Querulationis Auseinandersetzung um Bezahlung von Schulden
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(1) 1070
Wismar G 95 (W G 3 n. 95)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 07. 1. Kläger G
(1669-1734) 31.03.1734-19.10.1735
Kläger: (2) Witwe des Dr. David Gerdes, Fiskal am Tribunal (Kl.in in 1. Instanz)
Beklagter: Provisoren und Administratoren des Klosters zum Heiligen Geist in Stralsund (Bekl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: N N Westphal (A), Dr. Erich Herzberg (P) Bekl.: Joachim Ehrenfried von Stein (A), Anton Christoph Gröning (P)
Fallbeschreibung: Dr. Henning Christoph Gerdes, der Vater David Gerdes, hatte den Bekl. 1669 1000 Rtlr zinsbar geliehen und ausgemacht, daß das Geld einst zur Hälfte in Rtlr, zur Hälfte in Dukaten ausgezahlt werden sollte. Als Kl.in das Kapital gekündigt hatte, wurde ihr eine dementsprechende Auszahlung verweigert und auf Auszahlung in neuen 2/3 Rtlr bestanden, wogegen sie zunächst vor dem Stralsunder Rat geklagt hat, nachdem sie dort abschlägig beschieden wurde, nun an das Tribunal queruliert. Das Tribunal fordert den Stralsunder Rat am 07.05. zur Einsendung der Akten der Vorinstanz auf, die am 29.06. eingehen und am 10.07. nach Bitte des Kl.s vom 05.07. eröffnet werden. Am 18.10.1734 bitten Parteien um Prozeßbeschleunigung, am 22.01.1735 folgt das Tribunal dem Antrag der Kl.in und fordert Bekl. zur in der Obligation vereinbarten Zahlung zuzüglich der Unkosten auf. Am 24.02. und 18.04. kündigen Bekl. an, dagegen restitutio in integrum ergreifen zu wollen und erbitten Fristverlängerung, die sie am 26.02. und 19.04. erhalten. Am 24.05. tragen sie ihre Beschwerden gegen das Tribunalsurteil vor und bitten, die Rückzahlung in geltender Währung vornehmen zu dürfen und von der Bezahlung der Unkosten befreit zu werden. Am 18.06. bittet Kl.in um Bestätigung des Tribunalsurteils, am 04.07. bitten Parteien um Prozeßbeschleunigung, am 17.10.1735 entbindet das Tribunal die Bekl. von der Bezahlung der Unkosten, bestätigt aber ansonsten sein Urteil.
Instanzenzug: 1. Ratsgericht zu Stralsund 1733 2. Tribunal 1734-1735
Prozessbeilagen: (7) Schuldbrief des Heilgeistklosters vom 24.12.1669; von Notar Martin Verchen aufgenommene Appellation vom 05.03.1734; Stralsunder Ratsgerichtsurteil vom 26.02.1734; von Tribunalsbote Carl Friedrich Siebeth ausgestellte Übergabequittungen für 2 Tribunalsmandate vom 27.05.1734; Rationes decidendi des Stralsunder Ratgerichts; Prozeßvollmachten der Kl.in für Dr. Hertzberg vom 10.07.1734 und der Bekl. für Dr. Gröning vom 12.07.1734; Supplik des Dr. Henning Christoph Gerdes an den Stralsunder Rat vom 07.07.1681; vom Stralsunder Notar Leopold von Olderhausen ausgestellte Übergabequittung für Kündigung eines Kapitals vom 26.06.1679; Auszug aus den Registern des Klosters zum Heiligen Geist von 1670 und 1674; Urteil des Stralsunder Kanzleigerichts vom 16.09.1684
Beklagter: Provisoren und Administratoren des Klosters zum Heiligen Geist in Stralsund (Bekl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: N N Westphal (A), Dr. Erich Herzberg (P) Bekl.: Joachim Ehrenfried von Stein (A), Anton Christoph Gröning (P)
Fallbeschreibung: Dr. Henning Christoph Gerdes, der Vater David Gerdes, hatte den Bekl. 1669 1000 Rtlr zinsbar geliehen und ausgemacht, daß das Geld einst zur Hälfte in Rtlr, zur Hälfte in Dukaten ausgezahlt werden sollte. Als Kl.in das Kapital gekündigt hatte, wurde ihr eine dementsprechende Auszahlung verweigert und auf Auszahlung in neuen 2/3 Rtlr bestanden, wogegen sie zunächst vor dem Stralsunder Rat geklagt hat, nachdem sie dort abschlägig beschieden wurde, nun an das Tribunal queruliert. Das Tribunal fordert den Stralsunder Rat am 07.05. zur Einsendung der Akten der Vorinstanz auf, die am 29.06. eingehen und am 10.07. nach Bitte des Kl.s vom 05.07. eröffnet werden. Am 18.10.1734 bitten Parteien um Prozeßbeschleunigung, am 22.01.1735 folgt das Tribunal dem Antrag der Kl.in und fordert Bekl. zur in der Obligation vereinbarten Zahlung zuzüglich der Unkosten auf. Am 24.02. und 18.04. kündigen Bekl. an, dagegen restitutio in integrum ergreifen zu wollen und erbitten Fristverlängerung, die sie am 26.02. und 19.04. erhalten. Am 24.05. tragen sie ihre Beschwerden gegen das Tribunalsurteil vor und bitten, die Rückzahlung in geltender Währung vornehmen zu dürfen und von der Bezahlung der Unkosten befreit zu werden. Am 18.06. bittet Kl.in um Bestätigung des Tribunalsurteils, am 04.07. bitten Parteien um Prozeßbeschleunigung, am 17.10.1735 entbindet das Tribunal die Bekl. von der Bezahlung der Unkosten, bestätigt aber ansonsten sein Urteil.
Instanzenzug: 1. Ratsgericht zu Stralsund 1733 2. Tribunal 1734-1735
Prozessbeilagen: (7) Schuldbrief des Heilgeistklosters vom 24.12.1669; von Notar Martin Verchen aufgenommene Appellation vom 05.03.1734; Stralsunder Ratsgerichtsurteil vom 26.02.1734; von Tribunalsbote Carl Friedrich Siebeth ausgestellte Übergabequittungen für 2 Tribunalsmandate vom 27.05.1734; Rationes decidendi des Stralsunder Ratgerichts; Prozeßvollmachten der Kl.in für Dr. Hertzberg vom 10.07.1734 und der Bekl. für Dr. Gröning vom 12.07.1734; Supplik des Dr. Henning Christoph Gerdes an den Stralsunder Rat vom 07.07.1681; vom Stralsunder Notar Leopold von Olderhausen ausgestellte Übergabequittung für Kündigung eines Kapitals vom 26.06.1679; Auszug aus den Registern des Klosters zum Heiligen Geist von 1670 und 1674; Urteil des Stralsunder Kanzleigerichts vom 16.09.1684
Akten
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
29.10.2025, 11:27 AM CET