Freiherren von Oldershausen: Urkunden und Akten (Bestand)
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NLA HA, Dep. 31
Nds. Landesarchiv, Abt. Hannover (Archivtektonik) >> Gliederung >> 2 Nichtstaatliche Bestände >> 2.2 Familien- und Gutsarchive
935-1875
Bestandsgeschichte: I. Geschichte der Familie von Oldershausen
Die von Oldershausen gehörten zu den ersten Familien des südhannoverschen Landadels; schon vor 1331 war das braunschweigische Erbmarschallamt in ihren Händen. Seit 1197 sind sie in kontinuierlicher Folge nachweisbar, ein Eilbert von Oldershausen wird bereits um 1100 erwähnt. Das Geschlecht bewegt sich bei seinem Auftauchen an der Grenze zwischen (Alt-)Freien und Dynasten. Im späten Mittelalter kommen die von Oldershausen im welfischen Fürstendienst zu Ansehen und Vermögen. Es gelang ihnen, als eine Art eigenen Herrschaftsbereich ein adliges Gericht zu behaupten, das die Dörfer Echte, Oldershausen, Düderorde, Oldenrode und Willensen sowie einige Wüstungen umfasste. Dieser Bezirk wurde im 18. Jahrhundert als geschlossenes adliges Ober- und Untergericht anerkannt, nachdem ihm - seit dem 16. Jahrhundert - die höhere Gerichtsbarkeit ständig vom Amt Westerhof streitig gemacht worden war. An der Burg Westerhof hatten die von Oldershausen von Anfang an Rechte, von 1427 bis 1523 war sie ihnen zunächst teilweise, dann ganz verpfändet.
Die Grundherrschaft des Geschlechts konzentrierte sich um den Ort Oldershausen bzw. erstreckte sich in den Westteil des Kreises Osterode, breitete sich also in den Vorbergen des Harzes aus. Zu Lehen gehender Streubesitz reichte bis Eldagsen, Salzgitter und Göttingen. Mittelpunkte und Familiensitze waren die Rittergüter zu Oldershausen (hier die "alte Burg") und (seit etwa 1350) zu Förste. Das zeitweise weit verzweigte Geschlecht hat seinen Besitz dank der frühen Einführung der Fideikommissverfassung (1722) bzw. des Majorats (1900) zusammengehalten. Den Freiherrentitel nahm es offenbar gewohnheitsmäßig an; er erscheint erstmals 1798 und ist später anerkannt worden. Das Gut Förste besaßen zeitweise abgeteilte Linien. Es fiel aber immer wieder an den Stammsitz zurück (endgültig 1966). Gegenwärtig
Bestandsgeschichte: schließt sich der Land- und Forstbesitz an die beiden Rittergüter Oldershausen (mit dem Vorwerk Vogelsang) und Düderode an.
II. Bestandsgeschichte
Das Familien- und Gutsarchiv besteht aus zwei Teilen. Der ältere, wertvollere Teil wurde bereits vor dem Ersten Weltkrieg an das Staatsarchiv Hannover abgegeben. Er umfasst etwa 390 Urkunden und 530 Aktenfaszikel, Karten und Pläne, die im Jahr 1906 von dem Archivar Lulvès aus dem Familienarchiv ausgewählt und als Depositum 31 im Staatsarchiv hinterlegt wurden (Depositalvertrag vom 25. August/4. September 1906).
Die in das Staatsarchiv gelangten Akten des Bestandes Dep. 31 wurden nicht neu verzeichnet, sondern durch ein bereits vorliegendes älteres Aktenrepertorium erschlossen, in dem sie mit ihren alten Signaturen erschienen. Die übernommen und aus den Akten noch weiterhin ausgeschiedenen Urkunden hingegen wurden in einer besonderen Urkundenabteilung des Bestandes Dep. 31 zusammengefasst und neu verzeichnet.
1943 verbrannten im Staatsarchiv die Findbücher des Bestandes, doch blieb der Bestand selbst erhalten. Allerdings gerieten die Urkunden im Februar 1946 in das Leinehochwasser und trugen nicht unerhebliche Schäden davon. Das verbrannte Urkundenrepertorium wurde 1953/54 durch Abschrift der seinerzeit nach Oldershausen abgelieferten Findbuchzweitschrift ersetzt. Die Akten hingegen wurden nach der Rückführung aus der Kriegsauslagerung 1954 von Wilhelm Hartmann neu geordnet und verzeichnet.
