Die Appellatinnen hatten sich wegen des or dem in Aachen gegen sie erhobenen Hexerei-Vorwurfs auf ihre Güter in der Herrschaft Heyden beflüchtet und betrieben dort ein Purgationsverfahren (zum Beweis ihrer Unschuld). Dem Aachener Auslieferungsgesuch gab Bongart zwar nicht statt, nahm sie aber seinerseits in Haft. Gegen verschiedene Punkte in und am Rande dieses vor Vogt und Schöffen zu Heyden geführten Verfahrens, die sie für unzulässig hielten, wandten sie sich an den Herzog bzw. die jül.-berg. Regierung. Die RKG-Appellation richtet sich dagegen, daß diese von Bongart bzw. dem Gericht zu Heyden die Einsendung der Akten zur Überprüfung des Verfahrens verlangten. Bongart sieht dadurch die unabhängige Justiz seiner Herrlichkeit beeinträchtigt.
Vollständigen Titel anzeigen
Die Appellatinnen hatten sich wegen des or dem in Aachen gegen sie erhobenen Hexerei-Vorwurfs auf ihre Güter in der Herrschaft Heyden beflüchtet und betrieben dort ein Purgationsverfahren (zum Beweis ihrer Unschuld). Dem Aachener Auslieferungsgesuch gab Bongart zwar nicht statt, nahm sie aber seinerseits in Haft. Gegen verschiedene Punkte in und am Rande dieses vor Vogt und Schöffen zu Heyden geführten Verfahrens, die sie für unzulässig hielten, wandten sie sich an den Herzog bzw. die jül.-berg. Regierung. Die RKG-Appellation richtet sich dagegen, daß diese von Bongart bzw. dem Gericht zu Heyden die Einsendung der Akten zur Überprüfung des Verfahrens verlangten. Bongart sieht dadurch die unabhängige Justiz seiner Herrlichkeit beeinträchtigt.
AA 0627, 598 - B 1588/5158
AA 0627 Reichskammergericht, Teil I: A-B
Reichskammergericht, Teil I: A-B >> 2. Buchstabe B
1631 - 1685 (1630 - 1684)
Enthaeltvermerke: Kläger: Wilhelm von dem Bongart zu Heyden, Blijt und Niedermörmter; 1633 sein Bruder Otto von dem Bongart zu Bergerhausen, zu Heyden, Blijt und Niedermörmter; 1638 Ferdinand von dem Bongart zu Bergerhausen; 1682 Karl Lothar von dem Bongart zu Heyden Beklagter: Katharina Fetmenger (Fettmenger), vertreten durch ihren Sohn Abraham Fetmenger, Bürger und Kaufmann in Aachen; Anna Hanff de Colosys, Witwe Obin, vertreten durch ihren Mann Heinrich Hanff, Bürger und Apotheker in Aachen; 1684 als Erben Dr. Abraham, Anton, Eva, Sophie Fetmenger Prokuratoren (Kl.): Schaumburg (1631) - Lic. Joann Schaumberg 1633 - Dr. Bernard zur Lipp 1636, 1638 - Lic. Bernhard Henningh 1649, [1682] 1684 - Dr. Johann Henrich Seiblin [1682] 1684 Prokuratoren (Bekl.): Dr. Henricus Eylinck 1631 - Lic. Johann Walraff 1650 - Dr. Franz Henrich Krebs 1684, 1684 - Subst.: Lic. Steinhausen Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Herzog Wolfgang Wilhelm und seine Regierung zu Düsseldorf 1631 - 2. RKG 1631 - 1685 (1630 - 1684) Beweismittel: Acta priora (Q 40). Bd. 1: Befehl des Herzogs an Wilhelm von dem Bongart, 1632: muß die Verpflegungskosten für die 282 Schützen des Amtes Nörvenich und ihre 4 Offiziere zahlen, die am 4. Sept. 1631 dem jül. Marschall von Spiering nach Haus Heyden mitgegeben worden sind (zwecks Überführung der 2 Frauen nach Düren (61f.). Bd. 2: Auszug aus dem Verhör einiger am Hohen Gericht zu Aachen justifizierter Personen über des Apothekers Ehefrau, 1630 (33-38). Ehrenerklärungen zugunsten der beiden Frauen (55- 69). Consilium criminale des Dürener Schöffen Dr. Bernhard zum Pütz (126-311). Gutachten der juristischen Fakultät der Universität Köln zu Pütz’ Consilium (311-314). Zeugenaussagen auf Haus Heyden, 1631, (495-502). Interzessionsschreiben Kurfürst Ferdinands von Köln an Wolfgang Wilhelm zugunsten seines Kammerrats und Amtmanns zu Lechenich, Otto von dem Bongart, 1631 (514-518). Zeugenaussage (795-800). Bericht des jül. Vogts und Meiers zu Aachen, Peter Nickel von Koslar, 1632: „ ... vor jetziger Anzeige ist Anna Hanff nicht für eine mit Hexerei beschäftigte Person gehalten worden, doch hat die Tatsache, daß sie sich 1629, als Magdalene von Simpelveld (?) wegen Hexerei verhaftet und zur peinl. Frage gestellt werden sollte, neben Katharine von Thenen, die in der Folge auch hingerichtet wurde, nach Spa begeben hat, einiges Nachdenken und Gespräch verursacht“ (999-1001). Beschreibung: 3 Bde., 26,5 cm; Bd. 1: 3,5 cm, 115 Bl., lose; Q 1 - 39, es fehlt Q 1 (Vollmacht Schaumburg); Deckblatt des Protokolls stark beschädigt; Bd. 2: 22 cm, 1229 Bl., geb.; Q 40; Bd. 3: 22 Bl., geb.; Q 41 - 46, 6 Beilagen.
Diverse Registraturbildner
Sachakte
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
21.04.2026, 09:39 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Tektonik)
- 1.4. Reichsbehörden (Tektonik)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Tektonik)
- Reichskammergericht AA 0627 (Tektonik)
- Reichskammergericht, Teil I: A-B (Bestand)
- 2. Buchstabe B (Gliederung)