Konsulat Rotterdam (Bestand)
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I. HA Rep. 81 Rotterdam I. HA Rep. 81 Rotterdam nach 1807
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Laufzeit: 1843-1860
Findmittel: Datenbank; Findbuch, 1 Bd.
Konsulat Rotterdam
(1792-1868)
Konsularbehörden sind diplomatischen Vertretungen nachgeordnete Einrichtungen; ihre gesetzliche Grundlage bildet das Konsularrecht.
Zu den spezifischen Aufgaben eines Konsulats gehören die Wahrung und Förderung der jeweiligen wirtschaftlichen Interessen des Absendestaates in Bezug auf Handel, Verkehr und Schifffahrt sowie der Schutz der eigenen Staatsangehörigen in Form von Unterstützungen und der Ausübung polizeilicher Befugnisse. Dazu kommen verschiedene Einzelaufgaben wie Kontrolle der Schifffahrt, Überprüfung der Seetüchtigkeit und der Ladung sowie die Schlichtung von Streitigkeiten auf Schiffen.
Den Konsuln im Dienste Preußens oblag die Führung des Verzeichnisses der in ihrem Einflussbereich wohnenden Angehörigen ihres Staates (Konsularmatrikel).
Zu den vorrangigen Aufgaben des Konsulats Rotterdam gehörte die Interessenvertretung des preußischen Staates in den Niederlanden unter besonderer Berücksichtigung der Handels- und Schifffahrtsverhältnisse zwischen beiden Staaten. Eine weitere konsularische Aufgabe bestand in der Unterstützung preußischer Staatsangehöriger u. a. durch die Vorstreckung finanzieller Mittel bzw. die Betreuung schiffbrüchiger Matrosen. Besonderes Augenmerk richtete man auf die Kontrolle des Schiffsverkehrs bzw. die Überprüfung des Warendurchgangsverkehrs. Dies wiederum spiegelt sich in den Konsulatsberichten wider.
Am 17. März 1792 erhielt der Kaufmann George Paul Schott das Patent als preußischer Konsul in Rotterdam.
1811 stellte er aufgrund seines fortgeschrittenen Alters, er war zu diesem Zeitpunkt 60 Jahre alt, und seiner langjährigen erfolgreichen Tätigkeit als Konsul den Antrag, seinen Sohn Peter Heinrich Schott zu seiner Unterstützung als Vizekonsul anzustellen. Dessen Bestallung erfolgte aber erst am 28. April 1815, am 22. Februar 1816 wurde er zusätzlich zum schwedischen Vizekonsul ernannt.
Während der Zeit der Besetzung der Niederlande durch Frankreich (ab 1806 stand das Königreich Holland unter der Regierung Ludwig Buonapartes, des Bruders Napoleons I.) erhielt der Konsul, jetzt als französischer Staatsbürger, auf Antrag bei den französischen Behörden die Genehmigung, seinen Posten beizubehalten. Vor dem Hintergrund der von Napoleon I. 1806 verkündeten Kontinentalsperre erfolgte die Tätigkeit des Konsuls unter erschwerten Bedingungen. Auf der einen Seite hatte er sich Frankreich unterzuordnen, auf der anderen Seite aber die Handelsinteressen des preußischen Staates zu vertreten.
In Anbetracht seiner hohen Verdienste wurde Konsul George Paul Schott im März 1817 das Prädikat "Geheimer Kommerzienrat" zuerkannt.
Am 8. Januar 1830 verstarb er im Alter von 79 Jahren.
Sein Sohn Peter Heinrich Schott, der bereits ab 1815 als Vizekonsul wirkte, übernahm kommissarisch die Geschäfte und stellte den Antrag, ihm den Posten des Konsuls in Rotterdam zu übertragen.
