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Prolog
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Burkhardt1891, 3.
Der Prolog lautet wie folgt: // Wenn man von einem Orte sich entfernt, / An dem man eine lange Zeit gelebt, / An den Gefühl, Erinnerung, / Verwandte, Freunde fest uns binden, / Dann reißt das Herz sich ungern los, es fließen / Die Thränen unaufhaltsam. Doch gedoppelt / Ergreift uns dann die Freude, wenn wir je / In die geliebten Mauern wiederkehren. / Wir aber, die wir hier noch fremde sind / Und hier nur wenig Augenblicke weilten, / Wir kehren freudig und entzückt zurück. / Als wenn wir unsre Vaterstadt begrüßten. / Ihr zählt uns zu den euern, und wir fühlen, / Welch einen Vorzug uns dies Los gewährt. // Seid überzeugt, der Wunsch, euch zu gefallen, / Belebt die Brust von jedem, der vor euch / Auf diese Bühne tritt. Und sollt' es uns / Nicht stets gelingen, so bedenkt doch ja / Daß unsre Kunst mit großen Schwierigkeiten / Zu kämpfen hat; vielleicht in Deutschland mehr, / Als anderswo. // Von diesen Schwierigkeiten / Euch hier zu unterhalten, ist nicht Zeit; / Ihr kennt sie selbst, und besser ist‘s vielleicht, / Ihr kennt sie nicht. Mit desto froherm Sinn / Kommt ihr in dieses Haus, und hört uns zu / Und seht uns handeln. Alles geht natürlich, / Als hätt' es keine Mühe, keinen Fleiß / Gekostet. Aber dann, wenn eben das / Gelingt, wenn alles geht als müßt' es nur / So gehn: dann hatte mancher sich vorher / Den Kopf zerbrochen, und mit vieler Mühe / War endlich kaum die Leichtigkeit erreicht. // Der schönste Lohn von allem, was wir thun, / Ist euer Beifall: denn er zeigt uns an, / Daß unser Wunsch erfüllt ist, euch Vergnügen / Zu machen; und nur eifriger bestrebt / Sich jeder, das zum zweitenmal zu leisten, / Was einmal ihm gelang. O, seid nicht karg / Mit eurem Beifall! Denn es ist ja nur / Ein Kapital, das ihr auf Zinsen legt. // (In: Goethes sämtliche Werke. Neu durchgesehene und ergänzte Ausgabe in sechsunddreißig Bänden. Mit Einleitungen von Karl Goedeke. Stuttgart, 1866-1868. Bd. 4. S. 247f.)