Der Ulmer Bürger Ulrich Rottengatter teilt dem Konstanzer Bischof Otto [von Sonnenberg] und seinem Generalvikar in geistlichen Angelegenheiten mit, dass er für sich und seine Ehefrau Ursula geborene Langenauer an dem von ihm errichteten Altar im Ulmer Münster zuhinterst an dem großen Pfeiler in der Abseite gegen die Steinhütte eine ewige Messe gestiftet hat. Die Stiftung erfolgte mit Zustimmung des Dr. Heinrich Neithardt, Domkustos zu Konstanz und Pfarrer zu Ulm, sowie von Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm. Zur Ausstattung der Messe hat er Haus und Hofstatt in Ulm in der Vettergasse [heute Kohl- bzw. Rabengasse] zwischen den Häusern Magnus ("Mang") Kraffts des Älteren und seines Vetters Ludwig Rottengatter übergeben. Außerdem einen jährlichen Zins in Höhe von 40 rheinischen Gulden, der nicht abgelöst werden kann. Dieser gefällt aus seinem Dorf Hürben ("Hurbin") [Stadt Krumbach/Lkr. Günzburg] bei Krumbach [Lkr. Günzburg]. Haus und Zins dienen dem für die Messe zuständigen Kaplan zum Unterhalt und dürfen von diesem nicht verkauft oder verpfändet werden. Das Präsentationsrecht für die Messe behält sich der Stifter auf Lebenszeit vor. Nach seinem Tod fällt es an seinen ältesten Sohn oder den Ältesten der Familie Rottengatter. Sollte die Familie aussterben, geht das Präsentationsrecht an Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm über. Der jeweils für die Messe zuständige Kaplan muss von dem Haus jedes Jahr 1 rheinischen Gulden als Steuer an die Stadt Ulm entrichten. Der Stifter bittet den Bischof von Konstanz oder seinen Generalvikar, seine Stiftung zu bestätigen und die Messe dem Priester Jakob Kupferschmied von Tübingen ("Tewbingen"), den er ihnen hiermit als ersten Kaplan präsentiert, zu übertragen.