Gottfried Snellen, der Großvater der Appellatin, hatte 1629 von Johann Wilhelm von Hassel eine Obligation über 2000 Rtlr. erhalten. Nach dem Tod des Johann Wilhelm von Hassel nahm dessen Sohn aus erster Ehe, Johann Degenhard, das bereits hoch verschuldete väterliche Erbe in Besitz, während Johann Wilhelms Sohn aus zweiter Ehe, Joist Wilhelm Friedrich, im Ausland Kriegsdienst tat. Nach seiner Rückkehr forderte er sein Erbe ein, was neben den Forderungen weiterer Gläubiger, darunter der RKG-Appellant Dahlmann, zu Zwangsversteigerungen und zum Konkurs des Johann Degenhard von Hassel führte. In einem Prioritätsurteil des jül.- berg. Hofrats Düsseldorf vom 7. Mai 1683 wurden die Ansprüche der verschiedenen Gläubiger festgelegt. Aus den sich aus diesem Urteil entwickelnden Streitigkeiten ergaben sich drei Prozesse der von Hasselschen Gläubiger untereinander, die schließlich in einem Verfahren zusammengefaßt wurden. Neben erheblichen Geldsummen ging es in erster Linie um den Ohrer- und den Bongarder Hof (Bongardshof Rosellen/Neuss ?), die bei verschiedenen Schuldverschreibungen als Sicherheit eingesetzt worden waren und nun von verschiedenen Gläubigern beansprucht wurden. Jacob Dahlmann appelliert an das RKG, da er sich durch das Urteil des jül.-berg. Hofgerichts benachteiligt sieht.
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Gottfried Snellen, der Großvater der Appellatin, hatte 1629 von Johann Wilhelm von Hassel eine Obligation über 2000 Rtlr. erhalten. Nach dem Tod des Johann Wilhelm von Hassel nahm dessen Sohn aus erster Ehe, Johann Degenhard, das bereits hoch verschuldete väterliche Erbe in Besitz, während Johann Wilhelms Sohn aus zweiter Ehe, Joist Wilhelm Friedrich, im Ausland Kriegsdienst tat. Nach seiner Rückkehr forderte er sein Erbe ein, was neben den Forderungen weiterer Gläubiger, darunter der RKG-Appellant Dahlmann, zu Zwangsversteigerungen und zum Konkurs des Johann Degenhard von Hassel führte. In einem Prioritätsurteil des jül.- berg. Hofrats Düsseldorf vom 7. Mai 1683 wurden die Ansprüche der verschiedenen Gläubiger festgelegt. Aus den sich aus diesem Urteil entwickelnden Streitigkeiten ergaben sich drei Prozesse der von Hasselschen Gläubiger untereinander, die schließlich in einem Verfahren zusammengefaßt wurden. Neben erheblichen Geldsummen ging es in erster Linie um den Ohrer- und den Bongarder Hof (Bongardshof Rosellen/Neuss ?), die bei verschiedenen Schuldverschreibungen als Sicherheit eingesetzt worden waren und nun von verschiedenen Gläubigern beansprucht wurden. Jacob Dahlmann appelliert an das RKG, da er sich durch das Urteil des jül.-berg. Hofgerichts benachteiligt sieht.