Die 43 Karten, Risse und Pläne des Bestandes wurden aus lagerungstechnischen Gründen aus dem Bestand herausgenommen und in die Kartenabteilung ("Kartensammlung", "Karten - Mappen") sowie in die Bildgutsammlung überführt. Die Zugehörigkeit zum Bestand Dep. 31 ist dort (in den meisten Fällen) über die Felder "Alte Archivsignatur" und "Vorprovenienz" nachgewiesen. Die Karten reichen vom Ende des 16. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts und beziehen sich mit wenigen Ausnahmen auf das Gericht Oldershausen sowie auf die Feldmark und die Forsten des Gutes.
Der jüngere Teil des Guts- und Familienarchivs der von
Bestandsgeschichte: Oldershausen, der nicht nach Hannover abgegeben worden war, verblieb in Oldershausen. Dort wurden die durch Umlagerungen und Plünderungen durcheinander geratenen Archivalien 1954 von Wilhelm Hartmann nach dem gleichen Ordnungsschema, das dem im Staatsarchiv lagernden Bestand zugrunde liegt, geordnet und verzeichnet. 1956 wurde auch das Archiv des Rittergutes Förste nach dem Aussterben der dortigen Linie nach Oldershausen gebracht und dort 1957 ebenfalls von Wilhelm Hartmann erschlossen. Die beiden Findbücher sind im Hauptstaatsarchiv im Bestand Fremde Archive unter der Signatur FA 103 (Bd. 1 und 2) zu finden.
III. EDV-Erschließung
Der Bestand ist im Rahmen eines größeren Erschließungsprojektes in die archivische EDV-Datenbank unter der Fachsoftware izn-AIDA übertragen worden.
IV. Literaturhinweise
Friedrich Anton Klinckhardt, Anlagen zur Geschichte des adelichen Geschlechts von Oldershausen, ohne Ort und Jahr (ca. 1825).
Art. Förste und Oldershausen, in: Gustav Stölting, Borries von Münchhausen, Die Rittergüter der Fürstentümer Calenberg, Göttingen und Grubenhagen, Hannover 1912, S. 239-258 u. S. 316-319.
Wilhelm Hartmann, Die von Oldershausen, eines der ältesten Adelsgeschlechter in Niedersachsen, Hildesheim 1967.
Dietrich Upmeyer, Die Herren von Oldershausen und die Herausbildung des Gerichts Westerhof, 2 Bde., Hildesheim 1977.
Hannover, im März 2007
gez. Dr. Claudia Kauertz
Die von Oldershausen gehörten zu den ersten Familien des südhannoverschen Landadels; schon vor 1331 war das braunschweigische Erbmarschallamt in ihren Händen. Seit 1197 sind sie in kontinuierlicher Folge nachweisbar, ein Eilbert von Oldershausen wird bereits um 1100 erwähnt. Das Geschlecht bewegt sich bei seinem Auftauchen an der Grenze zwischen (Alt-)Freien und Dynasten. Im späten Mittelalter kommen die von Oldershausen im welfischen Fürstendienst zu Ansehen und Vermögen. Es gelang ihnen, als eine Art eigenen Herrschaftsbereich ein adliges Gericht zu behaupten, das die Dörfer Echte, Oldershausen, Düderorde, Oldenrode und Willensen sowie einige Wüstungen umfasste. Dieser Bezirk wurde im 18. Jahrhundert als geschlossenes adliges Ober- und Untergericht anerkannt, nachdem ihm - seit dem 16. Jahrhundert - die höhere Gerichtsbarkeit ständig vom Amt Westerhof streitig gemacht worden war. An der Burg Westerhof hatten die von Oldershausen von Anfang an Rechte, von 1427 bis 1523 war sie ihnen zunächst teilweise, dann ganz verpfändet.
Die Grundherrschaft des Geschlechts konzentrierte sich um den Ort Oldershausen bzw. erstreckte sich in den Westteil des Kreises Osterode, breitete sich also in den Vorbergen des Harzes aus. Zu Lehen gehender Streubesitz reichte bis Eldagsen, Salzgitter und Göttingen. Mittelpunkte und Familiensitze waren die Rittergüter zu Oldershausen (hier die "alte Burg") und (seit etwa 1350) zu Förste. Das zeitweise weit verzweigte Geschlecht hat seinen Besitz dank der frühen Einführung der Fideikommissverfassung (1722) bzw. des Majorats (1900) zusammengehalten. Den Freiherrentitel nahm es offenbar gewohnheitsmäßig an; er erscheint erstmals 1798 und ist später anerkannt worden. Das Gut Förste besaßen zeitweise abgeteilte Linien. Es fiel aber immer wieder an den Stammsitz zurück (endgültig 1966). Gegenwärtig
Bestandsgeschichte: schließt sich der Land- und Forstbesitz an die beiden Rittergüter Oldershausen (mit dem Vorwerk Vogelsang) und Düderode an.
