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Konditoreien (1850 - 1947)
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Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Dep. 1 T 6-7 Nr. 169
Akten Nr. 144/1-7
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Dep. 1 T 6-7 Stadtarchiv Sigmaringen: Nachlass Franz Keller, Pädagoge, Heimatkundler (1875-1950)
Stadtarchiv Sigmaringen: Nachlass Franz Keller, Pädagoge, Heimatkundler (1875-1950) >> Gaststätten der Stadt
Enthält:
1) Frau Albert Seelos erzählt von ihrer Familie, 1838 - 1924, S. 1 - 3
2) Konditormeister Alois Seelos berichtet über seinen Betrieb 1900 - 1924; die Konditorei und Café Seelos sind im weiten Umkreis als solide und leistungsfähig bekannt. Spezialität Hohenzoller- Pralinen-Marzipan-Arbeiten Fürstenschloss, Zollerburg. Früchte aller Art, Kunsthandwerk, Hofkonditor beschäftigt einen Gesellen, zwei Lehrjungen, ein freundlicher und tüchtiger Geschäftsmann, Café eingerichtet seit 1900 - Umbau 1927
Betrieb ruht seit 1939/ 1940
3) Café Schön, 1920 - 1945, Bericht vom derzeitigen Inhaber Oskar Schön, 7.7.1946
4) Residenzcafé Haas siehe unter Bäckereien Akte Nr. 143 [Bestellnummer 168]
5) Firma Karl Stumpp Gebrüder Stumpp (1884 - 1947)
Der kaufmännische Leiter der Firma Gebrüder Stumpp, Josef Stumpp gibt, S. 1 - 10, handschriftlich, eingehenden Bericht über die Familien- und Geschäftschronik der Jahre 1884 - 1947 sowie über die Lehr- und Wanderjahre seines Vaters Karl Stumpp (geboren am 31.7.1855 in Scheer); er lernt 1869 - 1871 Konditor Arnold hier das Konditorhandwerk, erweitert seine beruflichen Kenntnisse durch 13 Jahre weitere Ausbildung in Straßburg, Basel, Zürich, Hamburg, La Chaux-de-Fonds, Nizza, Preis - begründet 1884 in der Antonstraße 4 sein Konditoreigeschäft, verheiratet sich mit der Bräumeisterstochter Maria, geb. Stroppel, gliedert 1903 Bäckerei an, die durch einen Meistergehilfen zwölf Jahre besorgt wird. Der Betrieb in beiden wird maschinell verbessert und erleichtert; die älteren Kinder Maria, Karl und Josef arbeiten im Geschäfte mit; seit 1905 Café
Im Weltkriege 1914 stehen von den sechs Kindern drei Söhne im Felde; am 16. November 1916 stirbt die Mutter; 1920 überlässt Karl Stumpp senior das Geschäft seinen Kindern und setzt sich zur Ruhe
1920 kaufen die Geschwister Maria, Karl und Josef das Waldnersche Anwesen in der Leopoldstraße 16 zur Erstellung von Backwaren und Dauerbackwaren, Keks, Lebkuchen, Zwieback
Großes Absatzgebiet vom Bodensee bis Schwarzwald
1925 Kauf des weiteren Waldnerschen Wohnhauses und Umbau desselben. Brenzkoferstraße 15
1926 Heirat von Karl Stumpp mit Klara Keller
1926 Pachtung des Ladenlokals von Dentist Güntert in der Schwabstraße 27. Steigender Umsatz, Beschaffung eines Betriebswagens, später Autos bis 1939, auch im Café großer Verkehr, 500 - 600 Stück Kuchen täglich. Die Kuchen und Konditoreiwaren sind bekannt als gut
1940 und 1941 Erweiterungsbau des Backraumes und der Konditorei
25.4.1941 Maria Stumpp gestorben und 23.8.1941 Karl Stumpp senior (87) gestorben
