In addition to the technically required cookies, our website also uses cookies for statistical evaluation. You can also use the website without these cookies. By clicking on "I agree" you agree that we may set cookies for analysis purposes. You can see and change your cookie settings here.
Es wird bekundet, dass die verwitwete Reichsfreifrau [Maria] Anna
Margarete Lioba Antonetta von Gebsattel, geborene von Reiffenberg, 1766
Juni 13 ...
Urk. 75 Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a]
Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a] >> Reichsabtei, Stift >> 1761-1770
1767 Januar 3
Ausfertigung, Papier, zwei aufgedrückte Papiersiegel
Urkunde
Identifikation (Urkunde): Originaldatierung: Actum Fulda auf hochfürstlicher geheimen cantzley den 3ten Januarii 1767 ... So geschehen Fulda ut supra
Vermerke (Urkunde): (Voll-) Regest: Es wird bekundet, dass die verwitwete Reichsfreifrau [Maria] Anna Margarete Lioba Antonetta von Gebsattel, geborene von Reiffenberg, 1766 Juni 13 in Koblenz in Anwesenheit eines Notars und zweier Zeugen eine Schenkung zugunsten Lukretias von Bastheim getätigt hat. In diesem Notariatsinstrument ist sowohl festgelegt worden, dass [Maria] Anna von Gebsattel Lukretia adoptiert hat, als auch, dass [Maria] Anna zugunsten Lukretias unter bestimmten, näher ausgeführten Bedingungen eine Schenkung unter Lebenden auf den Todesfall (theils per donationem inter vivos, theils per donationem mortis causa) aufgerichtet hat. Dem Abt von Fulda ist eine im Anhang zu dieser Urkunde aufgeführte Kopie dieses Notariatsinstruments übergeben worden; außerdem ist der Abt um seine Zustimmung sowohl zur Schenkung als auch zur Adoption gebeten worden. Der fuldische Notar hat [Maria] Anna den Empfang des übersandten Notariatsinstruments zur Beglaubigung dieser Angelegenheit bestätigt und ihr wiederum eine Abschrift des Notariatsinstruments übergeben. Ankündigung des geheimen Kanzleisiegels. Ausstellungs- und Handlungsort: Fulda. (siehe Abbildungen: 1. Seite, 2. Seite, Rückseite; Siegel: 1. Papiersiegel). - Kopie der Originalurkunde von 1766 Juni 13: Maria Anna Margarete Lioba Antonetta Freifrau von Gebsattel, geborene von Reiffenberg, bekundet, dass sie, da alle ihre Kinder bereits verstorben sind, Lukretia von Bastheim als Tochter adoptiert und versprochen hat, zeitlebens für sie zu sorgen. Lukretia hat sich ihrerseits immer wohl gegenüber ihrer Adoptivmutter verhalten, und diese hat mütterliche Zuneigung zu ihr entwickelt. Für ihren künftigen standesgemäßen Unterhalt hat Maria Anna ihrer Adoptivtochter eine Schenkung zu Lebzeiten (schenkung inter vivos) vermacht, die folgenden Inhalt hat: 1. Lukretia erhält alles bewegliche Gut aus dem Besitz in Fulda und Bronnzell (Brozell). 2. Der Besitz in Bronnzell soll zu Lebzeiten Anna Marias zum Unterhalt Lukretias dienen; der übrige Besitz dient zum Unterhalt Maria Annas und für die Schuldentilgung. 3. Lukretia ist Maria Anna zur jährlichen Rechnungslegung über das Gut in Bronnzell verpflichtet; nach dem Tod ihrer Adoptivmutter soll sie einer Vertrauensperson ihrer Wahl die Rechnungslegung leisten. 4. Falls Maria Anna sterben sollte, ohne ihren Nachlass geregelt zu haben, sollen ihre Tochter Lukretia und deren Schwester Julie - sofern diese dann noch ledig sein sollte - ihre gesamte Kleidung erhalten, darunter Hemden, Hauben, Stofftücher (sacktücher), Manschetten, Spitzen, Seidenflor und Weißzeug. Ihrer [verstorbenen] Mutter sollen die beiden Schwestern lediglich ein schwarzes Seidenkleid überlassen. 5. Nach Maria Annas Tod erhält Lukretia das Gut Bronnzell. Von den 3000 Gulden, die Maria Anna besitzt, soll Lukretia 1000 Gulden erhalten; ihren beiden Schwestern, Christiane von Murach, geborene von Bastheim, und Julie von Bastheim, soll Lukretia jeweils 1000 Gulden in bar geben, sofern nicht andere Belastungen vorhanden sind. 6. Falls Lukretia vor ihrer Mutter sterben sollte, sind die Regelungen dieser Schenkung hinfällig. Davon ausgenommen sind die 1000 Gulden, die dem Vater ihrer Schwester bereits früher übergeben wurden. Ihre Schwester ist dazu verpflichtet worden, vor und nach dem Tod Maria Annas deren Gedächtnis zu pflegen. - Lukretia hat versprochen, sich an alle Abmachungen zu halten und den in dieser Schenkung zum Ausdruck kommenden Willen Maria Annas zu erfüllen. Der Notar hat die Festlegungen dieses Rechtsgeschäfts zur Bekräftigung nochmals mündlich wiederholt. Ankündigung der Unterfertigung. Siegelankündigung. Ausstellungsort: Koblenz. (Koblentz den 13ten Junii 1766). Es folgt in Kopie die Auflistung der Unterschriften Maria Annas, zweier Zeugen und des Notars F. A. Kircher: (Anna Margaretha Lioba Antonetta von Gebsattel / gebohren von Reiffenberg wittib; F. Benedictus Zell pro tempore confehrarius [!] et cellerarius no/bilis parthe novis in insula superiore prope con/fluentiam qua testis requisitus; F. Michael Rustler qua testis requisitus; in praemissorum fidem / F. A. Kircher / imperialis et in electoratus / cancellarius Trevirensis immatriculatus / notarius subscriptis et munivis / debite requisitus). - Der fuldische Notar hat 1767 Januar 3 beglaubigt, dass die vorliegende Abschrift mit der Originalurkunde wortwörtlich übereinstimmt. Ankündigung des geheimen Kanzleisiegels. Ausstellungsort: Fulda. (Fulda 3. Januarii 1767). (siehe Abbildungen: 3. Seite, 4. und 5. Seite, Rückseite; Siegel: 2. Papiersiegel)
Vermerke (Urkunde): Unterschriften: aus hochfürstlicher geheimer / canzley hierselbsten)
Kanzleivermerk auf S. 1: (Praesente domino consiliario aulico et referendario intimo Siegler nec non me actuario cancellista intimo Schaeffer).
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.