II. Bestandsgeschichte
Das Familien- und Gutsarchiv besteht aus zwei Teilen. Der ältere, wertvollere Teil wurde bereits vor dem Ersten Weltkrieg an das Staatsarchiv Hannover abgegeben. Er umfasst etwa 390 Urkunden und 530 Aktenfaszikel, Karten und Pläne, die im Jahr 1906 von dem Archivar Lulvès aus dem Familienarchiv ausgewählt und als Depositum 31 im Staatsarchiv hinterlegt wurden (Depositalvertrag vom 25. August/4. September 1906).
Die in das Staatsarchiv gelangten Akten des Bestandes Dep. 31 wurden nicht neu verzeichnet, sondern durch ein bereits vorliegendes älteres Aktenrepertorium erschlossen, in dem sie mit ihren alten Signaturen erschienen. Die übernommen und aus den Akten noch weiterhin ausgeschiedenen Urkunden hingegen wurden in einer besonderen Urkundenabteilung des Bestandes Dep. 31 zusammengefasst und neu verzeichnet.
1943 verbrannten im Staatsarchiv die Findbücher des Bestandes, doch blieb der Bestand selbst erhalten. Allerdings gerieten die Urkunden im Februar 1946 in das Leinehochwasser und trugen nicht unerhebliche Schäden davon. Das verbrannte Urkundenrepertorium wurde 1953/54 durch Abschrift der seinerzeit nach Oldershausen abgelieferten Findbuchzweitschrift ersetzt. Die Akten hingegen wurden nach der Rückführung aus der Kriegsauslagerung 1954 von Wilhelm Hartmann neu geordnet und verzeichnet.
Die 43 Karten, Risse und Pläne des Bestandes wurden aus lagerungstechnischen Gründen aus dem Bestand herausgenommen und in die Kartenabteilung ("Kartensammlung", "Karten - Mappen") sowie in die Bildgutsammlung überführt. Die Zugehörigkeit zum Bestand Dep. 31 ist dort (in den meisten Fällen) über die Felder "Alte Archivsignatur" und "Vorprovenienz" nachgewiesen. Die Karten reichen vom Ende des 16. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts und beziehen sich mit wenigen Ausnahmen auf das Gericht Oldershausen sowie auf die Feldmark und die Forsten des Gutes.
Der jüngere Teil des Guts- und Familienarchivs der von
Bestandsgeschichte: Oldershausen, der nicht nach Hannover abgegeben worden war, verblieb in Oldershausen. Dort wurden die durch Umlagerungen und Plünderungen durcheinander geratenen Archivalien 1954 von Wilhelm Hartmann nach dem gleichen Ordnungsschema, das dem im Staatsarchiv lagernden Bestand zugrunde liegt, geordnet und verzeichnet. 1956 wurde auch das Archiv des Rittergutes Förste nach dem Aussterben der dortigen Linie nach Oldershausen gebracht und dort 1957 ebenfalls von Wilhelm Hartmann erschlossen. Die beiden Findbücher sind im Hauptstaatsarchiv im Bestand Fremde Archive unter der Signatur FA 103 (Bd. 1 und 2) zu finden.
III. EDV-Erschließung
Der Bestand ist im Rahmen eines größeren Erschließungsprojektes in die archivische EDV-Datenbank unter der Fachsoftware izn-AIDA übertragen worden.
IV. Literaturhinweise
Friedrich Anton Klinckhardt, Anlagen zur Geschichte des adelichen Geschlechts von Oldershausen, ohne Ort und Jahr (ca. 1825).
Art. Förste und Oldershausen, in: Gustav Stölting, Borries von Münchhausen, Die Rittergüter der Fürstentümer Calenberg, Göttingen und Grubenhagen, Hannover 1912, S. 239-258 u. S. 316-319.
Wilhelm Hartmann, Die von Oldershausen, eines der ältesten Adelsgeschlechter in Niedersachsen, Hildesheim 1967.
Dietrich Upmeyer, Die Herren von Oldershausen und die Herausbildung des Gerichts Westerhof, 2 Bde., Hildesheim 1977.
Hannover, im März 2007
gez. Dr. Claudia Kauertz
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
16.06.2025, 12:45 MESZ