Während der Kriegsjahre großer Betrieb an Brotwaren nach der Stadt und nach Laucherthal, Bingen, Jungnau, Inzigkofen, täglicher Mehlverbrauch bis 25 Zentner. Beschaffung einer Präzissionsmaschine (Brotautomaten)
Arbeiter im Kriege: Johann Schuler aus Hettingen; Paul Haug aus Veringenstadt; Johann Gauggel aus Harthausen; Josef Türk aus Neufra; Anton Sacha (Pole); Albert Schellink (Belgier). Gutes Arbeitsverhältnis auch zwischen den Kriegsgefangenen. Karoline Käppeler, Langenenslingen, seit 42 Jahren im Dienste der Familie Stumpp
Das Geschäfts- und Wohnhaus in der Antonstraße 12 Monate von Besatzungstruppen beschlagnahmt als Kasino für Offiziere; acht Monate hausten Marokkaner darin. Der Bäckereibetrieb seit 29.10.1945 für Besatzung beschäftigt. Der Betrieb beschäftigt 1947: Vier Gesellen, drei Lehrlinge, zwei Verkäuferinnen
1947 neuer Backofen und Erstellung eines massiven Schuppens für Holz und Kohle
Siehe ferner Bericht der Verkäuferin Maria Wißmann, handschriftlich, S. 1 - 5, und Paula Marbacher, Akten
6) Konditorei Schwarz, Karlstraße, bis 1914
7) Bäckerei und Konditorei und Café Geschwister Stark - Kleindienst. Der jetzige Mitinhaber Franz Stark, Konditormeister, gibt unterm 28.4.1948 in Maschinenschrif t, S. 1 und 2, von ihm unterzeichnet, Familienchronik, 1820 - 1948
Großvater Sebastian Stark (18.1.1820 - 17.3.1891); Vater Fabian Stark (gestorben am 20.8.1899); Stiefvater Emil Kleindienst (gestorben am 15.12.1926); drei Kinder aus erster, fünf Kinder aus zweiter Ehe. Wiederholter Umbau; letzter neuzeitlich modern, 1929. Einrichtung des Cafés, gutes Geschäft, Geschäftsübergabe, 1.7.1942; Frau Kleindienst gestorben am 7.11.1946
Beschlagnahme durch Franzosen, 22.4.1945. Franz Stark vom 2.5.1945 - 2.10.1946 im Internierungslager in Haft; Juli 1947 stellt die Militärregierung das Geschäft dem Kulturrat als Lesezirkel zur deutsch-französischen Verständigung zur Verfügung unter dem Namen "Die Brücke", seit 1. Dezember 1947 für die Allgemeinheit geöffnet. Franz Stark arbeitet als Hilfsarbeiter in der Hofgärtnerei, die Schwestern führen den Haushalt. Fräulein M. Kleindienst Dr. Medizinalrätin. Familie Stark-Kleindienst wurde durch Feindbesetzung außerordentlich getroffen; ein blühendes Geschäft ruiniert
Der Bericht der Witwe Albert Seelos ist für das Konditoreihandwerk in den Jahren 1850 - 1900 wertvoll
Abgeschlossen 1.5.1948. Keller
Basel [CH]
Bingen SIG
Hamburg HH
Harthausen auf der Scher, Winterlingen BL
Hettingen SIG
Hohenzollern = Burg Hohenzollern: Zimmern, Bisingen BL
Inzigkofen SIG
Jungnau, Sigmaringen SIG
La Chaux-de-Fonds, Kanton Neuenburg [CH]
Langenenslingen BC
Laucherthal: Sigmaringendorf SIG
Neufra SIG
Nizza [F]
Scheer SIG
Sigmaringen SIG; Antonstraße
Sigmaringen SIG; Brenzkoferstraße
Sigmaringen SIG; Cafe Haas
Sigmaringen SIG; Cafe Kleindinst
Sigmaringen SIG; Cafe Schön
Sigmaringen SIG; Cafe Seelos
Sigmaringen SIG; Cafe Stumpp
Sigmaringen SIG; Hofgärtnerei
Sigmaringen SIG; Karlstraße
Sigmaringen SIG; Konditorei Schwarz
Sigmaringen SIG; Leopoldstraße
Sigmaringen SIG; Schloss
Sigmaringen SIG; Schwabstraße
Straßburg [F]
Veringenstadt SIG
Zürich [CH]
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.