Gleichzeitig erfolgten die Bewerbungen des Vizepräsidenten der Handelskammer A. van Ryckvorsel aus Rotterdam, der Kaufleute Friedrich August Kehrmann aus Koblenz, Heinrich Kröner aus Lengerich sowie H. Nooths und des Chefs einer Großhandlung für Manufakturwaren Friedrich Carp, alle wohnhaft in Rotterdam, um diesen Posten.
Die meisten Empfehlungen erhielt der aus Wesel gebürtige Friedrich Carp und so wurde er am 22. Juni 1830 zum preußischen Konsul in Rotterdam bestallt; als Vizekonsul fungierte bis zu seinem Tode im August 1850 weiterhin Peter Heinrich Schott. Danach wurde die Stelle des Vizekonsuls nicht mehr besetzt.
Der Konsulatsbezirk wurde im August 1835 auf die anderen Häfen der Maas, namentlich Delfshaven, Schiedam und Dortrecht ausgedehnt und Konsularagenten zur Untersützung des Konsuls angestellt.
Friedrich Carp starb am 17. Juli 1860 in Rotterdam. Die kommissarische Führung der Geschäfte übernahm ab diesem Zeitpunkt sein Sohn Theodor Carp.
Um diese vakante Stelle bewarben sich 13 in Rotterdam etablierte Kaufleute, namentlich Theodor Carp, der 1822 in Köln geborene Carl Josias Hubert Wagner, Justizrat Dr. H. van Buren, J. W. Bunge, Carl Heinrich Sölling aus Essen, Gustav Dufresne aus Berlin, Gustav Gerbaulet aus Münster, Alexander von Woringen aus Wesel, der Enkel des Konsuls Schott Reinhard Retemeyer, Gustav Constantin Leopold Steinweg, Peter Cornelius Deutz-Ebeling, P. Schmitz und Heinrich Julius Schoeller.
Die Entscheidung des Außenministeriums fiel am 5. November 1860 zu Gunsten des Kaufmanns J. W. Bunge aus. Die Exequatur durch die Niederlande erfolgte am 18. Dezember 1860. 1867 wurde eine weitere Konsularagentur in Scheveningen eingerichtet.
Im Zuge des Übergangs der auswärtigen Beziehungen Preußens in die Zuständigkeit des Norddeutschen Bundes wurde J. W. Bunge am 3. April 1868 von seinen Dienstpflichten als preußischer Konsul in Rotterdam entbunden und gleichzeitg zum Konsul des Norddeutschen Bundes ernannt.
Das Konsulat Rotterdam ging wie alle anderen preußischen Konsulate in die alleinige Zuständigkeit des Norddeutschen Bundes über und wurde ab 1871 mit der Gründung des Deutschen Reiches als eine Reichsbehörde weitergeführt.
Die vorliegende Akte des Konsulats Rotterdam ist eine Abgabe des Politischen Archivs des Auswärtigen Amtes im Oktober 2001 an das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz.
Sie wurde innerhalb der Repositur 81 Gesandtschaften (Residenturen) und (General-)Konsulate nach 1807 als eigener Bestand mit der Signatur "GStA PK, I. HA Rep. 81 Konsulat Rotterdam" aufgestellt. Der Bestand umfasst einen Aktenband mit Abschriften ein- und ausgehender Schreiben (Briefkopierbuch) von 1843-1860.
Zu zitieren: GStA PK, I. HA Rep. 81 Gesandtschaften (Residenturen) und (General-)Konsulate nach 1807, Konsulat Rotterdam, Nr. ...
Zu bestellen: GStA PK, I. HA Rep. 81 Konsulat Rotterdam, Nr. ....
Quellen: Handbuch über den königlich-preußischen Staat (Staatshandbuch) von 1798 - 1868
GStA PK, III. HA Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten, II Nr. 312
Konsulate Amsterdam und Rotterdam, 1808 - 1814
GStA PK, III. HA Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten, II Nr. 325 - 330
Preußisches Konsulat zu Rotterdam mit Schiedam, Delfshaven und Dortrecht,
1815 - 1868
Zitierweise: GStA PK, I. HA Rep. 81 Rotterdam nach 1807
Konsulat Rotterdam
(1792-1868)
Konsularbehörden sind diplomatischen Vertretungen nachgeordnete Einrichtungen; ihre gesetzliche Grundlage bildet das Konsularrecht.
