Grünenwörth (Bestand)
Show full title
Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 32
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Ältere Bestände (vornehmlich aus der Zeit des Alten Reichs) >> Urkunden >> Kleinere geistliche Territorien >> Grünenwörth
1300-1755
Überlieferungsgeschichte
Säkularisation der Johanniterkommende Grünenwörth bei Straßburg 1789, das Archiv in Privatbesitz. 1843 Geschenk der Urkunden zu badischen Orten durch Franz Karl Grieshaber an den Großherzog; Übernahme ins Generallandesarchiv
Inhalt und Bewertung
Generalia, badische Orte A-Z
Zur Geschichte der Straßburger Johanniter-Kommende: Das 1371 durch den Straßburger Patrizier und Mystiker Rulman Merswin anstelle des einstigen Trinitatis-Klosters (OSB) am Grünen Wörth gegründete Haus und Hospital der Johanniter vor Straßburg bestand bis in die Zeit der Französischen Revolution. Es galt als eines der vornehmsten Ordenshäuser der Stadt und beherbergte wiederholt hohe Gäste. Der Komtur des Hauses folgte im Rang unmittelbar auf den deutschen Großprior des Johanniter-Ordens. Aufgrund von Schenkungen, aber auch durch eine aktive Erwerbspolitik verteilte sich der von jeweils drei Pflegern aus dem Straßburger Patriziat kontrollierte Komtureibesitz in der frühen Neuzeit zu beiden Seiten des Rheins; mit seinen Erträgen übertraf er am Ende des Mittelalters den Besitz der Johanniter-Häuser in Würzburg und Heimbach. Während des Dreißigjährigen Kriegs verlor die Kommende 1633 durch vorsorgliche Schleifung ihre Gebäude; 1687 wurde ihr ersatzweise das Kloster St. Marx zugeteilt, in dem sie bis zu ihrem Untergang 1792 ihren Sitz hatte.
Überlieferungsgeschichte: Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die im Bestand 32 des Generallandesarchivs versammelten, allein auf badische Orte bezogenen Urkunden des Straßburger Johanniter-Hauses im Besitz des Theologen, Schriftstellers und Sammlers Franz Karl Grieshaber (1798-1866), der sie offenbar noch zu seinen Lebzeiten dem Großherzog schenkte. Freilich handelt es sich dabei nur um einen marginalen, 26 Ortenauer Orte betreffenden Teilbestand, sowohl Johanniter- als auch Vorprovenienzen. Das eigentliche, reichhaltige Archiv der Johanniter-Kommende zum Grünenwörth liegt provenienz- und pertinenzgerecht in den Straßburger Archives Départementales du Bas-Rhin unter der Bestandsbezeichnung H 1349-2232 und ist dort verschmolzen mit den Archiven der dem Straßburger Ordenshaus einst nachgeordneten Johanniter-Kommenden Schlettstadt und Dorlisheim sowie mit Teilarchiven anderer Johanniter- und Antoniter-Niederlassungen.
Verzeichnung: 1908 wurden die 119 nach Karlsruhe gelangten Urkunden von Karl Obser als eigener Bestand neu verzeichnet; das handschriftliche Repertorium fertigte damals Friedrich Frankhauser. Die Neusignierung und Neuverpackung erfolgte 1988 unter der Aufsicht Hansmartin Schwarzmaiers. Die Konversion des alten Findbuchs besorgte 2013 Alfred Becher unter Anleitung von Gabriele Wüst, die Endredaktion 2014 Kurt Andermann.
Benutzungshinweise: Alle Urkunden sind digitalisiert und stehen im Internet zur Ansicht bereit.
Literaturhinweise: Hansmartin Schwarzmaier/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 2, Urkundenbestände (1-45), Stuttgart 1996, S. 210 f.; Ludwig Spach, Inventaire sommaire des archives départementales du Bas-Rhin, Bd. 4, Straßburg 1872, S. 103-174; Philippe-André Grandidier, Nouvelles ¿uvres inédites, Bd. 5, Colmar 1900, S. 25-68; Luzian Pfleger, Kirchengeschichte der Stadt Straßburg im Mittelalter, Colmar 1941, S. 84; Walter Gerd Rödel, Das Großpriorat des Johanniter-Ordens im Übergang vom Mittelalter zur Reformation, Diss. phil. Mainz, Köln 1966, S. 181-193.
