Oppler, Kurt (Bestand)
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BArch N 1290
call number: N 1290
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Nachlässe und Sammlungen >> Nachlässe >> O
1938-1981
Geschichte des Bestandsbildners: Lebensdaten
24. Nov. 1902 geboren in Breslau
1921 Abitur am Johannes-Gymnasium in Breslau
1921 - 1927 kaufmännische Tätigkeit
1927 - 1929 juristisches Studium an der Universität Breslau (leitendes Mitglied einer antinazistischen Studentenorganisation für Ostdeutschland)
1929 - 1932 Assessor und Referendar am Land- und Oberlandesgericht in Breslau
1930 Doktorexamen an der Universität Breslau
1932 - 1937 Rechtsanwalt in Gleiwitz (tätig am Land- und Amtsgericht)
Mai 1937 Aufgabe der Anwaltspraxis
12. Sept. 1937 Trauung mit Rosa Winkler
Mai 1937 - Nov. 1938 kaufmännische Tätigkeit bei seinem Vetter Paul Oppler und der Firma Julius Brann GmbH, Berlin
Ende 1938 Emigration nach den Niederlanden
März 1939 - 1940 Verhaftung in den Niederlanden. Internierung in dem Amsterdamer Lloyd Hotel, dem Lager Sluis und dem Fluchtlingen Camp Zeeland
Mai 1940 Ausreise nach Belgien
1940 - 1945 vergebliche Versuche, nach den USA bzw. Brasilien auszureisen
1941 - 1946 in Namur/Belgien, tätig als Übersetzer und Fremdsprachenlehrer
1. Juni 1942 Pflicht, den Judenstern in der Öffentlichkeit zu tragen (Verordnung des Militärbefehlshabers für Belgien und Nordfrankreich)
21. Jan. 1943 Verfall des Vermögens Opplers an das Deutsche Reich
Mai 1945 - Apr. 1946 Übersetzer beim Claims Team No. 6818 in Namur
20. Okt. 1945 Vertrag mit dem Besatzungsschadenbüro (Office of Mutual Aid) der US-Army in Namur als Übersetzer
Mai 1946 Rückkehr nach Deutschland
Mai 1946 - Juli 1948 Abteilungsleiter im Hessischen Justizministerium Wiesbaden
Sept. 1947 - Juni 1952 Leiter des Personalamts der biozonalen Verwaltung
Juli - Dez. 1952 Auswärtiges Amt Bonn
Dez. 1952 - 1956 Gesandter/Botschafter in Reykjavik
1956 - 1959 Botschafter in Oslo
1959 - 1963 Botschafter in Brüssel
1963 - 1967 Botschafter in Ottawa
Nov. 1967 Eintritt in den gesetzlichen Ruhestand
1968 - 1969 Verhandlungsführer zwischen dem Auswärtigen Amt Bonn und dem Goethe-Institut München über Vertrag zur Arbeitsteilung und Zusammenarbeit in kulturpolitischer Hinsicht
Juni 1970 Vertrag mit dem Auswärtigen Amt Bonn über Analyse des Verhältnisses zwischen Bundestag und Bundesregierung in bezug auf auswärtige Kulturpolitik
29. Apr. 1981 gestorben in [Baden-Baden]
Inhaltliche Charakterisierung: Der Nachlass wurde 1981 durch Kurt Opplers Ehefrau Rosa dem Bundesarchiv als Geschenk übergeben. Ein teil des Nachlasses, vornehmlich Schriftgut das Personalamt der amerikanisch-britischen Bizone betreffen, befand sich in Händen von Professor Rudolf Morsey (Speyer), der es an Ulrich reusch zur Benutzung ausgeliehen hatte. Von Ulrich Reusch erhielt das Bundesarchiv diese restlichen Akten im Jahre 1982.
