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Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) >> Militär >> Reichswehr und Wehrmacht 1919 bis 1945/1946 >> Reichsheer und Heer >> Kommandobehörden, Verbände und Einheiten >> Divisionen >> Infanterie-Divisionen
1938-1944
Geschichte des Bestandsbildners: Die organisationsgeschichtlichen Angaben und Unterstellungsübersichten sind aus dem Werk von Georg Tessin, "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939 - 1945", 14 Bände, (Bd. 3, Seite 131-133), Frankfurt/Main und Osnabrück, 1966 ff. übernommen.
9. Infanterie-Division
(WK IX, E 116 Marburg)
Okt. 1934 in Gießen, Tarnbezeichnung "Infanterieführer V". 15.10.1935 9. Inf. Div. 26.8.1939 mobil mit
Inf. Rgt. 36 Friedberg I.-III. (III. bei Mobilmachung)
Inf. Rgt. 57 Siegen I.-III.
Inf. Rgt. 116 Gießen I.-III.
Art. Rgt. 9 Siegen I.-III. (I. bei Mobilmachung) mit I./Art. Rgt. 45
Div. Einheiten 9
Jan. 1940 wurde das Felders. Btl. 9 in I./Inf. Rgt. 378 (169. ID) umgebildet; Febr. 1940 Abgabe von II./36 an Inf. Rgt. 528 (299. ID) der 8. Welle, Okt. 1940 eines Drittels der Division an die 129. ID (11. Welle), darunter Stab Inf. Rgt. 36, III./36, III./57, III./116. Die Abgaben wurden ersetzt; 19.5.1942 Umgliederung des Art. Rgt. 9: die I./Art. Rgt. 45 wurde IV./Art. Rgt. 9; am 23.10.1943 Umgliederung der Div. in eine Div. neuer Art. Die III. Bataillone wurden, soweit es nicht bereits vorher geschehen war, aufgelöst, ein Füs. Btl. 9 gebildet.
Gren. Rgt. 36 I., II.
Gren. Rgt. 57 I., II.
Gren. Rgt. 116 I., II.
Füs. Btl. 9
Art. Rgt. 9 I.-IV.
Div. Einheiten 9
Im August 1944 wurde die Div. bei der Hgr. Südukraine vernichtet und am 9. Oktober formell aufgelöst.
9. Volks-Grenadier-Division
(WK IX, E 57 Siegen)
Am 13.10.1944 wurde die seit dem 9.10. in Esbjerg/Dänemark, WK X in Aufstellung befindliche Schatten-Division Dennewitz (584.) der 32. Welle in 9. Volks-Grenadier-Div. umbenannt und mit Ersatz auf WK IX angewiesen
Gren. Rgt. 36 I., II. aus Dennewitz 1
Gren. Rgt. 57 I., II. aus Dennewitz 2
Gren. Rgt. 116 I., II. aus Dennewitz 3
Art. Rgt. 9 I.-IV. aus Art. Rgt. Dennewitz
Div. Einheiten 9
Die Div. Füs. Kp. 9 wurde 1945 auf ein Füs. Btl. erweitert und geriet 1945 in der Eifel in amerikanische Gefangenschaft.
Die "Schematischen Kriegsgliederungen" setzen erst mit dem 8. Juni 1940 ein; aus dem ersten Vierteljahr 1944 fehlen sie.
Bearbeitungshinweis: Die Bestände der Divisionskommandos waren bereits im Jahr 1988 verzeichnet worden (Frau Ganser). Das hieraus im April 1988 fertiggestellte Findbuch wurde 2010 retrodigitalisiert und nach Überarbeitung 2011 online gestellt sowie 2015 überarbeitet.
