Klage wegen Landfriedensbruch, da die Beklagten am 1. Aug. 1537 jül. Untertanen im Amt Wilhelmstein überfallen, gefangengenommen und einem Verhör auf der Folter, bei denen einer gestorben sei, unterzogen haben. Der Kläger beanprucht die Oberhoheit, Erbgerechtigkeiten, Gebot und Verbot, Renten, Zinsen, Steuern, Akzisen und Kurmeden im Amt Wilhelmstein. Er klagt gegen die Erhebung von Akzisen und der Türkensteuer durch die Beklagten. Diese erwidern demgegenüber, daß die Inhaber der streitigen Güter im Aachener Territorium säßen. Sie beanpruchen ihrerseits die Erhebung von Akzise, Landsteuern und Kontributionen in Würselen und Haaren (Kr. Aachen) sowie in den übrigen Dörfern des Aachener Reichs kraft kaiserl. und kgl. Privilegien und unter Berufung auf einen Vertrag von 1402 mit Herzog Reinald von Jülich und Geldern.
Vollständigen Titel anzeigen
Klage wegen Landfriedensbruch, da die Beklagten am 1. Aug. 1537 jül. Untertanen im Amt Wilhelmstein überfallen, gefangengenommen und einem Verhör auf der Folter, bei denen einer gestorben sei, unterzogen haben. Der Kläger beanprucht die Oberhoheit, Erbgerechtigkeiten, Gebot und Verbot, Renten, Zinsen, Steuern, Akzisen und Kurmeden im Amt Wilhelmstein. Er klagt gegen die Erhebung von Akzisen und der Türkensteuer durch die Beklagten. Diese erwidern demgegenüber, daß die Inhaber der streitigen Güter im Aachener Territorium säßen. Sie beanpruchen ihrerseits die Erhebung von Akzise, Landsteuern und Kontributionen in Würselen und Haaren (Kr. Aachen) sowie in den übrigen Dörfern des Aachener Reichs kraft kaiserl. und kgl. Privilegien und unter Berufung auf einen Vertrag von 1402 mit Herzog Reinald von Jülich und Geldern.
AA 0627, 2105 - G 826/2823
AA 0627 Reichskammergericht, Teil III: E-G
Reichskammergericht, Teil III: E-G >> 3. Buchstabe G
1542 - 1606 (1349 - 1569)
Enthaeltvermerke: Kläger: Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg Beklagter: Bürgermeister, Rat, Schöffen und Gemeinde des kgl.. Stuhls und der Stadt Aachen Prokuratoren (Kl.): Lic. Christoff von Schwabach 1540 - Dr. Adam Werner von Themar 1549 - Lic. Mauritius Breunle (1553) - Dr. Ludwig Ziegler 1554 - Dr. Johannes Portius 1554 - Dr. Alexander Reiffsteck 1554 Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Helffman [1531] 1542 - Lic. Amandus Wolff (1551) - Dr. Jakob Friedrich Meurer 1558 Prozeßart: Mandati et citationis Wilhelmstein belangend Instanzen: RKG 1542 - 1606 (1349 - 1569) Beweismittel: Prozeßkostenrechnung (Q 16). Originale Generalvollmacht des Dr. Alexander Reifsteck für seine Kollegen am RKG von 1555 mit Petschaftssiegel (nach Q 22). Zeugenrotulus über die Vernehmung von 55 Zeugen durch die 1554 ernannten RKG-Kommissare Dr. Johann von Anhalt, Professor der Universität Köln, Dr. Johann Furdis und Lic. Johann Kempis, Advokat am kurköln. Hof und Offizial der geistlichen Jurisdiktion des Kölner Dompropstes Herzog Georg von Braunschweig und Lüneburg (Q 24). Urkunde Herzog Reinalds von Jülich und Geldern von 1419 für die Stadt Aachen betr. Erlaubnis, zum Schutz des Reichs von Aachen und seiner Einwohner eine Landwehr zwischen Bardenberg und Weiden auf eigenem Territorium zu errichten, und Beschreibung des Grenzverlaufs am Amt Wilhelmstein (Q 27). Auszüge aus den Privilegien König Karls IV. von 1349 (Q 29), König Wenzels von 1376 (Q 30), König Sigismunds von 1414 (Q 31), Kaiser Sigismunds von 1434 (Q 32), Kaiser Friedrichs III. von 1454 (Q 33), König Maximilians I. von 1486 (Q 34) und König Karls V. von 1520 (Q 35) für die Stadt Aachen in lateinischer Sprache. Urkunde Kaiser Friedrichs III. von 1486 für die Stadt Aachen in deutscher Sprache betr. Zugehörigkeit von Würselen und Haaren zum Reich von Aachen (Q 36). RKG-Ladung in Appellationssachen der Dörfer Würselen und Haaren ./. Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Aachen betr. Akzise- und Schatzfreiheit der Gemeinden vom 15. Juli 1527 sowie RKG-Urteil vom 19. März 1540 zugunsten der Stadt Aachen (Q 37; vgl. RKG A 32/44 im Stadtarchiv Aachen). RKG-Ladung in Mandatssachen von Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Aachen ./. Würselen und Haaren und andere Gemeinden innerhalb der Bannmeile der Stadt Aachen betr. Erhebung der Türkensteuer vom 3. April 1533 und RKG-Urteil vom 12. April 1553 zugunsten der Stadt Aachen (Q 38; vgl. RKG A 29/41 im Stadtarchiv Aachen). Urkunde Herzog Gerhards von Jülich und Berg von 1463 für seinen Rat Johann von Palandt (Q 44). Auflistung der Rechte, die Johann von Palandt, Landdrost im Reich von Aachen, im Namen des Herzogs von Jülich ausübt und die zum Schloß Wilhelmstein gehören (Q 45). Urkunde des Johann von Palant, Herrn zu Wildenburg und Berg, Drosten zu Wilhelmstein, von 1533; Urkunde von 1535 über die Verhandlungen zwischen Junker Werner von Palandt zu Breitenbend und Berg, Amtmann von Wilhelmstein, und Bürgermeister Melchior Colyn und anderen Vertretern der Stadt Aachen zu Weiden im Wirtshaus „Zum Schwan“; Urkunde Herzog Wilhelms von Jülich und Geldern von 1375 (in Q 49). Urkunde Herzog Adolfs von Jülich und Berg von 1433 über einen Vergleich mit der Stadt Aachen; Urkunde des Johann von Palandt zu Wildenburg, Berg, Frechen, Bachem und Wachendorf, Landdrosten des Herzogtums Jülich und Amtmanns zu Wilhelmstein, von 1531 (in Q 51). Urkunde Herzog Reinalds von Jülich und Geldern von 1402 über ein Erbbündnis und eine Einigung mit der Stadt Aachen (Q 54). RKG-(Bei-)Urteile vom 5. Mai 1542, 5. Dez. 1550, 8. Feb. und 4. Dez. 1553, 11. Mai und 6. Juli 1554 (Prot.). Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 10 cm, 459 Bl., lose, Q 1 - 24; Bd. II: 11,5 cm, 522 Bl., lose, Q 25 - 57. Teils, insb. das Protokoll und Q 54 (!) beschädigt.
Sachakte
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
28.04.2026, 08:15 MESZ