AA 0627, 1284 - D 20/39
AA 0627 Reichskammergericht, Teil II: C-D
Reichskammergericht, Teil II: C-D >> 2. Buchstabe D
1712 - 1742 (1629 - 1735)
Enthaeltvermerke: Kläger: Jacob Dahlmann, Bürger und Kaufmann der Stadt Düsseldorf, Kur- Hannoverischer Agent, und Konsorten: die minderjährigen Erbgenahmen Heinrich Terscheuren, Heinrich Anton, Johann Arnold und Maria Christina Terscheuren, (Kl.) Beklagter: Witwe und Erbgenahmen Mylius und Konsorten, (Bekl.): Barbara (Felicitas) von Snellen, Witwe des Kölner Bürgermeisters Hermann von Mylius, wohnhaft in Köln in der ”Sanct Jürgens Straße“ und ihre Kinder Maria Christ. von Mylius, Witwe des Johann Balthasar von Mülheim, ab 1725 ihr Sohn Johann Balthasar Joseph; Johann Arn(old) Jos(eph) von Mylius, nach seinem Tod seine Söhne Johann Joseph und Johann Heinrich Arnold von Mylius und sein Schwiegersohn Franz Joseph Caspars; Ernst Jacob Graf von Zeil und Herr zu Waldburg, Reichserbtruchseß; Fräulein Leverta Anna von Hassell Prokuratoren (Kl.): Dr. Georg Andreas Geibel 1712 - Subst.: Dr. (Ernst Ludwig) Hert - Lic. Johann Jacob Wahl 1718 - Subst.: Dr. Christian Hartmann von Gülich - Dr. Johann Ludwig Pfeiffer 1729 - Subst.: Dr. Johann Hermann Scheurer Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Heinrich Flender 1712 [1703] - Für Leverta Anna Ambrosina von Hassel: Lic. Wilhelm Heeser 1713 - Subst.: Dr. Johann Heinrich Dietz - Für Johann Arn(old) Jos(eph) Mylius und Johann Balthasar Joseph von Mulheim (Mülheim): Lic. Wilhelm Maximilian Brack 1725 - Subst.: Dr. Philipp Ludwig Meckel - Für Johann Joseph von Mylius, Johann Heinrich Arnold von Mylius, Franz Joseph Caspars und Johann Balthasar Joseph von Mülheim: Lic. Wilhelm Maximilian Brack 1733 - Subst.: Dr. Philipp Ludwig Meckel Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat Düsseldorf, Kommissare Jansen (Jantzen) und Witgenstein, Hofkammerrat Gesser 1704 - 1707 - 2. RKG 1712 - 1742 (1629 - 1735) Beweismittel: Prioritätsurteil vom 7. Mai 1683 zur Befriedigung der von Hasselschen Gläubiger (74 - 77). Schuldverschreibung des Johann Degenhard von Hassel für den jül.-berg. Vizekanzler und Geheimen Rat Heinrich Schnellen (Snellen), 22. Aug. 1670 (77a). Detaillierte Aufführung der von Hasselschen Schulden an die Familie Schnellen bzw. deren Rechtsnachfolger Mylius (78 - 82). Urteil des jül.-berg. Hofrats vom 22. April 1701, in dem den Erbgenahmen Schnellen gegen Jacob Dahlman der Ohrer- und der Bongarder-Hof zugesprochen werden (83f.). Stammtafel von Hassel (88). Vertrag zwischen Ernst Jacob Graf zu Zeil und Jacob Dahlman über ihre Ansprüche an dem von Hasselschen Nachlaß, 25. März 1701 (88 - 91). Urteil des jül.-berg. Hofrats vom 6. Juli 1707. Auszug aus dem Hasselschen Schuldbuch 1654 - 1667 (93). Zeugenverhör (94 - 96). Vergleich zwischen Ernst Jacob Graf zu Zeil und Barbara Snellen über ihre Forderungen 1703 (Q 17). Von Hasselsche Schuldverschreibungen (Q 22 - 27). Testament des Johann Wilhelm Freiherr von Hassel zu Hasselrath, 30. März 1663 (Q 28). Urteile des jül.-berg. Hofrats in Düsseldorf (1674) und des Reichshofgerichts in Prag (1680) im Streit der Brüder Johann Degenhard und Joist Wilhelm Friedrich von Hassel um ihr Erbe (Q 29f.). Rechnungen im Zusammenhang mit dem von Hasselschen Konkurs (Q 34). Erbkaufvertrag zwischen Johann Wilhelm von Hassel und Gottfried Schnellen vom 8. Nov. 1629, in dem das Gut Ohr (Ohrer) als Pfand gesetzt wird (220f). Zahlreiche Schuldverschreibungen, Vergleiche und Urteile aus früheren Prozessen (Q 47). Rechnung für Ausstellung der Vorakten (257). Kaufvertrag zwischen dem Grafen Ernst Jacob von Zeil und Jacob Dahlman vom 25. März 1701: Für 900 Gulden tritt der Graf Ansprüche an den von Hasselschen Gütern, bes. am Bongarder Hof, ab (Q 81). Band II: Kostenaufstellung des Prozesses Hassel ./. Hassel (25 - 52). Die wichtigen Beilagen (Schuldverschreibungen, Urteile, Vergleiche) des RKG-Prozesses abschriftlich auch in den Priora, z. B. die Genealogie von Hassel Bl. 200. Beschreibung: 2 Bde.; Bd. I: 8 cm, 341 Bl., lose; Q 1 - 47, 49 - 85; Bd. II: 12 cm, 814 Bl., gebunden; Q 48 (Priora). Vgl. RKG (H 467/1735).
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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21.04.2026, 9:48 AM CEST
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- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
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