Die Deutsche Schaubühne, Bd. 11 (1870), Heft 3, S. 143.: „Außer den vorerwähnten Stücken ging noch neueinstudirt in Scene am 19. Febr. „Die Vorleserin“, mit Frl. Lüdt in der Titelrolle und Hrn. Lehfeld als Capitän Cobridge, die beide recht anerkennenswerthe Leistungen boten. Leider wurde die volle Wirkung derselben wesentlich beeinträchtigt durch einen von der Gallerie ausgehenden falschen Feuerlärm, der plötzlich den zweiten Akt unterbrach, zwar alsbald durch die energische persönliche Ansprache des Intendanten von der Bühne herab an das schon in unglückdrohender wilder Hast von allen Plätzen aufbrechende Publikum beruhigt wurde, immerhin aber auch nach dem Wiederbeginn des Spiels eine leicht begreifliche Aufregung und Zerstreuung zurückließ. Erst der nachfolgende, trotz vielfacher Wiederholungen noch immer seine unverwüstliche Zündkraft übende drastische Schwank „Monsieur Herkules“, (in welchem beiläufig gesagt Hr. Trotz als neuer Vertreter des Kandidaten Maus ein beachtenswerthes Talent für jugendlich komische Charaktere entwickelte), sowie die vor und nach letzterm Stück produzirten originellen schwedischen und norwegischen Nationaltänze einer Stockholmer Tänzergesellschaft […] brachten jenes tragische Intermezzo in Vergessenheit, das sich, wie später bekannt wurde, aus der Hosentasche eines Soldaten auf der Gallerie entwickelte, in welcher sich ein Stück Phosphor von selbst entzündet und unvermerkt bereits das Bein des unglücklichen Besitzers, der sich jedoch glücklicherweise noch rechtzeitig aus dem Theater hinaus ins Frei flüchten konnte, in Brand gesetzt hatte.“