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Herrschaft Schwarzenberg, Amt Geiselwind (Bestand)
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1606-1811
Vorwort: 2011 wurde das Archiv der Herrschaft Schwarzenberg nach Franken zurückgebracht und im Staatsarchiv Nürnberg neu erschlossen (zur Familien-, Verwaltungs- und Archivgeschichte siehe allgemein das Vorwort zum Bestand "Herrschaft Schwarzenberg, Urkunden"!). Darunter befanden sich auch 1.694 Pakete, die zu Kriegsbeginn 1939 unter der Bezeichnung "Registratur" verpackt worden waren. In den Bündeln 489-530 enthielten sie die Registratur des Amtes Geiselwind (heute im unterfränkischen Landkreis Kitzingen gelegen). Dahinter verbirgt sich im Wesentlichen das Schriftgut aus dem 18. Jahrhundert über den 1426 erworbenen Hauptort Geiselwind mit seinen Zugehörungen, denen 1668 das Rittergut Appenfelden und 1703 das Rittergut Burggrub angegliedert wurden, bevor das Amt 1809 im Bezirk des Kameralamts Scheinfeld aufging. 1808 umfasste das Amt Geiselwind die schwarzenbergischen Besitzungen in Geiselwind (86 Familien), Appenfelden (34 Familien), Prühl (19 Familien), Burggrub (14 Familien), Langenberg (11 Familien), Hohnsberg (10 Familien), Neugrub (10 Familien), Wasserberndorf (9 Familien), Röhrensee (8 Familien), Unterrimbach (7 Familien), Rosenbirkach (4 Familien), Freihaslach (4 Familien), Haag (2 Familien) und Holzberndorf (1 Familien; vgl. Herrschaft Schwarzenberg, Registratur 909/7).
Überlieferungsgeschichte zum Amt Geiselwind
Den ältesten Nachweis über die Geiselwinder Amtsregistratur liefert ein Inventar von 1688, das in 35 relativ willkürlich angeordneten Nummern mehrere Urbare ab 1624, einige Amtsinstruktionen und Rechnungen ab 1672, einen Faszikel über die Geistlichkeit, diverse Urkunden ab 1499 (u.a. einen alten Murmannsbrief), umfangreichen Schriftwechsel mit der Schwarzenberger Kanzlei sowie 60 Obligationen von Amtsuntertanen auflistet (Herrschaft Schwarzenberg, Rechnungen 288/1). 1783 wurden analog zu der im Schloss Schwarzenberg vorgenommenen Neuordnung des Archivs und der Registratur auch die nachgeordneten Ämterregistraturen reformiert (vgl. Berger, Archive, S. 48). Diese erhielten daraufhin denselben 14-klassigen Aktenplan wie die Zentral-Registratur, allerdings mit einer geringeren Gliederungstiefe (vgl. das Vorwort zu Herrschaft Schwarzenberg, Registratur).
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Altregistraturen der Ämter Scheinfeld und Geiselwind ins Schloss Schwarzenberg verbracht. Allem Anschein nach wurden sie erst dort in der heute vorliegenden Form geordnet, mit einheitlichen Aktenumschlägen versehen und 1844 in einem gemeinsamen Repertorium durch den Registrator Sebastian von Grandjean verzeichnet (Herrschaft Schwarzenberg, Archivverwaltung 31). Im Februar 1870 befanden sich die Geiselwinder Akten in einem neben der Hauptregistratur gelegenen Raum ohne Repositorien (Herrschaft Schwarzenberg, Registratur 2019). Eine gewisse Überarbeitung des Findmittels zum Amt Geiselwind erfolgte den Vermerken im Altrepertorium zufolge im Januar 1888. Im August 1934 wurde es von Ferdinand Andraschko einer letzten Revision am Fach unterzogen und mit Fehlvermerken versehen, bevor die Archivalien 1939 zu Bündeln verschnürt wurden - für die nächsten 70 Jahre, wie sich herausstellen sollte.
Bearbeitungshinweise
Nach der Übergabe ans Staatsarchiv Nürnberg wurden die Archivalienbündel des Amts Geiselwind ab 2012 durch Ferienarbeiter ausgepackt und dabei zunächst in ihrem überkommenen Gesamtzusammenhang unter der Bestandsbezeichnung "Registratur" belassen. In einem zweiten Erschließungsdurchgang im zweiten Halbjahr 2016 wurde dieser Teilfonds durch Philipp Beckmann M.A. aus der Bestandsgruppe "Registratur" herausgelöst und mit der eigenen Bestandsbezeichnung "Amt Geiselwind" versehen. Die Archivalien waren bereits beim ersten Auspacken mit der jeweiligen Bündel-Nummer und einer pro Verzeichnungseinheit im Paket durchgezählten Unternummer versehen worden. Diese Nummern wurden bei der 2016 durchgeführten Korrektur der Bestandsbezeichnung als aktuelle Bestellsignaturen beibehalten, auch um den 2011 vorgefundenen Ordnungszustand zu dokumentieren. Im Zuge der Bearbeitung wurde zudem das Altrepertorium mit Bleistift um die aktuellen Signaturen bzw. gegebenenfalls um präzisierte Betreffe und Laufzeiten ergänzt, und einige am Ende des Fonds befindlichen Nachträge wurden durch Dr. Nicola Humphreys neu in FAUST verzeichnet. Auch künftig noch aufzufindende Nachträge sollen vorerst unter der Bündelnummer 530 angereiht werden.