Säkularisation der Johanniterkommende Grünenwörth bei Straßburg 1789, das Archiv in Privatbesitz. 1843 Geschenk der Urkunden zu badischen Orten durch Franz Karl Grieshaber an den Großherzog; Übernahme ins Generallandesarchiv
Inhalt und Bewertung
Generalia, badische Orte A-Z
Zur Geschichte der Straßburger Johanniter-Kommende: Das 1371 durch den Straßburger Patrizier und Mystiker Rulman Merswin anstelle des einstigen Trinitatis-Klosters (OSB) am Grünen Wörth gegründete Haus und Hospital der Johanniter vor Straßburg bestand bis in die Zeit der Französischen Revolution. Es galt als eines der vornehmsten Ordenshäuser der Stadt und beherbergte wiederholt hohe Gäste. Der Komtur des Hauses folgte im Rang unmittelbar auf den deutschen Großprior des Johanniter-Ordens. Aufgrund von Schenkungen, aber auch durch eine aktive Erwerbspolitik verteilte sich der von jeweils drei Pflegern aus dem Straßburger Patriziat kontrollierte Komtureibesitz in der frühen Neuzeit zu beiden Seiten des Rheins; mit seinen Erträgen übertraf er am Ende des Mittelalters den Besitz der Johanniter-Häuser in Würzburg und Heimbach. Während des Dreißigjährigen Kriegs verlor die Kommende 1633 durch vorsorgliche Schleifung ihre Gebäude; 1687 wurde ihr ersatzweise das Kloster St. Marx zugeteilt, in dem sie bis zu ihrem Untergang 1792 ihren Sitz hatte.
Überlieferungsgeschichte: Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die im Bestand 32 des Generallandesarchivs versammelten, allein auf badische Orte bezogenen Urkunden des Straßburger Johanniter-Hauses im Besitz des Theologen, Schriftstellers und Sammlers Franz Karl Grieshaber (1798-1866), der sie offenbar noch zu seinen Lebzeiten dem Großherzog schenkte. Freilich handelt es sich dabei nur um einen marginalen, 26 Ortenauer Orte betreffenden Teilbestand, sowohl Johanniter- als auch Vorprovenienzen. Das eigentliche, reichhaltige Archiv der Johanniter-Kommende zum Grünenwörth liegt provenienz- und pertinenzgerecht in den Straßburger Archives Départementales du Bas-Rhin unter der Bestandsbezeichnung H 1349-2232 und ist dort verschmolzen mit den Archiven der dem Straßburger Ordenshaus einst nachgeordneten Johanniter-Kommenden Schlettstadt und Dorlisheim sowie mit Teilarchiven anderer Johanniter- und Antoniter-Niederlassungen.
Verzeichnung: 1908 wurden die 119 nach Karlsruhe gelangten Urkunden von Karl Obser als eigener Bestand neu verzeichnet; das handschriftliche Repertorium fertigte damals Friedrich Frankhauser. Die Neusignierung und Neuverpackung erfolgte 1988 unter der Aufsicht Hansmartin Schwarzmaiers. Die Konversion des alten Findbuchs besorgte 2013 Alfred Becher unter Anleitung von Gabriele Wüst, die Endredaktion 2014 Kurt Andermann.
Benutzungshinweise: Alle Urkunden sind digitalisiert und stehen im Internet zur Ansicht bereit.
Literaturhinweise: Hansmartin Schwarzmaier/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 2, Urkundenbestände (1-45), Stuttgart 1996, S. 210 f.; Ludwig Spach, Inventaire sommaire des archives départementales du Bas-Rhin, Bd. 4, Straßburg 1872, S. 103-174; Philippe-André Grandidier, Nouvelles ¿uvres inédites, Bd. 5, Colmar 1900, S. 25-68; Luzian Pfleger, Kirchengeschichte der Stadt Straßburg im Mittelalter, Colmar 1941, S. 84; Walter Gerd Rödel, Das Großpriorat des Johanniter-Ordens im Übergang vom Mittelalter zur Reformation, Diss. phil. Mainz, Köln 1966, S. 181-193.
120 Urkunden
Bestand
Inventare des Großherzoglich Badischen General-Landesarchivs, 4. Band, Karlsruhe 1911, S. 243-244; Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 2, Urkundenbestände, bearb. von Hansmartin Schwarzmaier und Gabriele Wüst, Stuttgart 1996, S. 210-211; Philippe André Grandidier, Nouvelles oeuvres inédites 5 (Colmar 1900) S.25-68; Luzian Pfleger, Kirchengeschichte der Stadt Straßburg im Mittelalter (Colmar 1941) S. 84
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
03.04.2025, 11:03 AM CEST
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik)
- Ältere Bestände (vornehmlich aus der Zeit des Alten Reichs) (Archival tectonics)
- Urkunden (Archival tectonics)
- Kleinere geistliche Territorien (Archival tectonics)
- Grünenwörth (Archival tectonics)
- Grünenwörth (Archival holding)