Bestandsbeschreibung: Wie die Kriegstagebücher (KTB) aller anderen Verbände und Dienststellen des Heeres waren auch die KTB der Divisionen vom Mobilmachungstag (26. August 1939) an das Heeresarchiv Potsdam abzugeben, wo sie eine Zugangssignatur erhielten (anfangs getrennt nach Kriegsschauplätzen: P für Polen, W für Westen; nach Beendigung des West- und des Norwegenfeldzuges aber nur nach laufender Nummer) und in dieser Reihenfolge eingelagert, dann aber systematisch nach den KTB-führenden Stellen und Abteilungen in Eingangslisten erfasst wurden. Diese Listen (so genannte "Potsdam-Listen") sind erhalten geblieben. Aus ihnen geht hervor, dass noch bis Anfang bzw. Mitte 1944 Kriegstagebücher von Divisionen beim Heeresarchiv eingegangen sind. Jedoch sind die Kriegstagebücher, die später als Mitte oder Ende 1943 in Potsdam eingingen, offenbar nicht mehr in die Zweigstelle Liegnitz ausgelagert und mit allen anderen Beständen, die sich noch in Potsdam befanden, beim Brand des Heeresarchivs im April 1945 vernichtet worden. Weitere Aktenverluste, die nur zum Teil durch Ersatzakten aus Doppelüberlieferungen aufgefüllt werden konnten, waren bereits beim Brand in der Kriegswissenschaftlichen Abteilung des Generalstabs des Heeres im Februar 1942 entstanden. Die nach Liegnitz ausgelagerten Divisionsbestände gelangten mit einem Evakuierungszug Anfang 1945 nach Thüringen, wo sie im April 1945 von amerikanischen Truppen erbeutet und über Frankfurt/Main in die USA gebracht wurden. Dort wurden sie nochmals erfasst und - mit Ausnahme der Quartiermeister-Unterlagen - verfilmt. Ab 1962 erfolgte die Rückgabe an die Bundesrepublik Deutschland. Die Unterlagen kamen zunächst in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, von wo sie nach deren Auflösung Anfang 1968 in die Abteilung Militärarchiv gelangten.
In den einzelnen Rückgaben waren enthalten:
- Sept. 1962: 1.-6. Division
- März 1963: 7.-18. Division
- Juli 1963: 19.-23. Division
- März 1964: 24.-34. und 73. bis 79. Division
- Juli 1964: 35.-72. und 81. Division
- März 1964: 82.-100. Division
- Sept. 1965: 101.-125. Division
- Mai 1966: 126.-212. und 215.-217. Division
- Juli 1966: 213. Sich. Division
- Dez. 1966: 218.-295. Division
- Mai 1967: 296.-383. Division, 999. le. Afrika-Division, Div. Brandenburg
Das Aktenmaterial aus Potsdam bzw. Liegnitz, das etwa 95 bis 98% der Bestände ausmacht, wird ergänzt durch Beuteschriftgut vom westlichen Kriegsschauplatz, das in den USA zumeist "Pseudo-Potsdam-Nummern" ab 70.000 erhalten hat, sowie durch Einzelakten aus anderen in den USA zum Teil unter Sachbetreffen gebildeten Schriftgutgruppen (z.B. „EAP") und durch Abgaben aus Privathand, darunter auch Nachkriegs-Ausarbeitungen der Operational History (German) Section der Historical Division der US-Army/Studiengruppe Wehrmachtführung und Heer.
Akten aus der Vorkriegszeit sind bei den Infanterie-Divisionen nur in drei Ausnahmefällen in größerer Zahl überliefert: - 7., 10. und 17. Inf.Div.; diese drei Divisionen waren im Wehrkreis VII (München), bzw. im später (1937) eingerichteten, ebenfalls bayerischen Wehrkreis XIII (Nürnberg) beheimatet. Für beide Wehrkreise muss etwa Anfang 1941 eine Aktensammelaktion befohlen worden sein, ohne dass hierüber Näheres bekannt geworden wäre. Unbekannt ist auch, wo sich die Aktensammelstelle befand, in der amerikanische Truppen 1945 mehrere tausend Akten von Stäben, Truppenteilen und Dienststellen mit bayerischen Standorten aus der Zeit 1919 bis 1941 erbeuteten. Dieses Schriftgut wurde nach der Rückgabe aufgeteilt; Divisionsakten kamen in die Bestandsgruppe RH 26. Von diesen drei Ausnahmen also abgesehen, ist aus den Vorkriegsjahren praktisch nichts vorhanden; Gleiches gilt für das bei den einzelnen Abteilungen der Divisionsstäbe außerhalb der Kriegstagebuch-Unterlagen angefallene Routine-Schriftgut.