Die Daten des Altrepertoriums wurden im Winter 2016/17 durch Emma Langolf in FAUST eingegeben und durch Dr. Nicola Humphreys überprüft. Bei der Retrokonversion wurde der Grundsatz verfolgt, die Diktion und den Informationsgehalt der Vorlage weitestgehend beizubehalten, dabei aber die Verständlichkeit der im 19. Jahrhundert angelegten Repertorieneinträge zu erhöhen. Deshalb wurden die Schreibungen (außer bei Familiennamen) an die moderne Grammatik und Orthographie angepasst, die zahlreichen Latinismen der Vorlage großteils ins Deutsche übertragen sowie Wortstellung und Satzbau behutsam korrigiert. In den Akten enthaltenes Sondermaterial (Drucke, Skizzen, Pläne) wurde nach Möglichkeit im "Enthält-/Darin-Vermerk" erfasst. Alle Verzeichnungseinheiten wurden mit Einträgen im Orts- und Personennamenregister versehen. Die Verzeichnungsdaten der nicht mehr vorhandenen Archivalieneinheiten wurden - deutlich gekennzeichnet mit dem Schlagwort "Fehlt" im Feld "Typ" und natürlich ohne aktuelle Bestellsignatur - aus dem Altrepertorium übernommen, ebenso wie die dort in vier Fällen in roter Tinte angegebenen Hinweise auf die im 19. Jahrhundert zum Urkundenselekt entnommenen Urkunden, die auch im Bestand "Herrschaft Schwarzenberg, Urkunden" entsprechend gekennzeichnet wurden. Da beim Auspacken des Bestands keine auffälligen Schadensbilder festgestellt wurden, wurde der Schadenskataster pauschal per Gruppenkorrektur befüllt.
Der Aktenplan der Amtsregistratur wurde mit geringfügigen Modifikationen als Gliederungsschema übernommen, wobei die der Sachgliederung häufig nachgeordneten Ortsschlagworte sich im Feld "Zusatzklassifikation" finden. Die Zuweisung der Archivalieneinheiten zum Aktenplan wurde bei der Neuerschließung relativ frei gehandhabt, da die bisherige Zuordnung nicht immer stringent erschien. Unterhalb der Sach- und Ortsgliederungsebene erfolgt der Findbuchausdruck chronologisch.
Bilanz
Bei Abschluss der Erschließungsarbeiten umfasst der Bestand "Amt Geiselwind" Akten von 1593 (abschriftlich) bzw. 1606 bis 1811, wobei nur rund 7 Prozent der Unterlagen vor 1700 entstanden. Die Gesamtzahl beläuft sich auf 835 Archivalieneinheiten (zzgl. 15 Fehlnummern und 1 Hinweis-Datensatz). Nahezu sämtliche aktuellen Fehlnummern waren bereits bei der letzten Inventarisierung im Schloss Schwarzenberg 1934 nicht mehr am Fach, so dass seit diesem Zeitpunkt keine größeren Verluste eingetreten sind.
Im Bestand reich dokumentiert sind vor allem die Kernaufgaben des Amtes, die sich auf die Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit (v.a. Vormundschaften, Güterverkäufe, Erbschaftsregelungen, Schulden- und Konkurswesen) und der inneren Verwaltung (v.a. Konzessionswesen, Gemeindeaufsicht und allgemeine Policey-Verwaltung) erstreckten. Quantitativ gewichtig sind ferner die Streitigkeiten mit den fremdherrschaftlichen Nachbargemeinden Ebrach, Burghaslach, Castell und Prichsenstadt. Relativ stark vertreten sind auch Kameralgegenstände wie die Abgaben- und Zollverwaltung sowie Nutzung und Verpachtung der eigenen Domänengüter. Eine geringere Rolle in der Überlieferung spielt die - in Scheinfeld ausgeübte - Kriminalgerichtsbarkeit ("Cent"), das Kirchen- und Schulwesen und die jüdische Bevölkerung.
Als weitere einschlägige Überlieferung ist nachdrücklich auf die zentralbehördlichen Akten in den Beständen "Herrschaft Schwarzenberg, Schwarzenberger Archiv" und "Herrschaft Schwarzenberg, Registratur" (ab 1783) hinzuweisen. Die Geiselwinder Amtsrechnungen ab 1553 (teilweise auch mit Amtsinventaren) sowie die örtlichen Gotteshaus- und Gemeinderechnungen (ab 1584 bzw. ab 1558) sind im Rechnungsselekt bzw. im Schwarzenberger Archiv vertreten. Auch ist zu erwarten, dass aus den bislang nicht vollständig erschlossenen "Perlustranda" künftig noch einzelne Archivalien dem Amt Geiselwind zugeschlagen werden. Eine vollständige Neusignierung des Bestands scheint allenfalls nach Abschluss dieser Arbeiten sinnvoll.
Nürnberg, den 20. März 2017
Dr. Nicola Humphreys
Achtung: die mit dem Schlagwort "Fehlt" markierten Verzeichnungseinheiten sind im Staatsarchiv Nürnberg nicht vorhanden und können nicht bestellt werden!
Herrschaft Schwarzenberg, Amt Geiselwind
835
Bestand
Akten
deutsch
Zu bestellen unter:
Herrschaft Schwarzenberg, Amt Geiselwind + Bestellnummer/Unternummer
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
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