Das vorhandene Schriftgut besteht in der Hauptsache aus Korrespondenzen (persönlich, allgemein, beruflich) sowie eigenen Ausarbeitungen. In der persönlichen Korrespondenz dürften die Briefe aus der Emigrations- und Nachkriegszeit von besonderem Interesse sein. Die Emigration selbst erfährt durch diverse Bescheinigungen, Reisepässe u. a. eine anschauliche Darstellung.Die entscheidenden beruflichen (und in diesem Fall auch politischen) Stationen in Kurt Opplers Werdegang waren seine Tätigkeit als Leiter des Personalamts von 1947 bis 1952 einerseits, seine Aufgabe als Botschafter der Bundesrepublik Deutschland anderseits. Das Schriftgut hierzu macht den größten Teil des Nachlasses aus. Es handelt sich dabei um Aufzeichnungen und Ausarbeitungen, Handakten, Korrespondenzen und Sammlungen von Presseausschnitten, die jeweils berufliche Tätigkeit betreffend.
Der Nachlass war weitgehend ungeordnet. Wo sich eine gewisse Ordnung ausmachen ließ, wurde diese möglichst belassen bzw. mit Hilfe verstreuten Materials ergänzt. Dies trifft z.B. auf die "Abschiedskorrespondenz Brüssel" zu, die dementsprechend nicht in die Botschafterkorrespondenz aufgenommen, sondern unter dem Sachbetreff "Botschafter der Bundesrepublik Deutschland - Brüssel" verzeichnet wurde. Dies, wie z.B. auch die Trennung zwischen "Allgemeiner Korrespondenz" und Botschafterkorrespondenz", bedingt allerdings eine teilweise nicht zu vermeidende Überschneidung bei einzelnen Korrespondenzpartnern.
Die Norwegen betreffende Bände entsprechen fast vollständig der ursprünglich vorhandenen Ordnung. Die allgemeine Korrepondenz wurde um verstreute Briefe ergänzt. Das restliche Schriftgut wurde nach Sachgesichtspunkten, alphabetisch und chronologisch geordnet und verzeichnet. Im Falle einer vorliegenden kaufmännischen Ordnung ist diese zugunsten der organischen Entwicklung des Schriftgutes geändert worden.
Der Nachlass ist ohne besondere Auflagen im Rahmen der Benutzungszuordnung des Bundesarchivs benutzbar.
Koblenz, 1982
Lothar Heusch
Zitierweise: BArch N 1290/...
24. Nov. 1902 geboren in Breslau
1921 Abitur am Johannes-Gymnasium in Breslau
1921 - 1927 kaufmännische Tätigkeit
1927 - 1929 juristisches Studium an der Universität Breslau (leitendes Mitglied einer antinazistischen Studentenorganisation für Ostdeutschland)
1929 - 1932 Assessor und Referendar am Land- und Oberlandesgericht in Breslau
1930 Doktorexamen an der Universität Breslau
1932 - 1937 Rechtsanwalt in Gleiwitz (tätig am Land- und Amtsgericht)
Mai 1937 Aufgabe der Anwaltspraxis
12. Sept. 1937 Trauung mit Rosa Winkler
Mai 1937 - Nov. 1938 kaufmännische Tätigkeit bei seinem Vetter Paul Oppler und der Firma Julius Brann GmbH, Berlin
Ende 1938 Emigration nach den Niederlanden
März 1939 - 1940 Verhaftung in den Niederlanden. Internierung in dem Amsterdamer Lloyd Hotel, dem Lager Sluis und dem Fluchtlingen Camp Zeeland
Mai 1940 Ausreise nach Belgien
1940 - 1945 vergebliche Versuche, nach den USA bzw. Brasilien auszureisen
1941 - 1946 in Namur/Belgien, tätig als Übersetzer und Fremdsprachenlehrer
1. Juni 1942 Pflicht, den Judenstern in der Öffentlichkeit zu tragen (Verordnung des Militärbefehlshabers für Belgien und Nordfrankreich)
21. Jan. 1943 Verfall des Vermögens Opplers an das Deutsche Reich
Mai 1945 - Apr. 1946 Übersetzer beim Claims Team No. 6818 in Namur
20. Okt. 1945 Vertrag mit dem Besatzungsschadenbüro (Office of Mutual Aid) der US-Army in Namur als Übersetzer
Mai 1946 Rückkehr nach Deutschland
Mai 1946 - Juli 1948 Abteilungsleiter im Hessischen Justizministerium Wiesbaden
