Der Rath der Stadt Helmstede thut besonders den ehrbaren weisen
Herren Bürgermeistern u. Rathsherren der ehrsamen Städte Lubke, Homborch u.
Luneborch zu wissen, daß Er von dem Propste, Prior u. ganzem Convente St.
Luders vor Helmstedt gebeten sei, um großen Zeugnisses der Wahrheit willen,
"Credencien- u. Promocien-Weise" zu schreiben, daß, nachdem die genannten
geistlichen Herren kurz vorher durch böse Leute ihrer Pferde u. Kühe beraubt
worden, nun auch am letzt vergangenen Donnerstage nach Unserer lieben Frau
Himmelfahrt (19 Aug. 1490) ihre Scheune mit dem Korn von Wetters Noth wegen
bis auf den Grund abgebrannt, u. damit neben ihrem Lebensunterhalt ihnen
auch die Möglichkeit, die großen Schulden ihres neu reformirten Klosters zu
bezahlen, genommen sei; u. da es wirklich mit ihnen leider also bewandt, daß
sie sich mit Bitten von frommen Leuten behelfen müssen, u. bereits der Rath
in Braunschweig, wie es in Helmstedt auch geschehen, die ihnen von Bischöfen
und anderen Herren gegebenen Briefe willig empfangen, verkündigt u. überall
zu bitten ihnen gestattet habe, bittet er die obigen Bürgermeister u.
Rathsherren, desselben gleichen dem Vorzeigen dieses (dussen jegenwordigen),
Ehre Johann, Prior des genannten Klosters, bei den Prälaten, Pfarrern u.
Kirchherren dahin förderlich zu sein, daß er seine Briefe verkündigen lassen
u. danach von Haus zu Haus gehen möge, um zu der desto besseren Duldung des
unvermeidlichen Schadens einigen Trost zu finden. - Gegheven in den jaren
unses heren Jesu Christi syner gheborth 1491 an dem maendaghe in sunte
Anthoniges dage des hilgen Abthes (17 Jan.) - (Mit einem angehängten
Siegel.)