Zu den spezifischen Aufgaben eines Konsulats gehören die Wahrung und Förderung der jeweiligen wirtschaftlichen Interessen des Absendestaates in Bezug auf Handel, Verkehr und Schifffahrt sowie der Schutz der eigenen Staatsangehörigen in Form von Unterstützungen und der Ausübung polizeilicher Befugnisse. Dazu kommen verschiedene Einzelaufgaben wie Kontrolle der Schifffahrt, Überprüfung der Seetüchtigkeit und der Ladung sowie die Schlichtung von Streitigkeiten auf Schiffen.
Den Konsuln im Dienste Preußens oblag die Führung des Verzeichnisses der in ihrem Einflussbereich wohnenden Angehörigen ihres Staates (Konsularmatrikel).
Zu den vorrangigen Aufgaben des Konsulats Rotterdam gehörte die Interessenvertretung des preußischen Staates in den Niederlanden unter besonderer Berücksichtigung der Handels- und Schifffahrtsverhältnisse zwischen beiden Staaten. Eine weitere konsularische Aufgabe bestand in der Unterstützung preußischer Staatsangehöriger u. a. durch die Vorstreckung finanzieller Mittel bzw. die Betreuung schiffbrüchiger Matrosen. Besonderes Augenmerk richtete man auf die Kontrolle des Schiffsverkehrs bzw. die Überprüfung des Warendurchgangsverkehrs. Dies wiederum spiegelt sich in den Konsulatsberichten wider.
Am 17. März 1792 erhielt der Kaufmann George Paul Schott das Patent als preußischer Konsul in Rotterdam.
1811 stellte er aufgrund seines fortgeschrittenen Alters, er war zu diesem Zeitpunkt 60 Jahre alt, und seiner langjährigen erfolgreichen Tätigkeit als Konsul den Antrag, seinen Sohn Peter Heinrich Schott zu seiner Unterstützung als Vizekonsul anzustellen. Dessen Bestallung erfolgte aber erst am 28. April 1815, am 22. Februar 1816 wurde er zusätzlich zum schwedischen Vizekonsul ernannt.
Während der Zeit der Besetzung der Niederlande durch Frankreich (ab 1806 stand das Königreich Holland unter der Regierung Ludwig Buonapartes, des Bruders Napoleons I.) erhielt der Konsul, jetzt als französischer Staatsbürger, auf Antrag bei den französischen Behörden die Genehmigung, seinen Posten beizubehalten. Vor dem Hintergrund der von Napoleon I. 1806 verkündeten Kontinentalsperre erfolgte die Tätigkeit des Konsuls unter erschwerten Bedingungen. Auf der einen Seite hatte er sich Frankreich unterzuordnen, auf der anderen Seite aber die Handelsinteressen des preußischen Staates zu vertreten.
In Anbetracht seiner hohen Verdienste wurde Konsul George Paul Schott im März 1817 das Prädikat "Geheimer Kommerzienrat" zuerkannt.
Am 8. Januar 1830 verstarb er im Alter von 79 Jahren.
Sein Sohn Peter Heinrich Schott, der bereits ab 1815 als Vizekonsul wirkte, übernahm kommissarisch die Geschäfte und stellte den Antrag, ihm den Posten des Konsuls in Rotterdam zu übertragen.
Gleichzeitig erfolgten die Bewerbungen des Vizepräsidenten der Handelskammer A. van Ryckvorsel aus Rotterdam, der Kaufleute Friedrich August Kehrmann aus Koblenz, Heinrich Kröner aus Lengerich sowie H. Nooths und des Chefs einer Großhandlung für Manufakturwaren Friedrich Carp, alle wohnhaft in Rotterdam, um diesen Posten.
