Bayerische Erfassungsstelle für Heeresgut (Bestand)
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BEH
Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Bayerischen Hauptstaatsarchivs >> 4 Abteilung IV: Kriegsarchiv >> 4.4 Nachfolgeorganisationen der Bayerischen Armee >> 4.4.1 Bayerische Erfassungsstelle für Heeresgut
1919-1922
Form und Inhalt: 1. Behördengeschichte
Im Zuge der Demobilmachung der deutschen Armeeverbände nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurden im ganzen Land Unmengen an staatseigenem Heeresgut frei. Um die bayerischen Interessen bei dessen Verwertung zu wahren, wurde durch Ministerialbekanntmachung vom 6. Dezember 1918 eine eigene Landesstelle, die Bayerische Verwertungsstelle für Heeresgut (BVH) errichtet, die zunächst dem Staatsministerium des Äußern, dann bis April 1919 dem neugebildeten Staatsministerium für Handel, Industrie und Gewerbe (MHIG) unterstellt war. Die BVH, bei der zeitweise über 1100 Angestellte beschäftigt waren, war damals das größte Verkaufsunternehmen in Bayern. Neben einer zentralen Stelle gab es mehrere Zweigstellen sowie Fahndungsstellen in München und Nürnberg, wobei letztere sich ganz der Wiederbeschaffung von abhanden gekommenem Heeresgut widmeten. Im April 1919 wurde die BVH als Abteilung III, Zweigstelle Bayern, dem Reichsschatzministerium eingegliedert und zum 1. April 1920 aufgelöst. Die Aufgabe der Verwertung wurde nun von der Reichstreuhandgesellschaft AG in Berlin wahrgenommen, die der Wiederbeschaffung dagegen von der neu eingerichteten "Bayerischen Erfassungsstelle für Heeresgut" (BEH) beim Reichsschatzministerium III, der die Fahndungsstellen unterstellt wurden. Wie aus ihren Akten hervorgeht, wurden sowohl Bagatelldelikte wie etwa der Diebstahl von einem Paar Wadenstrümpfe (siehe Abbildung) als auch Materialschiebereien im großen Stil mit der gleichen Aufmerksamkeit verfolgt.
2. Zum Bestand
Der kleine Aktenbestand wurde im September 2013 abschließend verzeichnet und umfasst nur zehn Archivalieneinheiten (0,6 lfdm). Nichts desto trotz ist seine Bedeutung für die Erforschung der wirtschaftlichen Verhältnisse in der unmittelbaren Nachkriegszeit nicht unwesentlich, in der Materialknappheit, Geldentwertung, Nahrungsmangel und Massenarbeitslosigkeit an der Tagesordnung waren.
Literaturnachweis:
Fridolin Solleder, Kriegsstellen und Kriegswirtschaftsstellen im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, in: Archivalische Zeitschrift 40 (1931), S. 153-188.
München, 26.09.2013
Johannes Moosdiele M.A.
Archivrat
Im Zuge der Demobilmachung der deutschen Armeeverbände nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurden im ganzen Land Unmengen an staatseigenem Heeresgut frei. Um die bayerischen Interessen bei dessen Verwertung zu wahren, wurde durch Ministerialbekanntmachung vom 6. Dezember 1918 eine eigene Landesstelle, die Bayerische Verwertungsstelle für Heeresgut (BVH) errichtet, die zunächst dem Staatsministerium des Äußern, dann bis April 1919 dem neugebildeten Staatsministerium für Handel, Industrie und Gewerbe (MHIG) unterstellt war. Die BVH, bei der zeitweise über 1100 Angestellte beschäftigt waren, war damals das größte Verkaufsunternehmen in Bayern. Neben einer zentralen Stelle gab es mehrere Zweigstellen sowie Fahndungsstellen in München und Nürnberg, wobei letztere sich ganz der Wiederbeschaffung von abhanden gekommenem Heeresgut widmeten. Im April 1919 wurde die BVH als Abteilung III, Zweigstelle Bayern, dem Reichsschatzministerium eingegliedert und zum 1. April 1920 aufgelöst. Die Aufgabe der Verwertung wurde nun von der Reichstreuhandgesellschaft AG in Berlin wahrgenommen, die der Wiederbeschaffung dagegen von der neu eingerichteten "Bayerischen Erfassungsstelle für Heeresgut" (BEH) beim Reichsschatzministerium III, der die Fahndungsstellen unterstellt wurden. Wie aus ihren Akten hervorgeht, wurden sowohl Bagatelldelikte wie etwa der Diebstahl von einem Paar Wadenstrümpfe (siehe Abbildung) als auch Materialschiebereien im großen Stil mit der gleichen Aufmerksamkeit verfolgt.
2. Zum Bestand
Der kleine Aktenbestand wurde im September 2013 abschließend verzeichnet und umfasst nur zehn Archivalieneinheiten (0,6 lfdm). Nichts desto trotz ist seine Bedeutung für die Erforschung der wirtschaftlichen Verhältnisse in der unmittelbaren Nachkriegszeit nicht unwesentlich, in der Materialknappheit, Geldentwertung, Nahrungsmangel und Massenarbeitslosigkeit an der Tagesordnung waren.
Literaturnachweis:
Fridolin Solleder, Kriegsstellen und Kriegswirtschaftsstellen im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, in: Archivalische Zeitschrift 40 (1931), S. 153-188.
München, 26.09.2013
Johannes Moosdiele M.A.
Archivrat
10
Bestand
Akten
deutsch
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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