Spruchkammer 37 - Stuttgart mit Berufungskammer Stuttgart: Verwaltungsakten (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, EL 900/20
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg (Archivtektonik) >> Ober- und Mittelbehörden seit um 1945 >> Geschäftsbereich Ministerium für politische Befreiung >> Heimatspruchkammern: Verwaltungsakten
Einleitung: Zur Geschichte der Spruchkammern siehe Vorbemerkung zur Beständegruppe EL 900 Heimatspruchkammern: Verwaltungsakten. Entgegen der üblichen Einteilung, wonach sich die Zuständigkeit einer Heimatspruchkammer auf eine Anzahl von Orten erstreckte, bestand bei der Spruchkammer 37 Stuttgart eine besondere Situation. Sie trat nach außen hin und verwaltungsmäßig zwar ausdrücklich als eine einzige Spruchkammer in Erscheinung (daher eine Zentralgeschäftsstelle), war in ihrer inneren Organisation jedoch in einzelne sog. Kammern gegliedert, deren Zuständigkeitsbereiche sich an der Einteilung des Stuttgarter Stadtgebiets in Polizeireviere orientierten. Jeweils eines oder mehrere Reviere waren einer Kammer zugeordnet; daneben gab es Kammern mit Sonderfunktionen (Geschäftsverteilungsplan vom Februar/März 1947 in EL 900/20 Bü 206 und 229): Kammer 1 Stuttgart, Schönleinstraße 11 für Reviere 1 und 2 Kammer 2 Stuttgart, Schönleinstraße 11 für Reviere 6 und 9 Kammer 3 Stuttgart-Feuerbach, Theodorstraße 10 (Verwaltungsgebäude der Firma Werner und Pfleiderer) für Jugendamnestie / Sühnebescheide / Einstellungsbeschlüsse Kammer 4 Stuttgart-Bad Cannstatt, Quellenstraße 7 (Firma Witzemann) für Reviere 7 und 8 Kammer 5 Stuttgart-Bad Cannstatt, Wilhelmstraße 10 für Revier 12 Kammer 6 Stuttgart-Bad Cannstatt, Pragstraße 78 für Reviere 13 und 16 Kammer 7 Stuttgart-Feuerbach, Rathaus und Wiener Straße 69 für Reviere 15 und 15a Kammer 8 Stuttgart-Zuffenhausen, Schwieberdinger Straße 97 für Revier 14 Kammer 9 Stuttgart-Rohr, Rathaus für Reviere 19 und 19a Kammer 10 Stuttgart-Degerloch, Waldstraße 8-10 für Reviere 5 und 5a Kammer 11 Stuttgart-West, Rotebühlstraße 120 (Firmengelände Bleyle) für Reviere 3, 17 und 18 Kammer 12 Stuttgart-Untertürkheim, Großglocknerstraße für Reviere 10, 11 und 11a Kammer 13 Stuttgart, Schönleinstraße 11 als Interniertenkammer, später für Revier 3 Kammer 14 Stuttgart-Heslach, Möhringerstraße 99 für Reviere 4 und 4a Kammer 15 Stuttgart, Rotebühlkaserne als Flüchtlingskammer. In der Zusammenfassung: Kammer 1, 2, 4-12, 14 Regionalkammern Kammer 3a Sühnekammer Kammer 3b Kammer für NB-Bescheide Kammer 13 Rechtshilfekammer. Kammer 15 Flüchtlingskammer Die Unterbringung der einzelnen Kammern änderte sich im Laufe ihres Bestehens. Die Kammer 11 hatte beispielsweise folgende Anschriften: Rotebühlstraße (Bleyle-Areal), Seufferstraße, Schlossstrasse (Stuttgarter Bank, Café Frank), im Jahr 1948 schließlich Seestraße. Die ursprünglich in der Rotebühlkaserne logierende Flüchtlingskammer wurde nach Feuerbach verlegt. Auch im Zuge der fortschreitenden Arbeit und Schließung kam es zu Sitzverlegungen: Kammer 4 nach Stuttgart und Zuffenhausen, Kammer 6 neben Bad Cannstatt nach Stuttgart, Kammer 13 nach Bad Cannstatt, um nur einige zu nennen. Offenbar wurde die unterschiedliche Nummerierung nach Kammern und Polizeirevieren von Bearbeitern und Korrespondenzpartnern in der Praxis nicht immer auseinander gehalten, so dass es verschiedentlich zu Fehlnummerierungen kam. Die Zentralgeschäftsstelle der Spruchkammer Stuttgart befand sich in der Stafflenbergstraße 46 unter der Leitung des Geschäftsführenden Vorsitzenden Richard Wiedersheim. Auf seine Einladung hin fand am 12. September 1947 im Großen Plenarsaal des Landtags in Stuttgart eine Besprechung über den Stand der Entnazifizierung statt. Sein anlässlich dieser Veranstaltung verfasstes Redemanuskript enthält neben umfangreichen Ausführungen zur Arbeit und Statistik einen eindringlichen Appell zur Personalaufstockung, um die fristgerechte Beendigung der Entnazifizierung sicherzustellen (EL 900/20 Bü 416). Der Bestand EL 900/20 unterscheidet sich neben der besonderen Gliederung in Kammern in einem weiteren Punkt von den übrigen Beständen der Beständegruppe EL 900; er enthält neben den Verwaltungsakten der Heimatspruchkammer Stuttgart auch die Unterlagen der Berufungskammer Stuttgart und ihrer Außenstellen Geislingen/Steige, Heidenheim und Bad Mergentheim. Einen Organisationsplan zum Verfahrensgang bei der Berufungskammer enthält EL 900/20 Bü 826. Zu Beginn der Verzeichnung befanden sich die Unterlagen in 206 Leitzordner und unzähligen Bunden, sowie in losem Zustand. Insbesondere die Ordner waren durch Staub und Schimmel erheblich verschmutzt. Die Verzeichnung und Endredaktion erfolgte in den Jahren 2006/2007 durch die Unterzeichnende. Der Bestand EL 900/20 Spruchkammer 37 Stuttgart enthält 868 Archivalieneinheiten. Ludwigsburg, im Dezember 2008 Regina Schneider
868 Büschel (28,6 lfd. m)
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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13.11.2025, 2:40 PM CET
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- Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg (Archivtektonik)
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- Geschäftsbereich Ministerium für politische Befreiung (Archival tectonics)
- Heimatspruchkammern: Verwaltungsakten (Archival tectonics)
- Spruchkammer 37 - Stuttgart mit Berufungskammer Stuttgart: Verwaltungsakten (Archival holding)