Markungsstreit in Artelshofen
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E 49/II Nr. 1291
E 49/II Holzschuher/Akten und Rechnungen
Holzschuher/Akten und Rechnungen
18.05.1748 - 22.04.1749
Enthält:
1748 Mai 18: Schreiben des Kastners zu Neuhaus, (Vornamenkürzel) Hohenstein, an (Georg Dietrich) Hagendorn, Verwalter in Artelshofen.
Der Überbringer dieses Schreibens, Michael Scharrer von Unterartelshofen, beschwerte sich hier vor der Hochfürstlich-Bambergischen Lehenskommission darüber, dass Georg Schaub (= Schaup) ihm von seinem Acker seit Jahren etlichen Grund genommen habe. Der Acker ist Bambergisches Mannlehen und liegt in der hohen Grub.
Schreiber wurde nun durch die Lehenskommission beauftragt, am 25. Mai einen Augenschein vorzunehmen. Bitte, den Schaup dort um 8 Uhr früh erscheinen zu lassen.
1748 Mai 20: Schreiben Hagendorns aus Artelshofen (an den Ebnerischen Sekretär [Christoph Gottlieb] Nuhann in Nürnberg).
Anbei das vorige Schreiben aus Neuhaus. Schaup wohnt in Oberartelshofen. Marksteine erwähnt. Bitte um Zusendung der Beschreibung des fraglichen Grundstücks.
Weitere Themen:
Schwierigkeiten der Reinl - jetzt Fuchs - ihre Strafe wegen Schwängerung zu bezahlen.
Etliche Bauern benötigten Darlehen.
In Sachen des Darlehensgesuchs des Hans Scharrer von Achtel wird ein Konsens benötigt. Es liegt ein Schreiben aus Sulzbach vor.
1748 Mai 30: Hagendorn an Nuhann.
Bericht über den Augenschein an dem fraglichen Feld, das unterhalb der Marter liegt, wo man nach Velden geht. Der Kastner hatte nur einen Extrakt, aber keine richtige Beschreibung des Grundstücks dabei, welchem weder eine Datierung, noch Hinweise auf Marksteine zu entnehmen war. Man hob einen der beiden wiedergefundenen Marksteine und fand darunter 2 Zeugen von Ziegelsteinen, wonach der fragliche Streifen dem Schaup zugehören dürfte. Zur endgültigen Klärung wäre die verlangte Beschreibung dringend notwendig, da der entscheidende Eckstein nicht mehr auffindbar ist.
Weitere Themen:
Der Zimmermann Hörmann hat in Hirschbach das Bauholz und den Riss für das Projekt besichtigt, weiteres Holz geschlagen, und erwartet nun weitere Befehle der Herrschaft.
Hans Westphal würde gerne das Wiesflecklein kaufen, das früher der Zimmermann Leupold gehabt hatte, und auf welchen zur Zeit der Amtsknecht bleicht.
Der Fall der Fuchs (s.o.) ist noch in der Schwebe.
Momentan ist hier nicht genügend Geld vorhanden, um es dem Scharrer (= in Achtel, s.o.) zu geben. Er will es sich in Nürnberg holen.
1748 Juni 10: Hagendorn an Nuhann.
Man erwartet eine gute Getreideernte.
Balthasar Renner von Geißach bei Königstein bittet um ein Darlehen.
Der Streit um das Grundstück hält an. Der Markstein mit den Ziegelzeichen wird angezweifelt. Schaup sagt, das Feld sei früher in Bestand gegeben worden - so habe es auch sein Großvater von Herrn Tetzel bekommen. Sein Vater aber habe es vor etwa 68 Jahren von demjenigen Herrn Tetzel gekauft, welcher in Wien gestorben ist.
1749 April 22: Hagendorn an Nuhann.
Die Weiden sind schon vor 8 Tagen beim Branntweinbrenner in Erlenstegen abgeliefert worden.
Der Fischer hat noch keine Setzlinge von Aalen.
In der Markungsstreitigkeit will Scharrer einen weiteren Stein entdeckt haben, den er zwei Zeugen gezeigt habe - inzwischen ist der Stein aber unauffindbar. Den Vorwurf, Schaup habe den Stein entfernt, weist letzerer weit von sich. Merkwürdig ist auch, dass Scharrer seine 'Entdeckung' weder hier, noch in Neuhaus angezeigt hat.
1748 Mai 18: Schreiben des Kastners zu Neuhaus, (Vornamenkürzel) Hohenstein, an (Georg Dietrich) Hagendorn, Verwalter in Artelshofen.
Der Überbringer dieses Schreibens, Michael Scharrer von Unterartelshofen, beschwerte sich hier vor der Hochfürstlich-Bambergischen Lehenskommission darüber, dass Georg Schaub (= Schaup) ihm von seinem Acker seit Jahren etlichen Grund genommen habe. Der Acker ist Bambergisches Mannlehen und liegt in der hohen Grub.
Schreiber wurde nun durch die Lehenskommission beauftragt, am 25. Mai einen Augenschein vorzunehmen. Bitte, den Schaup dort um 8 Uhr früh erscheinen zu lassen.
1748 Mai 20: Schreiben Hagendorns aus Artelshofen (an den Ebnerischen Sekretär [Christoph Gottlieb] Nuhann in Nürnberg).
Anbei das vorige Schreiben aus Neuhaus. Schaup wohnt in Oberartelshofen. Marksteine erwähnt. Bitte um Zusendung der Beschreibung des fraglichen Grundstücks.
Weitere Themen:
Schwierigkeiten der Reinl - jetzt Fuchs - ihre Strafe wegen Schwängerung zu bezahlen.
