 10 im Königin-Katharina-Stift Stuttgart. 1905 wurde sie im Höheren Lehrerinnenseminar des Königin-Katharina-Stifts zur Volksschullehrerin ausgebildet. Bis 1916 war Hilde Sperling als Volksschullehre-rin an der Pragschule Stuttgart tätig. Am 29. Juli 1916 heiratete sie Felix Reichert. Danach trat sie aus dem Schuldienst aus. Zwischen 1917 und 1921 kamen drei Kinder - Hellmut, Ulrich und Gudrun - zur Welt. Hilde Reichert-Sperling interessierte sich seit Jugendjahren für die Frauenbewegung und beschäftigte sich mit der Stellung der Frau in der Gesellschaft, trat dem Verband Württembergischer Frauenvereine bei und engagierte sich durch Stellungnahmen in verschiedenen Zeitungen und Vorträgen für die Frauenbewegung. Nach langen Jahren in der Funktion als Schriftführerin im Verband Württembergischer Frauenvereine wurde sie 1931 zur Vorsitzenden gewählt. Der Verband war als Dachverband aller für Berufsinteres-sen und Berufsrechte arbeitender Frauenvereine 1906 von Mathilde Planck gegründet worden. 1928 waren 24 und 1933 34 Vereine Mitglied. Der Verband musste sich 1933 auflösen und Hilde Reichert-Sperling hoffte in ihrem - im Bestand überlieferten - Vortrag anlässlich der Auflösung auf bessere Zeiten. 1933 wurde Felix Reichert wegen seiner politischen Meinung zum Postamt Cannstatt strafversetzt. Während des Dritten Reiches veröffentlichte Hilde Reichert-Sperling keine politischen Artikel mehr, sondern befasste sich mit gesunder Ernährung und Garten. Ihre öffentliche Stimme verstummte bald gänzlich und sie konzentrierte sich ganz auf die Familie. 1945 reaktivierte sie ihre Kräfte und gründete den Stuttgarter Frauendienst. Sie war Mitgründerin des Frauenparlaments Baden-Württemberg im Jahre 1948/49. Seit 1949 war sie auch Vorstandsmitglied des Schwäbischen Frauenvereins und 1. Vorsitzende des Vereins für Kinderküchen e.V. Ferner arbeitete sie in den Ausschüssen des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes mit, dem die beiden vorstehenden Vereine angehörten. Am 11. September 1955 starb Hilde Reichert-Sperling in Stuttgart.
2. Zum Bestand: Im Mai 2003 schenkte Hellmut Reichert dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart den Nachlass seiner Mutter Hilde Reichert-Sperling. Die Unterlagen wurden in die Reihe Q 2 "Sonstige Nachlässe" eingegliedert. Der Bestand enthält Zeitungsartikel, Manuskripte und Vorträge zur Frauenbewegung (auch in ihrer Funktion als Vorsitzende des Verbands Württembergischer Frauenvereine), Feldpostbriefe der Familie sowie Unterlagen zur Familiengeschichte der Familien Reichert und Sperling aus dem Zeitraum 1834 bis 1989. Er umfasst 19 Büschel mit einem Umfang von 0,3 lfd. m. Die Unterlagen wurden zunächst geordnet und klassifiziert, dann unter Verwendung des Verzeichnungsprogramms Midosa 95 von der Archivinspektoranwärterin Janet Loos unter Leitung von Regina Keyler im Juli 2003 verzeichnet und verpackt.
47 Büschel
Bestand
Heinz Kassemeyer: Die Postdirektoren in Württemberg und ihre Präsidenten. In: Württembergische Postgeschichte 27 (1990), S. 33-52.
Riepl-Schmidt, Maja: Die frauenbewegte "Stadtmutter". Hilde Reichert-Sperling. In: Wider das verkochte und verbügelte Leben. Frauenemanzipation in Stuttgart seit 1800, Stuttgart 1990, S. 266-277.
Riepl-Schmidt, Maja: Die frauenbewegte "Stadtmutter". Hilde Reichert-Sperling. In: Wider das verkochte und verbügelte Leben. Frauenemanzipation in Stuttgart seit 1800, Stuttgart 1990, S. 266-277.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 2:39 PM CET