Sept. 1947 - Juni 1952 Leiter des Personalamts der biozonalen Verwaltung
Juli - Dez. 1952 Auswärtiges Amt Bonn
Dez. 1952 - 1956 Gesandter/Botschafter in Reykjavik
1956 - 1959 Botschafter in Oslo
1959 - 1963 Botschafter in Brüssel
1963 - 1967 Botschafter in Ottawa
Nov. 1967 Eintritt in den gesetzlichen Ruhestand
1968 - 1969 Verhandlungsführer zwischen dem Auswärtigen Amt Bonn und dem Goethe-Institut München über Vertrag zur Arbeitsteilung und Zusammenarbeit in kulturpolitischer Hinsicht
Juni 1970 Vertrag mit dem Auswärtigen Amt Bonn über Analyse des Verhältnisses zwischen Bundestag und Bundesregierung in bezug auf auswärtige Kulturpolitik
29. Apr. 1981 gestorben in [Baden-Baden]
Inhaltliche Charakterisierung: Der Nachlass wurde 1981 durch Kurt Opplers Ehefrau Rosa dem Bundesarchiv als Geschenk übergeben. Ein teil des Nachlasses, vornehmlich Schriftgut das Personalamt der amerikanisch-britischen Bizone betreffen, befand sich in Händen von Professor Rudolf Morsey (Speyer), der es an Ulrich reusch zur Benutzung ausgeliehen hatte. Von Ulrich Reusch erhielt das Bundesarchiv diese restlichen Akten im Jahre 1982.
Das vorhandene Schriftgut besteht in der Hauptsache aus Korrespondenzen (persönlich, allgemein, beruflich) sowie eigenen Ausarbeitungen. In der persönlichen Korrespondenz dürften die Briefe aus der Emigrations- und Nachkriegszeit von besonderem Interesse sein. Die Emigration selbst erfährt durch diverse Bescheinigungen, Reisepässe u. a. eine anschauliche Darstellung.Die entscheidenden beruflichen (und in diesem Fall auch politischen) Stationen in Kurt Opplers Werdegang waren seine Tätigkeit als Leiter des Personalamts von 1947 bis 1952 einerseits, seine Aufgabe als Botschafter der Bundesrepublik Deutschland anderseits. Das Schriftgut hierzu macht den größten Teil des Nachlasses aus. Es handelt sich dabei um Aufzeichnungen und Ausarbeitungen, Handakten, Korrespondenzen und Sammlungen von Presseausschnitten, die jeweils berufliche Tätigkeit betreffend.
Der Nachlass war weitgehend ungeordnet. Wo sich eine gewisse Ordnung ausmachen ließ, wurde diese möglichst belassen bzw. mit Hilfe verstreuten Materials ergänzt. Dies trifft z.B. auf die "Abschiedskorrespondenz Brüssel" zu, die dementsprechend nicht in die Botschafterkorrespondenz aufgenommen, sondern unter dem Sachbetreff "Botschafter der Bundesrepublik Deutschland - Brüssel" verzeichnet wurde. Dies, wie z.B. auch die Trennung zwischen "Allgemeiner Korrespondenz" und Botschafterkorrespondenz", bedingt allerdings eine teilweise nicht zu vermeidende Überschneidung bei einzelnen Korrespondenzpartnern.
Die Norwegen betreffende Bände entsprechen fast vollständig der ursprünglich vorhandenen Ordnung. Die allgemeine Korrepondenz wurde um verstreute Briefe ergänzt. Das restliche Schriftgut wurde nach Sachgesichtspunkten, alphabetisch und chronologisch geordnet und verzeichnet. Im Falle einer vorliegenden kaufmännischen Ordnung ist diese zugunsten der organischen Entwicklung des Schriftgutes geändert worden.
Der Nachlass ist ohne besondere Auflagen im Rahmen der Benutzungszuordnung des Bundesarchivs benutzbar.
Koblenz, 1982
Lothar Heusch
Zitierweise: BArch N 1290/...
Oppler, Kurt, 1902-1981
53 Aufbewahrungseinheiten; 1,5 laufende Meter
Archivbestand
deutsch
Besondere Benutzungsbedingungen: Die Benutzung unterliegt keinen anderen Beschränkungen als der Beachtung von Persönlichkeitsschutzrechten Betroffener und schutzwürdigen Belangen Dritter.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
24.04.2026, 10:58 AM CEST