Etliche Bauern benötigten Darlehen.
In Sachen des Darlehensgesuchs des Hans Scharrer von Achtel wird ein Konsens benötigt. Es liegt ein Schreiben aus Sulzbach vor.
1748 Mai 30: Hagendorn an Nuhann.
Bericht über den Augenschein an dem fraglichen Feld, das unterhalb der Marter liegt, wo man nach Velden geht. Der Kastner hatte nur einen Extrakt, aber keine richtige Beschreibung des Grundstücks dabei, welchem weder eine Datierung, noch Hinweise auf Marksteine zu entnehmen war. Man hob einen der beiden wiedergefundenen Marksteine und fand darunter 2 Zeugen von Ziegelsteinen, wonach der fragliche Streifen dem Schaup zugehören dürfte. Zur endgültigen Klärung wäre die verlangte Beschreibung dringend notwendig, da der entscheidende Eckstein nicht mehr auffindbar ist.
Weitere Themen:
Der Zimmermann Hörmann hat in Hirschbach das Bauholz und den Riss für das Projekt besichtigt, weiteres Holz geschlagen, und erwartet nun weitere Befehle der Herrschaft.
Hans Westphal würde gerne das Wiesflecklein kaufen, das früher der Zimmermann Leupold gehabt hatte, und auf welchen zur Zeit der Amtsknecht bleicht.
Der Fall der Fuchs (s.o.) ist noch in der Schwebe.
Momentan ist hier nicht genügend Geld vorhanden, um es dem Scharrer (= in Achtel, s.o.) zu geben. Er will es sich in Nürnberg holen.
1748 Juni 10: Hagendorn an Nuhann.
Man erwartet eine gute Getreideernte.
Balthasar Renner von Geißach bei Königstein bittet um ein Darlehen.
Der Streit um das Grundstück hält an. Der Markstein mit den Ziegelzeichen wird angezweifelt. Schaup sagt, das Feld sei früher in Bestand gegeben worden - so habe es auch sein Großvater von Herrn Tetzel bekommen. Sein Vater aber habe es vor etwa 68 Jahren von demjenigen Herrn Tetzel gekauft, welcher in Wien gestorben ist.
1749 April 22: Hagendorn an Nuhann.
Die Weiden sind schon vor 8 Tagen beim Branntweinbrenner in Erlenstegen abgeliefert worden.
Der Fischer hat noch keine Setzlinge von Aalen.
In der Markungsstreitigkeit will Scharrer einen weiteren Stein entdeckt haben, den er zwei Zeugen gezeigt habe - inzwischen ist der Stein aber unauffindbar. Den Vorwurf, Schaup habe den Stein entfernt, weist letzerer weit von sich. Merkwürdig ist auch, dass Scharrer seine 'Entdeckung' weder hier, noch in Neuhaus angezeigt hat.
Archivale
Indexbegriff Person: Fuchs, N
Indexbegriff Person: Hagendorn, Georg Dietrich
Indexbegriff Person: Hohenstein, N
Indexbegriff Person: Hörmann, N
Indexbegriff Person: Leupold, N
Indexbegriff Person: Nuhann, Christoph Gottlieb
Indexbegriff Person: Reinl, N
Indexbegriff Person: Renner, Balthasar
Indexbegriff Person: Scharrer, Hans (zu Achtel)
Indexbegriff Person: Scharrer, Michael
Indexbegriff Person: Schaup, Georg
Indexbegriff Person: Tetzel, N
Indexbegriff Person: Westphal, Hans
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Vogteiliche Rechte
Indexbegriff Person: Hagendorn, Georg Dietrich
Indexbegriff Person: Hohenstein, N
Indexbegriff Person: Hörmann, N
Indexbegriff Person: Leupold, N
Indexbegriff Person: Nuhann, Christoph Gottlieb
Indexbegriff Person: Reinl, N
Indexbegriff Person: Renner, Balthasar
Indexbegriff Person: Scharrer, Hans (zu Achtel)
Indexbegriff Person: Scharrer, Michael
Indexbegriff Person: Schaup, Georg
Indexbegriff Person: Tetzel, N
Indexbegriff Person: Westphal, Hans
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Vogteiliche Rechte
Achtel
Artelshofen - Oberes Dorf
Artelshofen - Unteres Dorf
Artelshofen, Grub - in der hohen
Artelshofen, Marter - unterhalb der
Artelshofen, Weg nach Velden
Erlenstegen
Geißach ? bei Königstein
Hirschbach
Königstein
Neuhaus
Oberachtel ?
Sulzbach
Unterachtel ?
Velden
Wien
Kastner, Neuhaus
Markungsstreit
Verwalter Artelshofen
Lehenkommission, bambergische
Lehen, Bamberger
Flurname
Augenschein
Markstein
Zeugen = Zeichen unter Markstein
Zeichen unter Markstein
Zimmermann
Bauholz
Bauprojekt
Wiese
Kaufantrag
Bauern
Darlehensgesuch
Konsens
Bleichwiese
Amtsknecht Artelshofen
Fornikationsstrafe
Getreideernte
Bestand
Kauf
Weiden
Branntweinbrenner
Fischer
Setzlinge
Aale
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.06.2025, 1:01 PM CEST
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Stadtarchiv Nürnberg (Archivtektonik)
- Stadtarchiv Nürnberg (Archival tectonics)
- Bestandsgruppe E: Dokumentationsgut privater Provenienz (Archival tectonics)
- E 49 - Familienarchiv von Holzschuher (Archival tectonics)
- E 49/II - Familienarchiv Holzschuher / Akten und Rechnungen (Archival tectonics)
- Holzschuher/Akten und Rechnungen (Archival holding)