Die meisten Empfehlungen erhielt der aus Wesel gebürtige Friedrich Carp und so wurde er am 22. Juni 1830 zum preußischen Konsul in Rotterdam bestallt; als Vizekonsul fungierte bis zu seinem Tode im August 1850 weiterhin Peter Heinrich Schott. Danach wurde die Stelle des Vizekonsuls nicht mehr besetzt.
Der Konsulatsbezirk wurde im August 1835 auf die anderen Häfen der Maas, namentlich Delfshaven, Schiedam und Dortrecht ausgedehnt und Konsularagenten zur Untersützung des Konsuls angestellt.
Friedrich Carp starb am 17. Juli 1860 in Rotterdam. Die kommissarische Führung der Geschäfte übernahm ab diesem Zeitpunkt sein Sohn Theodor Carp.
Um diese vakante Stelle bewarben sich 13 in Rotterdam etablierte Kaufleute, namentlich Theodor Carp, der 1822 in Köln geborene Carl Josias Hubert Wagner, Justizrat Dr. H. van Buren, J. W. Bunge, Carl Heinrich Sölling aus Essen, Gustav Dufresne aus Berlin, Gustav Gerbaulet aus Münster, Alexander von Woringen aus Wesel, der Enkel des Konsuls Schott Reinhard Retemeyer, Gustav Constantin Leopold Steinweg, Peter Cornelius Deutz-Ebeling, P. Schmitz und Heinrich Julius Schoeller.
Die Entscheidung des Außenministeriums fiel am 5. November 1860 zu Gunsten des Kaufmanns J. W. Bunge aus. Die Exequatur durch die Niederlande erfolgte am 18. Dezember 1860. 1867 wurde eine weitere Konsularagentur in Scheveningen eingerichtet.
Im Zuge des Übergangs der auswärtigen Beziehungen Preußens in die Zuständigkeit des Norddeutschen Bundes wurde J. W. Bunge am 3. April 1868 von seinen Dienstpflichten als preußischer Konsul in Rotterdam entbunden und gleichzeitg zum Konsul des Norddeutschen Bundes ernannt.
Das Konsulat Rotterdam ging wie alle anderen preußischen Konsulate in die alleinige Zuständigkeit des Norddeutschen Bundes über und wurde ab 1871 mit der Gründung des Deutschen Reiches als eine Reichsbehörde weitergeführt.
Die vorliegende Akte des Konsulats Rotterdam ist eine Abgabe des Politischen Archivs des Auswärtigen Amtes im Oktober 2001 an das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz.
Sie wurde innerhalb der Repositur 81 Gesandtschaften (Residenturen) und (General-)Konsulate nach 1807 als eigener Bestand mit der Signatur "GStA PK, I. HA Rep. 81 Konsulat Rotterdam" aufgestellt. Der Bestand umfasst einen Aktenband mit Abschriften ein- und ausgehender Schreiben (Briefkopierbuch) von 1843-1860.
Zu zitieren: GStA PK, I. HA Rep. 81 Gesandtschaften (Residenturen) und (General-)Konsulate nach 1807, Konsulat Rotterdam, Nr. ...
Zu bestellen: GStA PK, I. HA Rep. 81 Konsulat Rotterdam, Nr. ....
Quellen: Handbuch über den königlich-preußischen Staat (Staatshandbuch) von 1798 - 1868
GStA PK, III. HA Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten, II Nr. 312
Konsulate Amsterdam und Rotterdam, 1808 - 1814
GStA PK, III. HA Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten, II Nr. 325 - 330
Preußisches Konsulat zu Rotterdam mit Schiedam, Delfshaven und Dortrecht,
1815 - 1868
Zitierweise: GStA PK, I. HA Rep. 81 Rotterdam nach 1807
Umfang: k.A. (1 VE); Angaben zum Umfang: 0,10 lfm (1 VE)
Bestand
deutsch
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
19.08.2025, 12:19 MESZ