Die Gliederung des Aktenmaterials ist stets die gleiche:
- Stammtafeln (mit organisationsgeschichtlichen Angaben auch zu den Divisionseinheiten)
- Abteilung Ia (Führungsabteilung; auch Ausbildungsangelegenheiten)
- Abteilung Ic (Feindaufklärung, Spionage- und Sabotageabwehr, Truppenbetreuung)
- Abteilung IIa/IIb (Adjutantur: Personalwesen)
- Abteilung Ib (Quartiermeister) mit den Unterabteilungen
III (Gericht)
IVa (Intendant)
IVb (Div.Arzt)
IVc (Div.Veterinär)
IVd ev./kath. (Div. Geistliche)
- Kommandant des Div.Stabsquartiers (nur im ersten Kriegsjahr)
- Sonstige Unterlagen
Inhaltliche Charakterisierung: Ia: Kriegstagebuch von Mitte März 1940 bis Anfang Aug. 1943
Ib: Kriegstagebuch von Aug. 1939 bis Aug. 1943
Ic: Tätigkeitsbericht von Mai 1940 bis Anfang Aug. 1943
IIa: Tätigkeitsbericht von Juni 1941 bis Dez. 1942
Fremde Archive: Deutsche Dienststelle (WASt) Berlin: Erkennungsmarken-Verzeichnisse und namentliche Verlustmeldungen
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: Bestände:
RH 7 (OKH / Heerespersonalamt, darin Verleihungsvorschläge und Verleihungslisten)
RH 15 (OKH/Allgemeines Heeresamt,)
RW 60 Wehrmachtgerichte)
PERS 15 (Verfahrensakten von Gerichten der Reichswehr und Wehrmacht)
MSG 2 (Militärgeschichtliche Sammlung)
N 423 (Nachlass Hofmann, Friedrich)
ZA 1 (Operational History (German) Section der Historical Division der US-Army / Studiengruppe Wehrmachtführung und Heer)
Akten:
RH 15/336: Gefechtsbericht, Aug.-Okt. 1944
RH 15/370: Stellenbesetzung v. 15. Juli 1944
MSG 2/5088: Ausarbeitung über die Ardennenoffensive
ZA1/ 188: Frh.v.Gersdorff, Rudolf: Beurteilung der Verbände, die während der Ardennen-Offensive der 7. Armee unterstellt waren; deren Bewaffnung
ZA1/ 872: Kolb, Werner: Die Ardennen-Offensive im Abschnitt der 9. Volks-Grenadier-Div., 1.11.1944 - 5.2. 1945
ZA1/ 1894: Konrad, Rudolf Peter und andere: ("Mountain Warfare Project") Truppenführung im Gebirge
ZA1/ 1895: derselbe: Kampf und Operationen im kaukasischen Raum. - Eine Studie über Gebirgskrieg
ZA1/ 1994: Toppe, Alfred und andere: Sprengungen und Verminung
ZA1/ 1995: derselbe, desgleichen: Skizzenmappe
ZA1/ 2574: derselbe, desgleichen: Entwurf und Beiträge
Literatur: Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va. Washington 1958 ff., Bde. 45 und 63
Held, Walter: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg. Eine Bibliographie der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. 5 Bde. Osnabrück 1978 ff.
Reime, Hans: Erinnerungen an das Infanterieregiment 36, Selbstverlag, Bad Vilbel, 1975
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945. 20 Bde. Osnabrück 1967 ff.
Besondere Benutzungsbedingungen: Grundlage für jede Benutzung von Archivgut im Bundesarchiv sind das Bundesarchivgesetz und die Benutzungsverordnung.